Freitag, 30. Dezember 2016

Video: Menschen in Münster: Bischof Felix Genn

In dem Video-Format "Menschen in Münster" der "Westfälischen Nachrichten" wird der Bischof Dr. Felix Genn von Münster vorgestellt. In dem Video zeigt erklärt der Bischof wichtige kirchliche Orte und Institutionen in unserer Bistumsstadt.  Ein Video, dass möglichst viele Katholiken in unserem Bistum sehen sollten. Unter anderem führt der Bischof an seine Orte seines Gebetes, der Marienkapelle und der Grablege sowie dem  Grab des berühmten Kardinal Graf von Galen. Bischof Felix gibt uns auch einen Einblick in seiner Sendung als Bischof. Sein Leitspruch lautet: "Nuntiamus vobis vitam -Wir verkünden euch das Leben". Er möchte das Leben verkünden, das von Gott her kommt, das Ewige Leben, "das kein Verfallsdatum" hat, so drückt es der Bischof aus. Das Video ist zum Jahresende ein wunderschönes Geschenk.

Zwischen den Jahren - eine geistliche Bestandsprüfung

Die Zeit zwischen den Jahren lädt ein, sich über seinen geistlichen Seelenzustand gedanken zu machen und vielleicht vor der lauten Sylvester-Party eine kleine Gewissensprüfung durchzuführen:

  • Wie war mein Verhältnis zu Gott im vergangenen Jahr? Bin ich Gott fremd geworden? Wie war mein Gebet, mein Sakramentenempfang?
  • Bin ich meinem Gewissen gefolgt? Habe ich mir Mühe gegeben, gut zu den Menschen in meiner Umgebung zu sein?
  • War ich ein Licht für die Welt, habe ich das Evangelium an andere weiter gegeben?
  • Habe ich die Gemeinschaft der Glaubenden in meiner Pfarrei und in der ganzen Kirche gestärkt?
  • Habe ich gerichtet oder habe ich zur Versöhnung beigetragen?
  • Was möchte ich ändern? Was nehme ich mir für das kommende Jahr vor?
All dies können wir uns mit dem Gebet des Bruder Klaus Gottes Barmherzigkeit anempfehlen:

Mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu dir.Mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich fördert zu dir.Mein Herr und mein Gott, nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen dir.


Montag, 26. Dezember 2016

Mein Projekt "Die Bibel ganz durch lesen" wird fortgesetzt

Ich hatte mir Anfang dieses Jahres vorgenommen, die Bibel von Anfang bis Ende durchzulesen. Viele fanden dies toll. Aber es gab auch durchaus skeptische Reaktionen. Einer riet mir sogar davon ab, die Bibel zu lesen:

Ganz unrecht hatte mein Kritiker nicht. Austausch und Begegnung kann durchaus hilfreich sein, um die Bibel zu erforschen. Aber warum soll man die Bibel nicht auch alleine betend betrachten können? Gott selbst spricht durch sein Wort zu uns. Es gibt allerorten Theologen und kluge Leute, die uns die Bibel gerne vorkauen möchten. Oft kommt dabei ein theologischer Brei zustande, der der Lehre der Kirche komplett widerspricht. Umgekehrt kann eine gute theologische Auslegung der Bibel ungemein behilflich sein, ihren Sinn und Gottes Willen noch tiefer zu verstehen. Dies ist allerdings nur möglich, wenn diejenigen, die die Bibel auslegen, tief im (katholischen) Glauben verwurzelt sind.

In erster Linie muss die Bibellektüre eine Lectio Divina sein. Sie bleibt immer auch ein Kampf, weil der Satan uns ständig an dem Gebet und dem Hören auf dem Wort Gottes zu hindern versucht. Genauso verlief das Jahr auch für mich. Nur stückweise gelang es mir, die Bibel zu lesen. Ich schaffte nur die fünf Bücher Mose und das Buch Josua. Aber allein die Worte aus diesen Büchern haben mich ungemein bereichert und während des ganzen Jahres begleitet. Auch im kommenden Jahr werde ich meine Bibellektüre mit dem Buch Richter fortsetzen.

Was ist schon ein Jahr in der Ewigkeit? Wenn Gott es will, werde ich die Bibel während meines Lebens komplett betrachtet haben.

Sonntag, 25. Dezember 2016

Leere Kirche am 1. Weihnachtstag

Diese Tage bereiteten einige kirchliche Medien uns regelmäßige Kirchgänge auf volle Kirchen und ungewohnte Gäste vor. Jene Menschen, die die Kirche nur noch ein- oder zwei Mal im Jahr besuchen; An Weihnachten, und vielleicht an Ostern. Kaplan Olding aus Geldern sprach Klartext. Über Weihnachtskirchgängern und über jene, die angeblich die Nase über sie rümpfen.

Doch längst hat sich der Trend auch hier geändert. Selbst an Hochfesten sind die Kirchen langst nicht mehr allerorten überfüllt. Dies ist mir nicht erst an diesem 1. Weihnachtstag im Jahr 2016 aufgefallen. Schon in der Karwoche war unsere Pfarrkirche sehr schwach besucht. Gründonnerstag und Karfreitag war die Kirche höchstens zur Hälfte besetzt. Diese Feiertage gehören zu den höchsten Festen unserer Kirche.

Sogar Ostern, das höchste Fest der Christenheit, ist nicht mehr für alle Menschen zwingend ein Grund, zur Kirche zu gehen. Am 1. Ostersonntag waren einige Bänke unserer Pfarrkirche im Hochamt leer  Ich erinnere mich daran noch gut, denn ich habe mit unserem Chor in der Messe gesungen. Noch rarer besucht war das Hochamt am 2. Osterfeiertag.  Am Heiligen Abend war ich nicht in meiner Pfarrei, weil ich mit meiner Angehörigen im Altenheim die Messe besuchte. Die Christ-Messe am Abend wird an Heiligabend aber sicher gut besucht worden sein, während in der nächtlichen Christmette wieder fast nur Insider und Fans dieser wunderbaren Liturgie saßen.

Am heutigen 1. Weihnachtstag erschrak ich mich fast. Die vorderen Reihen waren ziemlich leer, Hinten war die Kirche besser besetzt.  Die Zeiten, dass die Kirchen am Weihnachtstag überfüllt sind, sind lange vorbei. Ich fand dies sehr ernüchternd und musste mich ein wenig zusammenreißen. Schließlich geht man in die Kirche, um den Herrn anzubeten und seine Gegenwart als Jesuskind zu bejubeln,

Aber es läßt sich nicht bestreiten; Die Leute können längst sehr gut Weihnachten ohne Kirchgang feiern.  Auch hier wirkt sich das Aussterben der Volkskirche aus. Umso größer ist die Herausforderung an die ganze Kirche, die Menschen zu erreichen, ihnen zu vermitteln, dass sie das Wichtigste verpassen, was Weihnachten wirklich ausmacht: Eine Geburtstagsparty feiert man schließlich nicht ohne das Kind, dessen Ehrentag man feiert.,

Samstag, 24. Dezember 2016

Die Weihnachtsbotschaft verändert diejenigen, die sie hören und an ihr glauben

Im Pfarrbrief unserer Pfarrgemeinde wurde die Frohe Botschaft von Weihnachten auf den Punkt gebracht. Da dieser Text so lesenswert ist, teile ich ihn mit den Lesern in meinem Blog, denen ich von Herzen Frohe Weihnachten wünsche:

Liebe Schwestern und Brüder!

Das Lukasevangelium überliefert uns den Gesang der Engel für die Hirten auf dem Feld bei Bethlehem. Die Engel singen das „Gloria“ für diejenigen, die gerade die Botschaft gehört haben, dass der Retter der Menschen da ist, den sie allerdings noch nicht aufgesucht und angebetet haben. In vielen Messfeiern singen auch wir dieses „Gloria“, um mit allen und für alle in den Gesang der Engel einzustimmen und zu zeigen, dass wir als Gemeinde versammelt sind, um Jesus Christus aufzusuchen und anzubeten: er ist in der Feier der Messe auf besondere Weise da und anders als sonst in der Welt – im Wort und im Sakrament.

Das „Gloria“ sagt, worum es dieser Feier der glaubenden Menschen geht: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seiner Gnade.“

Die Botschaft von der Ankunft des Retters verändert die, die diese Botschaft hören. 
Die Botschaft von der Gegenwart Gottes verändert die, die mit diesem Retter leben. 
Sie ehren Gott: sie loben und danken ihm für das, was er getan hat. 
Sie leben den Frieden; das ist etwas anderes, als friedlich zu sein, weil alle bis an die Zähne bewaffnet sind mit Worten, Taten und Material. 
Sie erkennen die paradoxe Lebensart, die der Friede fordert, und können mit Blick auf Jesus Christus die scheinbaren Gegensätze auflösen:

  • Den Frieden zu leben – inmitten des Unfriedens. 
  • Zu glauben, zu hoffen, zu lieben 
  • umgeben von Unglaube, Hoffnungslosigkeit und Hass. 
  • Gerecht, tapfer, klug und maßvoll zu sein – bei aller Ungerechtigkeit, Feigheit, Dummheit und Maßlosigkeit. 

Frieden wird ermöglicht und gleichzeitig gesichert durch ein Leben aus den Tugenden. 

Der Liedermacher Lutz Scheufler hat in einem seiner Lieder den Weg des Friedens nachgezeichnet:
"Kein Frieden in der Welt ohne Frieden zwischen Völkern.
Kein Frieden zwischen Völkern ohne Frieden im Land.  
Kein Frieden im Land ohne Frieden in den Städten.
Kein Frieden in den Städten ohne Frieden im Haus. 
Kein Frieden im Haus ohne Frieden zwischen Menschen.
Kein Frieden zwischen Menschen ohne Frieden in mir. 
Kein Frieden in mir selbst ohne Frieden mit dem Schöpfer.
Nur Jesus Christ allein gibt dir den Frieden mit Gott. Frieden wird werden, Frieden auf Erden, 
Frieden wird sein, lässt du Jesus in dein Leben ein!" 

Wir wünschen Ihnen ein Weihnachtsfest voller Frieden und gesegnete Feiertage!

Quelle: Pfarrbrief der Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist Bakum ...

Die erste Weihnachtsbotschaft des neuen Offizials Theising | Offizialat Oldenburg

Weihbischof Wililfried Theising hat auf dem Vechtaer Bahnhof seine erste Weihnachtsbotschaft als neuer Offizial an die Menschen im Oldenburger Land gerichtet. In diesen Tagen trägt er das Friedenslicht aus Bethlehem bei sich. Er erläutert uns dessen Bedeutung und Botschaft, mit der wir den Kern des Weihnachtsfestes tiefer ergründen mögen. Ich wünsche Weihbischof Theising Gottes Segen und dass er in seiner ganzen Amtszeit durch dieses Friedenslicht begleitet wird.

Freitag, 16. Dezember 2016

Bischof Genn will Pastoral in den Gemeinden erneuern

Der Bischof von Münster Dr. Felix Genn will über die derzeitige Planung hinaus keine weiteren Pfarreifusionen. Die Zahl der Pfarreien richte sich nicht automatisch nach der Zahl der verfügbaren Priester, schrieb er in einem Brief an die Priester und Seelsorger, der auszugsweise auf der Bistumshomepage veröffentlicht wurde. Im Zentrum einer Papstoral solle aber die Feier der Eucharistie stehen, welche bereichernd für alle Gläubigen sei. Die Menschen müssten sie als "persönlich bedeutungsvoll" erleben. Die Gläubigen dürften nicht vergessen, "dass wir als Kirche aus der Eucharistie leben", wird er zitiert. Es würden auch in Zukunft Priester gebraucht, die"Jesus Christus erfahrbar" machten und die Gläubigen durch die "Feier der Sakramente" stärkten.

Wie die Pastoral in jenen Pfarreien funktionieren soll, in denen keine Priester verfügbar sind, wurde aus dem Schreiben nicht deutlich.

Montag, 12. Dezember 2016

Adventsandacht "20 vor 5" in unserer Pfarrei

An allen vier Adventssonntagen findet in unserer Pfarrkirche eine 20-minütige Andacht statt, die von Gemeindemitgliedern gestaltet wird. Die Idee ist, die Leute zwischen Kaffee und Abend zu einem kurzen Moment des adventlichen Gebets und der Besinnung in der Kirche einzuladen. Kerzenlicht in der Kirche, das Entzünden des Adventskranzes und Adventslieder sorgen für eine schöne Atmosphäre. Am letzten Sonntag hatte ich die Gelegenheit, daran teilzunehmen und es war wirklich sehr schön. Es wurden mehrere Gebete, Psalmen, die Schrifttexte des Tages und Meditationen darüber betrachtet. Alte Adventslieder und Neue Geistliche Lieder vertieften das Gebet, darunter auch "Bonum est confidere in Domino". Unser Pfarrer begleitete die Gesänge musikalisch am Klavier. Auch solche Ereignisse helfen, die Adventszeit intensiver zu erleben.

Samstag, 10. Dezember 2016

Krippen in Südoldenburg - Miniaturkunstwerke alter Tradition


Stubbenkrippe in Carum an Weihnachten 2015
In diesen Tagen werden in vielen Dörfern und Städten in Südoldenburg wieder Weihnachtskrippen errichtet. An dieser alten Tradition beteiligen sich auch heute noch viele Frauen und Männer unserer Region. In der Gemeinde Bakum werden in allen fünf Kirchen Krippen alljährlich zur Adventszeit aufgebaut. Nicht wenigen Menschen in den Dorfgemeinschaften liegt die Krippe in “ihrer” Pfarrkirche ganz besonders am Herzen.

Die Augen des Carumer Kirchenküsters Heinz Plump leuchten, wenn er über den Krippenbau in seiner Dorfkirche erzählt. Die Einwohner des 250-Seelen-Ortes zwischen Bakum und Dinklage können zu Recht stolz auf ihre wohl größte Stubbenkrippe im Landkreis Vechta sein. Sie ist mehr als 100 Jahre alt und füllt fast den ganzen linken Seitenflügel der Kirche aus. Ganze Landschaften mit unzähligen Miniaturfiguren und natürlich dem Stall mit der Krippe werden in ihr dargestellt. Ebenso alt ist die Krippe in der Lüscher Kirche, die ursprünglich von der ehemaligen Lüscher Hofstelle Tabeling am Osterberg stammt. Seit vielen Jahren baut ein Trupp sie in der Lüscher Kirche auf.

Ebenfalls sehr aufwändig gestaltet ist die Krippe in der Vestruper Kirche. Für Reinhard Brinker und sein Team gehört es seit mehr als 30 Jahren zur Weihnachtszeit dazu, dafür zu sorgen, dass die Figuren an der Krippe in die gewünschte Position gesetzt werden. Über den Zauber ihrer Krippe berichten die Vestruper ausführlich auf ihrer Dorfhomepage. Die Krippe in der katholischen Pfarrkirche in Bakum hat wiederum einen ganz anderen Charakter. In ihr werden im Verlauf der Advents- und Weihnachtszeit mit den Figuren unterschiedliche Bilder aus der Weihnachtsgeschichte dargestellt.

Ein Geheimtipp ist für mich die Weihnachtskrippe in der Gethsemanekirche in Bakum. Ich bekam ihn von einem Mitglied der evangelischen Gemeinde, der mich auf sie aufmerksam machte. Seitdem besichtige ich sie jedes Jahr. Die schlichten Holzfiguren mit fröhlich bunten Kostümen strahlen die weihnachtliche Freude aus und fügen sich sehr gut in die Holzbauweise der Kirche ein. Einige südoldenburger Frauen und Männer haben viel Geld und Zeit in den Krippenbau investiert. Zum Beispiel Maria Schröder aus Büschel. Viele Krippenfiguren hat sie weiter verschenkt. Zum Beispiel an die Katharinenschule in Bakum. In der Grundschule werden sie alljährlich zur Weihnachtszeit wieder aufgestellt.

In vielen Privathäusern im Oldenburger Land werden Krippen aufgebaut. Sie erzählen die Geschichte von der Geburt Jesu Christi in einer Flüchtlingsfamilie, die nach langer Suche ein Obdach in einem ärmlichen Stall in Bethlehem fand. Auch ich werde wieder unsere alte Familienkrippe aufstellen. Welche meiner Vorfahren sie sich besorgten, weiß ich nicht. Heiligabend werde ich das Christkindlein in die Krippe legen. Das ist für mich der Beginn des Weihnachtsfestes.

Diese Kolumne von mir wurde in der Oldenburgischen Volkszeitung veröffentlicht.

Freitag, 9. Dezember 2016

Fatima-Gebetstag an "Mariä Empfängnis" in der Marienbasilika Bethen

In der Marienbasilika in Bethen bei Cloppenburg
Selten erlebt man in unserer Region Südoldenburg noch ganz feierliche katholische Feste nach traditioneller Weise. Ein solches fand am gestrigen Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria (8. Dezember) in der Marienbasilika in Cloppenburg-Bethen statt.

Es war das erste Mal, dass ich daran teilnehmen konnte. In Niedersachsen ist kein gesetzlicher Feiertag. Aus beruflichen Gründen war mir dies bislang nicht möglich. In diesem Jahr nutzte ich die Gelegenheit, in den Marienwallfahrtsort im Oldenburger Land zu fahren, der nur wenige Kilometer von mir entfernt liegt. Die anderen Pilgerer kamen aus dem ganzen Oldenburger Land, Bremen und ich habe sogar ein Autokennzeichen aus Nordrhein Westfalen entdeckt.

Die Glocken der Basilika läuteten schon freundlich, als ich Bethen erreichte. Die Basilika selbst war schon recht gut besucht, aber nicht voll.  Dennoch spürte ich gleich beim Rosenkranzgebet den Segen. Es ist schön, wenn man in einer Gemeinschaft den Rosenkranz betet, besonders, wenn man sonst "Einzelkämpfer" ist. Nach dem Rosenkranz begann anschließend ein sehr feierliches Festhochamt. Monsignore Költgen zog mit mehreren Priestern, älteren Messdienern und Männern, die eine Fatima-Madonna hereintrugen, in die Kirche. Das Kyrie und Gloria war auf Latein und die Eucharistie wurde mit dem 1. Hochgebet zelebriert. Dies ist insofern bemerkenswert, weil beides viel zu selten noch in einer katholischen Kirche so feierlich vollzogen wird.

Im Kern der Heiligen Messe stand die

Weihe an die heiligsten Herzen Jesu und Mariä:

Heiligstes Herz Jesu, Du liebst das Unbefleckte Herz Deiner Mutter wie Dein eigenes Herz. Du wünschest, dass wir Deinem und ihrem Herzen vereint huldigen und uns weihen, denn ihr habt uns Menschen wie mit einem einzigen Herzen erlöst.
Heiligste Herzen Jesu und Mariens, die ihr ganz eins seid, wir weihen uns Euch, damit auch wir ein Herz und eine Seele werden und einander lieben, wie ihr Euch liebt. Durch diese Weihe wollen wir euch alles anvertrauen und übergeben: alles was wir tun und leiden, unseren Leib und unsere Seele, heute und morgen und für immer.
Herz Jesu, König und Mittelpunkt aller Herzen, herrsche durch Deine Liebe und Deinen Frieden in unseren Herzen, in unseren Familien, in der ganzen Welt. Führe durch Maria, der Königin der Welt, die Völker zur Einigkeit, die Irrenden zu Deiner Herde, die verlorenen Söhne und Töchter ins Vaterhaus zurück.
Jesus und Maria, ihr habt Pläne der Barmherzigkeit mit uns Sündern. Ihr erhört unsere Gebete und Opfer, gebt uns Kraft, die Gebote zu halten, dem Geist der Welt zu entsagen und an die Rettung der Welt mitzuwirken.
Segnet unsere Brüder und Schwestern in der ganzen Welt und schreibt die Namenaller in eure Herzen zum Zeichen, dass wir Euch für immer angehören dürfen.
Zum Dank für eure große Güte wollen wir nach unserem Weiheversprechen leben, die Liebe und Verehrung zu euren Heiligsten Herzen fördern, damit sich Euer Reich auf der ganzen Welt ausbreitet.
Heiliger Josef, Du Beschützer des Reiches Christi auf Erden, bringe unsere Weihe den Heiligsten Herzen Jesu und Mariä dar und erbitte uns die Gnade, dass wir im uns Himmel alle wiederfinden. Amen
 Nach der Messe schloss sich die Heilige Stunde mit einer sehr langen eucharistischen Anbetung statt, in der Jesus und Maria angefleht wurden, sich der geistigen Nöte unserer Zeit anzunehmen. Der alte Priester, der die Anbetung leitete, hatte wohl eine Erkältung und Mühe, die vielen Litaneien und Gebete vorzutragen. Sie wurden durch viele adventliche Lieder und feierliche Gesänge unterbrochen. Beim nochmaligen Rosenkranzgebet trug der Priester dennoch mit seiner gebrochenen Stimme alle Gesätze vor. Da ich das erste Mal dabei war, war dies für mich ein besonderes Ereignis. Wenn es möglich ist, werde ich an diesem Tag wieder in Bethen sein.

video
Einladend läuten die Glocken der 
Marienbasilika in Beten
 zur Ehre Gottes

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Prälat Kossen, ein Seelsorger für Menschen am Rand der Gesellschaft

Prälat Kossen mahnte bei der Maidemo in Vechta
menschenwürdige Behandlung der Werkarbeiter an.
Prälat Mons. Peter Kossen war ein Seelsorger unter den Menschen. Bekannt wurde unser bisherige stellvertretende Offizial durch seinen unermüdllichen Einsatz für die Werkarbeiter, die in Südoldenburg in den industriellen Schlachtbetrieben unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten müssen.

Der eher schlicht und unauffällig gekleidete und wirkende Priester war mitten unter denen, die am Rande der Gesellschaft standen und war sich nicht zu schade, sich selbst an einer Gewerkschaftsdemonstration gegen die Ausbeutung dieser Menschen zu beteiligen. Er handelte im gleichen Sinne wie Papst Franziskus, die Barmherzigkeit für alle zu fordern. Noch im Sommer erlebte ich ihn auf der Demo am 1. Mai in Vechta. Obwohl wir uns selten getroffen hatten, kannte er mich und begrüßte mich. Er kannte die Menschen und hatte sie im Blick.

Ein Prälat spricht auf einer Gewerkschaftsdemonstration? Für traditionalistische Katholiken mag dies ein NoGo zu sein. Die Gewerkschaften gelten vielen als eine gottlose Institution. Auf der anderen Seiten darf es Christen nicht gleichgültig sein, wenn Menschen unwürdig behandelt werden. Sie müssen sich in die Reihe der Menschen einreihen, die sich gegen das Unrecht einsetzen. Sie müssen auch dort das Evangelium verkünden. Nicht das Geld, sondern Gottes Gebote müssen in der Arbeitswelt eingehalten werden.

An anderer Stelle erlebte ich ihn auch als einen hervorragenden Prediger im Langfördener "Dom", der Pfarrkirche St. Laurentius in Langförden,  Dieser Priester ist ein Symbol für die Vielfalt unserer Kirche, in denen es ganz unterschiedliche Menschen mit ihren eigenen Charismen gibt. Seine Botschaft ist, dass der christliche Glaube nicht ein frömmelndes Dasein im privaten Zummer ist, sondern auch in die Gesellschaft einwirken muss. Prälat Kossen steht damit in einer Reihe mit dem sel. Kardinal Clemens August Graf von Galen, der sich gegen das Unrecht im Nationalsozialismus wandte.

Mons. Petter Kossen wechselt nun als Pfarrer nach Lengerich. Sicher wird er auch dort Seelsorger sein, besonders für diejenigen Menschen, die am Rand stehen. Er wird sich für deren Würde weiterhin einsetzen. Viele Menschen in Südoldenburg werden ihn in dieser Erinnerung behalten und ihm auf seinem Weg, wie ich, Gottes Segen wünschen.