Samstag, 20. Februar 2016

Offizialat Oldenburg "erwirtschaftet" 11,7 Mio Euro Überschuss


Update: der Pressesprecher des Offizialates Ludger Heuer kritisierte die mangelhafte Darstellung des Sachverhaltes dieses Beitrags in einem Kommentar, den ich unten veröffentlicht habe. 
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Das Offizialat Oldenburg gab jetzt die Zahlen für seinen Abschluss des Jahres 2014 bekannt. Es wurde ein Überschuss von 11,7 Millionen € erwirtschaftet. Diese Nachricht in meiner Lokalzeitung liest sich für mich wie eine Witschaftsnachricht. Der Überschuss wird uns als eine Leistung einer sorgfältig wirtschaftenden Bistumsverwaltung präsentiert.

Letztendlich resultiert er aus den "unerwartet hohen" Einnahmen aus den Kirchensteuern und somit aus der blühenden Wirtschaftskraft in unserer Region, vor allen im boomenden Südoldenburg. Dennoch ist sich die Offizialatsverwaltung durchaus bewusst, dass es in Zukunft nicht mehr so gewaltige Einnahmen geben wird. Das liegt daran, dass auch bei uns mit weniger zahlungskräftigen "Mitgliedern" gerechnet werden muss.

Ein Indiz dafür ist die auch im Oldenburger Land nur noch geringe Zahl regelmäßiger Messbesucher. Die ursprünglich starke Bindung der Bevölkerung an unserer Kirche ist längst verloren gegangen. Dies wird die Tendenz beschleunigen, sich ganz aus der Kirche zu verabschieden. Umso unverständlicher ist es, dass nur wenig Mittel in die Mission innerhalb unseres Offizialates investiert werden. 45 Prozent des Offizialatshaushaltes fließen zwar in die Kirchengemeinden, damit werden allerdings die hauptsächlich die Kindergärten und die Personalkosten für Hauptamtliche und Priester finanziert.

Darüber hinaus wird nur 7 Prozent des Haushaltes für die Seelsorge bereitgestellt. In breiten Kreisen der Bevölkerung wird der Rückzug der Kirche aus der Seelsorge beklagt. Dies bekomme ich in Gesprächen immer wieder mit. Immer mehr Gemeinden wurden zu Großgebilden fusioniert, die Priester können sich nicht mehr um alle Gemeindemitglieder kümmern. Umgekehrt ist der Priester für viele Menschen fremd geworden, Der Priester ist längst nicht mehr der Hirte, der er mal für die Menschen in den Dörfern war.

Es reicht nicht aus, nur die noch übrig gebliebenen Katholiken verwalten zu wollen. Die Kirche sollte ihre noch vorhandenen Finanzmittel vor allem für die Neuevangelisation ihrer Kirche investieren. Sie muss als erstes ihrem Auftrag gerecht werden, das Evangelium allen Menschen nahe zu bringen, auch jenen, die fern der Kirche stehen. Dies gelingt nur, wenn man nahe an den Menschen ist, mit ihnen "ins Gespräch" kommt. Dies ist die eigentliche Herausforderung für die Kirche.

Link: Pressemeldung Offizialat Vechta: Haushaltsvolumen wird langfristig sinken

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