Montag, 14. März 2016

Zu Gast bei der Messe in der Berliner Rosenkranz Basilika

Rosenkranz Basilika in Berlin-Steglitz
Es ist für mich immer wieder ein Erlebnis, in einer anderen Stadt oder Gegend an einer hl. Messe teil zu nehmen. Etwas ganz besonderes für mich ist es, wenn ich in Berlin bin. Schließlich lebte ich dort vor 30 Jahren als Student, noch zu einer Zeit, als Berlin geteilt war. Mit Kirche hatte ich damals gar nichts am Hut. Berlin verband ich früher in keiner Weise mit dem Glauben. Eher als Kultur- und Weltmetropole, und als Mekka für Partybegeisterte.

Wenn ich meine Schwester oder Bruder, die beide in Berlin leben, besuche, bin ich ich daher besonders auf den Sonntagsgottesdienst gespannt. Es hat für mich einen gewissen Kick für mich, ist auch ein Zeugnis meines Glaubens, daran teilzunehmen. Diesmal war ich in Steglitz auf ein Fest eingeladen, nicht weit weg von der Rosenkranz Basilika. Ich hatte bereits erkundet, wo sich die Rosenkranz Basilika befand und wann das Sonntagshochamt beginnt. Eine Frau mit Krücken in der Nähe gab mir bereitwillig Auskunft und wünschte mir eine gesegnete Andacht.

Am Sonntagvormittag war ich rechtzeitig in der Basilika. Die Messe begann mit feierlicher und sehr guter Orgelmusik. Der Priester inzensierte den Altar. Weihrauch in der Messe, das gibt es bei uns - wenn überhaupt - nur an ganz hohen Feiertagen. Eigentlich schade. Aber es unterstreicht das Heilige an der Liturgie. Die wurde in der Rosenkranz Basilika an diesem Sonntag ganz sorgfältig eingehalten. Es folgte das Schuldbekenntnis und Kyrie, sowie das Gloria unterbrochen durch Lieder, die für mich als Angehöriger des Bistums Münster ungewohnt anders erklangen.  Die Lesungen und Fürbitten trugen jeweils andere Gemeindemitglieder vor. 

Vor der Messe in der Rosenkranz Basilika
Nach der ersten Lesung wurde der Antwortpsalm gemeinsam abwechseld vom Kantor und der Gemeinde gesungen. Nach dem Evangelium betrat der Pfarrer eine Kanzel zur Predigt. Auch dies hatte was. In unserer Gemeinde stand früher auch eine solche Kanzel, die aber im Zuge der Liturgiereform entfernt wurde. Ich hörte das Gerücht, dass unser Pfarrer den Wiederaufbau angeregt habe, dies aber am Widerstand von Gemeindemitgliedern gescheitert sei.

Die Homilie des Priesters war anspruchsvoll, sie erfüllte ihre eigentliche Aufgabe, das gerade gehörte Wort Gottes auszulegen. Auch dies ist heute keinesfalls selbstverständlich. Sehr oft fehlt in den "Vorträgen" so mancher Prediger jeder Zusammenhang mit den Schrifttexten. Das fehlt mir sehr oft und finde ich schade. Auch die Fürbitten wurden im Anschluss daran von unterschiedlichen Frauen und Männern vorgetragen. Die Eucharistiefeier war sehr würdig und schön. Bevor der Priester zum Abschied den Segen spendete, verkündete er noch allerhand interessante Verlautmeldungen aus dem Gemeindeleben. 

Die ganze heilige Messe hatte mehr als eine Stunde gedauert. Bei uns ist sie meistens viel kürzer. Sicher hängt dies auch damit zusammen, dass unser Pfarrer in unserer Gemeinde an verschiedenen Filialkirchen nacheinander die Messe lesen muss.  Auf jeden Fall hat es sich für mich gelohnt, die Messfeier in der Rosenkranz Basilika mitzufeiern.

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