Montag, 30. Oktober 2017

Beten für eine liebe Angehörige

Heute wurde mir mitgeteilt, dass eine mir sehr wichtige Angehörige im Sterbeprozess ist. Das bedeutet Innehalten und beten. Als Christen glauben wir, dass der Tod nicht das Ende ist. Natürlich werde ich nicht das erste Mal mit diesem Thema konfrontiert. Dennoch ist es schon ein Unterschied, ob jemand stirbt, der aus der weiteren Bekannschaft ist, oder ein sehr naher Angehöriger.

Dies bedeutet einen Bruch. Es deutet auf eine Veränderung des eigenen Lebens hin. Eine neue Phase beginnt, das verlangt Neuorientierung. Nicht nur im alltäglichen Leben, in dem sich einiges ändern wird, sondern auch im Glaubensleben. Dies werde ich mit viel Gebet, Hören auf Gott, und empfindsamer Achtsamkeit angehen. In Zeiten großen Umbruchs habe ich mich vor den Tabernakel gesetzt und gebetet, mich anschauen lassen von dem göttlichen Herrn, der uns unendlich liebt.

Herr Jesus Christus, du kennst mich und du liebst mich. Du wirst mich begleiten. Du wirst meine liebe Angehörige begleiten. Auf dich vertraue ich. Heilige Gottesmutter, bitte für uns! Amen.

Sonntag, 22. Oktober 2017

Jetzt staubt's! AfD'ler will in den Pfarreirat.

Banner zu den Pfarreiratswahlen
An der Propsteikirche St. Georg in Vechta hängt ein Banner, unübersehbar direkt am Haupteingang . "Jetzt staubt's! Kirche vor Ort ist im Umbruch," steht auf der Werbung für die Pfarreiratswahl, die im November im ganzen Bistum Münster stattfindet. Außerdem ist eine dunkle Bohrmaschine darauf abgebildet. Desweiteren steht die Definition einer Bohrmaschine anbei: "Bohr|Ma|schine; die; elektrisches Gerät zum Herstellen von Löchern.; besonders geeignet zum Bohren dicker Bretter.

Propsteikirche St. Georg Vechta
Was das mit dem "Bohren dicker Bretter" nun mit dem Leben einer katholischen Pfarrgemeinde zu tun haben soll, bleibt dem glaubenstreuen Katholiken verborgen. Es impliziert, dass man gegen jemand opponieren müsse,  eine Organisation gewaltsam verändern müsse. Sind wir als Christen nicht zum Gegenteil berufen? Zur Einheit in Christus, unserem Herrn?

"1 Ich, der Gefangene im Herrn, ermahne euch, ein Leben zu führen,  das des Rufes würdig ist, der an euch erging. 2 Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe 3 und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch das Band des Friedens! 4 Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung in eurer Berufung: 5 ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, 6 ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist." (Epheser 4,1ff)

Pikanterweise las ich vor einigen Tage in der hiesigen Zeitung, dass ausgerechnet  ein stadtbekanntes Mitglied der AfD-Stadtratsfraktion die Einladung zum "Bohren dicker Bretter" in der Vechtaer Kirchengemeinde ernst genommen hat und in die Kandidatenliste eintragen ließ. Schon allein diese Nachricht wirbelte in der Tat allerhand Staub auf.

Die AfD ist im Vechtaer Stadtrat mit nur zwei Abgeordneten vertreten und hat kaum Einfluss. Was sucht der AfD-Mann nun im Pfarreirat? Was will er dort bewirken? Umgekehrt entsteht für die übrigen Pfarreiratsmitglieder das Problem, wie man mit einem Mitglied einer Partei umgeht, der die Kirche in vielen Punkten sehr kritisch gegenüber steht. Bischöfe und Laien haben immer wieder Position gegen Ausgrenzung von Menschen wegen ihrer Religion, Herkunft und Rasse bezogen. Den derzeitigen Kolleginnen und Kollegen im Vechtaer Kirchengremium ist der AfD'ler persönlich nicht näher bekannt, sie kennen ihn nur als regelmäßigen Messbesucher, las ich in der Presse.

Eigentlich stehe ich dem Gremienkatholizismus eher distanziert gegenüber. Die derzeit sehr penetrante Werbung zur Pfarreiratswahl zur Zeit stört mich. Sind Wahlen zum Pfarreiwahlen etwa  wichtiger als der regelmäßige sonntägliche Besuch der heiligen Messe? Für letzteres macht heute niemand mehr Werbung. Im Gegenteil: Pfarrer, die gezielt Gläubige zur regelmäßigen Teilnahme an der heiligen Messe ermahnen, laufen Gefahr, disziplinarisch belangt zu werden. Dabei wäre dies doch so wichtig für die Einheit unserer Kirche. Beim zweiten Durchlesen meines Artikels muss ich zugeben, dass dies ein schwaches Argument ist. Ein Pfarrer, der Gemeindemitglieder zur Pfarreiratswahl nötigen würde, würde wohl auch belangt werden. Zu Recht! Dennoch: Gremien sind Organe des Dienstes, im Zentrum unserer Kirche steht die Einheit im Glauben an den Herrn.

Der Wirbel um eine Kandidatur eines AfD-Kandidaten führt den Gremien- und Verbandskatholizismus genauso ad absurdum wie der Wunsch des Vorsitzenden des "Zentralkomitees der katholischen Kirche (ZdK)", das "Forum deutscher Katholiken" möge gleicherweise wie "Wir sind Kirche" mit dem ZdK zusammenarbeiten, vielleicht sogar Mitglied werden. Da geht es um Macht, um Politik, nicht in erster Linie der dienenden Nachfolge und Verherrlichung Jesu Christi, auf dessen Namen wir getauft und der einen, heiligen, apostolischen und rönisch-katholischen Kirche eingegliedert sind.

Wir brauden dringend viel weniger Gremienarbeit zur Verwaltung leerer Kirchen als das Gebet und Wirken praktizierender Katholiken in Kirche und Gesellschaft. Christen, die die regelmäßige Teilnahme an der heiligen Messe und die Anbetung des Herrn als ihre zentrale Aufgabe und Mitte unserer Kirche neu entdecken. Und die aus der Feier der Sakramente empfangenen göttlichen Gnade des heiligen Geistes in caritativer Liebe dem Nächsten zuwenden, ob fremd oder verwandt, gläubig oder ungläubig. Die das Licht des Evangeliums in die Welt tragen.

Natürlich hat auch ein Pfarreirat eine gewisse Aufgabe in unserer Kirche, ganz will ich es nicht abstreiten. Er soll einen Pastoralplan entwickeln, Entscheidungen über die Verwaltung von Gebäuden und Kirchen mitgestalten. Hierfür werden aktive Gemeindemitglieder benötigt. Auch dies ist ein wichtiger Dienst, aber sicher nicht die Hauptsache unserer Mission als Glied der katholischen Kirche.

Samstag, 21. Oktober 2017

"Die Messe brauche ich nicht!"

Heute hatte ich ein zufälliges Gespräch mit einer Mitarbeiterin in einer Einrichtung kirchlicher Trägerschaft. In der Kapelle sollte gerade die Vorabendmesse beginnen.

Sie flachste mit mir, ich solle in die Messe gehen. Dabei kamen wir darüber ins Gespräch. Ich erklärte ihr, dass ich regelmäßig zur hl. Messe gehe und am morgigen Sonntag zur Kirche gehen werde.
Ich antwortete: "Der Messbesuch ist ein fester Bestandteil meines Sonntags."
Sie sagte mir: "Dazu bin ich zu faul. Das mache ich am Küchentisch ab."
Mir blieb nur noch zu sagen: "OK."

Worte helfen da nicht, nur ein Zeugnis. Letztendlich hat jeder die freie Wahl, sich für oder gegen Sakramente zu entscheiden. Dennoch fiel mir der Artikel auf katholisch.de ">Von der Orgel in den Gerichtssaal" ein, den ich gestern gelesen habe. In ihm wird über einen Organisten, der seit mehr als 20 Jahren gegen die Katholische Kirche prozessiert, weil ihm gekündigt worden war, nachdem er eine neue Partnerschaft eingegangen war. Begründet wurde dies, weil nach alter Ordnung von Mitarbeitern erwartet wurde, die Grundsätze der katholischen Glaubenlehre zu berücksichtigen.

Dazu gehört eigentlich auch der regelmäßige Besuch der Sonntagsmesse. Doch die "alte Ordnung", die sowieso nur in bestimmten Fällen durchgriff, gibt es nicht mehr. Sie wurde in der Praxis auch nie in voller Härte durchgeführt. Denn niemand kontrolliert, ob ein Mitarbeiter noch den Glauben praktiziert. Einerseits ist dies gut so, werden die meisten sagen. Andererseits sieht man die Verdunstung des Glaubens inmitten kirchlicher Einrichtungen deutlich.