Donnerstag, 3. März 2016

Portale, #twomplet, #twaudes: Gebetsgemeinschaften im Netz

Schon vor meiner Twitterzeit war es mir nach meiner Rückkehr zur Kirche und Glauben ein Anliegen, mit anderen "Überzeugungstätern" im Christentum mich zu vernetzen. Ich suchte im Internet und landete bei gloria.tv. Dort gibt es viele Filmchen und Inhalte, die mich zunächst wirklich begeisterten. Schnell stießen mich aber auch andere Beiträge ab, die auf mich sektiererisch und ausgrenzend (im Grunde ist beides das Gleiche) wirkten. Mit einem Rosenkranz in der Hand andere auf einer Demo zu nötigen finde ich, bei allem Respekt, grenzwertig. Auf gloria.tv konnten nationalistische Kommentare und Beiträge im Sinne der Piusbruderschaft ungehemmt verbreitet werden. Kritische Töne dazu wurden hingegen gnadenlos niederkommentiert oder wegzensiert. Mein Account besteht bei gloria.tv noch heute. Nutzer können dort weder ihre eingestellten Inhalte noch ihren eigenen Account entfernen.

Davon abgesehen lernte ich aber auch einige sehr nette Leute auf gloria.tv kennen. Dort gab es Gebetsgemeinschaften, in denen abwechselnd Novenen oder Andachten von den teilnehmenden Nutzern gestaltet wurden. Diese Gebetsgemeinschaften bereicherten mich sehr. Leider wurde der Ton auf gloria.tv immer rüder. Ich geriet mit Hardlinern des Traditionalismus immer mehr in die Haare. Da ich selber zu Streit neige, verließ ich am Ende dieses Portal.

Die Gebetsgemeinschaften und Kontakte mit anderen gläubigen Christen vermisste ich anfangs sehr. Andererseits meldet man sich als gebranntes Kind nicht wieder auf ähnlichen Portalen an. Eine viel bessere Alternative bieten soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter, auf denen man seine "Freunde" selbst auswählen und seine eigenen Inhalte komplett verwalten, das heißt auch wieder entfernen kann. Jeder kann - ganz ohne Anmeldung - jeden Abend um 21.00 Uhr an der #twomplet auf Twitter beteiligen. Das gemeinsame Abendgebet gibt es seit Anfang 2014.  1.200 Nutzer haben dieses Gebetsangebot abonniert. An der #twomplet habe ich mich schon öfters beteiligt. Oft passt es mir allerdings nicht in meinen Tagesablauf. Lieber lese ich vor dem Einschlafen noch ein Buch, wenn ich nicht aus dem Haus bin.

Da ist für mich schon eher die #twaudes eine bessere Alternative. Sie beginnt jeden Morgen um 6.00 Uhr früh. Ich bete jeden Morgen sowieso die Laudes. Kurz danach frühstücke ich und werfe dann gerne einmal einen Blick in die #twaudes hinein. Heute durfte ich sie sogar zum ersten Mal selber gestalten. Die Vorbereitung und das Gebet braucht doch etwas Zeit. Insofern bewundere ich die Leute, die sich hierfür Tag für Tag dazu bereit erklären. Das ist Nutzung im besten christlichen Sinne.

#twomplet und #twaudes sind offen für alle christlichen Gemeinschaft und Konfessionen. Das einzige, worum es geht, ist die gemeinsame Anbetung des Herrn.  Damit sind diese Gebetsgruppen wahrhaft ökumenisch. Wer gerne möchte, kann auch eine eigene #twomplet oder #twaudes gestalten. Und dabei viele Mitbeter finden.

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