Samstag, 26. Mai 2018

Eine Woche nach dem Fernsehgottesdienst ...

Die Woche nach der Übertragung des Gottesdienst am Pfingstmontag aus dem Langfördener "Dom", der Pfarrkirche St. Laurentius, habe ich über meinen >kritischen Beitrag noch ein wenig nachgedacht. Vor allem hat mein Leser Diasporakatholik natürlich mit seinen berechtigten Gedanken in seinem >Kommentar dazu beigetragen. Hatte ich übers Ziel hinausgeschossen? War es vielleicht sogar Stolz?

Heute war ich in der Vorabendmesse zum Dreifaltigkeitssonntag. Morgen ist bei uns Volksfest, als Fotograf bin ich den ganzen Tag unterwegs. Darum bin ich bewusst schon heute zur Kirche gefahren, um meine Sonntagspflicht zu erfüllen. In der Kirche zelebrierte der Pfarrer die Messe. Als ich in der Kirche saß, betete und mit der Gemeinde die Messe feierte, kam in mir doch ein wenig ein Reuegefühl, möglicherweise übers Ziel hinausgeschossen zu sein.

  • Im Zentrum der Liturgie steht nicht der Bischof oder der Priester, sondern immer Jesus Christus selbst, der Mitte und Quelle jeder Liturgie ist. Der Priester oder Bischof verkörpert nur seine Gegenwart, wenn er die Messe zelebriert
  • Alles drum herum dient der Anbetung Gottes. Von daher ist nicht entscheidend, ob nun der Gemeindechor oder der Pfarrer eine Rolle spielen, wenn sie es tun, dann tun sie es im Dienst an den Herrn.
  • Die Pfarrkirche ist vor allem ein Tempel Gottes, sie ist kein Gemeindezentrum. Wenn es übergeordnete Gründe erfordern, dann muss die Pfarrgemeinde die Kirche für einen Gottesdienst zur Verfügung stellen.
Der Pfarrer übte wie gewohnt in aller Demut seinen Dienst aus, ich empfing das Sakrament der Eucharistie und den Segen, wie alle, die den Ruf des Herrn folgten an seiner Feier teilzunehmen.  

Freitag, 25. Mai 2018

Blog fit gemacht für die #DSGVO

Ich habe keine Zeit und Mühen gescheut, alles Mögliche zu tun, damit mein Blog den Vorschriften der neuen Datenschutzverordnung entspricht. Dazu habe ich die aktuelle Datenschutzerklärung eingebunden. Gleichzeitig habe ich alle Kommentarfunktionen wieder aktualisiert. Ich freue mich also wieder über einen lebhaften Dialog mit meinen Lesern.

Dienstag, 22. Mai 2018

Eine Pfarrkirche wird zur Inszenierung für einen Fernsehgottesdienst

Fernsehgottesdienste sind wichtig, das sehe ich ein! Gerade für alte und kranke Menschen ist es oft die einzige Möglichkeit, am Leben der Kirche teilzunehmen. Kein Verständnis habe ich allerdings, wenn Gottesdienste inszeniert werden, um dem Anspruch einer Außendarstellung im Fernsehen gerecht zu werden.

Im Nachbardorf Langförden wurde am Pfingstmontag der Gottesdienst übertragen (-> Video ARD-Mediathek). Aufwändig wurde alles vorbereitet, damit dieses Ereignis glanzvoll auf den Bildschirm gebannt wurde. Für diesen Event leitete nicht der Pfarrer die Messe, sondern der Weihbischof. Das ist schön und gut, allerdings kommt das normalerweise nur vor, wenn gerade die Firmung in der Pfarrgemeinde gespendet wird. Sonst steht (nur) der Pfarrer Sonntag für Sonntag dem Hochamt in der Dorfkirche vor. Schade finde ich es, dass der Weihbischof den Gottesdienst nicht einmal mit dem örtlichen Pfarrer sondern einem auswärtigen Priester zelebrierte. Auch die Chöre der Pfarrei, es gibt einen Frauen- und einen Männerchor, gestalteten die Messe nicht mit, sondern auswärtige Sängerinnen und Sänger. Sogar ein anderer Organist soll eingesetzt werden sein. Ich habe gehört, dass darüber einige Mitglieder der Pfarrgemeinde verärgert gewesen sein sollen.

Im Zeitungsbericht am Tag danach las ich, das vor der Messe die Zuschauer gebeten worden seien, die "Lücken" im Hauptschiff zu schließen und während des Gottesdienstes kräftig mit zu singen, aber nicht in die Kamera zu winken. Außerdem soll am Pfingstsonntag eine 6-stündige "Generalprobe" stattgefunden haben, damit der Gottesdienst minutiös trainiert wurde. Sorry, aber eine solche Inszenierung ist nicht meine Welt!

Freitag, 11. Mai 2018

Beim Katholikentag in Münster. Die Vielfalt der katholischen Kirche erleben

Großes Chorsingen vor dem Münsteraner Dom
Von einigen in der Blogoszöse (katholischen Bloggerszene) wird der Katholikentag wie das Zentralkomitee der deutschen Katholiken hoffnungslos zerrissen. In diesem Jahr findet der Katholikentag in meinem Heimatbistum Münster statt. Das war ein guter Anlass für mich, mir einmal selbst ein Bild zu machen. Ja, es gibt schon auch Angebote, die mich nachdenklich machten. Zum Beispiel die Kirchenvolksbewegung, die wohl vorrangig nur auf solchen Ereignissen in Erscheinungen tritt. Auch politische Veranstaltungen, die die angebliche Bedrohung unserer Gesellschaft durch Konzerne an die Wand malten. Auf der anderen Seite war der Katholikentag ein buntes Fest der Vielfalt unserer Kirche. Kunst und Kultur, Liturgie und Chorgesang mit tausenden Sängern und Musikern, viele kleine Aktionen und Angebote in der ganzen Stadt Münster.

Einen Bericht über meine Eindrücke (mit Fotos) gibt es in meinem anderen Blog:

>Auf dem Katholikentag in Münster