Montag, 15. August 2016

Katholisch, der Kommunalwahlkampf und die AFD

Die AfD  (Alternative für Deutschland) spaltet. Derzeit ist Kommunalwahlkampf in Niedersachsen. Auch bei mir im Dorf machen die Rechtspopulisten massiv Wahlkampf und ich erhielt von ihnen unerwünschten Besuch. Deutlich zeigen sie in meiner Straße Flagge. So fühle ich mich klar herausgefordert. als katholischer Christ dazu Stellung zu beziehen. Gemeinsam mit meinen Nachbarn habe ich unsere Straße zur "AfD-freien Zone" erklärt.

Katholiken wie ich können zur AfD ganz unterschiedlicher Meinung sein. Denn es gibt ja durchaus Positionen dieser Partei, die auch wir Christen teilen, zum Beispiel beim Thema Abtreibung. Chrísten fordern zu Recht gleichermaßen, dass es kein Recht auf Tötung ungeborenen Lebens geben darf. Die konsequente Ablehnung  der Durchdringung der Gendertheorie in alle Bereiche unserer Gesellschaft teilen Rechtspopulisten wie gläubige Christen ebenfalls und vermissen sie zum Beispiel in Parteien mit dem "C" im Namen. Ist die AfD aber eine christliche Alternative? Mitnichten!

Sie ist vielmehr ein Sammelbecken von Nationalkonservativen, Nationalliberalen und von Menschen aus dem völkischen und rechtsextremen Milieu. Vieles ist mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar, zum Beispiel die Ausgrenzung von Menschen und der Nationalismus. Als Katholik sehe mich als Teil einer Weltkirche. Gott liebt jeden Menschen gleichermaßen. In seiner Kirche zählt nicht die Herkunft, sondern das gemeinsame Band der Taufe auf den dreifältigen Gott.

Als Christ bin ich berufen, die Einheit in Christus mit allen Menschen zu suchen. Ich bin ausgesandt, dem Obdachlosen eine Wohnung, dem Hungernden Nahrung, dem Trauernden Trost und dem Ratlosen die Wahrheit zu bringen. Aus christlicher Überzeugung teile ich die Forderungen unseres Papstes, Grenzen zu überwinden, an die Ränder zu gehen, Wohlstand zu teilen und die Einheit mit anderen zu suchen.

Als katholischer Christ stelle ich fest, dass die AfD diametral diesen christlichen Grundsätzen widerspricht, wie sie unser Papst und die Bischöfe unserer Kirche immer wieder lehren. Nicht zuletzt deswegen stehen nicht wenige Rechtsextreme in der AfD den Papst und der Kirche sehr feindlich gegenüber. Daher kämpfe ich auch aus christlicher Überzeugung mit meinem Gebet, friedlichen Mitteln und guten Argumenten gegen den Rechtspopulismus und der ihm zugrunde liegenden Gottlosigkeit unserer Zeit.

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