Donnerstag, 24. März 2016

Das leidige Thema #Tanzverbot am Karfreitag

Heute ist Gründonnerstag. Und - same procedure as every year - brandet wieder in den Sozialen Netzwerken die leidige Diskussion hoch, warum das Tanzverbot am Karfreitag nicht aufgehoben wird. Auf Twitter ist der hashtag #Tanzverbot (siehe unten) wieder im Trend, auch auf Facebook wird darüber fleißig gepostet.


Man könnte gähnen und zur Tagesordnung übergehen: "Das haben wir doch bereits alles schon einmal gehört....". Die Argumente für oder gegen das Tanzverbot wurden schon bereits endlos gewechselt. Dennoch halte ich es für wichtig, dass man sich für den Schutz der Feiertagsruhe am Karfreitag unbedingt einsetzen sollte.

Der Karfreitag ist der letzte noch verbliebene Buß- und Fasttag, der als gesetzlicher Feiertag noch geschützt wird. Im Online-Lexikon Wikipedia lesen wir im Beitrag zum Bet- und Bußtag, dass es schon in der antiken Zeit gemeinsame Bußzeiten gegeben hat. Der eigentlich evangelische Bet- und Bußtag war jahrelang auch in katholischen Regionen ein staatliche Feiertag. Die katholische Kirche empfahl ihren Gläubigen, an diesem Tag sich ebenfalls in Gebet und der Buße innerlich zu beteiligen. Der Bet- und Bußtag wurde als staatlicher Feiertag im Jahr 1995 weitgehend gestrichen und hat seitdem an Bedeutung verloren. Er wird wohl nur noch von wenigen eifrigen evangelischen Christen gepflegt.

Der Karfreitag als einer der höchsten christlichen Feiertage ist der letzte Tag einer der wenigen Tage, an dem für alle die Feiertagsruhe und somit das Tanzverbot verpflichtend gilt. Das Beispiel Buß- und Bettag beweist, dass der Schutz dieses wichtigen Feiertags allerdings keineswegs mehr sicher ist. Mit der Auffhebung des Tanzverbotes und des Schutzes der Feiertagsruhe würde auch dieser letzte Buß- und Feiertag in Frage gestellt. Damit würde eine Kulturtradition in unserem Land verloren gehen, die seit vielen Jahrhunderten in unserem Land gepflegt wurde.

Sollte das Tanzverbot am Karfreitag wirklich aufgehoben werden, würde ich für die Aufhebung dieses gesetzlichen Feiertages plädieren. Somit würde den Diskothekenbetreibern zumindest am Gründonnerstag das Geschäft und den Tanzwütigen die Feierlaune an diesem Tag verhagelt, die mit der Abschaffung der Feiertagsruhe zu erwarten wären. Wenn am Karfreitag getanzt werden darf, dann gibt es keinen Grund mehr, ihn als staatlichen Feiertag weiter  aufrecht zu erhalten. Katholische Christen würden - wie zum Beispiel das Hochfest Fronleichnahm, es als rein religiöses Fest ehren und das Gedächtnis an die Kreuzigung des menschgewordenen Gottes pflegen.

Es wäre sehr schade, wenn in unserer Gesellschaft kein Raum und Respekt mehr für die uralte christliche Tradition der Buße, Gebetes und eines der wichtigsten Feiertage mehr vorhanden wäre. Man muss nicht Christ sein, um ein Tag im Jahr diesen Respekt vor einer Religion zu gewähren, die die Kultur unseres Landes jahrhundertelang geprägt hat. Für die christliche Tradition unserer Kulturnation Deutschland wäre die Abschaffung des Tanzverbotes ein schwerer Schlag, der hoffentlich noch lange ausbleibt.

Nachsatz: Dank meines tanzwütigen Bloggerkollegen Josef Bordat ist mir aufgefallen, dass das Tanzverbot auch am Volkstrauertag sowie  an anderen (sogar nicht staatlichen) Feiertagen wie Allerheiligen, Allerseelen (katholisch) und dem Totensonntag (protestantisch) gilt.

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