Dienstag, 19. Dezember 2017

Kolumne: Pastoralplan für eine missionarische Kirche in Bakum

Wie sieht die Zukunft von Glauben und Kirche in unserem Dorf, in unserer Region Südoldenburg aus? Überall werden derzeit in katholischen Pfarrgemeinden Pastoralpläne erstellt, die zu diesem Thema Stellung nehmen. Zum Beginn des neuen Kirchenjahres am 1. Advent wurde in Bakum kürzlich der lokale Pastoralplan bekannt gegeben.

Dass Kirche sich auch im Oldenburger Münsterland im Umbruch befindet, ist ohne Zweifel. Als ich vor 30 Jahren nach Bakum zog, war dort die Pfarrkirche zum Sonntagshochamt noch bis zum letzten Platz besetzt. Heute ist die Kirche sonntags höchstens halbvoll, selbst an hohen Feiertagen gibt es leere Plätze in den Kirchenbänken. Die Werktagsmessen werden in der Regel nur von wenigen, meistens älteren Gläubigen besucht.

Wenn es so ist, dass die Feier der Eucharistie Quelle und Höhepunkt des kirchlichen Lebens ist, wie es in der Dogmatischen Konstitution des 2. Vatikanischen Konzils “Lumen Gentium” heißt, müsste man sich große Sorgen um die Zukunft der Kirche vor Ort machen. Auch hier in Südoldenburg darf man angesichts der Entwicklung in anderen Bistümern, in denen bereits ungenutzte Kirchen profanisiert und geschlossen werden müssen, nicht die Augen verschließen. Sollten die bislang noch reichlich fließenden Einnahmen aus der Kirchensteuer versiegen, wird dieses Thema auch in Bakum deutlich vernehmbar auf die Tagesordnung kommen.

In der kleinen politischen Gemeinde Bakum mit knapp 5.000 Katholiken gibt es vier katholische Kirchen. Die Gläubigen, die noch zur Messe kommen, hätten ohne Probleme in der Pfarrkirche im Zentralort Bakum reichlich Platz, wenn dort am Samstag die Vorabendmesse und am Sonntag zwei Messen gefeiert würden. In anderen Pfarrgemeinden im Landkreis Vechta sieht dies meiner Erfahrung nach ähnlich aus.

 Andererseits spielt Kirche in unserer Region immer noch eine sehr große Rolle. Wichtige Institutionen wie Schulen, Kindergärten, Altenpflege und Caritas befinden sich in ihrer Trägerschaft. Ein großer Anteil der Vereine und Gemeinschaften sind in den örtlichen Pfarrgemeinden verwurzelt und tragen zum kulturellen Leben in unserem Landkreis bei. Allein in Bakum gibt es vier Chöre, drei Musikvereine, mehrere Frauengemeinschaften, Senioren- und Landjugendgruppen sowie die Kolpingfamilie. Wenngleich viele Menschen katholische Glaubensgrundsätze wie den Zölibat, das Sonntagsgebot und die Sexualmoral der Kirche für nicht mehr zeitgemäß halten, so fühlen sie sich dennoch als Katholiken mit der Kirche verbunden.

Ein Bekannter mir, dem dies genau so geht, brachte es kürzlich auf den Punkt: “Es wäre traurig, wenn es keine Kirche mehr im Dorf geben würde.” Für die Pfarrgemeinde im Dorf wird es zur großen Herausforderung, diesen Menschen katholische Glaubensüberzeugungen wieder näher zu bringen. Die Kirche der Zukunft muss missionarisch werden.

Diese Kolumne von mir wurde in der >Oldenburgischen Volkszeitung abgedruckt.

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