Montag, 29. August 2016

Das ZdK beschwört wieder einmal den "Priestermangel"

Auch unter seinem neuen Präsidenten lässt das "Zentralkomitee der Katholiken" (ZdK) nicht locker und wiederholt seine Forderung der Lockerung des Zölibates. Das Laienkomitee begründet dies zum x. Mal mit dem angeblichen Priestermangel.

Als regelmäßiger Messbesucher habe ich vom Priestermangel noch nichts mitbekommen. Wenn es wirklich eine Knappheit an Priestern geben würde, dann müssten die Kirchen doch bei jeder heiligen Messe überfüllt sein. Und die Beichtstühle müssten von langen Schlangen Beichtwilliger belagert werden, wenn Beichtzeiten auf dem Pfarrbrief angekündigt werden.

Bei uns auf dem Dorf sind die Kirchen allenfalls noch voll, wenn große Beerdigungen oder Hochzeiten gefeiert werden. Selbst an hohen Feiertagen sind noch Kirchenbänke frei. Bei einer Werktagsmesse kommen vielleicht noch 20 bis 50 Leute unserer 4.000 Seelen  - Pfarrei i n eine unserer vier Kirchen in denen täglich mindestens eine, wenn nicht zwei Messen gefeiert werden. Zu den Hochämtern und Vorabendmessen sind unsere Kirchen höchstens halbvoll. Früher war dies ganz anders. Da gab es sonntags zusätzlich eine Frühmesse und danach das Hochamt. Nicht selten standen Leute vor der Kirchentür, weil sie keinen Platz mehr fanden. Von Priestermangel sprach aber niemand.

Wem die Nase unserer Priester nicht passt, kann sich wohl 15 Kirchen im Umkreis von 20 Kilometern aussuchen, um dort zur Messe zu gehen. Um einen Platz braucht er sich heute keine Sorgen mehr machen. Wie kann man bei so einem Überangebot an Messen von Priestermangel sprechen? Beerdigungen, "Seelsorgeangebote", Jugendangebote werden von zahlreichen Laien durchgeführt. Dafür gibt es dann Pastoralreferentinnen, Gruppenleiterinnen und andere fleißige Mitarbeiter.

"Mehr Priester müssen da sein, um die Küsterei, die Verwaltungsarbeit, kleinere Reparaturen, Kontrolle von Umbauten usw. zu erledigen. Das sind Manager und Mädchen für alles. Und deshalb ist diese Laufbahn mit Rente ab 75 auch so wenig attraktiv.," kommentierte jemand auf Facebook.

Aber für die Hausmeister- und Verwaltungsarbeit können auch Laien eingesetzt werden. Allein diie Spendung der Sakramente, die Verkündigung des Evangeliums und die Leitung der Pfarrgemeinde bleiben dem Pfarrer allein vorbehalten. Und wenn die Leute zur Arbeit und Einkaufen weite Wege gehen, warum sollten sie nicht auch bereit sein, für die Speise des ewigen Lebens ebenfalls ins Auto zu steigen? Die Dauerschleife aus dem ZdK verschleiert das eigentliche Problem unserer Zeit: Der Mangel an Hunger nach dem wahren Brot des Lebens, der nur durch den Empfang der heiligen Sakramente gestillt werden kann.

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