Montag, 30. Mai 2016

Der Katholikentag und seine "Vision" vom politischen Katholizismus

Nun ist der Katholikentag in Leipzig vorbei und der Katholikentag in Münster steht bevor. Von allen Seiten wird bereits ein Résumé gezogen, Wo geht es mit dem Katholikentag hin? Die katholische Internetwelt gibt hierauf sehr vielseitige Antworten. Interessant fand ich in mehreren Berichten, dass Podien mit Spitzenpolitikern in Leipzig nicht so gefragt gewesen sein sollen. Hingegen seien Anbetungen, Gottesdienste und geistlichen Veranstungen gut besucht worden seien. Das wäre erfreulich, denn ein Katholikentag sollte vor allem ein Treffen des Gebets sein, die Katholiken in ihrem Glauben stärken und Andersgläubige neugierig über den katholischen Glauben machen.

Wenn Politik etwas in den Hintergrund treten und Glaubensveranstaltungen möglichst viel Raum haben würden, würde der Katholikentag eine andere Ausstrahlung auf unsere Gesellschaft haben. Schließlich ist der Katholizismus keine politische Bewegung sondern er fußt auf dem Evangelium, wie es uns durch die Apostel verkündet haben. Katholiken bilden keine Partei, sondern Kirche.

Viele verknüpfen mit dem Katholikentag eine Veranstaltung, auf der das Zentralkomitee der deutschen Katholiken seine Vision des politischen Katholizismus entwickeln will. Doch was ist das Ziel des politischen Katholizismus? Ursprünglich verstand man darunter eine Politik mit dem Ziel, die Glaubenslehre der römisch-katholischen Kirche zur Grundlage aller Entscheidungen zu machen und möglichst umfassend in Gesellschaft und Wirtschaft durchzusetzen.

Heute wird von vielen Leuten in Verbänden und ZdK darunter verstanden, die nicht mehr "zeitgemäßen" Lehren der Kirche den heutigen "Lebensverhältnissen" in unserer Gesellschaft anzupassen. Die politischen Forderungen richten sich weniger an Staat und Gesellschaft sondern an die "Amtskirche" mit Sitz im Vatikan. Man denke dabei nur an die Themen Frauendiakonat, Zölibat, Segnung homosexueller Paare oder Zulassung Wiederverheirateter zu den Sakramenten. Der politische Katholizismus ist auf diese Weise in sein Gegenteil verkehrt worden. Die Vision des ZdK vom politischen Katholizismus braucht unsere Kirche eigentlich nicht. Auch so gesehen wäre es besser, wenn es weniger von solchen Veranstaltungen gäbe.

Bislang bin ich noch nie auf einem Katholikentag gewesen. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, in zwei Jahren nach Münster zumindest für einen Tag mal daran teilzunehmen.. Und mich dabei vor allem auf die Suche nach geistlichen Angeboten zu begeben. Je mehr Katholiken dies ebenso machen, desto mehr wird der Katholkentag das, was er eigentlich sein sollte. Ein großes Glaubensfest mit der Botschaft, wie schön unser römisch-katholischer Glauben ist.

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