Montag, 31. Oktober 2016

Allerheiligen, Allerseelen: Die streitende, leidende und triumphierende Kirche

Am heutigen Abend beginnt mit der Vesper das Allerheiligenfest. Es ist ein Fest der Freude, denn mit allen Gliedern unserer Kirche, die durch ihren Glauben an und die Treue an Christus sich durch sein Blut haben reinwaschen lassen, feiern wir den Sieg über Tod und Sünde. Am darauf folgenden Allerseelentag gedenken wir aller Seelen, die noch nicht in der ewigen Glückseligkeit sein dürfen, sondern erst noch im Fegefeuer reingewaschen werden müssen. Dies wirft den Blick darauf, dass unsere Kirche dreifach ist. Als Glaubende sind wir gewiss, dass das Leben nicht mit dem Tod endet. So wissen wir uns mit den Menschen weiterhin verbunden, auch wenn sie nicht mehr auf Erden sind. 
In der Lehre der Katholischen Kirche wird von der streitenden Kirche auf Erden, der leidenden Kirche im Fegefeuer und der triumphierende Kirche gesprochen. 

Sehr schön hat dies Pfarrer Christian Paschenrieder in einer Allerheiligen-Predigt erklärt. Zur Predigt ...

Dienstag, 25. Oktober 2016

"Ihr seid das Salz der Erde!" - Messe im Gospelton

Am letzten Sonntag gab unsere Chorgemeinschaft "Cäcilia" ein Konzert "Ihr seid das Salz der Erde" in unserer Pfarrkirche. Es handelt sich um eine hl. Messe im Gospelton, komponiert von Pfarrer Hubert Janssen aus Kevelaer in den 70-iger Jahren. Wir luden auch Nichtmitglieder ein, sich an diesem Projekt zu beteiligen. Frauen und Menschen, die Lust hatten, mal ein solches Konzert mit aufzuführen. Neun Monate bereiteten wir uns auf dieses Konzert vor. (Mehr Infos zur Messe ...)

Per Zufall erfuhr unser Vorstand, dass Pfarrer Janssen noch lebt und der Bruder des Prälaten und Theologieprofessor Dr. Friedrich Janssen ist, der in Südoldenburg wegen seiner Predigten als "Pater Fritz" sehr bekannt und beliebt ist. Ein Chormitglied hatte Verbindungen zu Pater Fritz, der sofort vom Projekt sehr begeistert war. Auch der wohl ca. 90-jährige Komponist Pfarrer Hubert Janssen war begeistert und sagte zunächst zu, zu diesem Konzert anzureisen. Wohl wegen seines Alters nahm er davon kurz vor der Reise Abstand. Aber "Pater Fritz" kam in unser Konzert und führte in die Messe ein.

Den Anstoß zur Messe "Ihr seid das Salz der Erde" hätten Kinder während einer Ferienfreizeit auf der Insel Ameland gegeben, sagte der Pater. Sie sprachen davon, wie salzig das Meerwasser ist. Im Matthäusevangelium Kapitel 5 Vers 13 sagt Jesus zu uns: "Ihr seid das Salz der Erde". Dieses Jesuswort wird in der Messe aufgegriffen. Prälat Janssen lebte es für uns aus.

 Die Meere bedeckten den größten Teil der Erdoberfläche, erklärte Prälat Janssen. Die Meere sei eine Grundlage für alles Leben auf der Erde. Doch ohne Salz könne es kein Leben geben. Drei wichtige Eigenschaften des Salzes seien auch für unser Leben von wichtiger Voraussetzung, erklärte der Priester. Erstens bewahre Salz vor Fäulnis. Mit Salz kann man Nahrung haltbar machen. So sollten auch wir uns einsetzen, wenn etwas faul in der Gesellschaft laufe. Beispiel bei Krieg, Terror und Unterdrückung von Menschen. Oder wenn in unserer Umgebung Menschen ungerecht behandelt werden. Zweitens habe Salz eine tragende Kraft. So seien Christen berufen, sich gerade um schwache Menschen zu kümmern, die sich nicht mehr selbst aufrichten könnten. Und drittens sorge Salz für Geschmack der Speisen. Übertragen auf uns laute der Auftrag, das Evangelium für andere durch unser Beispiel schmackhaft werden zu lassen. Mir gefiel es sehr, wie Pater Fritz den eigentlichen Sinn der Messe deutete. Es sollte ein Aufruf sein, das Evangelium in der Welt wirksam werden zu lassen.

Häufig wird die Messe im Gospelton mit E-gitarre und Orgel aufgeführt und erhält dadurch sehr den Charakter einer Popmusik. Bei unserem Konzert wurden wir von einem Piano, zwei Violinen, ein Schlagzug und Kontrabass musikalisch begleitet. Dadurch erhielt es einen ganz eigenen Charakter. Fast 500 Zuhörer waren in unsere Kirche gekommen, die fast bis zum letzten Platz besetzt war. Für mich war es nicht nur musikalisch ein schönes Erlebnis. Es hat durchaus auch religiös eine Bedeutung für mich. Ich erinnere mich gerne daran zurück

Fotos von der Gospelmesse sind auf unserer Chorhomepage ...

Freitag, 21. Oktober 2016

Gottes Segen für unseren neuen Offizial, Weihbischof Theising!

Das Bistum Münster gab am heutigen Mittag bekannt, wer der Nachfolger unseres bisherigen Offizials, den jetzigen Bischof von Dresden Heinrich Timmerevers wird. Es ist Weihbischof Wilfried Theising. Er wird nun der neue Offizial im Offizialat Vechta. Ich wünsche ihm Gottes Segen und heiße ihm im Oldenburger Land herzlich willkommen. Nach eigener Aussage hat er durchaus bereits Verbindungen zu unserer Region. Seit zehn Jahren besucht er alljährlich den Marienwallfahrtsort Bethen bei Cloppenburg, berichtet kirchensite.de.

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Ein fragwürdiger Streit über die Zahl der hl. Messen in einer Pfarrei

Heute ist ein sehr großer Bericht in der Oldenburgischen Volkszeitung über Einschnitte in der Gottesdienstordnung in der Pfarrei St. Johannes Baptist Steinfeld / Holdorf. Ähnlich wie in unserer gleichnamigen Pfarrei in Bakum gibt es mit Steinfeld, Holdorf, Mühlen und Handorf-Langenberg vier Kirchspiele. Die Pfarrgemeinde in Steinfeld ist allerdings erheblich größer. In den politischen Gemeinden Holdorf und Steinfeld wohnen mehr als 16.000 Menschen, in der Gemeinde Bakum mit ihren vier Kirchorten Bakum, Vestrup. Lüsche und Carum gerade ca. 6.000 Einwohner. In Steinfeld stehen neben den eremitierten Pfarrern drei Priester, in Bakum zwei Priester zur Verfügung.

In Steinfeld soll die Zahl von neun heiligen Messen am Sonntag einschließlich der Vorabendmesse am Samstag auf sechs reduziert werden. Der Pfarrer begründet dies laut Zeitungsbericht mit der Überlastung der Priester. In der Woche habe es statistisch 26 Messen gegeben. Dies sei mit den Priestern, Küstern und Organisten nicht mehr zu leisten, wird der Pfarrer zitiert. Die Gottesdienstordnung sei sogar schon vor dem Kollaps gestanden, weil Seelsorger erkrankt seien. Eremitierte Priester könnten aus "Fürsorgepflichten" nicht in den Regelgottesdienstplan eingeplant werden.

Nun streitet jede der ehemals selbständigen Pfarreien in der Großpfarrei Steinfeld um ihre angestammten Messzeiten. Die Diskussion kommt mir auch in Bakum sehr vertraut vor. Wenngleich es über die Änderungen unserer Gottesdienstordnung bislang keinen großen Bericht gab. Intern soll es aber die gleiche Diskussion geben, höre ich aus internen Kreisen. Oft denke ich mir, wenn ich in einer unser vier Kirchgebäuden mit einem kleinen Häuflein Menschen im Werktagsgottesdienst und auch im Sonntagshochamt sitze, dass es eigentlich viel zu viele Messen gibt. Wenn man nach der Besucherzahl geht, könnte man sicher mit einer oder zwei Messen am Sonntag und einer Vorabendmesse am Samstag den Bedarf bei uns in Bakum völlig abdecken.

Der Streit um heilige Messen im eigenen Dorf kommt mir in Anbetracht leerer Kirchen sehr fragwürdig vor. Wäre nicht das größte Argument für mehr heilige Messen, dass die Menschen keinen Platz mehr in den überfüllten Kirchen finden? Natürlich ist jede heilige Messe unendlich kostbar, gleich wie viele Menschen daran teilnehmen. Denn Christus wird im Sakrament angebetet und verherrlicht. Die Menschen, die aber sich dafür einsetzen, dass an ihrem Dorf dieses wunderbare Ereignis weiterhin stattfindet, sollten vor allem dafür trommeln, dass möglichst jeder (katholische) Christ auch tatsächlich an der heiligen Eucharistiefeier teilnimmt, wann immer sie gefeiert wird.

Doch vielen geht es gar nicht mehr darum. Es geht oft um etwas anderes. Dass es in einem Ort noch eine Pfarrei gibt, ist für viele ein Prestige. Orte verbinden damit ihren Stolz auf eine lange Geschichte und die Bedeutung, die sie mit ihrer Kirche gewannen. Nicht ohne Grund heißt es: "Bei uns ist die Kirche noch im Dorf!"

Der erste Knick im Identitätsbewusstsein eines Dorfes entsteht, wenn die Pfarrei ihre Selbstständigkeit  verliert. Und wenn in der Dorfkirche keine (regelmäßigen) Messen mehr gefeiert werden, dann ist dies ein weiterer Bedeutungsverlust für viele Orte. Wie voll die Kirchen sind, spielt hierbei für die wenigsten Leute eine Rolle. Um den Erhalt des Messstandortes kämpfen selbst Leute, die nur sehr unregelmäßig oder gar nicht in die Messe gehen, Sogar viel Geld wird gesammelt, damit die Kirche weiterhin im Dorf bleibt. Ich habe dies bei einer Filialkirche in unserer Pfarrei schon beobachtet. Leider wird aber die Kirche dort sonntags und werktags zu den Gottesdiensten nur schwach besucht. Was nützt da noch so viel Geld?

Leere Kirchen sind ein Zeichen, dass die Menschen den Herrn missachten, der sich ihnen in der Eucharistiefeier und Sakramenten verschenken will. Wo die hl. Messen nicht mehr besucht werden, da werden auf Dauer auch die Kirchen verschwinden, egal wie viele Pastoralgremien sich darüber den Kopf zerbrechen. Der Steinfelder Pastor verwies auf diese nicht weg zu diskutierende Tatsache der sinkenden Kirchbesucherzahlen. "Das, worüber wir hier diskutieren, interenssiert nur noch 15 Prozent unserer Gemeindemitglieder," soll er gesagt haben. Eine deutlichere Mahnung kann es für die Leute nicht geben, die weiterhin ihre Kirche im Dorf erhalten wollen.

Dienstag, 18. Oktober 2016

Der Rosenkranz – Schule des kontemplativen Betens.

Der Rosenkranz ist weit mehr als nur das "Herunterleiern" von den Gebeten "Vater Unser", "Ave Maria" und "Ehre sei dem Vater". Der tiefere Sinn des betrachtenden Rosenkranzgebetes ist es, den Beter vom mündlichen zum inneren Gebet zu führen, zu einer intensiven Herzensbegegnung mit dem Herrn. Monignore Florian Kolfhaus gibt in einem Beitrag auf der Internetseite CNA Deutschland Tipps, wie man mit Hilfe des Rosenkranz sein Gebetsleben vertieft. Und warum die Gottesmutter von Lourdes, Fatima und anderen Erscheinungsorten immer wieder das Rosenkranzgebet empfiehlt, nicht das Stundengebet oder die geistliche Lesung. Zu dem wirklich empfehlenswerten Beitrag gelangt man über den Link unten.

Der Rosenkranz – Schule des kontemplativen Betens. 7 konkrete Tipps für Fortgeschrittene

Der heilige Evangelist Lukas und die Gottesmutter

Rogier van der Weyden:
Lukas malt Maria
 mit dem Jesuskind,
 1435, Museum of Fine Arts
 in Boston. (C) Gemeinfrei
Heute feiert die Kirche den Evangelisten Lukas. Nach den Überlieferungen soll er gebürtig ein Heide aus dem antiken Syrien gewesen sein, der Arzt war.

Er gilt als der Verfasser des Lukas Evangeliums und als enger Begleiter des heiligen Paulus auch der Apostelgeschichte. Außerdem war er ein Künstler und hat der Legende nach  ein Künstler und Portrait der Gottesmutter gezeichnet, die er mit eigenen Augen sah. Die Gottesmutter Maria soll ihm auf seine Frage, ob das Bild ihr angenehm sei, geantwortet haben: "Die Gnade desssen, der aus mir geboren ist, sei mit ihnen." (Quelle: Das große Handbuch der Heiligen, Pattloch-Verlag, S. 528)

Wir dürfen daraus schließen, dass er ein enges Verhältnis mit der heiligen Gottesmutter hatte, die er noch persönlich gekannt hat.

Linktipps:

Treuer Begleiter und wunderbarer Schriftsteller - katholisch.de

Sonntag, 16. Oktober 2016

Die Mutter der Barmherzigkeit lehrt uns den Lobpreis und das Genießen!

Zwei Mal jährlich trifft sich unsere Gebetsgemeinschaft "Lebendiger Rosenkranz" zum gemeinsamen Gebet mit geistlichem Vortrag. Diesmal fand dies Treffen im Marienwallfahrtsort Bethen bei Cloppenburg statt. Zu unserer Gruppe in der weltweiten Gebetsbewegung "Lebendiger Rosenkranz" zählen hunderte von Betern von der Nordseeküste bis zum Münsterland.

Obwohl das wunderschöne Herbstwetter lockte, es noch einmal vor der langen Winterzeit in schöner Natur zu genießen, entschloss ich mich, mir dieses Treffen nicht entgehen zu lassen. Dafür gibt efür mich zwei gute Gründe: Zum einen werden alle Mitglieder der Gebetsgemeinschaft zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Einige Frauen sorgen für eine reichhaltige Kaffeetafel mit jede Menge Kuchen gebacken wie bei "Muttern". Davon habe ich mich auch diesmal wieder mit vier (!) Stücken reichlich bedient (ich hoffe, unser Pastor, der der geistliche Leiter der Gebetsgruppe ist, liest nicht mit.)

Nein, ich bin natürlich nicht hauptsächlich zum Gebetstreffen gefahren, um mir den Bauch vollzuschlagen. Aber das schöne am katholischen Glauben ist, das man ihn mit Leib und Seele feiert. Zum Gebet gehört auch das gemeinsame gemütliche Beisammensein mit Glaubensgenossen. Und wann ist man schon mit so vielen Menschen zusammen, die ernsthaft am Glauben und am Gebet interessiert sind! Es waren gefühlt wohl an die 200 Leute ins Bether Wallfahrtsheim gekommen.

Der Hauptgrund der Teilnahme ist neben dem gemeinsamen Gebet der geistliche Vortrag, der in diesem Jahr von dem Pfarrer von Halverde Peter van Briel gehalten wurde. Das Thema seines Vortrags war "Maria, die Mutter der Barmherzigkeit" Pfarrer van Briel griff damit gleichzeitig das Thema des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit auf, welches in diesem Jahr begangen wird. Leider habe ich mir keine Notizen von diesem wirklich gelungenen Vortrag gemacht, sodass ich ihn nur bruchstückhaft wiedergeben kann.

Barmherzigkeit sei ein für viele Menschen ein Begriff, mit dem sie Schwierigkeiten hätten, führte Pfarrer van Briel aus. Die meisten Christen glaubten zwar grundsätzlich an den barmherzigen Vater. Dieser Glaube setze allerdings voraus, dass man seine eigenen Fehler und Schwächen gegenüber dem göttlichen Vater zugibt. In unserer Zeit neige man allerdings zum Gegenteil: Es sei üblich, dass heute alles und jeder Mensch kritisch beurteilt wird. Man sei darin geübt, die Fehler anderer gnadenlos aufzudecken. Gleichzeitig führe diese Haltung aber dazu, dass man mit der gleichen Reaktion anderer auf die eigenen Fehler und Schwächen rechne. Aus diesem Grund würden viele Menschen immer häufiger ihre eigene Schuld verdrängen. Sie würden sich mit einer harten Haut ummanteln, die keine Versöhnung mehr zuließe.

Ein Indiz sei auch die Krise des Beichtsakramentes. Denn hierbei müssten die Menschen ihre Fehler Gott offen bekennen. Und nicht nur das: Sie müssten dies auch noch einem Priester gegenüber tun, ein öffentlicher Akt. Eine Reaktion vieler Zeitgenossen sei, dass man die Umstände anführen würde, die zur eigenen Fehlleistung geführt hätten. Und überhaupt, im Grunde sei man ja ein guter Mensch. Abgesehen von den kleinen Fehlern, die man habe. Der liebe Gott müsse sich doch freuen, wenn man zu ihm betet oder vielleicht mal an einer heiligen Messe teilnimmt.

Diese Einstellung sei allerdings grundverkehrt. Gott sei von unserer Gegenwart und unserem Gebet nicht abhängig. Vielmehr seien wir auf SEINE Barmherzigkeit angewiesen. Wir müssten wieder erlernen, den göttlichen Herrn um Erbarmen zu bitten. Diese Fähigkeit zur Demut gegenüber Gott würde auch uns helfen, die Schwächen und Fehler unserer Mitmenschen zu akzeptieren, Ein Vorbild für uns sei die Gottesmutter Maria. Obgleich sie ohne Sünde geboren sei, sei sie sich mit jedem Atemzug bewusst gewiesen, dass sie völlig angewiesen auf Gott sei. Denn Gottes Gnade verdanke sie, dass sie ohne Sünde geboren sei und so zur Mutter des Gottessohnes werden konnte. Sie sei die Mutter all jener, die auf die Barmherzigkeit Gottes vertrauen.

Pfarrer van Briel gab uns zwei Tipps, wie wir Barmherzigkeit in unserem Leben mehr Raum gegeben können. Zum einen gab er den Rat, den Lobpreis immer mehr einzuüben. Der Lobpreis sei die Gegenhaltung zur Kritik. Wir sollten in jeden Menschen die guten Eigenschaften suchen und sie dafür loben. Dies sei sehr wichtig, wenn man in den Himmel will. Denn im Himmel gebe es keinen Streit und Wettkampf mehr. Dort sei die Freude, Liebe und Herzlichkeit untereinander und der Lobpreis Gottes Programm. Zum anderen empfahl er uns einzuüben, das Gute am Leben zu genießen. Diejenigen, die auch in der Ewigkeit an ihren Pläne, Ziele und Vorstellungen festhalten wollten, müssten spätestens im Himmel feststellen, dass dies dort nicht mehr gefragt sei.

Auch hierin sei die Gottesmutter für uns ein leuchtendes Vorbild: Im Lopreis Gottes (Magnificat) und in der Freude an der Heilsgeschichte ihres auferstandenen göttlichen Sohnes, die sie im Gebet mit den Aposteln und Jüngern Christi teilte. Niemand sei enger mit Christus verbunden als sie. Auch für uns heute lebenden Christen sei sie die direkte Ansprechpartnerin, die uns in die Barmherzigkeit Gottes immer tiefer hineinführt.

Im Anschluss dieses wirklich gelungenen Vortrags feierten wir in der Basilika eine Rosenkranzandacht mit Mons. Költgen. Für mich, der den Rosenkranz fast ausschließlich alleine als "Einzelkämpfer" betrachtet, war dies auch ein sehr schönes Erlebnis, sich einfach in das gemeinsame Gebet fallen zu lassen. Also war unsere Andacht gleich gute Gelegenheit, das Genießen und den Lobpreis gemeinsam mit der Gottesmutter einzuüben.

Sonntag, 2. Oktober 2016

Katholische Fischzellenkur in der Gebetsstätte Heede

Muttergottes Maria, in Heede
Königin des Weltalls
und Königin der armen Seelen
Ab und zu braucht jeder Gläubige eine "Fischzellenkur" im Glauben. Im säkularen Alltag ist es schwer, fest im Glauben zu stehen. Zuviele Einflüsse stürmen auf uns ein. Die Medienwelt trägt das ihre dazu bei. Auch im Pfarralltag fehlt es häufig an der Freude am Glauben. So ist es gut, regelmäßig eine Wallfahrt an eine Gebetsstätte zu unternehmen.

Ein solcher Ort ist die Gebetsstätte St. Petrus Heede im Emsland. Sie liegt 85 km von meinem Wohnort entfernt. Einmal im Monat findet dort eine Anbetungsnacht statt. Sie beginnt mit einer eucharistischen Anbetung mit Vesper und dem Rosenkranzgebet. Anschließend findet eine hl. Messe und eine Lichterprozession statt. Während der Nachtanbetung stehen mehrere Priester für die Beichte zur Verfügung.

Leider hatte ich in den letzten Monaten keine Zeit, nach Heede zu fahren. Andere Verpflichtungen hinderten mich daran. In letzter Zeit hatte ich privat und beruflich viel um die Ohren. Am Wochenende bin ich meistens journalistisch tätig. Hinzu kam der Kommunalwahlkampf in Niedersachsen und meinem Dorf, den ich ebenfalls begleitete.

Natürlich bemühte ich mich, meine Gebetsroutine beizubehalten und regelmäßig in die hl. Messe zu gehen. Aber es wurde halt zur Routine. Eigentlich ist dies etwas Gutes. Jede Gewohnheit bringt letztendlich auch Halt, weil man sonst  Gefahr läuft, Wichtiges aus den Augen zu verlieren. Auf der anderen Seite kann Routine auch dazu führen, dass man nicht mehr sich auf das Wesentliche konzentriert. Das Gebet und die Teilnahme an den Gottesdiensten wird dann schnell oberflächlich, aus einem Herzensgebet eine rein mündliche Pflichterfüllung.

An diesem Samstag aber nutzte ich die Gelegenheit zu meiner Frischzellenkur in Heede. Während meiner einstündigen Fahrt betete ich den Rosenkranz und war pünklich vor der Vesper in der Gebetsstätte. Schon beim Betreten der Wallfahrtskirche fiel mir die eigentümliche Atmosphäre dieses heiligen Ortes auf, an dem so viele Menschen gebetet und unzählige Sakramente gespendet wurden. Nach ein paar Minuten der Stille und Besinnung ging ich zur Beichte, da ich seit längerem etwas auf dem Herzen hatte. Ich trug mein Anliegen vor, was mich seit langem bereut hatte.

Mit dem Verlauf dieser Beichte hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Mein Beichtvater gab mir einen ganz anderen Blick auf meine Sünde, in der sich die liebevolle Barmherzigkeit Gottes widerpiegelt. Er kennt den ganzen Zusammenhang unserer Schwächen und Fehler und schenkt uns die befreiende Vergebung. Dankbar und befreit kehrte ich aus dem Beichstuhl zurück.

Gerade hatte die Vesper begonnen, in die ich nun einstimmte und mich vom eucharistischen Herrn betrachten und segnen ließ. Es schloss sich die Betrachtung des glorreichen Rosenkranzes an. Anschließend gab es dann vor der heiligen Messe einen eucharistischen Segen. Die Messe verlief auch sehr feierlich. Die Lieder waren mir zum Teil sehr fremd aber sehr schön, Das Emsland zählt zum Bistum Osnabrück, während Südoldenburg Teil des Bistums Münster ist. Ziemlich unkonventionell war die Predigt des Pfarrers, der wie ich aus Südoldenburg kommt. Ich kann sie nicht widergeben. Mein Bloggerkollege Mons Corpasini hätte dies als Germanist sicher hinbekommen. Die Homilie ging um das Thema "Was ist der Glaube" und hatte die Spannbreite vom Senfkorn über Pontius Pilatus bis zu einem wertvollen Aschenbecher als Gefäß des Glaubens oder so ähnlich.

Ich verstand so viel, dass Gott unbegreiflich ist, auch Heilige die Erfahrung der Nacht im Glauben hatten und solange "aus ihrer Haut geschält" wurden, bis sie sich ganz mit dem göttlichen Willen vereinen ließen. Das Facit war für mich, dass Gott unbegreiflich bleibt und wir darauf angewiesen sind, dass er uns mit dem Glauben und seiner Gnade beschenkt.

Schließlich ging die Gemeinde zur Kommunion. Ich sah, wie viele sich die Mundkommunion spenden ließen. Normalerweise empfange ich die Handkommunion. Bei uns ist dies so üblich. Aber neben mir knieten junge Leute sich hin, so tat auch ich es und empfing wie sie vom Priester die Mundkommunion.

Nach der feierlichen Messe startete die Lichterprozession, die bei der Marienstatue, der Königin des Weltalls und Königin der armen Seelen ihren Höhepunkt fand. Ich war von dieser Darstellung der Gottesmutter fasziniert und wollte dies mit meinem Smartphone festhalten. Da ich in der Hand die Wallfahrtskerze in der Hand hielt, gestaltete sich dies schwierig. Ich bemerkte gar nicht, dass dabei die Hülle meiner Lampe in Brand geriet. Meine Nachbarn warnten mich, bevor etwas Schlimmeres passieren konnte, und ich pustete schnell das Feuer aus. Zum Glück ging alles gut.

Ich ließ auf mich die Gesänge und die lauretanische Litanei einwirken, die alle Menschen um mich herum sangen und beteten.  Am Ende verweilte ich noch einen Moment an diesem Ort, bevor ich nach Hause fuhr.