Montag, 21. März 2016

Bußandacht mit Andachtsbeichte

Zu jedem Osterfest gehört auch eine gute Osterbeichte. Deshalb nahm ich an Palmsonntag die Gelegenheit war, an einer solchen teilzunehmen. Unser Pfarrer griff das Thema Barmherzigkeit auf, welches der Papst zum Leitthema seines Pontifikates gemacht hat. Gott ist heilig, gerecht und barmherzig. Unser Gottesbild würde verzerrt, wenn nur eines dieser drei göttlichen Eigenschaften in den Blick genommen würde, führte unser Pfarrer aus. Es gebe keine Barmherzigkeit ohne Gerechtigkeit. Und Gerechtigkeit ohne Barmherzigkeit sei grausam. Gott ist heilig, denn er ist gleichermaßen barmherzig wie auch gerecht. Dank Gottes unendlicher Liebe umfasse die Barmherzigkeit die Gerechtigkeit. Gott liebt uns mit allen unseren Schwächen und ist bereit, uns die Sünden zu vergeben.

Papst Franziskus habe in diesem Jahr die Betrachtung der Werke der Barmherzigkeit in den Mittelpunkt gestellt. Sie standen im Blickpunkt der Beichtbetrachtung


  1. Hungernde speisen - Durstigen zu trinken geben Nackte bekleiden
    Wie gelingt es mir, Not wahrzunehmen?
    Auf welche Weise unterstütze ich Bedürftige?
    Was tue ich, das diese nicht beschämt werden?
  2. Fremde beherbergen - Kranke besuchen - Sich um Gefangene sorgen
    Wie verhalte ich mich zu Menschen, die auf der Suche nach Sicherheit und Heimat sind?
    Wer sind die Menschen, die auf mich warten?
    Nehme ich mir Zeit für andere?
  3. Unwissende lehren - Zweiflern raten - Sünder zurechtweisen
    Wann spreche ich von meinem Glauben?
    Wo ermutige ich Menschen, die meinen Zuspruch brauchen?
    Wo bin ich bereit, notwendige Kritik zu üben? Verletzt meine Kritik?
  4. Lästige geduldig ertragen - jenen, die uns Leid zufügen, verzeichen
    Wie gehe ich mit Menschen um, die mir auf die Nerven gehen?
    Wo verletze ich andere?
    Welchen Platz hat Vergebung in meinem Leben?
    Kann ich leicht verzeihen, wo fällt es mir schwer?
    Kann ich auch selbst um Vergebung bitten?
  5. Tote begraben - Trauernde trösten - Für alle beten
    Was ist mein Beitrag, die Würde der Menschen über den Tod hinaus zu schützen?
    Wo stehe ich denen bei, die trauern und sich verlassen fühlen?
    Bete ich für andere, besonders für jene, denen ich nicht helfen kann?
    Denke ich an die Verstorbenen und bete für sie?
Vor der Bußandacht fielen mir diesmal eigentlich wenig an "schweren Sünden" ein, die ich beichten zu müssen glaubte. Ich war mir natürlich bewusst, dass ich nicht besonders heilig war. Aber es kostete mir doch Überwindung, den Schritt in den Beichtstuhl zu wählen. Aber das ist bei mir jedes Mal so und daher bekannt. Wir neigen dazu, unsere Fehler und Schwächen zu verdrängen.

Nach der Betrachtung dieser Fragen fand ich doch das eine oder andere Feld, in dem bei mir immer wieder etwas schief läuft, so sehr ich mich auch bemühe, mich zu bessern. Umso mehr befreit kehrte ich aus dem Beichtstuhl wieder zurück und fühlte eine gewisse Freude der Erleichterung. Wie gut ist es doch, dass Gott uns Barmherzigkeit schenkt. Wir müssen nur den Schritt in den Beichtstuhl wagen.

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