Samstag, 7. Mai 2016

Nachtanken: Wer von diesem Wasser trinkt, wird nie wieder dürsten

Schon seit einigen Tagen ist mir das Weihwasser ausgegangen. Ich hatte keinen Tropfen mehr im Haus. Das kommt sehr selten vor. Ich habe immer ein Schälchen Weihwasser in meinem Schlafzimmer. Beim Schlaf ist jeder Mensch in der schwächsten Lage. Träumen ausgeliefert. Des Nachts kann es durchaus zu belastenden Situationen kommen. Nicht wenige Menschen leiden unter Schlafprobleme, aber auch schlechte Gedanken und Gefühle können den ruhenden Mensch zu nächtlicher Stunde bedrängen.

Auf den Rat eines Beichtvaters habe ich deshalb auf meinem Nachtkästchen immer ein Töpfchen mit etwas Weihwasser stehen. Das hat mir durchaus geholfen. Wenn es nachts unangenehm wird, bekreuzige ich mich mit dem Weihwasser und bete, bis die Wogen in meinem Inneren sich wieder beruhigen. Das Weihwasser ist eng verbunden mit dem Sakrament der Taufe. Es wäscht uns von unseren Sünden rein. In der Taufe werden wir im geweihten Wasser untergetaucht, unser altes Leben stirbt und ein neues Leben im heiligen Geist beginnt. Doch durch unsere Schwachheit wird die Taufgnade immer wieder bedroht. Das Weihwasser erinnert uns, dass wir getauft sind und unter dem Schutz des Allerhöchsten stehen.

Was unterscheidet das geweihte Wasser vom normalen Wasser? Dies erklärt Jesus im  vierten Kapitel des Johannesevangeliums vortrefflich:

Jesus antwortete ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt.

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