Montag, 30. Mai 2016

Der Katholikentag und seine "Vision" vom politischen Katholizismus

Nun ist der Katholikentag in Leipzig vorbei und der Katholikentag in Münster steht bevor. Von allen Seiten wird bereits ein Résumé gezogen, Wo geht es mit dem Katholikentag hin? Die katholische Internetwelt gibt hierauf sehr vielseitige Antworten. Interessant fand ich in mehreren Berichten, dass Podien mit Spitzenpolitikern in Leipzig nicht so gefragt gewesen sein sollen. Hingegen seien Anbetungen, Gottesdienste und geistlichen Veranstungen gut besucht worden seien. Das wäre erfreulich, denn ein Katholikentag sollte vor allem ein Treffen des Gebets sein, die Katholiken in ihrem Glauben stärken und Andersgläubige neugierig über den katholischen Glauben machen.

Wenn Politik etwas in den Hintergrund treten und Glaubensveranstaltungen möglichst viel Raum haben würden, würde der Katholikentag eine andere Ausstrahlung auf unsere Gesellschaft haben. Schließlich ist der Katholizismus keine politische Bewegung sondern er fußt auf dem Evangelium, wie es uns durch die Apostel verkündet haben. Katholiken bilden keine Partei, sondern Kirche.

Viele verknüpfen mit dem Katholikentag eine Veranstaltung, auf der das Zentralkomitee der deutschen Katholiken seine Vision des politischen Katholizismus entwickeln will. Doch was ist das Ziel des politischen Katholizismus? Ursprünglich verstand man darunter eine Politik mit dem Ziel, die Glaubenslehre der römisch-katholischen Kirche zur Grundlage aller Entscheidungen zu machen und möglichst umfassend in Gesellschaft und Wirtschaft durchzusetzen.

Heute wird von vielen Leuten in Verbänden und ZdK darunter verstanden, die nicht mehr "zeitgemäßen" Lehren der Kirche den heutigen "Lebensverhältnissen" in unserer Gesellschaft anzupassen. Die politischen Forderungen richten sich weniger an Staat und Gesellschaft sondern an die "Amtskirche" mit Sitz im Vatikan. Man denke dabei nur an die Themen Frauendiakonat, Zölibat, Segnung homosexueller Paare oder Zulassung Wiederverheirateter zu den Sakramenten. Der politische Katholizismus ist auf diese Weise in sein Gegenteil verkehrt worden. Die Vision des ZdK vom politischen Katholizismus braucht unsere Kirche eigentlich nicht. Auch so gesehen wäre es besser, wenn es weniger von solchen Veranstaltungen gäbe.

Bislang bin ich noch nie auf einem Katholikentag gewesen. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, in zwei Jahren nach Münster zumindest für einen Tag mal daran teilzunehmen.. Und mich dabei vor allem auf die Suche nach geistlichen Angeboten zu begeben. Je mehr Katholiken dies ebenso machen, desto mehr wird der Katholkentag das, was er eigentlich sein sollte. Ein großes Glaubensfest mit der Botschaft, wie schön unser römisch-katholischer Glauben ist.

Sonntag, 29. Mai 2016

Mit dem "Lebendigen Rosenkranz" auf den Spuren Unserer Lieben Frau von La Salette

Heute traf sich unsere Gebetsgemeinschaft "Lebendiger Rosenkranz" zu ihrem halbjährlichen Treffen in unserer Pfarrgemeinschaft. Mehrere Hunderte Christen sind in unserer Gebetsgruppe Mitglied und kamen zum Teil von weit her. Zum Beispiel unterhielt ich mich mit einer Dame, die aus dem 100 km entfernten Telgte im Münsterland in unsere Pfarrei gekommen war.

Das Treffen begann mit einer gemeinsamen Rosenkranzandacht in unserer Pfarrkirche und wir betrachteten den freudenreichen Rosenkranz. Danach stärkten wir uns mit Kaffee und Kuchen im Pfarrheim. Anschließend nahm ein indischer Priester uns auf eine Pilgereise mit in den französischen Marienwallfahrtsort La Salette und erzählt uns die Botschaft der Erscheinung der Gottesmutter in diesem verlassenen Bergdorf in den französischen Alpen. Er ist Ordenspriester der "Missionare unserer Lieben Frau von La Salette" und als Kaplan in unserem Marienwallfahrtsort in Bethen bei Cloppenburg tätig.

Die Gottesmutter erschien den Kindern als weinende Mutter in einem Feuerball und überbrachte ihnen die Botschaft,wie sehr sie daruter leidet, dass die Menschen ihren Sohn ablehnen, verspotten und lächerlich machen, dass sie seinen Namen missbrauchen, dass sie in Lauheit und Gleichgültigkeit ersticken.„Wenn ihr den Himmel nicht sucht, verliert ihr auch die Erde."

Sie ruft zu Bekehrung und Umkehr auf: Die Menschen müssen bereuen, ihr Leben nach dem Willen Gottes ausrichten und auf Gottes Barmherzigkeit vertrauen. Zum Schluss gibt sie den Kindern den Auftrag: „Nun Kinder, teilt dies meinem ganzen Volk mit!"

Die Frau trägt einen Kranz aus Rosen, eine Krone und ein feurig loderndes Kreuz mit einem Hammer an der einen und eine Zange an der anderen Seite des Kreuzes. Der Hammer symbolisiert die Sünden, mit denen wir den Herrn ans Kreuz nageln, die Zange die Bekehrung, die Christus von den Kreuzesqualen löst.

Eine sehr aktuelle Botschaft. weil gerade in unserer Gegenwart so ablehnend über Glauben und Kirche geredet wird, viele Christen nicht mehr den Sonntag heiligen und nicht mehr gebetet wird. Wer nicht mehr in die heilige Messe geht, wer nicht mehr betet, der missachtet den Herrn und nagelt ihn ans Kreuz. Der indische Salettinerpater berichtete uns gleichzeitig über seinen Orden, der auch in Indien beheimatet ist.

Über die Botschaft von La Salette gibt es viele zum Teil irreführende Informationen im Internet. Der Kaplan empfahl uns die Seite http://lasalette.cef.fr/ Leider gibt es diese fanzösischsprachige Seite in Deutsch nur mit einer sehr mangelhaften Google-Übersetzung. Wer gute Angebote im Netz kennt, mag sie mir gerne im Kommentarbereich unten mitteilen.

Statue der Gottesmutter in unserer
Pfarrkirche

Gegend um La Salette

Statuen der Gottesmutter und den Kindern
am Erscheinungsort in La Salette

Das Salettiner-Kreuz, mit dem uns
der Kaplan uns am Ende segnete

Samstag, 28. Mai 2016

Schräge Twitterdiskussion: Ist der Katholikentag nicht katholisch?

Auf Twitter tummeln sich ja alle möglichen Ideen und Leute. Zum Beispiel der "katholische Drache", über den ich schon einmal gebloggt habe. Normalerweise bekomme ich keine Tweets mehr von ihm zu sehen, weil er mich blockiert hat. Aber über einen anderen Nutzer bekam ich ein Retweet von ihm in meine Timeline:

"Der @katholikentag ist m.E. gar nicht katholisch, weil eine Veranstaltung grün-linksorientierter Verbände und LGBT-Fans."

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und auch einiges, was auf dem Katholikentag angeboten wird, sehe ich durchaus kritisch. Darüber habe ich zum Teil öfters schon in diesem Blog geschrieben. Aber diese Behauptung fand ich schon wirklich schräg. Schließlich hat der Bischof unseres Bistums Münster Dr. Felix Genn alle Katholiken aufgefordert, den Katholikentag wohlwollend im Gebet und auch mit Spenden zu unterstützen. Nicht nur er sondern viele Bischöfe unterstützen den Katholikentag mit ihrer aktiven Beteiligung an Veranstaltungen und der Zelebration von Gottesdiensten. Und sogar der Papst grüßte die Teilnehmer per Videobotschaft und wünschte dem Treffen, dass es das Evangelium in die Welt trage.

Schon allein deshalb kann man nicht behaupten, dass es sich hier nicht um eine Veranstaltung der katholischen Kirche handle, wenn auch einer ziemlich zerbeulten katholischen Kirche. Einer Kirche die Rechtspopulisten ausgrenzt aber mit Atheisten, Homosexuellen und "Reformgruppen" ala "Wir sind Kirche", die die Kirche auf den Kopf stellen wollen, das Gespräch sucht.

Ich hatte keine Hoffnung, den Autor obigen Tweets, den katholischen Drachen, überzeugen zu können, Aber ich wollte den Nutzer, der mir den Retweet schickte, zum Nachdenken bewegen und antwortete:

"also auch nicht die Bischöfe, die ihn unterstützen?"

Der Nutzer antwortete mir darauf schon etwas zurückhaltender:

"Ich wage zu behaupten ein differenziertes Weltbild zu haben. @zdkonline u @katholikentag sind dt.-katholisch."

Auf meine eigentliche Frage ging er nicht ein, ob die Bischöfe noch katholisch seien. Denn das ist eine delikate Frage in unserer Kirche mit klarer Hierachieordnung. Da gibt es die Bischöfe, die gemeinsam mit dem Papst das Lehramt leiten, als Nachfolger der Apostel Christi die Kirche. Und Laien, die in der Kirche mitwirken sollen. Die Hirten und die Schafe, wenn wir im biblischen Bild bleiben. Leider gibt es in der zerbeulten Kirche da einiges Durcheinander. Zum einen eine "Kirchenvolksbewegung" mit Leuten, die nicht mehr Schafe sein wollen. Und zum anderen Laienverbände, die glauben, Laien müssten Leitungsfunktionen in unserer Kirche reformieren. Letztere bündeln sich im ZdK, dessen Vorsitzender oftmals wie ein deutscher Gegenpapst in Erscheinung tritt. Und dann gibt es die graue Masse an Katholiken, die aus Verzweiflung oder Desintresse still bleiben und gar nicht mehr in der Kirche zu sehen sind.

Aber eigentlich sind die Rollen klar verteilt. Bischöfe, Priester, Laien, Ein Diözesanbischof hat deshalb eine besondere Autorität in seiner Teilkirche, die nichr so einfach übergangen werden kann. Schon gar nicht von traditionalistischen Christen. Vielfach widersprechen diese der Tradition der Lehre unserer Kirche, indem sie die Autorität der Bischöfe infrage stellen. Sie begründen dies häufig mit der überlieferten Lehre der Kirche, wie sie im Katechismus dargelegt wird. Auch dies ist insofern problematisch, weil der katholische Glaube keine Buchreligion ist. Somit ist weder allein der Katechismus noch die Bibel losgelöst von der Auslegung der Bischöfe.

Mein Fazit: Der Katholikentag sollte mit wohlwollender Kritik beurteilt werden. Aber ihn als nicht katholisch zu bezeichnen, halte ich für falsch.

Donnerstag, 26. Mai 2016

Fronleichnam: Sind wir Katholiken etwa ein blutrünstiges Volk?

Heute sinnierte eine Snapchatterin über Fronleichnam, das Hochfest des Leibes und Blutes Christi. Sie fand das ekelhaft. So war jedenfalls mein Eindruck ihres Snapvideos, welches leider nicht mehr online ist. Sind wir Katholiken wirklich ein blutrünstiges Volk? Oder gar Kannibalen?

Die Social Media Managerin hätte es eigentlich besser wissen kömnnen. Vielleicht war sie schon zumindest als Kind einmal bei einer Fronleichnamsprozesession gewesen. Und da ist garantiert kein Blut geflossen. Zumindest hätte man davon gehört. Mit dem Fest Fronleichnam feiern wir katholische Christen die Eucharistie. Wir feiern, dass Christus uns nahe ist, dass er sich uns in jeder heiligen Messe im eucharistischen Opfer als Nahrung schenkt. Das Fest entstand in einer Zeit des Mittelalters, in dem Aberglaube sich breit machte, erklärte uns unser Pfarrer. Die Leute litten damals große Not und missdeuteten die Kreuzesphilosophie als eine Strafe Gottes. In dieser Zeit hatte eine Ordensfrau eine Vision die zur Einsetzung dieses Festes führte. Mit dem Fest Fronleichnam sollte der Glaube an den einen Gott gestärkt und der Aberglaube bekämpft werden.

Wir Katholiken feiern am Fronleichnamsfest die Einsetzung der Eucharistie. Wir glauben, das Christus uns nahe ist, ums stärkt und zur Nahrung wird in Gestalt von Brot und Wein. Es ist ein garantiert unblutiges Freudenfest. Es handelt sich nicht um eine gewöhnliche Speise, sondern eine Speise des Himmels. In einer Demonstration, der Fronleichnamsprozession, zeigen wir öffentlich unseren Glauben, dass Gott uns allen nah ist und jedem zur Nahrung werden möchte.

Infos zum Fronleichnamsfest auch auf Kathpedia

#kt16: Warum nicht einfach mal nur katholisch sein?

Kaum hat der Katholikentag begonnen, schon geht das Geschrei los. Das Laiengremium hat das Thema Flüchtlinge und Frauendiakonat als Schwerpunktforderungen auf den Kirchentag formuliert- Die Vizepräsidentin Claudia Lücking-Michel forderte vorher eindringlich das Frauendiakonat. Schön und gut, wenn es einen Katholikentag gibt. Aber kann man da nicht einfach katholisch sein? Und die Worte der Videobotschaft in deutscher Sprache des Papstes in den Mittelpunkt stellen?

Montag, 23. Mai 2016

Volksfest und Familienfeier am Dreifaltigkeitssonntag

Den Glauben im Alltag zu leben ist nicht immer ganz einfach. Vor allem, wenn man als Christ die Einsicht gewonnen hat, das Sonntagsgebot einzuhalten. Bei vielen Katholiken fehlt diese Einsicht, sie wissen nicht mehr, dass der die regelmäßige Teilnahme am Sonntagshochamt die Quelle des Glaubens ist. In der hl. Messe stärkt uns der dreifältige Gott durch Sein Wort und Sakrament. Wer nicht mehr an dieser Quelle trinkt, verdurstet unweigerlich geistlich und verliert seinen Glauben.

Auf der anderen Seite gibt es durchaus Gründe, die an der Teilnahme an der Sonntagsmesse hindern können. Zum Beispiel Krankheit oder die Pflichten, die sich für Familienangehörigen bei der Betreuung alter Menschen oder von Kranken ergeben. Auch auf Reisen kann es durchaus vorkommen, dass man keine Gelegenheit zum Messbesuch findet.

In unserer Zeit der Glaubenskrise gibt es nur noch wenige christliche Familien. Bekennende und überzeugte Katholiken müssen sich darauf einstellen, dass ihre Angehörigen nicht zur Kirche gehen. Zugleich überdecken säkulare Feste christliche Sonntagskultur. Für Katholiken ist es eine Herausforderung, ihre Pflichten aus Familie und Gesellschaft zu erfüllen, ohne den Glauben zu vernachlässigen.

Mein Dorf feiert am Sonntag nach Pfingsten, dem Dreifaltigkeitssonntag, alljährlich sein Volksfest. In diesem Jahr fand aber zusätzlich in Berlin ein wichtiges Familienfest statt. Die Familie ist wichtiger als ein Volksfest, deshalb fuhr ich selbstverständlich nach Berlin. Mittlerweile ist die Fahrt aus Westdeutschland nach Berlin zur Stauhindernistour degeneraiert. Gleich auf der Hinfahrt geriet ich nach wenigen Autobahnkilometern in den ersten Stau, mein Navi dirigierte mich auf eine Landstraße hinter Wildeshausen und leitete mich weiter bis Delmenhorst auf die Autobahn, auf der ich wieder im Schleichverkehr weiter fahren musste. Die gleiche Prozedur wiederholte sich vor Potsdam noch einmal. Fünf Mal änderte mein Navi die Route und ich war froh, irgendwann heile in Berlin-Zehlendorf anzukommen.

Unser Familienfest war toll und wir freuten uns, uns mal nach langer Zeit wieder zu treffen. Ich übernachtete bei meinem Neffen und beschloss, nach dem Frühstück rechtzeitig wieder nach Hause abzufahren, um an der Abendmesse in der Vechtaer Propsteikirche teilnehmen zu können. Sie findet sonntags immer um 18 Uhr statt. Vechta ist die benachbarte Kreisstadt meines Heimatdorfes. Im Notfall kann man auch noch die Abendmesse im KTV Fernsehen um 19 Uhr mitfeiern. Aber ich feiere die Messe lieber in der Kirche als vor der Flimmerkiste mit.

Ich fuhr mittags von Berlin los, und mein Navi zeigte an, dass ich um 16.30 Uhr wieder zu Hause sein würde. Doch kurz nach meiner Abreise kam aus dem Navi die Ansage; "Die Route wurde wegen der Verkehrslage geändert." Meine Ankunftszeit wechselte zunächst auf 17.03 Uhr. Ich wurde durch das schöne Potsdam gelenkt und irgendwann wieder zur Autobahn geführt. Dort stand ich gleich wieder im Stau. Ein  Autounfall behinderte die Fahrbahn. Meine Ankunftszeit zog sich weiter hinaus. Schließlich ging es dann doch zügig weiter und ich konnte wieder ein wenig Zeit aufholen. Zwischen Braunschweig und Peine machte ich in einer Raststätte eine Tank- und Kaffeepause.

Doch gleich danach geriet ich vor einer Baustelle in den nächsten Stau. Ich beschloss nun, eine Strecke in meinem Navi zu programmieren, die Autobahnen weitgehendst mied, und wählte als Zwischenziel Diepholz ein. Zum Glück verlief die Fahrt auf diese Weise reibungslos und ich war um 17.30 Uhr rechtzeitig erschöpft aber glücklich in der Vechtaer Propsteikirche. In Bekannter sagte mir mal: "Egal wo du bist, wenn du in eine Kirche kommst, dann kommst du nach Hause".

Genauso fühlte ich mich in diesem Moment. Ich setzte mich einfach still in die Kirchenbank und genoss die Ruhe nach dem Feier- und Straßenlärm. Ich ließ mich einfach in die Arme Gottes fallen. Die Kirchenglocken fingen an, feierlich zu läuten und die Kirche füllte sich mit Besuchern. Mit herrlichen Orgelklang begann die Messe. Die Predigt war hervorragend. Der Pfarrer predigte von der Herrlichkeit des dreifaltigen Gottes. Der eine Gott in drei Personen. Die Dreifaltigkeit sei unerfassbar für uns.

Gott habe die Schöpfung und uns Menschen nach seinem Ebenbild erschaffen, nicht weil er es nötig gehabt hätte, sondern weil er seine Liebe mit uns teilen wollte. Er sei uns nahe geworden und in seinem Sohn Jesus Christus Mensch und Bruder geworden. Durch Christus dürften wir den allmächtigen Gott Vater nennen. Das christliche Gottesverständnis unterscheide sich maßgeblich vom Glaubensverständnis der Muslime, für die Gott unnahbar bliebe. Für sie sei der allmächtige Gott der Herrscher, den man sich unterwerfen müsse.

Leider war die Eucharistiefeier bei weitem nicht so feierlich wieder Wortgottesdienst, Nach der Gabenbereitung schloss sich das Hochgebet an, von der Präfation hatte ich nichts mitbekommen, nach dem feierlich gesungenen Gemeindelied zum Sanctus folgte dann das verkürzte Hochgebet.
Dennoch ging ich froh aus der Kirche nach der Messe heraus, in der Gewissheit, den Segen aus der Quelle unseres Glaubens erhalten zu haben.

Nach der Messe fuhr ich nach Hause in mein Dorf, um dort noch ein paar gemütliche Stunden auf dem Volksfest zu verbringen. Und dankte Gott, dass ich alles an einem erlebnisreichen und schönen Wochenende miteinander vereinen konnte. Glauben, Familie und Volksfest.


Freitag, 20. Mai 2016

Und das geht so ab auf dem Katholikentag

Der Katholikentag ist ein "bunter Spiegel des Lebens in unserer Kirche", formulierte der Bischof Dr. Felix Genn in seinem Aufruf zur Katholikentagskollekte. Dies regte mich an, doch einmal ein wenig im Programm des Katholikentags zu stöbern, was so in unserer Kirche passiert, zumal ich nicht dabei sein kann. Auffällig ist, wie sehr das Thema Reformation auf dem Katholikentag Raum einnimmt, der ja eigentlich den Glauben der Katholiken in die Gesellschaft hinausstrahlen soll. Es finden dazu mehrere Angebote statt, zum Beispiel "Anno Lutheri - spielen und entdecken - Spielend die Reformation kennenlernen": Das Evangelisch-Lutherische Landeskirchenamt Sachsens darf zum Thema "Meine Zukunft ist evangelisch?" Berufe in Kirche und Diakonie vorstellen. Nun gut, es kann ja als Katholik nicht verkehrt sein, die evangelische Kirche besser kennen zu lernen.

Es wird auf dem Katholikentag wirklich ein buntes Programm für alle möglichen Interessen angeboten. Und wenn schon nicht die AFD dabei sein darf, dann dürfen die "Initiative Kirche von unten - Netzwerk katholischer Lesben - Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche" nicht fehlen. Sie veranstalten  ein Zentrum Regenbogen. 

Natürlich gibt es auch Katholisches im Kirchentagsprogramm, z.B. Unsere Identität - unser Glaube - 100 Menschen - 100 Zeugnisse. Diese Veranstaltung des Bonifatiuswerkes hätte mich interessiert. Außerdem gehören dazu natürlich Eucharistiefeiern, eucharistische Anbetungen und mehr. Katholische Verbände und Orden präsentieren sich. Ich möchte den Katholikentag nicht von vornherein in Grund und Boden schreiben. In zwei Jahren ist er ja in Münster. Ich hoffe, dass ich wirklich Zeit habe, ihn dann mal vor Ort zu erleben.

Bischof Genn ruft zur Katholikentagskollekte auf

Der Bischof von Münster Dr. Felix Genn ruft alle Katholiken des Bistums Münster zu einer "großzügigen Spende" für den 100. Katholikentag auf, welcher vom 25. bis 29. Mai in Leipzig stattfinden wird. Der Aufruf soll am kommenden Dreifaltigkeitssonntag (und der Vorabendmesse) am 21. und 22. Mai in allen Gottesdiensten des verlesen werden.

Im Aufruf heißt es, der Katholikentag sei seit über 160 Jahren ein "Spiegelbild des Lebens in unserer Kirche, bunt und vielfältig, ernst und fröhlich, geistlich und politisch zugleich". Mit ihrem Gebet und ihrer Spende sollten die Katholiken helfen, "dass der Katholikentag ein Zeugnis für unseren Glauben werden kann, das weit in die Gesellschaft hinausstrahlt". Der Wortlaut des Hirtenwortes ist auch im Kirchlichen Anbtsblatt für die Diözese Münster nachzulesen,

Montag, 16. Mai 2016

Pfingstmontag: Das endgültige Ende der Osterzeit

Mit dem Pfingstfest endet der Osterfestkreis.  Genau genommen findet das Hochfest Pfingsten am Pfingstsonntag statt. Am Montag danach beginnt die Stundenliturgie bereits wieder mit dem Jahreskreis, in diesem Jahr mit der Psalmodie in der 3. Woche. Dem Beter des Stundengebetes fällt dies sofort auf. Warum gibt es eigentlich dann den Pfingstmontag? Er ist der Überrest der Pfingstoktav, die in der überlieferten Tradition gefeiert wird und nach der Reform nach dem zweiten Vatikanum wegfiel.

Fragt sich, wie lange es noch den Pfingstmontag es noch geben wird, zumal immer weniger Leute den Sinn des Pfingstfestes verstehen und christliche Feiertage ja gerne "wegrationalisiert" werden. Ihn könnte man ja mit dem Argument streichen, dass die Kirche selbst schon an diesem Feiertag zum Alltag überwechselt. Die Liturgie der heiligen Eucharistie weist aber immer noch in ihren Gebeten und Lesungen auf das freudige Pfingstereignis hin. Gepredigt wird allerdings an diesem Tag zumindest in meiner Pfarrei wie an anderen Werktagen nicht. Oft werden allerdings an diesem Tag an Stelle von Eucharistiefeiern ökumenische Gottesdienste gefeiert.

Samstag, 14. Mai 2016

Der Dackel im Familiengrab. Ist das christlich?

Wieder einmal erregte ein Beitrag auf katholisch.de, dem Internetportal der katholischen Kirche in Deutschland, mein Interesse. Er handelte über das Thema Bestattungskultur und hatte den Titel "Bistum erlaubt Rentner gemeinsames Grab mit Dackel - Diözese Aachen stimmt Änderung der Friedhofssatzung zu". Sofort stellte sich mir die Frage, ob dies mit dem christlichen Glauben vereinbar ist.

In anderen Religionen und heidnischen Brauchtum war und ist es durchaus üblich, dem Grab auch Tiere und Gegenstände beizulegen. Dies enspricht der Vorstellung, dass sie dem Angehörigen auch nach dem Tode noch nützlich sein könnten. Im Christentum war dies hingegen (bislang) unüblich und wird es wohl auch bleiben. Denn die Entscheidung des Bistums Aachen, eine Ausnahme bei diesem Rentner zu genehmigen, soll laut Bereicht eine Einzelfallentscheidung bleiben.

Aus pastoraler Sicht scheint sie durchaus nachvollziehbar zu sein. In einer Gesellschaft, in der immer mehr Menschen alleine leben, gewinnt das Haustier oft die Rolle eines Familienmitgliedes und wird zum einzigsten "Ansprechpartner" besonders für alte Menschen. Da liegt der Wunsch des Toten nahe, gemeinsam mit seinem "besten Freund" begraben zu werden.

Auf der anderen Seite weist die traditionelle katholische Lehre dem Tier nicht die Würde eines Menschen zu (Siehe Katechismus der katholischen Kirche, Nr. 2415 ff). Der Mensch soll die "Unversehrtheit der Schöpfung" achten. Menschen sollen Tieren mit "Wohlwollen" entgegentreten, weil sie schon durch ihr Dasein Gott verherrlichen. Aber Gott hat nach dem Katechismus die Tiere unter die Herrschaft des Menschen gestellt, weil er den Menschen nach seinem Bild geschaffen hat. Der Mensch darf Tiere nutzen, sich von ihnen ernähren und sie zur Arbeit zähmen. Selbst Tierversuche sind im sittlichen Rahmen vertretbar, weil sie menschliches Leid verringern. Auf keinen Fall haben Tiere im christlichen Sinne die Stellung eines Familienmitglieds und gehören auch nicht ins Grab.
2418 Es widerspricht der Würde des Menschen, Tiere nutzlos leiden zu lassen und zu töten. Auch ist es unwürdig, für sie Geld auszugeben, das in erster Linie menschliche Not lindern sollte. Man darf Tiere gern haben, soll ihnen aber nicht die Liebe zuwenden, die einzig Menschen gebührt. (Katechismus der katholischen Kirche)

Mittwoch, 11. Mai 2016

Maiandacht zur Mutter der Barmherzigkeit

Maiandacht in Nachbarsgarten
Wenn man die derzeitige Lage unserer Kirche erlebt, dann ist dies oft entmutigend. Leere Kirchenbänke, offensichtlich praktizieren viele Katholiken ihren Glauben nur noch wenig. Ein Leuchtfeuer ist die alte Tradition der Marienandachten, die in den Dörfern (noch?) gefeiert werden. Eine solche Marienandacht veranstaltete die Kolpingfamilie jetzt bei einer Nachbarfamilie von mir.

Im Garten meiner Nachbarn steht eine Madonna und vor ihr wurden im wohlgepflegten Garten Stühle aufgestellt. Die Andacht wurde von der jungen Schwiegertochter aus dem Internet zusammengestellt und enthielt viele alte Marienlieder und -gebete, dem Salve Regina, dem Magnificat, den Grüssauer Marienrufen und einem Impuls des sel. Adolph Kolping. Der Gedanke an das heilige Jahr der Barmherzigkeit stand im Zentrum der Andacht. Zitat aus der Hinführung der Marienandacht:
" ... Das Hören der Botschaft Gottes, mit ihrem Ohr des Glaubenssowie ihre Antwort aus offenem und tiefsten Herzensgrund bereiten den Weg, dass Gottes unbegreifliche Barmherzigkeit in die Welt kommen konnte. ... "
Erfreulich viele Leute waren aus der Nachbarschaft gekommen, allerdings wenig Männer und viele Ältere. Nach der Andacht lud uns die Kolpingfamilie zum gemütlichen Beisammensein mit Bier und Wasser ein. Auch das gehört zum katholischen Glauben. Wir unterhielten uns über die Kolpingfamilie und die Zukunft unserer Gemeinde. Unsere Kolpingfamilie hat seit einigen Jahren eine sehr lebendige Kolpingjugend. Die veranstaltet tolle Ferienfahrten, Aktionen und Feste. Allerdings fragte ich nach, ob es gelingt, außer Party und Spaß auch gemeinsame Gebetsaktionen und Andachten jungen Leuten nahe zu bringen.

Da gibt es ein paar gute Ansätze aber auch viele Fragezeichen, erfuhr ich. Letztendlich wissen wir es aus dem täglichen "Alltag" in der Kirche. Die Kirchenbänke bleiben oft leer. Auch, weil viele Kolpinger in der heiligen Messe fehlen.

Samstag, 7. Mai 2016

Nachtanken: Wer von diesem Wasser trinkt, wird nie wieder dürsten

Schon seit einigen Tagen ist mir das Weihwasser ausgegangen. Ich hatte keinen Tropfen mehr im Haus. Das kommt sehr selten vor. Ich habe immer ein Schälchen Weihwasser in meinem Schlafzimmer. Beim Schlaf ist jeder Mensch in der schwächsten Lage. Träumen ausgeliefert. Des Nachts kann es durchaus zu belastenden Situationen kommen. Nicht wenige Menschen leiden unter Schlafprobleme, aber auch schlechte Gedanken und Gefühle können den ruhenden Mensch zu nächtlicher Stunde bedrängen.

Auf den Rat eines Beichtvaters habe ich deshalb auf meinem Nachtkästchen immer ein Töpfchen mit etwas Weihwasser stehen. Das hat mir durchaus geholfen. Wenn es nachts unangenehm wird, bekreuzige ich mich mit dem Weihwasser und bete, bis die Wogen in meinem Inneren sich wieder beruhigen. Das Weihwasser ist eng verbunden mit dem Sakrament der Taufe. Es wäscht uns von unseren Sünden rein. In der Taufe werden wir im geweihten Wasser untergetaucht, unser altes Leben stirbt und ein neues Leben im heiligen Geist beginnt. Doch durch unsere Schwachheit wird die Taufgnade immer wieder bedroht. Das Weihwasser erinnert uns, dass wir getauft sind und unter dem Schutz des Allerhöchsten stehen.

Was unterscheidet das geweihte Wasser vom normalen Wasser? Dies erklärt Jesus im  vierten Kapitel des Johannesevangeliums vortrefflich:

Jesus antwortete ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt.

Mittwoch, 4. Mai 2016