Mittwoch, 20. September 2017

Auch in Korea gibt es Katholiken

Derzeit ist das geteilte asiatische Land im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit. Während Südkorea uns mit Smartphones, Flachbildfernsehern und Autos beglückt, bedroht Nordkorea die Welt mit einem Atomkrieg und schießt dazu testweise Raketen durch die Gegend. Die Weltgemeinschaft steht dem ratlos gegenüber und der amerikanische Präsident droht seinerseits Nordkorea mit "vollständiger Vernichtung".

Da gerät ein wenig in den Hintergrund, dass auch in Korea Christen leben. Heute gedenkt die Kirche koreanischen Märtyrern, dem hl. Andreas Kim Taegon und dem hl. Paulus Chong Hasan und Gefährten. Der hl. Andreas Kim wurde als erster Koreaner zum Priester geweiht und wurde gefangen genommen, gefoltert und enthauptet, weil er versucht hatte, Missionare ins Land zu bringen. Der hl. Paul Chong war Laienprediger und Katechet. Er wurde ebenso wie 103 weitere Märtyrer verfolgt und am Ende gehängt.

Möge ihr Märtyrerblut und ihre Fürsprache erwirken, dass der Koreakonflikt friedlich beendet wird und die Einheit des Landes wieder hergestellt wird. Vereinen wir uns mit unseren koreanischen Schwestern und Brüdern im Glauben im Gebet um Frieden.

Mehr zu den koreanischen Heiligen in >Ökumenisches Heiligenlexikon ...

Montag, 18. September 2017

Die Schwierigkeit mit Barmherzigkeit und Gerechtigkeit

Am gestrigen >Sonntag (24. Sonntag im Jahreskreis) stand das Thema "Barmherzigkeit" wieder auf der Predigtliste. Es ging um das Evangelium (Mt 18, 21-35) mit der berüchtigten Frage des Petrus an Jesus:

"Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Siebenmal?"

Die Antwort des Herrn lautet bekanntermaßen: "Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal." Das soll jedes Mal heißen. Jesus stellt seine Antwort nicht unter Bedingungen, etwa, dass der Übeltäter sich vorher entschuldigt hat oder seinen Schaden beglichen hat. Unsere Barmherzigkeit gegenüber anderen soll grenzenlos sein.

Unser indischer Pfarrer predigte beim gestrigen Sonntagshochamt genau in diese Richtung und innerlich spürte ich zunehmenden Widerwillen, je länger ich mir seine Worte anhören musste. Ist es nicht ungerecht, jede Widerwärtigkeit mir gefallen lassen zu müssen? Auch von Leuten, die das gar nicht bereuen und eventuell es noch einmal machen würden? Muss ich wirklich die zweite Backe hinhalten, wenn mir jemand eine Ohrfeige gibt?

Mir ging dies genauso gegen den Strich, wie zu früheren Zeiten der Alten Messe so manchem Messbesucher die endlosen Bußpredigten mit Androhung fürchterlicher Fegefeuer- und Höllenleiden, wenn man für seine Sünden nicht Buße leistet und sie nicht ordnungsgemäß bereut und beichtet. Damals ging es um die Gerechtigkeit, die ebenso grenzenlos gilt, wie die Barmherzigkeit. Die Wahrheit von der grenzenlosen Gerechtigkeit und als Konsequenz auch die Möglichkeit der Hölle wird in der Kirche der Gegenwart ja leider so ziemlich tabuisiert, stattdessen wird immer nur von Barmherzigkeit geredet. Im >Heiligen Jahr der Barmherzigkeit wurde dies sogar ein ganzes Jahr lang getan!

Die Barmherzigkeit ist vordergründig ja auch ein viel schöneres Thema, vor allem wenn sie einem selbst gilt. Es ist angenehmer, Barmherzigkeit zu bekommen als selber Barmherzigkeit zu spenden. Wenn man es allerdings genauer betrachtet, ist Barmherzigkeit mit Gerechtigkeit untrennbar verbunden, wie auch aus dem nachfolgenden Gleichnis des Königs, der seinem Knecht die Schuld erläßt, hervorgeht. Der König erwartet von seinem Knecht Barmherzigkeit, weil dieser selbst Sünder ist und nur aufgrund von Vergebung leben kann.

Um vergeben zu können, muss ich mir meiner eigenen Schuld bewusst sein, die mir vergeben wurde. So kann ich aus meinem Egoismus heraustreten und aus Liebe und Dankbarkeit zu Gott jemand Vergebung schenken, der es genauso wenig wie ich verdient hat. Dieser schwierige Kampf um christliche Demut dauert wohl das ganze christliche Glaubensleben lang. Ohne diesen Kampf wird man weder in der Barmherzigkeit noch der Gerechtigkeit Fortschritte machen.

Wenn man das Evangelium des gestrigen Sonntags noch einmal liest, dort werden im Gleichnis die Konsequenzen unbarmherzigen (und letzten Endes auch ungerechten) Verhaltens keineswegs tabuisiert. Der Herr droht mit Folter, bis die ganzen Schulden bezahlt sind.

Sonntag, 6. August 2017

Gebetspatenschaft für einen Firmling


Im Herbst wird unser Regionalbischof,  >Weihbischof Wilfried Theising,  jungen Leuten aus unserer Pfarrgemeinde das Sakrament der Firmung spenden. Alle Gläubigen unserer Pfarrgemeinde wurden jetzt aufgerufen, für einen oder mehrere Firmlinge eine Gebetspartenschaft zu übernehmen. vor dem Sonntagshochamt wurden uns orangene Zettel mit einem Gebet für den jeweiligen Jungen oder das Mädchen überreicht. Auch ich habe für ein Firmkind eine Gebetspatenschaft übernommen. Mein orangener Gebetszettel hat schon seinen festen Platz in meiner Gebetsecke (siehe Bild).

Das Gebet lautet:
Gott, Heiliger Geist,
du stärkst uns auf unserem Lebens- und Glaubensweg.
Voll Vertrauen bitte ich dich jetzt für
(Name des Firmlings)
Begleite sie/ihn und alle Firmlinge auf den Weg
zur Firmung. Lass sie/ihn Menschen finden,
die Zeugen unseres Glaubens sind.
Heiliger Geist, ich bitte dich für
(Name des Firmlings)
sei ihm/ihr in der Zeit der Vorbereitung nahe
und lass sie/ihn voll Freude das Sakrament
der Firmung empfangen. Amen

Ich finde, das ist eine tolle Aktion unserer Pfarrgemeinde.

Donnerstag, 3. August 2017

Gespräch am Gartenzaun über "Gott und die Welt"

Ich treffe gerade in der entfernteren Nachbarschaft einen Mann, der in seinen Garten arbeitet und wir kommen am Gartenzaun ins Gespräch.

Sagt der Mann: "Ob das mit der Klimaerwärmung so stimmt, weiß man auch nicht."
Ich frage: "Glaubst du denn nicht an die Klimaveränderung?"
Er: "Doch, aber die ist nicht menschengemacht. An den Autos kann es jedenfalls nicht liegen, das sind zu wenige. Wenn, dann liegt es an den vielen Schornsteinen."
Ich werfe ein: "Ach so. Aber die Mehrheit der Wissenschaftler ist doch der Meinung, dass es tatlächlich eine durch den Menschen verursachte Klimaerwärmung gibt."
Er erwidert: "Ja, aber Trump sagt was anderes. Und ich glaube, dass man uns nicht die Wahrheit erzählt."
"So?" frage ich. "Ja," meint er. "Es hat immer schon Klimaveränderungen gegeben, das ist völlig normal."

Und dann schwenkt er auf den Glauben um: "Auch das, was die Kirche uns immer so erzählt hat, weiß man auch nicht, ob das so stimmt.  Da war der Moses mit den zehn Geboten, aber vor ihm waren auch schon Propheten, die hatten noch viel mehr davon. Und der Moses hat sie auf zehn verkürzt, das kann man sich leichter merken."
Ich frage ihn: "Kannst du mir den alle Gebote aufzählen?"
"Nö, alle bekomme ich nicht hin," antwortet er, "aber da war dann der Jesus, der hat alle auf ein Gebot verkürzt, das Gebot der Nächstenliebe. Der kam damit aber gar nicht gut an, deshalb hat man ihn ans Kreuz geschlagen. Ob der Jesus wirklich keine Frau hatte, weiss man auch nicht so genau ...."

Ich werde immer ruhiger, will keinen Streit entfachen Es hat wenig Sinn, den Mann über den Glauben aufzuklären. Er war mal Lehrer, er ist jetzt in Rente. Und er war mal römisch-katholisch. Obwohl: Ausgetreten ist er aus der Kirche nie.

Sonntag, 30. Juli 2017

Die Sache mit christlichen "Partnerbörsen"

Update (5. August):
Der Betreiber der Partnerbörsen, aus dessem Verlag ich um nachfolgenden Beitrag über meine Meinung zu christlichen Partnerbörsen gebeten wurde, setzt mich nun mit mehreren E-Mails unter Druck und wirft mir vor, ich hätte negativ über seine Partnerbörsen geschrieben, obwohl ich weder den Namen seines Verlags noch seiner Partnervermittlungen erwähnt habe.
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Heute bekam ich eine freundliche Email aus einem Verlag, der zwei christliche Partnerbörsen im Internet betreibt. Die Frau, die mir die Email schickte,  regte an, mal das Thema "christliche Partnersuche" zu behandeln. Ähnliche Anfragen bekommt man öfters als Blogger, oft von christlichen Buchverlagen, die ihre Bücher einem Publikum bekannt machen möchten, die Leser christlicher Blogs sind.

Eigentlich ist Partnersuche für mich kein Thema. Aber da ich vor einigen Tagen gerade zum Thema Partnerbörsen im Internet einen kritischen Bericht im Fernsehen gesehen habe, fand ich es auch wiederum interessant. In der TV-Sendung wurde berichtet, dass die "Erfolgsquote" (welch grausames Wort!) dieser Börsen oft weit geringer seien, als die meisten Leute vermuten. Auch würde bei nicht wenigen Partnerbörsen getrickst. So gäbe es Mitarbeiter, die in Chats Interesse einer partnerwilligen Person vorgaukelten, um die Leute im Abonnement zu halten. Die meisten Partnerbörsen seien riesige Geldmaschinen, die aus den Hoffnungen verzweifelter Menschen möglichst hohes Kapital zu schlagen versuchten.

Auch in meinem persönlichen Umfeld habe ich gehört, dass es für einen Bekannten bei Partnerbörsen im Internet enttäuschend verlaufen war. Zum Glück fand sich dann auf einer ganz unvermuteten Weise doch noch die richtige Partnerin und die beiden sind ein glückliches Ehepaar mit mehreren Kindern. Jemand anderes hatte sich vergeblich  an eine klassische "christliche Ehevermittlung" gewandt, musste viel Geld bezahlen, und lebt heute alleine.

Jeder Mensch weiß, dass nicht alles, was sich christlich, evangelisch oder katholisch nennt, auch hält, was auf dem Etikett steht. Daher ist in jedem Falle Vorsicht und gesunder Menschenverstand angebracht. Das gilt sowohl für Partnerschaften als auch Menschen, die man kennenlernt. Auch weiß jeder, dass weder die Ehe noch die Ehelosigkeit Garantie für ein glückliches Leben sind. Gleich in welcher Lebenssituation man lebt, jeder Christ muss sein Kreuz auf sich nehmen und es aus Liebe zum Herrn auch annehmen und tragen.

Wichtig für jeden Christen ist es zu prüfen, ob er / sie zu einer Ehe wirklich berufen ist oder nicht. Dies muss man im Gebet, vielleicht mit Hilfe lieber, vertrauensvoller Menschen, erst einmal klären. Wenn für ihn oder sie klar ist, dass die Ehe der richtige Weg ist, dann sollte man natürlich jede Möglichkeit suchen, den geeigneten Partner zu finden.
O welche Tiefe des Reichtums sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes! Wie unergründlich sind seine Gerichte, und wie unausforschlich seine Wege! Denn wer hat den Sinn des Herrn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, dass es ihm wieder vergolten werde? Denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge; ihm sei die Ehre in Ewigkeit! Amen. (Römer 11, 33-36)
Wenn man es möchte, kann man natürlich auch eine geeignete Partnerbörse dafür nutzen. Es gibt eine Vielzahl an Partnerbörsen, die ihr Angebot an Christen wenden. Einige versuchen sogar sehr aggressiv, Kunden zu binden. Eine Zeitlang ver-folgte mich eine solche Partnerbörse auf Twitter gleich mit fünf unterschiedlichen Twitterkonten, die ich dann solange blockte, bis die mich in Ruhe ließen. Seriös erscheint mir dies nicht zu sein.

Skeptisch macht es mich auch, wenn eine Partnerbörse "Erfolg" verspricht, es unklar ist, ob sie nur eine Kontaktbörse sein will oder mehr. Man sollte sich schon überlegen, ob man einer Partnerbörse im Internet seine privaten Wünsche und Daten anvertrauen möchte, oder ob der Herrgott nicht einen anderen Weg finden lässt, seiner Berufung gerecht zu werden.

Ich kann nicht beurteilen, welche christliche Partnervermittlungen empfehlenswert sind, daher verzichte ich auf Hinweise dazu.

Sonntag, 9. Juli 2017

Gebetsvigil während des G20-Wochenende in Hamburg auf Twitter

Wohl kaum ein Mensch, der die Ereignisse rund um den G20-Gipfel in Hamburg in den Medien verfolgt hat, war nicht geschockt. Was uns vorgeführt wurde, war die reine Hölle, wie man es im Volksmund nennt. Bezeichnenderweise gaben die Organisatoren ihrer eigenen Demonstration den Namen ">Welcome to Hell (Willkommen in der Hölle)".

Kriminelle Polithooligans (sind es vielleicht sogar die gleichen, die europaweit in Fußballstadien randalieren?) verwüsteten ganze Straßenzüge und gefährdeten Leib und Leben anderer Menschen. Die Polizei war zeitweise nicht in der Lage, ihrer Herr zu werden. Die Nacht wurde zum Triumph dämonischer Gewalttäter, denen auch wir an den Fernsehern machtlos gegenüber standen. Aus religiöser Sicht war hier eindeutig Satan im Spiel.

Für mich persönlich wurde die dunkle Szenerie auch noch verschärft, weil am Freitagabend in meinem Dorf  - und damit auch in meinem Haus -für wenige Minuten komplett der Strom ausfiel. Ich erinnerte mich an die Worte des hl. Paulus, die er an die Thessalonicher richtete: "Betet ohne Unterlass!" Als Christen sind wir berufen, der Bosheit mit der Waffe unseres Gebetes zu begegnen. Auch der Engel von Portugal beschwörte die Kinder zum ständigen Gebet:

"Was macht ihr? Betet, Betet viel! Die heiligsten Herzen Jesu und Mariens haben mit euch Pläne der Barmherzigkeit vor. Bringt dem Allerhöchsten ständig Gebete und Opfer dar."

So begann ich am Freitagnachmittag auf Twitter, bis in den späten Abend Gebete zu posten. Ich betete das >"Gebet um Frieden" unseres Papstes Franziskus, >"Mach mich zum Werkzeug des Friedens" vom hl. Franziskus, die >"Friedensbitte", das >"Gebet um dem Frieden" von Heinz Pangels, >Gebet von Mutter Teresa sowie Psalmen aus der Bibel.

Als die Gewalt eskalierte und das Wirken des Gewaltdamons immer deutlicher zum Vorschein geriet, betete ich das >Gebet an den Erzengel Michael. Bevor ich ins Bett ging, betete ich noch einmal um Fürsprache bei meinem Schutzpatron, den >hl. Georg, den Drachentöter, dass der Drache der Gewalt getötet werde.

Auch am Samstagabend setzte ich meine Gebetsvigil auf Twitter fort. Ich betete zuerst die Vesper, das Abendgebet der Kirche. Danach betete ich die >Pfingssequenz "Komm herab, du heiliger Geist, der die dunkle Nacht zereißt", >"Atme in mir, du hl. Geist" (Hl. Augustinus), >"Seele Christi" (Hl. Ignatius von Loyola) und das altwürdige >Mariengebet "Unter deinem Schutz und Schirm".

Da sich abzeichnete, dass der Drache der Gewaltexzesse am Samstag Abend offebar nicht mehr die Oberhand gewann und die Nacht friedlich verlaufen zu schien, beendete ich meine Vigil mit einem letzten >"Gebet um Frieden" (Bruder Klaus).

Insgesamt habe ich an den beiden Tagen ca. 300 Gebetstweets gepostet. Sie waren alle mit den Schlüsselwörtern #G20HH2017, #wellcometohell, #prayforhamburg oder den von mir am Samstag ins Leben gerufenen #g20vigil versehen und für Menschen sichtbar, die sich mit dem Thema G20 auf Twitter beschäftigten. Ich bekam von vielen Followern und Lesern positive Resonanz auf meine Gebetsaktion. Insgesamt bereicherte mich aber das Gebet auch persönlich sehr.

Wenn es zu außergewöhnlichen Krisenereignissen wie am vergangenen Wochenende in Hamburg kommt, werde ich ähnliche Gebetsvigilien bestimmt wieder halten. Vielleicht gibt es auch andere, mit denen man sich auf Twitter im Gebet verbinden könnte, sodass wir eine gemeinsame Kette des Gebetes bilden.

Mittwoch, 5. Juli 2017

Das sterbende "C" im Regierungsprogramm der CDU

Wieviel "C" ist noch im Markenkern der CDU enthalten? Nicht nur bei dem politischen Ränkespiel um die Knall über Fall herbeigeführte "Gewissensentscheidung" für die sogenannte "Ehe für alle" im Bundestag entstanden Zweifel an ihrer christlichen Wertorientierung. Immerhin 75 von 310 CDU-Bundetagsabgeordneten, mehr CDU-Abgeordnete als Abgeordnete der Grünen und Linken, sprachen sich für die Öffnung der Ehe auch für homosexuelle Paare aus und gaben damit den besonderen Schutz der Ehe von Mann und Frau auf. Ganz im Gegensatz zur Lehre der katholischen Kirche, nach dem die Ehe nur von Mann und Frau geschlossen werden kann.

Aber auch im kürzlich veröffentlichten >Regierungsprogramm der CDU 2017-2021 ist von einer Orientierung am christlichen Menschenbild nur noch am Rande die Rede. Ganz im Gegensatz zum vorherigen >Regierungsprogramm 2013-2017, in dem die CDUsich noch an mehreren Stellen ausdrücklich dazu bekannte:
" Denn als Parteien mit einem christlichen Menschenbild vertrauen wir den Menschen und ihren Entscheidungen. Rot-grüne Bevormundungspolitik lehnen wir ab."
"Die Entwicklungspolitik von CDU und CSU ist wertebestimmt und liegt zugleich im Interesse Deutschlands. Sie beruht auf unserem christlichen Bild vom Menschen und der Solidarität mit den Armen und Unterdrückten."
"Dieses Programm ist unser Angebot für einen erfolgreichen Weg in die Zukunft. Unsere Politik ist geprägt vom christlichen Menschenbild."
Im Regierungsprogramm 2017 bekennt sich die CDU hingegen nur noch an einer Stelle ausdrücklich zum christlichen Menschenbild:
"CDU und CSU verbindet das christliche Menschenbild, in dem der Mensch im
Mittelpunkt steht und die Würde des Menschen unantastbar ist. Uns eint ein
gemeinsames Wertefundament und das Bekenntnis zur Sozialen Marktwirtschaft.
Unsere Wurzeln sind christlich-sozial, liberal und konservativ. Auf dieser Grundlage
gestalten wir seit vielen Jahrzehnten erfolgreich Politik."
Dass sich die CDU längst nicht mehr am christlichen Menschenbild orientiert, zeigt sich an vielen Inhalten im Programm. Beispielhaft wird dies beim Thema Familie am deutlichsten:
"Familien und Kinder sind unser großes Glück. Wenn zwei Menschen füreinander da
sind und Verantwortung übernehmen, leisten sie einen Beitrag zu einer menschlichen
und stabilen Gesellschaft"
Hier wird offen gelassen, ob es sich um eine eine Partnerschaft von Mann und Frau handelt. "Weiter heißt es:
"Wir schreiben Familien kein bestimmtes Familienmodell vor. Wir respektieren die
unterschiedlichen Formen des Zusammenlebens. Menschen sollen selbst entscheiden,
wie sie ihr Zusammenleben gestalten und ihren Alltag organisieren..."
Auch hier distanziert sich die CDU ganz klar von einem christlichen zugunsten einen liberalen Verständnis vom Begriff der Familie.

Mittwoch, 28. Juni 2017

Wenn die Ehe zur Abstimmungssache wird ...

In den letzten Tagen gab es den längst erwarteten Dammbruch. Kanzlerin Merkel hat einer namentlichen Abstimmung über die "Ehe für alle" zugestimmt. Es wird erwartet, dass mit den Stimmen vieler CDU-Abgeordneter die Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet wird.

Für mich als gläubiger Katholik und CDU-Parteimitglied ist dies eine schwerverdauliche Entwicklung. Schließlich bin ich von einer zumindest noch rudimentär vorhandenen christlichen Grundorientierung der CDU ausgegangen. Der hervorgehobene Schutz der Ehe von Mann und Frau und der Familie gegenüber allen anderen Lebensformen war bislang ein Markenkern einer Christlich Demokratischen Union. Nun fand innerhalb weniger Tage eine 180 Grad Kehrtwendung in der CDU-Politik statt.

Parteiintern rückten immer mehr CDU-Mitglieder, Amtsinhaber in der CDU und CDU-Abgeordnete schon lange still und leise vom ursprünglichen Standpunkt der CDU zu Ehe und Familie ab. Unsere örtliche CDU-Bundestagskandidatin hatte auf dem ->CSD in der hiesigen Kreisstadt sehr viel Spaß und wandte sich in einem Beitrag auf ihrer Facebookseite launig gegen "einen verklemmten und verbissenen Rechtspopulismus" und für "eine offene und tolerante Gesellschaft ", was immer sie damit meinen mag. Meine Rückfrage, ob sie denn für die "Ehe für alle" sei, beantwortete sie mir nicht. Sie fügte ihrem Beitrag Bilder von der Veranstaltung der Homoszene unserer Region, auf denen sie und der Vorsitzende unseres CDU-Kreisverbandes sich bestens amüsierten.

Auch in der CDU gibt es viele Geschiedene, Patchworkfamilien und last but noch least die ->LSU (Lesben und Schwule in der Union), die schon lange die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare fordert. Vielen CDU'lern ist das Thema "Ehe" entweder nicht so wichtig oder gar sogar so unangenehm, dass sie es am liebsten unter dem Tisch kehren möchten. "Wenn sie es unbedingt wollen, die Homos, dann lasst ihnen doch die Ehe", denken viele, auch wenn die wenigsten von ihnen selbst eine Homopartnerschaft eingehen würden. Die Gegner der "Homoehe" haben sich zurückgezogen, oder haben sich längst aus der CDU verabschiedet. Innerhalb der CDU gab es nie eine ernsthafte Diskussion über dieses so wichtige Thema. Die Parteileitung gab die Richtung vor. Und zuletzt einfach die Kehrtwendung.

Dabei ist Ehe und Familie eine entscheidende Frage, wie das Leben im 21. Jahrhundert gestaltet werden wird. Die Entscheidung für die "Ehe für Alle" signalisiert, dass es zur Mehrheitsentscheidung wird, wer zur Ehe zugelassen wird oder nicht. Denkbar wären auch Kinder- oder Vielehen, wenn die Moralvorstellungen in der Bevölkerungsmehrheit sich ändern. Diese Formen sind in unserer Zeit noch genauso indiskutabel, wie die Homoehe es zur Zeit meiner Kindheit noch war. In anderen Ländern sind Kinderheiraten und Mehrehen durchaus üblich. Je mehr wir uns zur multikulturellen Gesellschaft entwickeln, desto mehr werden diese Themen auf die Tagesordnung gehoben werden.

Wie gehe ich als Christ und CDU-Parteimitglied mit der aktuellen Lage in der Partei um? Das ist keine leichte Frage. Viele enttäuschte Christen haben die CDU bereits verlassen. Sie haben damit allerdings weder die Entchristlichung in unserer Gesellschaft noch der CDU-Politik aufhalten können. Andere sind geblieben. Ihr Einfluss sank in der Partei zunehmend. Aber sie sind noch Teil in der CDU. und können innerhalb der Partei Impulse setzen. So sehr man mit der Entwicklung der CDU enttäuscht ist, darf man ihre wichtige Rolle in unserer Gesellschaft nicht vernachlässigen. Ich kann den Austritt von Konservativen aus der CDU wegen ihrer Profillosigkeit durchaus nachvollziehen. Allerdings nicht verstehen kann ich eine Hinwendung zur rechtspopulistischen und fremdenfeindlichen AfD. Sie ist keine Alternative, denn sie basiert auf gar keinem christlichen Fundament.

Umso wichtiger ist die Rolle der katholischen Kirche, die an der christlichen Ehe und Familie von Vater, Mutter und Kinder festhält. Sie ist ein Gegenpol zu einer Gesellschaft, die immer mehr an Orientierung verliert. Ihre Aufgabe ist es, die Bedeutung der christlichen Ehe und Familie in unserer Gesellschaft neu aufleuchten zu lassen.

Aus meinem Blog: ->Warum ich als Single gegen die "Homo-Ehe" bin

Donnerstag, 15. Juni 2017

Das bescheidene Fronleichnamsfest

In unserer Pfarrgemeinde gibt es vier Kirchen und Filialgemeinden, In allen Kirchorten findet (noch) eine Fronleichnamsprozession statt. Doch diejenigen, die noch mit feiern, werden immer weniger. So prunkvoll die Feste auch gestaltet werden, so bescheidener werden sie.

Dieser Gedanke bedrückte mich heute, als ich unsere Kirche betrat. Zog man die Leute ab, die in irgendeinerweise am Fest beteiligt waren, die zahlreichen Fahnenträger, Mess- und Altardiener, Baldachinträger, die Kommunionkinder mit ihren Eltern, der Musikverein und Chor war es nur ein kleines Häuflein an Gläubigen, die noch am Fest teilnahmen. Dabei ist Fronleichnam ein Hochfest unserer Kirche.

Wir feiern, dass Christus uns im Allerheiligsten Sakrament gegenwärtig ist. In Niedersachsen ist Fronleichnam kein gesetzlicher Feiertag, es ist ein ganz normaler Arbeitstag. Das ist sicher auch ein Grund dafür, dass nur wenige Menschen noch abends an der Messe und Prozession teilnehmen möchten. In einigen Filialgemeinden zieht die Gemeinde schon am Mittwochabend vor Fronleichnam durch ihr Dorf. Warum macht man das nicht alles zusammen in einer Kirche, fragte ich mich, dann wäre sie vielleicht voll, und das Fest würde an Prunk gewinnen.

Ich brachte dies im Gebet vor den Altar und bekam in der Predigt eine Antwort. Fronleichnam sei in in seinem Wesen ein sehr bescheidenenes Fest, predigte unser Pfarrer, Denn der allmächtige herrliche Gott verwandle sich in unscheinbares Brot, um uns Menschen nahe zu kommen. Er, dessen Begegnung wir in seiner Allmacht, Herrlichkeit und Größe nicht ertragen könnten, werde uns zur Nahrung, um uns zu stärken., erklärte uns der Priester. Niemand könne dieses Wunder begreifen, niemand könne erklären, wie Christus zu Brot wird. Niemand könne von sich behaupten, dass er Gott im Brot erkenne und ganz erfasse. Wir könnten nur gläubig dieses Wunder annehmen, weil Christus uns selbst dies offenbart hat. dieser Glaubenwahrheit könnten wir nur selber sehr bescheiden und demütig uns verneigen und Gott dafür danken.
26Während des Mahls nahm Jesus das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es den Jüngern und sagte: Nehmt und esst; das ist mein Leib.
27 Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet und reichte ihn den Jüngern mit den Worten: Trinkt alle daraus;
28 das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. (Matthäus 26, 26 ff)
Das Fronleichnamsfest sei eine Provokation für unsere Gesellschaft, in der jeder meint, ohne Gott auszukommen und alles aus eigener Kraft zu erreichen. Diesen Gedanken nahm ich mit mir, als wir mit unserer kleinen Gruppe mit dem Allerheiligsten durch die Straßen an die vier Stationen mit festlich geschmückten Altären zogen, an denen niemand mehr von uns Notiz nahm. Wie wichtig ist es, dass der eucharistische Herr an diesen Orten erscheint, wo die Menschen Gott vergessen haben. Insofern sollten die Prozessionen in allen Orten stattfinden, solange es irgendwie möglich ist.

Sonntag, 7. Mai 2017

Treffen mit der Gebetsgemeinschaft Lebendiger Rosenkranz

Jungfrau von Guadalupe
Patronin der Gebetsgemeinschaft
"Lebendiger Rosenkranz"
Ganz im Zeichen des 100jährigen Jubiläums Unserer lieben Frau von Fatima stand das Treffen unserer Gruppe der >Gebetsgemeinschaft "Lebendiger Rosenkranz", welches an diesem Sonntag wieder stattfand, diesmal in unserer Pfarrei. Viele Beter waren in unsere Pfarrkirche gekommen, um zunächst mit einer Rosenkranzandacht zu beginnen. Anschließend hielt Kaplan Thomas Kathmann im Pfarrheim einen Vortrag über die Ereignisse und >Geheimnisse von Fatima.

Die schöne Frau vom Rosnkranz begegnete drei Hirtenkinder und führte sie in die drei Geheimnisse ein. Sie trug ihnen (und uns) auf, täglich den Rosenkranz zu beten für die Umkehr der Sünder. Ihr eindringlicher Aufruf ist noch heute aktuell: Betet viel!

Der Kaplan gab einen geschichtlichen Abriss der Ereignisse von 1917 bis heute und legte dar, dass das Gebet eine große Macht ist, von dem der Friede ausgeht. Er führte aus, dass das Gebet des Rosnkranzes christologisch ist, uns mit dem Heilswirken Christi verbindet, dass wir in allen Rosenkranzgeheimnissen betrachten.

Zum Abschluss erhielten die Teilnehmer noch viele Anregungen und Einladungen aus Anlass des 100 jährigen Jubiläums Unserer lieben Frau von Fatima. Zum Beispiel findet am 13. Mai aus diesem Anlass eine Wallfahrt von Münster nach Telgte mit einem Pontifikalamt mit Weihbischof Zekorn statt. (>mehr Infos ...). Kaplan Thomas Kathmann begleitert im Herbst auch eine Pilgergruppe nach Medjugorje.

Mit Kaplan Kathmann, der aus unserer Pfarrgemeinde stammt,  verbindet mich, dass er einer der wenigen Priester ist, von dem ich einen >Primizsegen erhielt. Als ich ihm das mitteilte und sagte, dass ich für ihn bete, freute er sich.

"O mein Jesus, verzeih uns unsere Sünden!
Bewahre uns vor dem Feuer der Hölle!
Führe alle Seelen in den Himmel,
besonders jene, die deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen.
Amen." >Fatimagebet

Mittwoch, 26. April 2017

Gebet von Bischof Dr. Felix Genn zum Katholikentag 2018 in Münster

Im kommenden Jahr findet der Katholikentag in Münster statt. Mit Spannung erwarten wir dieses Ereignis auch als Katholiken im Oldenburger Land, dem Niedersächsischen Teil im Bistum Münster. Wenngleich die Bistumsstadt gute 110 Kilometer entfernt liegt, also räumlich nicht gerade um die Ecke ist. Die westfälische Friedensstadt lädt Katholiken und andere Interessierte aus allen Regionen ein und ist ein garantiert hervorragender Gastgeber, da bin ich sicher. Unser Bischof Felix greift das Thema "Frieden" auf, welches in der Tradition der Stadt eine so wichtige Rolle spielte. Auch im wirklich wunderschönen Gebet zum Katholikentag spielt die Bitte um Frieden die zentrale Rolle. Wie wichtig ist es doch in der derzeitig so unsicheren Zeit, Und auch in unserer so zerrissenen und zerbeulten Kirche. Gerne teile ich es mit den Lesern meines Blogs und bete es mit allen gut meinenden Menschen zusammen:

Samstag, 22. April 2017

Kann das Gebet politisch sein?

Aktuell läuft gerade der AfD-Parteitag in Köln. Dies haben viele Gruppierungen zum Anlass genommen, gegen die rechtspopulistische Partei zu protestieren. Auch aus Teilen der katholischen Kirche gab es hierzu Aufrufe. Wenngleich ich selber politisch gegen die AfD aktiv bin und ihren fremden-, menschenfeindlichen und populistischen Forderungen kritisch eingestellt bin, betrachte ich solche Aufrufe immer mit ein wenig Bauchschmerzen. Warum sind diese Gruppierungen bei anderen  aus christlicher Sicht problematischen Themen so leise? Ich denke da an die Gentechnik, Sterbehilfe, Lebensrecht für Ungeborene, Armut, Terror, Kirche und Krieg, soziale und geistliche Verarmung von Teilen unserer Gesellschaft? Wäre es nicht unsere Aufgabe, überall unsere Stimme zu erheben?

Im Prinzip sollte jeder Christ sich bei allen Themen laut und vernehmbar im Sinne des Evangeliums einsetzen. Gegen eine Teilnahme jedes einzelnen Christen an Demos habe ich keine Einwände. Aber es ist nicht Aufgabe der Kirche, sich an Demonstrationen zu beteiligen. Es ist ihre Aufgabe, das Evangelium zu verbreiten. Das Gebet kann eine Quelle eines politischen Handelns eiens Christen sein sein, denn es ist die Quelle der Liebe, in der Gott uns zuerst begegnen und segnen möchte. Das Gebet ist als erstes einmal das "Gespräch" zwischen dem Beter und dem Allmächtigen. Kann es zugleich Instrument politischen Handels werden?
  • die Fürbitte, das Gebet im Anliegen anderer Menschen hat eine lange Tradition: Schon Mose bittet Gott um Gnade für sein treuloses Volk. Das Gebet für Kranke, Verfolgte und Verstorbene ist fest verankert im Glauben der Kirche. 
  • Eine sehr politische Mission hatte zum Beispiel die Gebetsgemeinschaft ">Sühnekreuzzug für den Frieden der Welt", die 1947 in Wien gegründet wurde. Nicht wenige schreiben dieser Gebetsgemeinschaft den "Erfolg" zu, dass 1955 den Staatsvertrag erhielt, welches dem Land die Unabhängigkeit zusicherte. Leider "reichte" die Zahl der Beter nicht aus, den Bau der Mauer in Deutschland im Jahr 1962 zu verhindern..
  • dem Beten und Wirken des hl. Papst Johannes Paul II. schreiben nicht wenige zu, dass die Teilung Europas wieder aufgehoben wurde.
  • Auf dem Katholikentag 1968 in Essen wurde das "Politische Nachtgebet" Teil der "Liturgie", wie >Wikipedia ausführt, aus der eine "gottesdienstliche Tradition" entstanden sei. Diese "ökumenische Gebetsgemeinschaft" wurde durch die Theologie von Dorothee Sölle geprägt, aber sowohl von der damaligen katholischen wie evangelischen Kirchenleitung kritisiert.
  • anlässlich des AfD-Parteitags in Köln hatten mehrere christliche Organisationen zu einem "Politischen Nachtgebet" aufgerufen. Der Generalsekretär des "Zentralkommitees der deutschen Katholiken" Dr. Stefan Vesper erklärte in einem Interview mit >domradio.de, es handle sich hierbei um eine "alte Gebetsform, die man in den 1960er bis 1970er Jahren entwickelt hat, die das politische Nachdenken und das politische Reflektieren  mit dem Gebet, dem "Sich-Vergewissern" und dem strittigen Gespräch verbindet."
Wobei ich nun wieder bei der Frage lande, was das nun mit dem Gebet zu tun haben soll? Leider gibt es keine Videos oder Berichte über diese Veranstaltung, aber ich bezweifele, dass hierbei überhaupt Gebete an Gott gerichtet wurden. Es handelte sich eher um eine öffentlichkeitswirksame Form des Protestes gegen die AfD.
5 Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler. Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. 6 Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. 7 Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen. 8 Macht es nicht wie sie; denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet. (Mt 6.5ff)
Was ist das Wesen des Gebetes? Es beinhaltet die Anerkennung des Allerhöchsten, der letztendlich allein weiß, was gut. Es besteht nicht nur aus dem Sprechen, sondern auch aus dem Hören auf den Willen Gottes. Die Anbetung Gottes führt dazu, dass "Frieden und Versöhnung" in uns wächst, wie auf Twitter eine Frau sehr schön formulierte. Sollte das Gebet das Gegenteil bewirken, ist dies ein Zeichen, dass unser Gebet nicht wirklich eines war, sondern etwas anderes.

Es kann nicht sein, dass Gebet als eine politische Waffe benutzt wird, zum Beispiel mit dem Rosenkranz an der Pforte einer Klinik gegen die Abtreibung zu protestieren und Leute beim Betreten der Klinik sogar zu nötigen. Was anderes ist es aber, im Anliegen des Schutzes ungeborenen Lebens einen Rosenkranz zu beten. Dabei wird es allerdings schnell zum Irrglauben, wenn der "Erfolg" dieser Gebetsaktion von unserem Gebet, nicht allein von der Gnade Gottes abhängig gemacht wird.

Dienstag, 18. April 2017

... und schon ist Ostern wieder vorbei?

Die Feiertage sind gelaufen. Das feierliche Triduum Sacrum (Heiligen drei Tage Gründonnerstag, Karfreitag, Ostersonntag) ist vorbei. Nun geht es wieder an die "Arbeit". Ist Ostern in diesem Jahr damit zu Ende? Das hängt von uns ab.  Die Kirche feierte früher das Osterfest eine ganze Woche lang, die Osteroktav. Im Stundengebet spiegelt sich das heute noch heute wieder. Es werden die gleichen Psalmen und Antiphonen wie am Ostersonntag gebetet. Auch in den Schrifttexten, die gelesen werden, dreht sich alles um die Auferstehung und die Zeugnisse der Jünger, die dieses Geschehen erst selber langsam ergründen müssen. Zu wunderbar, zu unbegreiflich ist es, Auch wir, die wir dieses Geheimnis nur glaubend annehmen können, müssen uns immer wieder neu davon ergreifen lassen: "Surrexit Dominus vere"

Dies gelingt uns am ehesten durch das Feiern der Liturgie und Lesen des Evangeliums, der Frohen Botschaft. Und so empfiehlt uns Papst Franziskus am heutigen Dienstag in der ersten Woche im Osterkreis, dem Tag nach dem Osterfest:
"In dieser Osterwoche wird es uns guttun, jeden Tag die Kapitel im Evangelium zu lesen, die von der Auferstehung Jesu sprechen."

Freitag, 14. April 2017

Die unselige Diskussion um das Tanzverbot

Es ist Karfreitag, Der Hashtag >#tanzverbot trendet wieder auf Twitter. Darf man am Karfreitag tanzen? Warum gilt das Verbot von Tanzveranstaltungen an diesem Tag auch für Menschen, die mit dem Glauben gar nichts am Hut haben? Darüber wird im Internet heftig gestritten. Bei dieser Diskussion offenbart sich, dass immer mehr Menschen sich nicht mehr der christlichen Wurzeln unserer Gesellschaft noch bewusst sind, geschweige denn, diese Kultur noch weiterhin pflegen wollen.

Und es offenbart sich die Misere der Befürworter, die sich gegen die Abschaffung des Tanzverbotes einsetzen. Sie argumentieren, wenn das Tanzverbot falle, müsse auch der Feiertag abgeschafft werden. Damit erreichen sie allerdings genau das Gegenteil von dem, was sie eigentlich wollen: Die Bedeutung christlicher Feiertage zu erhalten. Die Gegner des Tanzverbotes können gut auf den Karfreitag als freien Arbeitstag verzichten. Und dafür die Erlaubnis zu ungezügelten Vergnügungsveranstaltungen zu erwirken. Ein weiterer Feiertag lässt sich dann ja an anderer Stelle einfordern.

Der Karfreitag war früher aus katholischer Sicht kein arbeitsfreier Tag. Früher wurde in unserer Familie der Vormittag benutzt, um das ganze Haus auf den Kopf zu stellen und vor dem Osterfest zu putzen. Nachmittags ging man dann zur Karfreitagsliturgie. Natürlich wurden auch die landwirtschaftlichen Tätigkeiten am Karfreitag erledigt. Für die Protestanten war der Karfreitag hingegen ein hoher Feiertag. Der Bedeutungsgehalt des Karfreitags ist mit dem arbeitsfreien Tag nicht allein zu retten. Noch weniger gilt dies für das Tanzverbot.

Wer sich für das Tanzverbot einsetzen will, muss den Menschen die Frohe Botschaft des Karfreitags verkünden, das Leiden und Sterben unseres Herrn Jesus Christus, zur Sühne der Sünden und Rettung aller, die an ihn glauben. Nur so kann man den Menschen erklären, warum man aus Respekt vor den christlichen Wurzeln unserer Gesellschaft Tanz- und Vergnügungsveranstaltungen an diesem einen Tag im Jahr verzichtet.

Donnerstag, 13. April 2017

Das vergessene Sakrament: eine Werbung für die Beichte

Das Sakrament der Versöhnung, die Beichte, gibt es in Deutschland nicht ansatzweise mehr, im Vergleich zu anderen Ländern. Dies äußerte der Präsident der Laienverbändeorganisation "Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK)" Prof. Thomas Sternberg in einem Interview auf >domradio.de. Und er mochte im genannten Interview auch nur "ungern" die sehr "persönliche" Frage beantworten, ob er selber vor Ostern zur Beichte geht. Ähnlich soll er sich gegenüber einer katholischen slowakischen Internetzeitung geäußert haben, berichtet >kath.net.  Er verneinte die Frage, ob er jemand im ZdK kenne, der noch beichtet.

Auch in meiner Pfarrei kenne ich nur wenige, von denen ich weiß, dass sie zumindest ab und zu einmal zur Beichte gehen. Bei der Bußandacht mit Andachtsbeichte verlässt die Mehrheit der kleinen Teilnehmerschar unsere Kirche, wenn der Pfarrer am Ende zur persönlichen Beichte ins Beichtzimmer und die Sakristei einlädt. Viele haben traumatische Erinnerungen an erzwungenen Beichten in ihrer Kindheit in einem dunklen Beichtstuhl. An eine Zeit, in der sie beichten mussten, dass sie ihren Klassenkameraden geärgert hatten und danach als "Strafe" aufgebrummt bekamen, drei Mal das "Vater Unser" aufzusagen. Natürlich gingen sie sowohl zur Beichte wie zu der Messe nur so lange, wie ihre Eltern noch das Sagen hatten.

Dabei ist die Eucharistie wie die Beichte die Quelle jeder persönlichen Glaubensbeziehung zu Jesus, der uns in beiden Sakramenten reich beschenken möchte. Zumindest vor Weihnachten und Ostern gehört es für mich zum Pflichtprogramm, zur Beichte zu gehen. Über das Jahr weiß ich nicht, wann es wirklich eine Beichtmöglichkeit in meiner Pfarrei gibt. Ich wartete auch schon mal umsonst vor dem Beichtraum. Wenn ich die Möglichkeit habe, fahre ich deshalb auch mal zu einer >Anbetungsnacht in eine 90 km entfernte Gebetsstätte ins Emsland, bei der man die sichere Gelegenheit zur Beichte hat. Eine Alternative ist die Kreisstadt, wo man bei den Dominikanern beichten kann.

 Natürlich kostet auch mir der Gang zur Beichte etwas Überwindung. Es beginnt mit einer gründlichen Gewissenserforschung. Was läuft schief? Wie steht es um meinen Glauben? Um meine Beziehung zu meinen Mitmenschen? Wo habe ich gefehlt? Gibt es etwas, was ich vor anderen, vor Gott, lieber verborgen halten möchte? Dunkle Ecken in meiner Seele? Verdränge ich etwas, was nicht gut ist? Manchmal bin ich mir nicht ganz klar, ob etwas eine Sünde war oder nicht. Auch dies muss geklärt werden.

Wenn ich dies alles offen und ehrlich vor Gott im Beichtstuhl bekenne, gehe ich am Ende befreit mit gestärktem Glauben und neuen Elan aus dem Beichtstuhl. Unser Pfarrer nimmt sich viel Zeit für ein geistliches Gespräch und gibt mir sehr praktische Tipps für mein (Glaubens)-Leben. Dankbar darf ich am Ende der Beichte die Lossprechung von meinen Sünden annehmen. Die Buße besteht in der Regel aus einer praktischen Übung, die mir täglich hilft, andächtiger zu werden und (wieder) tiefer in den Glauben hineinzuwachsen. Die Beichte ist also ganz anders, als viele Leute darüber denken. Sie ist die Quelle und der Schlüssel zu einem starken Glauben. Die Heilquelle für alle Gläubigen, die es in einer glaubensfeindlichen Umwelt nicht einfach haben, Salz der Erde zu sein, ein Licht in der Welt.

Ich möchte niemand in den Beichtstuhl reinschubsen. Aber Werbung für die Beichte möchte ich doch machen. Die beste Werbung sind positive Erfahrungen anderer mit der Beichte. Über dieses Thema hat die Theologin Petra Lorleberg ein Buch herausgegeben.

Lesetipp: >Beichte konkret - Positive Erfahrungen mit dem Bußsakrament

Sonntag, 9. April 2017

Palmsonntag: Mein Blick in die Karwoche

Die Fastenzeit ist schon (fast) wieder vorbei. Es ist eine Zeit, in der wir die Chance habsen, unserem Glauben neuen Schwung zu geben. Glaube braucht Rituale, Fixpunkte. Allerdings besteht immer wieder die Gefahr, dass Gebet zur Routine wird, es verblasst und leer wird. Und dann ist da das Drumherum. Da gibt es die vielen Feste und Feiern, die uns in die Gegenrichtung führen können. In diesem Jahr fiel mir auf, wie schwer es für mich war, meinen Konsumgewohnheiten standzuhalten und Verzicht einzuüben. In einem Fastenimpuls lädt uns Schwester M. Veronika ein, die Karwoche noch einmal zu nutzen, unserem (Glaubens-)leben eine neue Richtung zu geben.

Mittwoch, 1. März 2017

Mein Fastenmotto 2017

Auf mal geht es ruck zuck! Es ist Aschermittwoch und die Fastenzeit ist da. Eine Zeit der Umkehr und Buße. Doch wie könnte sie in diesem Jahr aussehen? So recht weiß ich es nicht. Lassen wur den Blick des Herrn auf uns werfen und fragen ihn, wie er unsere Umkehr wünscht, welche Buße er von uns erwartet. Lass uns still werden, damit wir seine Stimme aus der Tiefe unseres Herzens hören können.

Bei der Betrachtung der Vesper an Aschermittwoch gefiel mir der Vers Psalm 139, 24 besonders:

her, ob ich auf dem bin, der dich kränkt, * und mich auf dem altbewährten Weg! Psalm 139, 24

Diese Bitte ist mein diesjährige Einstieg in die diesjährige Fastenzeit.

Freitag, 24. Februar 2017

Aus, Amen, Ende, wie geht's weiter mit der Kirche?

Wie sieht die Zukunft unserer Kirche aus? Das ist eine spannende Frage. Bei uns ist noch die Kirche im Dorf. Ich betone das Wort "Noch"! Genauer gesagt, wir haben in unserer kleinen politischen Südoldenburger Gemeinde sogar noch vier Kirchen für etwa 6.000 Seelen, an vier Kirchorten. Aber nur noch ein Bruchteil von den Katholiken geht überhaupt noch in die Kirche, sodass auch an uns der Zug der Zeit nicht vorbei gefahren ist. Ursprünglich gab es in unserer politischen Gemeinde vier Pfarrgemeinden mit je einer Kirche, Im Jahr 2008 wurden sie zu einer neuen gemeinsamen Pfarrei fusioniert. Geändert hat sich bislang wenig: wir haben vier Chorgemeinschaften, drei Musikvereine, vier Messdienergruppen, vier Frauengemeinschaften, Seniorengruppen, Landjugend, Kolping und und und. ...

Nur, zu den Gottesdiensten bleiben die Kirchen ziemlich leer. Im Grunde würde eine Pfarrkirche mit einer Vorabendmesse am Samstag und einem oder zwei Messen am Sonntag völlig ausreichen. Es müssten nur die vier Pfarrheime unbedingt bestehen bleiben, damit die vielen kirchlichen Vereine und Verbände ihre Heimat behielten. (Ironieaus)

Der ehemals Münsteraner Pfarrer Thomas Frings ist der Meinung, dass dies nicht so weiter gehen kann. In seinem neuen  Buch "Aus, Amen, Ende?" schreibt er über seine Gründe, warum er so nicht mehr Pfarrer sein kann und wie seine Vision einer neuen Pastoral aussehen sollte.  Da mich das rasend interessierte, habe ich mir das Buch gleich besorgt.

Frings skizziert die Pfarrei der Zukunft als Gemeinde, die sich nicht mehr territorial definiert. Von der Territorialpfarrei zur Entscheidungsgemeinde. Das meint, die Kirche darf noch im Dorf stehen, aber es dürfen alle Menschen Gemeinde bilden, die an ihr teilnehmen wollen. Menschen, die aus freien eigenem Willen kommen, nicht aus Gewohnheit oder Tradition. Dies können nach Pfarrer Frings sogar Ungetaufte sein. Die Gemeinde soll allen offen stehen, wer aber Sakramente empfangen möchte, muss dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Nun gut, frage ich mich, galt das nicht eigentlich schon früher einmal? Wer sein Kind taufen lassen wollte, musste versprechen, es im Glauben zu erziehen - Ansonsten wurde es nicht getauft. Wenn ein Kind zur Erstkommunion zugelassen werden sollte, dann war regelmäßige Teilnahme seiner Familie an den Sonntagsmessen Voraussetzung. Das Gleiche galt für die Firmung.

Die Regel, dass nicht mehr jeder zu allen Sakramenten zugelassen wird, kann man sehr schnell einführen. Ob man dies durchsetzen kann, ist die andere Frage. Der Schritt zur Entscheidungsgemeinde erledigt sich aber von selbst, wenn mehr und mehr Pfarreien zusammengelegt und Kirchen profanisiert werden müssen, weil sie nicht mehr genutzt werden und auch die Kirchenfinanzen uns dazu zwingen. Sie erledigt sich, wenn die Volkskirche endgültig gestorben ist und nur noch diejenigen übrigbleiben, die das aus eigenem Antrieb wollen,

Weil sie in der Gemeinde das finden, was uns Kraft, Mut, Liebe und Hoffnung bringt; Die Gemeinschaft mit den Herrn aus den Sakramenten und die Gemeinschaft mit Menschen, die daraus schöpfen. Dennoch ist das Buch lesens- und empfehlenswert, besonders für alle diejenigen, die sich mit Pastoralplänen auseinandersetzen.

Mittwoch, 15. Februar 2017

Pfarrer Frings vs ZdK-Präsident Prof. Sternberg: Zwei Modelle für die Zukunft unserer Kirche

Heute morgen war ich wieder sehr verärgert: Ich hörte im Deutschlandradio Wortfetzen eines Interviews mit dem Präsidenten des ZdK Prof. Thomas Sternberg, den angeblichen "Vertreter der katholischen Laien": "Wir als Gottesvolk mit der überwältigen Mehrheit der Laien und der Minderheit der geweihten Amtsträger" ... . Danach folgte von Herrn Sternberg allerhand Geschwafel über Dienstpflichten der Priestern und das Recht, eine Erstkommunion auch bürgerlich feiern zu dürfen. Hat dies jemand bestritten? Nein, es wird nur zurecht infrage gestellt, dass jemand zu Sakramenten zugelassen wird, ohne eine Glaubensfähigkeit (Grundwissen) und -bereitschaft (z.B. regelmäßige sonntägliche Teilnahme an der Eucharistiefeier) zu haben. Die angebliche "pastorale Katastrophe" müssten nach Sternberg ausgerechnet die Laien (welche meint er?) selber "in die Hand nehmen", da auf die Priester "nicht Verlass" sei. Wie das ohne Priester funktionieren soll, erläuterte er allerdings nicht.  Außerdem forderte Sternberg wieder einmal die Aufhebung des Zölibates. Der Präsident der katholischen Verbändevertretung ZdK bot also alte Lösungen und Forderungen an, die wir schon lange kennen.
Hier ist das Interview mit Professor Sternberg im Wortlaut: mp3

Was ich nicht gehört hatte, war ein voran gegangenes Interview mit dem Pfarrer Thomas Frings, der vor einiger Zeit sein Amt als Münsteraner Pfarrer niedergelegt hatte. Der vertritt die Meinung, dass die Volkskirche endgültig ausgedient hat, und die Zukunft die Entscheidungsgemeinde ist, die nicht an den Wohnsitz gebunden ist. Wer Mitglied in der Gemeinde sein wolle, sei herzlich willkommen, wer aber zu den Sakramenten zugelassen werde und Dienste erhalte, müssse auch Verpflichtungen eingehen. Zusätzliche Heilige Messen dürften zum Beispiel nur noch dann angeboten werden, wenn sie auch besucht würden, die Gotteshäuser auch voll wären. Die Kirche müsse sich der modernen Gesellschaft anpassen, in der "längst freiere, unverbindlichere Lebensentwürfe" üblich seien.
Hier ist das Interview mit Pfarrer Frings im Wortlaut: mp3

Nun kann sich jeder überzeugen, welches Zukunftsmodell für die katholische Kirche ihn überzeugt. Ich entscheide mich für das Modell von Pfarrer Frings!

Mittwoch, 8. Februar 2017

9. Februar: Gedenktag der großen Mystikerin des Münsterlandes Anna Katharina Emmerick

Am heutigen Tag ist der Gedenktag der großen Mystikerin des Münsterlandes, der seligen Anna Katharina Emmerick. Ihr Gab in Dülmen ist eine große Pilgerstätte und sicher noch ein Reiseziel für mich. Ihr prägenster Satz war: " Ich bin nur eine Magd des Herrn, was der Herr will, tue ich, tue ich mit Freuden. Instrumente sind wichtig und notwendig, ob bei Handwerkern, ob bei Ärzten, bei Wissenschaftlern, bei Musikern;  jeder braucht ein Instrument. Wenn Gott mir die Würde gibt, Instrument in seiner Hand zu sein, dann macht mich das groß und auf der anderen Seite demütig, denn ich weiß, meine Fähigkeiten, meine Neigungen, meine Möglichkeiten und auch meine Unmöglichkeiten habe ich, um sie in den Dienst Gottes zu stellen ..."

Die selige Anna Katharina Emmerick hat dies gelebt und war anderen ein Vorbild. Sie war eine marianische Selige, die an der Hand Mariens sich zu allen Stationen ihres geliebten Herrn führen lies. Sehr berühmt sind ihre Betrachtungen zum Heiligen Rosenkranz:



Auch dunkle Visionen von der Zukunft der Kirche prägten ihr leidensvolles Leben, welches sie eng mit der Passion Christi verband, dessen Leib die Kirche darstellt:


Das Tagesgebet 

zum Gedenktag der sel. Anna Katharina von Emmerick:

Gott, unser Vater,
du hast uns in der seligen Jungfrau Anna Katharina
ein leuchtendes Beispiel für die Betrachtung des Leidens Christi
vor Augen gestellt;
gewähre uns in deiner Güte,
dass wir durch ihre Fürsprache und ihr Beispiel
dem Bild deines Sohnes gleich gestaltet werden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Amen.

Samstag, 14. Januar 2017

Warum ich an meinem Tauftag Gott ganz besonders dankbar bin

Am 14. Januar 1960 wurde ich in der St. Marien Kirche in Oldenburg getauft. Dies ist genau 57 Jahre her. Der Tauftag ist ein guter Anlass für mich, über die Bedeutung der Taufe immer wieder neu nachzudenken.

Papst Franziskus hat am 13.11.2013 eine sehr schöne Katechese darüber gehalten. Durch die Taufe bekennen wir uns als Kinder Gottes. Papst Franziskus bezeichnet die Taufe quais als "Personalausweis" des Christen und fordert jeden Christen auf, das Datum seines Tauftages zu erfragen, wenn er es nicht kennt. Wir  sollen Gott dafür danken, dass er uns an unserem Tauftag die "Pforte zu seiner Kirche geöffnet" hat. Aus diesem Grund feiere ich meinen Tauftag jetzt jedes Jahr.  Anders als meinen Geburtstag begehe ich diesen Tag eher besinnlich und mit Gebet, ich nehme mir an diesem Tag mehr Zeit, um über meinen Glauben nachzudenken.

Durch die Taufe wird der Christ "neu geboren" sagte Papst Franziskus in seiner Katechese. Eng verbunden ist damit die Beichte, das Sakrament der Versöhnung, die der Papst als "zweite Taufe" bezeichnet. Gott vergibt uns bei der Taufe unsere Erbschuld, er nimmt sie auf sich und sühnt sie für uns durch sein Leiden und Tod am Kreuz in der Person seines Sohnes Jesus Christus. Im Bad der Taufe werden wir im Wasser untergetaucht, der alte Mensch stirbt und wir werden als neuer Mensch wiedergeboren,  Auf diese Weise wird die Taufe zum Erlösungssakrament. Als Kinder Gottes dürfen wir, wie uns Jesus selbst im Vater Unser lehrt, Gott als unseren Vater anrufen, Wesentlicher Teil der Tauffeier ist die Absage an den Teufel und das christliche Glaubensbekenntnis. Zugleich werden wir mit der Taufe Jünger Christi, des menschgewordenen Gottes. Von ihm erlernen wir, Gottes Gebote zu befolgen, seinen Willen zu tun.

Was auch immer wir tun, das Siegel der Taufe bleibt in unsererem Herzen eingebrannt. Wenn wir uns vom Vater abgewandt haben, dürfen wir immer wieder zum Glauben zurückkehren und mit der "zweiten Taufe", der Beichte, unsere Taufgnade wiedergewinnen. Gott gibt auch dem größten Sünder immer wieder eine neue Chance zum Leben. Diese große Gnade habe ich in meinem Leben, in ´dem ich viele geistliche Umwege gegangen bin, selber erfahren. Deshalb erinnere ich mich an meinem Tauftag ganz besonders daran und danke Gott für alles Gute, dass er für mich tut, Wie ein guter Vater.

Montag, 9. Januar 2017

Montag der 1. Woche im Jahreskreis

kleines Stundenbuch
Montag der 1. Woche
im Jahreskreis
Am heutigen Montag holt uns der Alltag wieder ein. Für mich bedeutet dies, dass ich meinen Tag mit der morgendlichen Laudes, dem Morgengebet, wieder in meiner Gebetsecke beginne. Das grüne Stundenbuch liegt auf meinem Gebetstisch. Die Kerzen am Tischkreuz und meiner kleinen Madonna brennen hell. Während der Weihnachtszeit hielt ich die Laudes immer an der Krippe und blickte dem kleinen Jesuskind in die Augen, das in der Krippe lag. Die Liturgie des Stundengebetes führt uns wunderbar in die Bedeutung der Festtage ein.

Die Feierei der Weihnachtszeit wurde mit dem gestrigen Fest der Taufe Jesu endgültig beendet. Nur noch für die Katholiken, die sich nach dem alten Ritus richten, geht die Weihnachtszeit noch bis zum Fest "Darstellung des Herrn" (Mariä Lichtmess) am 2. Februar weiter. Am heutigen Montag beginnen wir nun wieder mit der ersten Woche im Vierwochenpsalter des Jahreskreises. Und mit unserer Arbeit und unseren Alltagssorgen und -problemen. Ich werde meinen Tannenbaum abschmücken und die Krippe wieder abbauen und in die Vorratskammer stellen.

Beten wir, dass wir auch im Alltag nicht unsere Berufung zum Christsein vergessen:

JESUS,
wir bitten DICH;
Hilf uns, dass wir auch heute
und die ganze Woche DICH nicht vergessen
dass wir unsere Kraftquelle in DIR nie verlieren.
Bleibe in uns und lass uns in DIR bleiben
denn DU bist unser HERR;

DU bist unser Licht und unser Heil.
Mache DU uns zum Licht für andere.
Hilf DU uns, gut zu anderen zu sein
und lass uns erkennen,
wenn wir umkehren müssen.

AMEN
Quelle: Bistum Augsburg: Die weihnachtliche Festzeit

Sonntag, 8. Januar 2017

Aussendung der Sternsinger in Bakum

Wie in jedem Jahr wurden auch in diesem Jahr in der Pfarrei meiner Heimatgemeinde die Sternsinger nach einem feierlichen Hochamt ausgesendet. Sie segneten am heutigen Tag jedes Haus und sammelten für einen guten Zweck, diesmal für die Kinder in Kenia. Vier Sternsingerinnen aus unserem Dorf werden unser Bistum diesmal beim Empfang der Sternsinger bei der Bundeskanzerlin Angela Merkel unser Bistum Münster vertreten. Für die vier kleinen Mädchen wird es sicher ein unvergesslicher Moment in ihrem Leben sein. Weitere Fotos von der Aussendung habe ich heute in mein Lokalblog eingestellt.

Samstag, 7. Januar 2017

Das "Mehr" am Fernseher: Die "MEHR 2017"

Dr. Johannes Hartl, der Gründer
des Augsburger Gebetshauses in Aktion
Die "MEHR" ist ..., ja was ist die "MEHR" eigentlich? Auf der Veranstaltungshomepage wird die "MEHR" als ein "Ereignis" bezeichnet, an dem mehr als 8000 Menschen mit unterschiedlichem konfessionellen und spirituellen Hintergrund teilnehmen. Drei Tage lang wird Jesus angebetet, der Lobpreis verstummt nicht. Auch finden spirituelle Vorträge statt. Die Vorträge des Leiters des Augsburger Gebetshauses Dr. Johannes Hartl höre ich immer wieder sehr gerne an.

Außer ihm halten in diesem Jahr auch weitere Redner Ansprachen, darunter der Prediger des päpstlichen Hauses Cantalamessa. Ich kann in diesem Zeitraum nicht in Augsburg sein. Aber es wird auf dem You Tube Kanal des Gebetshauses ein Livestream von der Veranstaltung gesendet. Heute mittag kam der lange gehegte und bislang immer wieder verschobene Entschluss, mir einen Chromecast zu kaufen. Damit kann man die Sendung auf den Fernseher streamen.

Es dauerte allerdings, bis ich die Tücken der Technik wenigstens so weit überwunden hatte  dass das Video auf meinem Fernseher lief. Leider schaffte ich es nicht, den Ton auf meine Stereoanlage zu schicken. Aber immerhin, es ist schon schöner, wenn man die Übertragungen auf den Fernseher ansehen kann anstatt auf einem Laptop oder Tablet.

Am Nachmittag verfolgte ich die "MEHR" nun am Fernseher. Natürlich ist es etwas ganz anderes, wenn man inmitten einer Messehalle mit Tausenden Menschen zusammen den HERRN anbetet und preist. Aber auch am Fernseher konnte man durchaus die Gegenwart des Herrn spüren. Dazu brauchte man sich nur auf die Einladungen zum Gebet folgen und der Aufforderung sich dem HERRN zu öffnen.

Ich fühlte diesmal sehr deutlich, dass etwas gerade gerückt wurde: Der gemeinsame Lobpreis Jesu vereint alle Menschen, so unterschiedlich sie sein mögen. Seine Gegenwart spürte ich ganz besonders bei der evangelischen (!) Abendmahlsfeier. Dies war für mich insofern interessant, weil ich als Katholik nicht das evangelische Abendmahl empfangen darf, weil dies meine Kirche mir untersagt.

Aus diesem Grund verfolgte ich die Abendmahlsfeier auch nicht bis zum Ende. Aber es war für mich ein deutliches Zeichen, dass Gott über den Grenzen der Konfessionen bei allen Menschen steht, die IHM nachfolgen. ER ist das Haupt und steht über allen Geboten der Kirchen, denen wir letztendlich folgen, um IHM gehorsam zu sein.

Die Spaltung unter den Christen wird letztendlich überwunden, wenn wir unserer Berufung wirklich gerecht werden, und IHM, unseren HERRN nachfolgen und anbeten. Nur ER kann unsere Zerrissenheit kitten, die Einheit ermöglichen.  Der gemeinsame Lobpreis ist das beste Heilmedikament für die Wunden unserer gespaltenen Christenheit. Beten wir, dass der HEILAND wieder uns vom Kopf auf die Füße stellt, unsere Zerrissenheit heilt und wir lernen, SEINEN Willen zu tun.

Das "Ereignis", die "MEHR" ist ein gewaltiger Impuls der Neuevangelisation, getragen von den verschiedenen Gruppen der Christenheit. Es lohnt sich, diesem Ereignis in irgendeiner Form anzuschließen, und wenn dies auch nur das gemeinsame Gebet vor dem Fernseher ist. Berichte über die "MEHR"  gibt es schon auf Kath.net. Da einige Blogger in Augsburg sind, gibt es bestimmt bald auch noch weitere Berichte im Internet.