Mittwoch, 9. März 2016

Widersprüchliches zum Thema "Gleichgeschlechtliche Partnerschaft"

Wenn die Begriffe "Freundschaft", "Liebe", "Ehe" und "gleichgeschlechtliche Partnerschaft" durcheinander gewürfelt werden, herrscht Chaos. Dies dachte ich, als ich eine Kolumne zum Thema "gleichgeschlechtliche Partnerschaft" eines evangelischen Geistlichen in der heutigen Ausgabe meiner Heimatzeitung las.

Er würde am liebsten den Begriff "Homosexualität" aus unserem Sprachgebrauch streichen, weil es die "gleichgeschlechtliche Liebe" auf die Sexualität reduziere, schrieb der evangelische Pfarrer im Ruhestand. Während die evangelische Kirche Deutschlands (EKD) grundsätzlich die gleichgeschlechtliche Beziehung bejahe, verneine die katholische Kirche diese. Die EKD sei allerdings allein auf Deutschland begrenzt, jedoch nicht legislativ, nur repräsentativ. Die katholische Kirche sei dagegen weltweit für jeden katholischen Gläubigen "legislative Gewalt". Die "legislative Gewalt" bei den evangelischen Christen liege in den jeweiligen Gliedkirchen.

Anders sei die Haltung zu gleichgeschlechtlichen Partnerschaften bei den evangelischen Freikirchen. Dort würde man der katholischen Linie folgen: Die nicht ausgelebte gleichgeschlechtliche Neigung sei keine Sünde, jedoch die gelebte. Ist die evangelische Kirche nun nicht bibeltreu, stellte der evangelische Pfarrer die entscheidende Frage und verwies hierzu auf die Heilige Schrift im Alten Testament, nach der praktizierter Beischlaf Gleichgeschlechtlicher Gott ein Gräuel ist.

Mitnichten, lautete seine Antwort. Schließlich handele es sich nur um die sexuelle Handlung, die verurteilt werde. Und dies sei in der Tat etwas anderes. Wenn die "sexuelle Befriedigung, nicht aber nicht die Beziehung auf dem Speiseplan des Lebens" stehe, lehne er dies wie die Bibel ab. Aber die gleichgeschlechtliche Beziehung zweier Menschen, die ihr Leben in guten und schlechten Tagen miteinander teilen und für einander da sein wollten, könne er nicht als Sünde bezeichnen.

Als Katholik füge ich allerdings hinzu, dass dies auch die katholische Kirche nicht tut. Der katholische Glaube verbietet keineswegs die lebenslange Freundschaft zwischen zwei Menschen gleichen Geschlechtes. In vielen Ordensgemeinschaften leben übrigens Menschen gleichen Geschlechtes in einer zölibatären auf Dauer und Gemeinschaft ausgerichteten Lebensweise.  Auch als weltlicher Christ, gleich ob alleinstehend oder in ehelicher Partnerschaft verbunden, sind wir aufgerufen, Freundschaften zu pflegen und unsere Gemeinschaften zu fördern. Wir sollen sogar unsere Feinde lieben. Das Gebot der Nächsten-Liebe gilt natürlich für jeden Menschen.

Unter "gleichgeschlechtlicher Partnerschaft", neumodisch Homoehe genannt, versteht man gemeinhin allerdings etwas anderes, nämlich einer Beziehung im ehelichen Verhältnis, welches die miteinander praktizierte Sexualität ausdrücklich mit einbezieht. Insofern ist die Ausklammerung des Themas Homosexualität bei "gleichgeschlechtlichen Partnerschaften" zumindest sehr fragwürdig. Die katholische Position, nur die eheliche Liebe (einschließlich des Beischlafes) für Mann und Frau als zulässig zu erklären und eine Homoehe abzulehnen, ist daher klar und eindeutig biblisch begründet. Der evangelische Priester scheint die Begrifflichkeiten etwas durcheinander bekommen haben.

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