Samstag, 27. August 2016

Die krasse Diskussion um das Burkiniverbot

Was ist an einem Ganzkörperbadeanzug so schlimm? Eigentlich wenig, wenn es sich hierbei nicht um ein religiöses Kleidungsstück handelt. Zum Beispiel erregt ein Tauchanzug bei keinem Menschen ernsthaft Aufmerksamkeit. Bei einem Burkini ist dies völlig anders. Auch bei ersterem Anzug ist der Mensch komplett verhüllt. Aber es hat sich darüber noch nie jemand beschwert. Die Befürworter des Burkiniverbotes argumentieren,  muslimische Frauen und deren Familienangehörige  mit einem Verbot zur angeblichen "Freiheit" zwingen zu können.  Freiheit durch Verordnung. So einfach soll es gehen. Sie glauben, dass ein Burkaverbot die legitime Waffe gegen die angebliche Unterdrückung der Frau sei, die von ihren (männlichen) Familienangehörigen zum Tragen der Vollverschleierung gewungen würden. Das einzige, was sie erreichen werden, ist das Verschwinden dieser Frauen aus den Badeanstalten, im Extremfall aus der Öffentlichkeit. Dies fördert Parallelgesellschaften.

Mal abgesehen davon, ob es überhaupt ein Kulturgewinn ist, dass die Leute zur relativen Nacktheit beim Baden verdammt sind, ein Freiheitsgewinn ist dies wohl auf keinen Fall. In Gegenteil, ein Burkiniverbot entpuppt die angebliche "Freizügigkeit" entpuppt sich als ihr Gegenteil, der Zwang zu einer bestimmten gesellschaftliche anerkannten Bekleidungsvorschrift. Was angemessene Badekleidung ist, hat sich auch in unserem ehemals christlichen Abendland erheblich gewandelt. Es ist noch gar nicht so lange her, dass es überhaupt einen Bikini gibt. Dies ist ein Phänomen aus der 68iger-Bewegung, der angeblichen sexuellen Revolution. Auch in christlich geprägten Gesellschaften hatten sich Frauen und Männer so zu bekleiden, dass sie niemanden beschämten oder die Würde einer Person verletzten. Sich vor fremden Blicken zu schützen, ist im Prinzip nichts verwerfliches.

Gesellschaftlichen Konsens über angemeissene Bekleidung   erreicht man weniger durch Verbote sondern mit Dialog. Dieser wird in einer mulitikulturellen Gesellschaft immer wichtiger. Verbote führen zum Gegenteil davon. Im Grunde ist ein Burkini für Frauen zunächst einmal ein  Freiheitsgewinn für muslemische Frauen oder Mädchen,, denen das öffentliche Baden  sonst eher durch ihre Religion versagt werden wurde.  Und nun offenbart sich das Motiv nicht weniger Leute, warum sie für das "Burka-Verbot" streiten. Es ist ein Kampf gegen eine Religion, die sie ablehnen.
Ich testete dies auf Twitter und postete zwei Tweets:


Die Reaktionen bestätigen meine Vermutung:

"Religion gehört auf den Mülleimer der Geschichte."
"Die krasse Diskussion ums offenbart, dass Religion Freiheit einschränken will"
"Wer Ja zu Burka sagt, sagt auch Ja zu Scharia, Genitalverstümelung, Kinderehen und Steinigungen."
"es geht um die verachtende Kultur: "du darfst dein Gesicht nicht zeigen/nicht baden mit Männern/nicht baden wie in EU üblich"

Ihnen geht es also weniger darum, wie Leute sich kleiden. Sondern es geht ihnen um Einschränkung der Religionsfreiheit. Und hier sollten wir Christen hellhörig werden. Diejenigen, die ein Burkaverbot fordern, können in einer religionsfeindlichen Gesellschaft nur noch schwer fordern, dass christliche Symbole in der Öffentlichkeit erhalten bleiben. Mit dem gleichen Argument kann man Kreuze aus öffentlichen Gebäuden verbannen oder das Tragen von christlicher Ordenstracht und Schmuck verbieten.

Die zunehmende Verbreitung des Islams bereiten natürlich auch Christen sorgen. Das probate Gegenmittel ist aber die Mission, das christliche Zeugnis für den wahren Glauben an den einen Gott in drei Personen, den Vater, den Sohn und den heiligen Geist. Und hieran krankt es in unserer Gesellschaft. Dieser Glaube ist schwach und wenig überzeugend für unsere nichtchristlichen Brüdern und Schwestern geworden. Deshalb ist erste Christenpflicht, mit der Neuevangelisation bei sich selbst und dann im eigenen Umfeld zu beginnen.

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