Freitag, 18. November 2016

Ein "Bambi" für den Pontifex

Wer hätte dies geglaubt? Ein Papst erhält einen Medienpreis, den "Bambi". Er wird vom Burda Konzern gestiftet.  Als Katholik, der seine Jugend zu Zeiten Pauls VI. durchlebt hat, hätte ich mir dies nie erträumt. Auch Papst Johannes Paul II, so menschenfreundlich der ebenfalls war, und schon gar nicht Papst Benedikt XVI. hätte man einen Fernsehpreis zugetraut. Wenngleich beide für mich beeindruckende Päpste waren.

Die Bilder von Franziskus prägen sich ein: Sein Verzicht auf glanzvolle Papstinsignien, Seine herzergreifenden Aktionen in Flüchtlingslagern und Gefängnissen. Er ist in den Augen vieler einfach ein "feiner Kerl", oder wie ich es auf Twitter las, ein "geiler Mann". Jemand, über den man sich freuen würde, wenn man ihn auf der Straße begegnen würde.

Die Tatsache, dass der Papst überhaupt einen Fernsehpreis entgegennimmt, ist nicht selbstverständlich, da sie eigentlich nicht dem Papstamt entspricht. Das Amt hat seine Würde allein dadurch, dass er der Stellvertreter Christi auf Erden ist. Der Inhaber des Amtes, das Christus auf den Apostel Petrus und seine Nachfolger übertrug: Weide meine Schafe! In seinem Amt soll der Papst Christus verkörpern und Hirte der Universalkirche sein. Auf diese Weise ist er der Pontifex (= Brückenbauer). Durch die Verkündigung des Evangeliums und die Austeilung der Sakramente baut er uns die Brücke in den Himmel,

Der Ehrentitel "Pontifex" ist weitaus bedeutsamer als jeder "Bambi". Der einzige Sinn dieser Preisverleihung mag sein, dass sich die Menschen in  Europa an ihre christlichen Wurzeln erinnern. Diese bestehen aber nicht nur darin, dass jedes Kind, jede Frau und jeder Mann seine Würde hat, wie es der Laudator und ehemalige Bundespräsident Horst Köhler formulierte. Sondern sie bestehen im Glauben an Jesus Christus, im christlichen Glauben, der vielerorts verdunstet ist.

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