Donnerstag, 16. Juni 2016

Katholischer "Aufstand der Anständigen"

Wenn ich vormittags im Fitnesscenter trainiere, treffe ich regelmäßig ein paar "nicht mehr ganz junge" Damen. Mittlerweile kennen wir uns und so kommen wir öfters ins Gespräch. Dabei geht es in der Regel ganz locker zu. Heute meinte die eine Dame zu mir, es wäre ja ganz interessant, wenn sie etwas über meine "Liebschaften" erfahren würde. Das ging mir dann doch ein wenig zu weit. Ich blockte dies mit einem "ich bin waschechter Single" ab. Das sei ja kein Hindernis, meinte die Seniorin, deshalb könne man doch trotzdem .... Nun insistierte ich nun deutlicher mit einem Lachen und Zucken mit meinen Augendlidern: "Ich bin römisch und katholisch!" und setzte danach mein Krafttraining fort.

Das, was man unter Anstand versteht, hat sich fundamental gewandelt. Ich erlebe ähnliche Situationen oft. Als Single kann man ja schließlich mit jeder ins Bett gehen. Und umgekehrt natürlich auch jede mit jedem. wir haben doch Gleichberechtigung! Wer es nicht tut, scheint nicht ganz normal zu sein. Zu den Zeiten, als die in die Jahre gekommenen Damen noch junge Mädchen waren, galt dies als völlig unanständig. Wer mit einer oder einem ins Bett springen wollte, musste vorher heiraten. Und unter Ehe verstand man ausschließlich die Verbindung von Mann und Frau. Heute muss man nur darauf achten, dass man sich vor "Unerwünschtem" (Kind, Krankheit) schützt. Wenn es dann "schief" geht, dann treibt frau notfalls eben den "Unfall" ab.

Die Auswirkungen dieses moralischen Wandels, einige nennen dies Verfall, kann man schon allein an der Tatsache festmachen, dass alljährlich hunderttausende Abtreibungen stattfinden, aber niemand sich (mehr) darüber aufregt. Auch die Diskussion "Ehe für alle" wäre vor Jahrzehnten ein NOGO gewesen. Die Bistümer hätten pausenlos dagegen gewettert, dass die Ehe etwas Heiliges ist und gottgewollt nur zwischen Mann und Frau geschlossen werden kann.

Was Anstand ist, formulieren die Kirchenportale heute hingegen - im Trend der Zeit - ganz anders. Hier geht es vor allem gegen allem, was "Rechts" verbunden wird: Völlig zu Recht wenden sich die katholischen Portale gegen Fremdenhass, Nationalismus und Ausgrenzung.
Es ist schon interessant, ja, sicher bemerkenswerter, bei welchen Themen sich diese offiziellen Kirchenportale sich "fromm" zurückhalten.

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