Montag, 19. Februar 2018

Exerzitien im Alltag - Tag 5: "im Lichte Gottes sehen"

Was bedeutet 
"im Lichte Gottes sehen"?
Den eigenen Tellerand der eigenen
Sichtweite
zu erweitern?
Den 
Egoismus
zu durchbrechen.
Ohne sich selbst aufzugeben.

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

Sonntag, 18. Februar 2018

Genns Bischofswort: Einen Schlussstrich unter einen alten Streit ziehen, könnte gut zur österlichen Bußzeit passen

Das Bischofswort zur österlichen Bußzeit von Bischof Dr. Felix Genn wurde am heutigen 1. Fastensonntag auch in meiner Pfarrkirche verlesen. Der Münsteraner Bischof griff das Motto des diesjährigen Katholikentages auf, der in diesem Jahr in Münster stattfindet. Es lautet "Suche Frieden!" Bischof Felix griff die lange Tradition der beiden Friedensstädte Münster und Osnabrück auf, in denen der Friedensvertrag zum 30-jährigen Krieg von 1618-1648 aufgegriffen wurde. Auch damals seien die Konflikte unter den Konfessionen wesentliche Ursachen für den damaligen Konflikt gegeben. Auch heute sei der Friede bei uns brüchig.
"Den Frieden zu suchen, ist eine ständige Aufgabe, die freilich nicht nur den Verantwortlichen in der Politik gestellt ist, sondern jeden Einzelnen von uns" (Bischof Felix Genn)
Bischof Felix ermutigt jeden einzelnen, einen eigenen Friedensvertrag zu entwerfen und zu versuchen, unter alten Streitereien "einen Schlussstrich zu ziehen und damit den Konflikt durch gute Vereinbarungen und Verzeihung zu beenden". Er könne sich aber auch vorstellen, dass der eine oder andere vergeblich versucht habe, sich um Frieden zu bemühen. Diesen Menschen empfahl er, "wenigstens darüber nachzudenken, ob nicht ein Gebet auf dem Friedensvertrag stehen könnte." Ein Gebet, in dem wir Jesus bitten, alles aus unserem Herzen wegzuräumen, das unsererseits im Wege steht. Eine weitere Möglichkeit sei es darauf zu schauen, was uns unzufrieden macht. Das ganze Hirtenwort kann man im Video unten ansehen.

 

Exerzitien im Alltag. Tag 5: In der Stille Gott den Solopart überlassen

"Wir können in der Stille Gott den Solopart überlassen.
Je regelmäßiger ich mir solche "Augenblicke" nehme,
desto mehr lerne ich, meine gewohnte Sichtweise zu verlassen.
Das Urteilen wird weniger,
der erste Schritt zum Frieden!"
 aus: "Suche Frieden - Exerzitien im Alltag"

Samstag, 17. Februar 2018

Mach etwas Gutes für dein Herz!

Mach etwas Gutes für dein Herz!
Dieser Slogan, mit dem mein Fitnessclub für die Teilnahme an einer "Cardio-Party" wirbt, fiel mir gestern beim Krafttraining ins Auge. Den Begriff Herz kann man ganz unterschiedlich verstehen. Heute verbindet man ihn oft recht einseitig. Entweder als Organ, dass gepflegt werden muss. Etwas für die eigene Gesundheit zu tun, ist für viele Menschen eine Ersatzreligion geworden.

Auf der geistigen Ebene verbinden die Menschen das Herz oft mit Gefühl. Sie verschenken ihr "Herz" an einen Menschen und erwarten von ihm das gleiche. Werden sie in ihrer Liebe enttäuscht, ist ihr Herz gebrochen und die Liebe kehrt sich in ihr Gegenteil um: Hass!

Der geistliche (=was anderes als geistig!) Mensch sieht das Herz als Ausdruck der Liebe Gottes, welches seinen Gipfel in der >Herz-Jesu-Verehrung findet.

Das Herz Jesu ist das Sinnbild und der Inbegriff der gottmenschlichen Liebe Jesu. Es ist Zeichen und Ausdruck des göttlichen Erbarmens, der »Sühne für unsere Sünden«, »unser Friede und unsere Versöhnung«. [1] (Quelle: Kathpedia)

So gesehen ist die Verehrung und Anbetung Christi ein ebenso wichtiges Training wie ausreichend Bewegung und Sport für den Menschen. Denn der Mensch besteht nicht nur aus einem vergänglichen Leib sondern auch aus einer Seele, für die Gott das ewige Leben vorgesehen hat.

Exerzitien im Alltag - Tag 4

„Herr, du hast mich durchleuchtet und nun kennst du mich. Ich kann sitzen oder stehen du weißt, wer ich bin und was ich denke. Ich kann herumliegen oder herumgehen, du weißt, wohin ich unterwegs bin“

Donnerstag, 15. Februar 2018

Meine erste Erfahrung mit Exerzitien

Handbuch Exerzitien "Suche Frieden"
Seit ein paar Tagen mache ich meine Exerzitien. Exerzitien, dass sind geistliche Übungen zur Vertiefung des Glaubens. Mit Beginn der Fastenzeit bieten die katholische und die evangelische Kirchengemeinde unseres Dorfes gemeinsam ">Exerzitien im Alltag" an. Dies hat mich neugierig gemacht.

Ich wollte schon immer einmal Exerzitien machen. Doch hatte ich bislang nicht den richtigen Einstieg dazu. Welches Angebot sollte ich auswählen? Wie würde es mir in einem Kloster ergehen? Auch Zeit zu finden für mehrtägige oder wochenlange Exerzitien war für mich nicht so einfach, weil ich beruflich und privat gebunden war. Online-Exerzitien sprachen mich auch nicht so sehr an.

Auf der anderen Seite finde ich die jesuitische Spiritualität spannend. Es reizt mich, Jesus als Gefährten, seine Gegenwart tiefer in Gebet und Meditation zu ergründen.Und auch den Hindernissen auf die Spur zu kommen, die mich an einer größeren Nähe zum Herrn hindern.

Am vergangenen Dienstag, ein Tag vor Aschermittwoch und dem Beginn der Fastenzeit, war das erste Treffen. Das Thema der Exerzitien ist "Suche Frieden", das gleiche Motto wie beim Katholikentag, der im Mai in Münster stattfinden wird. Die Exerzitien beginnen morgens mit einer Betrachtung eines Bildes, eines Bibelverses und eines Textes, über den man zur Ruhe kommen und aus der Stille in den Dialog mit Gott im Gebet kommen soll. Abends ist ebenfalls eine Gebetszeit vorgesehen, in alles betrachtet wird, was gut und was schlecht war, dem Herrn gedankt und die Bitten für den nächsten Tag vorgetragen wird. Es folgen in den nächsten Wochen weitere Treffen zu den Exerzitien.

Schon die beiden Tage sind sehr intensiv. Morgens eine halbe Stunde in stiller Betrachtung zu meditieren und beten wirbelt bei mir einiges auf. In der Fastenzeit ist dies eine wirksame "Reinigungskur" zum Frühjahr.

Mittwoch, 7. Februar 2018

Der Karneval und die Fastenbotschaft des Papstes

Im Oldenburger Münsterland ist die Karnevalszeit eigentlich schon vorbei. Aufgrund historischer Ereignisse wurde der Rosenmontag schon diese Woche gefeiert. Die lokale Kirche wollte 1892 dem närrischen >Treiben in der Carnevalshochburg Damme Einhalt gebieten. Heute würde man durchaus sagen, dass es gute Gründe dafür gibt. Karneval ist längst nicht überall lustig. Zum Teil ist es eine reine Saufveranstaltung. Nicht selten wird es zu wild betrieben und der eine oder andere durch den Dreck gezogen. Der Karneval in Lastrup soll aufgrund zahlreicher Beschwerden von Dorfbewohnern aus diesem Grund abgesagt worden sein.

Damals, Ende des 19. Jahrhunders, setzte die lokale Kirchenleitung Non-Stop-Gebetsakton an. Doch ließen sich die Dammer Narren dadurch nicht aufhalten und verlegten ihren Rosenmontag eine Woche früher. Bis heute wird diese Tradition gepflegt, und der Dammer Carneval ist die größte Veranstaltung in der Region. In meinem Ort gibt es nur kleinere Carnevalsveranstaltungen, die eigentlich sehr nett sind und sich im wirklich lustigen Rahmen abspielen.

Diametral dem närrischen Treiben ist die Fastenbotschaft des Papstes gesetzt. In ihr fordert Papst Franziskus zu demütigem Gebet, Almosen und Fasten auf. Sie warnt, sich von rauschenden Festen blenden zu lassen:

"Wie viele Kinder Gottes sind von der Verlockung einer momentanen Befriedigung, die mit Glück verwechselt wird, geblendet! Wie viele Männer und Frauen leben wie betört vom trügerischen Schein des Geldes, das sie in Wirklichkeit zu Sklaven des Profits und niederer Interessen macht! Wie viele leben in der Meinung, sich selbst zu genügen, und werden zum Opfer der Einsamkeit!" (Papst Franziskus)
Der Wortlaut der Fastenbotschaft des Papstes wurde auf >CNA Deutsch veröffentlicht ...