Donnerstag, 17. März 2016

Gehört der Pfarrer an die Theke?

Mir fällt gerade dieses Video auf, welches von verschiedenen Kirchenorganisationen im Netz geteilt wird. Der Dominikanerpater Manfred Entrich unterhält sich mit dem katholischen Youtuber Martin Jetschke ("Lingualpfeife") darüber, dass die Theologie in die Kneipe gehöre. (unterm Video geht's weiter ,,,)



Schließlich habe schon Paulus nichts anderes gemacht, als Seeleuten in der Kneipe das Evangelium zu verkünden. Und die Kneipe sei ein idealer Ort für die Verkündigung, da man dort alle Generationen treffe. Aha, denke ich mir. Und sinniere, dass Kirche in unserer Gegenwart genau das Gegenteil tut.

In meiner Pfarrei beschweren sich nicht wenige, dass der Pfarrer sich zu sehr aus dem dörflichen Leben zurückziehe. Auf Festen sieht man ihn zum Beispiel nie, geschweige denn in der Kneipe. Ob es ihm dort gelingen würde, das Evangelium zu verbreiten, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Aber auch auf der übergeordneten Ebene geschieht nichts anderes: Das Bistum Würzburg, berichtet katholisch.de, verringert die Zahl seiner Pfarreien von 600 auf 160. Führt dies nicht gerade dazu, dass die Kirche aus dem Dorf zunehmend verschwindet, Pastoral vor Ort ausgedünnt wird?

Nicht wenige Menschen in meiner Pfarrei, die aus ehemals vier Pfarreien zu einer "Groß"-Pfarrei entstand, haben dieses Gefühl, dass der Pfarrer längst nicht mehr "vor Ort" ist. Dabei handelte es sich, im Verhältnis zur geplanten Struktur-Reform in Würzburg in meiner Pfarrei ja nur um eine Mini-Fusion. Von Nähe zu den Menschen, geschweige beim Bier in der Dorfkneipe, spüren die Leute nicht viel. Und die Kneipen schließen sowieso im Dorf. Mangels Besuch, wie in den Kirchen. Aber das ist ein anderes Problem.

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