Montag, 15. August 2016

Glaubenszeugnis im Dom an Mariä Himmelfahrt

in der Marienkapelle
des Osnabrücker Doms.
Eigentlich wäre ich am heutigen Montag wie jeder Südoldenburger auf dem Stoppelmarkt gewesen. Es ist das bedeutendste Volksfest unserer Region Südoldenburg und wird immer um den Feiertag "Mariä Himmelfahrt" herum gefeiert. Der Montag mit Viehmarkt, prominenten Redner (in diesem Jahr Bundes-Verteidigungsministerin von der Leyen) und anschließend Party ohne Ende ist eigentlich für jeden Südoldenburger Pflicht. Die Südoldenburger geben sich gegenseitig den ganzen Tag pausenlos Bierrunden aus. Deshalb entartet der Montag jedesmal in einem riesigen Besäufnis aus.

Allerdings war ich schon am Wochenende schon recht ausgiebig auf den Stoppelmarkt gewesen. Auch aus diesem Grund beschloss ich, diesen Tag wirklich bewusst als christlicher Feiertag "Mariä Himmelfahrt" zu feiern.  Morgens konnte ich allerdings nicht in die hl. Messe, weil ich verhindert war. Mittags aber hatte ich frei und nutzte den Tag für einen Ausflug in die Domstadt Osnabrück. Dort suchte ich als erstes den Dom auf, um dort mein tägliches Rosnkranzgebet zu verrichten.

Gleich nach dem Eingang gelangt man rechts in eine Andachtskapelle mit vielen Kerzen vor einer wunderschönen Marienikone. Dort setzte ich mich hin und begann mit meinem Gebet. Doch wurde ich von einer ausländischen Frau unterbrochen. Sie hielt zwei Kerzen in der Hand und stellte mir auf Englisch eine Frage. Ich bin nicht besonders in der Sprache geübt, verstand allerdings soviel, dass sie wohl für einen Verstorbenen und einen lebenden Menschen beten wollte und die passenden Orte dafür im Dom suchte.

Leider kenne ich mich nicht so gut mit Bischofskirchen aus. Dort gibt es ja häufig viele Anbetungskapellen für verschiedene Anliegen. So antwortete ich der Frau aus meinem Herzen: Sie wäre hier an der geignetesten Stelle im Dom. Dies sei der Ort, an dem die Mutter unseres Herrn verehrt und angerufen wird, erklärte ich ihr. Die Gottesmutter wird ihre Anliegen gleich ihrem göttlichen Sohn vorbringen, erklärte ich ihr.

Sie entzündete darauf erst die eine Kerze, bekreuzigte sich mehrmals und betete sehr lange. Dann entzündete sie die zweite Kerze und betete noch einmal sehr ausgiebig. Dies beeindruckte mich sehr, und ich nahm ihre Anliegen in mein Rosenkranzgebet auf, welches ich nun fortsetzte. So wurden wir beide Zeugen des Glaubens und des Vertrauens auf der Fürsprache der Gottesmutter, die an dem heutigen Feiertag verehrt wird, weil wir sie im Himmel ganz nah am Ohr ihres göttlichen Sohnes wissen. Es folgten noch mehrere Frauen, die sich ebenso wie die Frau mehrfach bekreuzigten. Waren dies vielleicht syrisch-orthodoxe Christen?

Anschließend spazierte ich ein wenig durch die schöne Osnabrücker Innenstadt und setzte mich bei spätsommerlichem Wetter ins Straßencafe auf dem Marktplatz. Ich genoss den schönen Nachmittag, trank Kaffee und aß Kuchen und lauschte der Straßenmusik, die im Hintergrund gespielt wurde. Gleich geht es noch zur Abendmesse in meiner heimischen Pfarrkirche und zum Abschluss gönne ich mir dann doch noch ein Feiertagsbier, gleichzeitig ein Stoppelmarktbier.


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