Samstag, 2. April 2016

Das Chaos mit dem neuen Gotteslob

Seit drei Jahren gibt es das neue Gotteslob, das Gesang und Gebetbuch der katholischen Kirche in den deutschsprachigen Ländern. Nun soll es schon wieder geändert werden, berichten offizielle katholische Internetseiten wie katholisch.de. Die Sortierung des Liedguts sei nicht "kundenfreundlich" genug, besonders die Nummerierung von "Salve Regina" und "Großer Gott wir loben dich" sei kritisiert worden, wird dies begründet. Traditonsbewusste Katholiken hätten sich nicht daran gewöhnen können, dass das Lied "Großer Gott" nicht mehr unter der gewohnten Nummer 257 zu finden ist, sondern unter der Nummer 380 eingeordnet ist.

Chaosreform: Ein Lied wird umsortiert, indem man ihm einfach eine neue Nummer überklebt.
Zu finden ist es aber weiterhin nur an alter Stellem, nämlich nach Lied Nummer 379
Die Lösung soll sein, dass man dem Lied nun einfach die Nummer 257 zurück verpasst, indem man die Liednummer 380 mit der alten Zahl 257 überklebt. Ähnlich verfährt man mit dem Lied "Salve Regina", das seine angestammte Nummer 570 zurückerhält. Für mich ist dies eine Posse. Denn demnächst muss man das ganze Buch wohl durchblättern, damit man die Lieder finden kann. Es wird nämlich wohl keiner "Großer Gott" herausreißen und vor dem jetzigen Lied 257, welches nun die Nummer 257a erhält, wieder einkleben.  Ich kann nicht nachvollziehen, dass man Liednummern ändert, weil sie einigen Leuten nicht gefallen. Gerade "Traditionalisten" kennen diese Lieder doch auswendig, zumindest die ersten drei Strophen!

Die Sortierung im Neuen Gesangbuch ist nun mal anders als in der vorherigen Version. Diejenigen, die das Buch zusammengestellt haben, werden sich wohl was dabei gedacht haben. Es macht für mich keinen Sinn, einzelne Lieder an anderen Stellen einzusortieren. Wenn man demnächst "257" aufschlagen möchte, wird man eh bis "380" weiterblättern müssen, um zum Lied "Großer Gott" zu gelangen. Worin liegt der Vorteil? Ich beführchte, dass nun noch weniger Leute während der Gottesdienste mitsingen, als sie es ohnehin schon tun.

Aber nicht nur die Umnummerierung zweier Lieder ist geplant, sondern auch die Änderung der Anordnung der Rosenkranzandachten. Außerdem ist geplant, zusätzliche Gebete hinzuzufügen. Mir ist aufgefallen, dass immer weniger ein eigenes Gotteslob mit in die Kirche bringen. Wahrscheinlich, weil sie es sich gar nicht mehr angeschafft haben. Das finde ich bedauerlich. Ein Gebetbuch gehört in jedes Haus. Kurzfristige "Reformen von Reformen" werden diesen Trend beschleunigen.

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