Donnerstag, 8. Dezember 2016

Prälat Kossen, ein Seelsorger für Menschen am Rand der Gesellschaft

Prälat Kossen mahnte bei der Maidemo in Vechta
menschenwürdige Behandlung der Werkarbeiter an.
Prälat Mons. Peter Kossen war ein Seelsorger unter den Menschen. Bekannt wurde unser bisherige stellvertretende Offizial durch seinen unermüdllichen Einsatz für die Werkarbeiter, die in Südoldenburg in den industriellen Schlachtbetrieben unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten müssen.

Der eher schlicht und unauffällig gekleidete und wirkende Priester war mitten unter denen, die am Rande der Gesellschaft standen und war sich nicht zu schade, sich selbst an einer Gewerkschaftsdemonstration gegen die Ausbeutung dieser Menschen zu beteiligen. Er handelte im gleichen Sinne wie Papst Franziskus, die Barmherzigkeit für alle zu fordern. Noch im Sommer erlebte ich ihn auf der Demo am 1. Mai in Vechta. Obwohl wir uns selten getroffen hatten, kannte er mich und begrüßte mich. Er kannte die Menschen und hatte sie im Blick.

Ein Prälat spricht auf einer Gewerkschaftsdemonstration? Für traditionalistische Katholiken mag dies ein NoGo zu sein. Die Gewerkschaften gelten vielen als eine gottlose Institution. Auf der anderen Seiten darf es Christen nicht gleichgültig sein, wenn Menschen unwürdig behandelt werden. Sie müssen sich in die Reihe der Menschen einreihen, die sich gegen das Unrecht einsetzen. Sie müssen auch dort das Evangelium verkünden. Nicht das Geld, sondern Gottes Gebote müssen in der Arbeitswelt eingehalten werden.

An anderer Stelle erlebte ich ihn auch als einen hervorragenden Prediger im Langfördener "Dom", der Pfarrkirche St. Laurentius in Langförden,  Dieser Priester ist ein Symbol für die Vielfalt unserer Kirche, in denen es ganz unterschiedliche Menschen mit ihren eigenen Charismen gibt. Seine Botschaft ist, dass der christliche Glaube nicht ein frömmelndes Dasein im privaten Zummer ist, sondern auch in die Gesellschaft einwirken muss. Prälat Kossen steht damit in einer Reihe mit dem sel. Kardinal Clemens August Graf von Galen, der sich gegen das Unrecht im Nationalsozialismus wandte.

Mons. Petter Kossen wechselt nun als Pfarrer nach Lengerich. Sicher wird er auch dort Seelsorger sein, besonders für diejenigen Menschen, die am Rand stehen. Er wird sich für deren Würde weiterhin einsetzen. Viele Menschen in Südoldenburg werden ihn in dieser Erinnerung behalten und ihm auf seinem Weg, wie ich, Gottes Segen wünschen.

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