Dienstag, 29. März 2016

Und auch tags nach Ostern noch: "Frohe Ostern!"

Vorgestern äußerte ich mich über die schöne Ostertradtion, den Leuten "Frohe Ostern" zu wünschen. Leider ist für die meisten Leute am Dienstag nach dem Osterfest schluss mit lustig. Die Feiertage sind vorbei. Ärgerlicherweise zu schnell. Einige werden sich aber auch freuen, dass wieder der normale Alltag stattfindet, nach all dem Freizeit- oder Feierstress, den man sich angetan hat. Vielleicht ist man Ostermontag den ganzen Tag auf der Piste gewesen? Gemeint ist nicht die Skipiste, das war Ostersonntag! Nein, den Ostermontag verbrachte man auf der Autobahn im Stau. Für mich ist dies kein wirkliches Feiertagsvergnügen.

Ich frage mich, ob so etwas ausgerechnet an Ostern Sinn macht. Ostern ist für mich nur Ostern, wenn ich es religiös begehe. Dazu gehört die gesamte Liturgie, von Gründonnerstag bis Ostermontag, vom letzten Abendmal bis zur Emmausbegegnung mit dem Auferstandenen. Die wirklich frohe Nachricht ist, dass Ostern eigentlich noch lange nicht vorbei ist. Zu früheren Zeiten wurde die Osteroktav gefeiert, dass heißt, das Osterfest dauerte acht Tage. Der Osterfestkreis endet erst fünfzig Tage nach Ostern, am Pfingstfest. So dürfen wir also noch lange weiterhin die Osterfreude mit anderen teilen und ihnen "Frohe Ostern!" wünschen. Es ist die Botschaft: "Christus ist auferstanden!"

Keine Sorge, ich belästige jetzt nicht jeden Mitmenschen bis Pfingsten alle Leute mit einem brassigem "Frohe Ostern". So extrem bin ich nun auch wieder nicht. Bei meinem heutigen Besuch des Fitness-Centers begrüßte ich aber aus Spaß mal ein paar Leuten mit einem Lachen und einem "Frohe Ostern!" Aus der Reaktion konnte ich nachvollziehen, ob die Leute diesen Gruß verstanden hatten oder nicht. Ob Ostern für sie Gegenwart ist oder es sich hierbei um einen verflossenen Jahrestermin handelt. An welchem man vielleicht am besten einen Skiurlaub oder einen anderen Kurzausflug einlegt.

Sonntag, 27. März 2016

Die verquere Sache mit den vielen "Ostergrüßen"

Es grassiert vor und nach Ostern förmlich eine Inflation an "Ostergrüßen". Ein Follower von mir beklagte sogar eine Inflation dieser Gruße selbst unter gläubigen Christen: "Selten ein Jahr gehabt, in dem mir so viele (gläubige) Menschen schon vor Ostern so oft "Frohe Ostern" gewünscht haben wie 2016. Ungeduldig?" - Lag er mit seiner Kritik daneben? Das Traurige daran: Bei manchen gut gemeinten Osterwünschen handelt es sich gar nicht wirklich einen Ostergruß. Zum Beispiel werden wir via Facebook oder Post von vielen Firmen mit Ostergrüßen beglückt. Mit ihren Wünschen um ein "Frohes Osterfest" verpacken sie gleichzeitig ihre Werbung. Die Junglandwirte unseres Kreislandvolkverbandes posteten zum Beispiel ihren Ostergruß wie folgt:

"Der Kreislandvolkverband ... wünscht Frohe Ostern! Pünktlich zum Osterfrühstück ist heute in der Anzeigenzeitung XY die nächste Folge der Serie "Unsere Landwirtschaft", einer Kooperation des Anzeigenblattes XY am Sonntag, KLV Vechta und Landwirtsfamilien. Dieses Mal geht es um das Düngen."

Angehängt war ein Artikel, in dem berichtet wurde, wie ein landwirtschaftlicher Betrieb seine Düngung seiner Ackerflächen plant. Was hat dies mit Ostern zu tun? Rein gar nichts. Der Ostergruß war also im Grunde nur eine Floskel, es ging um Öffentlichkeitsarbeit für die Landwirtschaft. Beides hat mit einander im Grunde nichts zu tun.

Aber auch im privaten Bereich hört man oft "Frohe Ostern!" Damit kann vieles gemeint sein. Zum Beispiel der Wunsch, erholsame Freizeit zu haben. Nicht wenige nutzen ja das lange Wochenende beispielsweise für einen Skiurlaub. Dagegen ist im Grunde gar nichts einzuwenden, aber auch das hat mit Ostern nichts zu tun. Dabei hat eigentlich der Ostergruß einen christlichen Ursprung. Er soll anderen Segen spenden. Er soll die Freude verbreiten, die der Christ aus der Liturgie des Osterfestes schöpft: Die Freude über den Auferstandenen, der die Dunkelheit des Todes durchschnitten und besiegt hat. Gleichzeitig soll die Frohe Botschaft mit allen geteilt werden, auch jenen, die nicht aus der Hoffung dieser Auferstehungsbotschaft schöpfen.

In der orthodoxen Christenheit wird der Brauch des Ostergrußes auch heute noch sehr gepflegt. Dort grüßt man sich während der Ostertage mit dem Ostergruß: Χριστὸς ἀνέστη! (‚Christus ist auferstanden!‘) Der so Gegrüßte antwortet: Ἀληθῶς ἀνέστη! (‚Er ist wahrhaftig auferstanden!‘). Den gleichen Sinn hat eigentlch auch der bei uns gebräuchliche Gruß "Frohe Ostern!" Im Grunde hat war der oben zitierte Tweet völlig richtig. Ostergrüße richtet man eigentlich nicht vor Ostern aus.

Warum es uns Ostern häufig an der Auferstehungsfreude mangelt

Christus ist auferstanden! Christus ist wahrhaft auferstanden! Diesen Ostergruß haben wir tausend Mal gehört. Dennoch will in uns die rechte Freude beim Osterfest so oft nicht kommen.  Auch mir geht es leider so. Das merke ich oft am Osterfest. Was könnten die Gründe sein?

"Christus ist wahrhaft auferstanden" - Spüren wir dies an Ostern? Ein paar Gedanken dazu.
In der Vigilfeier in der vergangenen Nacht brachte unser indischer Pfarrer einen wichtigen Grund. "Eigentlich ist Ostern ganz anders", predigte er und verwies auf ein  Buch mit dem gleichen Titel von Andrea Schwarz. Selbst die Apostel hätten an der Auferstehungsbotschaft zunächst gezweifelt. Sie seien ratlos am leeren Grab gestanden, wie die Frauen, die als erste dort ankamen, um den Herrn der jüdischen Tradition entsprechend ein würdiges Begräbnis zu schenken. Aber auch Petrus und den anderen Jüngern erging es nicht anders. Sie erstickten ihre Trauer darin, wieder ihrem "Alltag" zu folgen, zur alten Tagesordnung hinüber zu gehen.

Ein weiterer Grund, dass wir uns Ostern nicht wirklich freuen können, könnte unsere mangelhafte Vorbereitung auf das höchste Fest der Christenheit sein. Wer Ostern genauso lebt wie im "Alltag", der wird kein anders Lebensgefühl verspüren. Wer nicht fastet, dem schmeckt kein Osterbraten. Denn der Satte kennt ja nichts anders. Er ist und lebt ja immer aus dem Vollen. Erst der Verzicht bereitet uns auf die wahren Freude vor, wenn das Fest der Feste endlich da ist. Genauso ist es mit unserer Kleidung. Wer Ostern nicht sein Festkleid anzieht, sondern sich genauso anzieht wie bei seiner Arbeit, wie soll der Freude empfinden?

Freitag, 25. März 2016

Singen an den drei österlicnen Tagen (Sacrum Triduum)

Als Chormitglied ist man an der Liturgie der drei österlichen Tagen (Sacrum Triduum) ganz unmittelbar mit eingebunden. Bei der abendlichen Feier des letzten Abendmahls am Gründonnerstag stimmen die Männer unserer Chorgemeinschaft Cäcilia nach dem Verstummen der Orgel nach dem Gloria die Lieder auf der Orgelempore unserer Pfarrkirche an, sodass die ganze Pfarrgemeinde darin mit einstimmen kann. Am Karfreitag werden wir während der Karfreitagsliturgie mit Kreuzweg und Kreuzverehrung an gleicher Stelle diesen feierlichen Dienst zur Ehre des gekreuzigten Herrn Jesus Christus versehen.  Am Ostersonntag ist der Höhepunkt der Feierlichkeiten. Wir dürfen als gesamter Chor die Liturgie musikalisch mitgestalten.


Donnerstag, 24. März 2016

Das leidige Thema #Tanzverbot am Karfreitag

Heute ist Gründonnerstag. Und - same procedure as every year - brandet wieder in den Sozialen Netzwerken die leidige Diskussion hoch, warum das Tanzverbot am Karfreitag nicht aufgehoben wird. Auf Twitter ist der hashtag #Tanzverbot (siehe unten) wieder im Trend, auch auf Facebook wird darüber fleißig gepostet.


Man könnte gähnen und zur Tagesordnung übergehen: "Das haben wir doch bereits alles schon einmal gehört....". Die Argumente für oder gegen das Tanzverbot wurden schon bereits endlos gewechselt. Dennoch halte ich es für wichtig, dass man sich für den Schutz der Feiertagsruhe am Karfreitag unbedingt einsetzen sollte.

Der Karfreitag ist der letzte noch verbliebene Buß- und Fasttag, der als gesetzlicher Feiertag noch geschützt wird. Im Online-Lexikon Wikipedia lesen wir im Beitrag zum Bet- und Bußtag, dass es schon in der antiken Zeit gemeinsame Bußzeiten gegeben hat. Der eigentlich evangelische Bet- und Bußtag war jahrelang auch in katholischen Regionen ein staatliche Feiertag. Die katholische Kirche empfahl ihren Gläubigen, an diesem Tag sich ebenfalls in Gebet und der Buße innerlich zu beteiligen. Der Bet- und Bußtag wurde als staatlicher Feiertag im Jahr 1995 weitgehend gestrichen und hat seitdem an Bedeutung verloren. Er wird wohl nur noch von wenigen eifrigen evangelischen Christen gepflegt.

Der Karfreitag als einer der höchsten christlichen Feiertage ist der letzte Tag einer der wenigen Tage, an dem für alle die Feiertagsruhe und somit das Tanzverbot verpflichtend gilt. Das Beispiel Buß- und Bettag beweist, dass der Schutz dieses wichtigen Feiertags allerdings keineswegs mehr sicher ist. Mit der Auffhebung des Tanzverbotes und des Schutzes der Feiertagsruhe würde auch dieser letzte Buß- und Feiertag in Frage gestellt. Damit würde eine Kulturtradition in unserem Land verloren gehen, die seit vielen Jahrhunderten in unserem Land gepflegt wurde.

Sollte das Tanzverbot am Karfreitag wirklich aufgehoben werden, würde ich für die Aufhebung dieses gesetzlichen Feiertages plädieren. Somit würde den Diskothekenbetreibern zumindest am Gründonnerstag das Geschäft und den Tanzwütigen die Feierlaune an diesem Tag verhagelt, die mit der Abschaffung der Feiertagsruhe zu erwarten wären. Wenn am Karfreitag getanzt werden darf, dann gibt es keinen Grund mehr, ihn als staatlichen Feiertag weiter  aufrecht zu erhalten. Katholische Christen würden - wie zum Beispiel das Hochfest Fronleichnahm, es als rein religiöses Fest ehren und das Gedächtnis an die Kreuzigung des menschgewordenen Gottes pflegen.

Es wäre sehr schade, wenn in unserer Gesellschaft kein Raum und Respekt mehr für die uralte christliche Tradition der Buße, Gebetes und eines der wichtigsten Feiertage mehr vorhanden wäre. Man muss nicht Christ sein, um ein Tag im Jahr diesen Respekt vor einer Religion zu gewähren, die die Kultur unseres Landes jahrhundertelang geprägt hat. Für die christliche Tradition unserer Kulturnation Deutschland wäre die Abschaffung des Tanzverbotes ein schwerer Schlag, der hoffentlich noch lange ausbleibt.

Nachsatz: Dank meines tanzwütigen Bloggerkollegen Josef Bordat ist mir aufgefallen, dass das Tanzverbot auch am Volkstrauertag sowie  an anderen (sogar nicht staatlichen) Feiertagen wie Allerheiligen, Allerseelen (katholisch) und dem Totensonntag (protestantisch) gilt.

Dienstag, 22. März 2016

Katholisch und das liebe Schweinefleisch

Ist es Pflicht, als Katholik Schweinefleisch zu essen? Gehört dies gar zur Leitkultur unserer Gesellschaft? Als Südoldenburger Katholik finde ich die derzeitig kuriose Diskussion darüber , was auf den Teller gehört, ein wenig krass. Schließlich wohnen in meiner direkten Umgebung Millionen Schweine. Nein, damit mein ich keineswegs die Menschen rings um mich herum. Südoldenburg ist die Hochburg der Schweinemast. Im Oldenburger Münsterland (Kreise Vechta und Cloppenburg) werden Millionen Schweine gemästet.

Ich esse regelmäßig Schweinefleisch, kenne aber auch unter Katholiken zumindest einen Veganer. Der katholische Glaube schreibt niemand vor, Fleisch zu essen, verbietet es aber auch nicht. Ausnahme: an bestimmten Fast- und Abstinenztagen wird der Verzicht auf Mahlzeiten mit Fleisch empfohlen, wie am Aschermittwoch oder Karfreitag). Zum Glück esse ich aber nicht nur Schweinefleisch und kann im übrigen gerne auch mal drauf verzichten. Aber ganz verbieten werde ich mir die Bratwurst und das Filet sicherlich von niemanden. Zur Not kommt es bei mir zuhause in die Pfanne, wenn es vom Menüplan öffentlicher Küchen gestrichen wird.

Umso erstaunter war ich, als der Chef vom Dienst des offiziellen Internetportals der katholischen Kirche in Deutschland Steffen Zimmermann so vehement in seinem Standpunkt den Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt angriff, weil der unsere "abendländische Kultur ab sofort beim Sonntagsbraten" verteidigen wollte. Agrarminister Schmidt hatte doch keinen Muslim dazu verpflichten wollen, Bier zu trinken und sonntags ein Schweineschnitzel herunterzuwürgen. Er hat sich nur dafür stark gemacht, dass es auf keinen Fall dazu kommen darf, dass es in öffentlichen Kantinen gar kein Schweinefleisch mehr zur Auswahl gibt.

Interessant ist eher die Frage nach der Art, wie wir heute Fleisch konsumieren, übrigens nicht nur Schweinefleisch. Früher wurden ganze Schweine geschlachtet und weitgehend auch gegessen. Eisbein, Blutsuppe und Schweineohren gehörten genauso wie das Kotelette auf den Mittagstisch. Noch vor hundert Jahren wurden Schweine komplett verwertet. Heute essen wir nur noch das Allerbeste vom Schwein. Die Schweineohren gehen nach Asien. die minderwertigen Produkte, die wir reichen Europäer verschmähen, wandern auf afrikanische Märkte. Die Schlachtkonzerne in unserer Region und in Westdeutschland verwerten Schweine auf diese Weise immer noch komplett und verdienen gutes Geld dabei, zum Teil auf Kosten der Werkarbeiter aus dem Ausland und auch hiesiger Landwirte, die zunehmend dem Preisdruck der Monopolisten ausgesetzt sind.

Schade, dass Herr Zimmermann in seiner Polemik gegen Agrarminister das eigentliche Thema nicht behandelt hat, ob die Art, wie Schweine bei uns produziert, vermarktet und konsumiert werden, mit einer abendländisch christlichen Kultur vereinbar sind. Unser Problem wird sicherlich in Zukunft nicht sein, dass es ausreichend Schweinefleisch auf dem Teller gibt und Muslime oder Veganer andere Mahlzeiten angeboten werden.

Montag, 21. März 2016

Bußandacht mit Andachtsbeichte

Zu jedem Osterfest gehört auch eine gute Osterbeichte. Deshalb nahm ich an Palmsonntag die Gelegenheit war, an einer solchen teilzunehmen. Unser Pfarrer griff das Thema Barmherzigkeit auf, welches der Papst zum Leitthema seines Pontifikates gemacht hat. Gott ist heilig, gerecht und barmherzig. Unser Gottesbild würde verzerrt, wenn nur eines dieser drei göttlichen Eigenschaften in den Blick genommen würde, führte unser Pfarrer aus. Es gebe keine Barmherzigkeit ohne Gerechtigkeit. Und Gerechtigkeit ohne Barmherzigkeit sei grausam. Gott ist heilig, denn er ist gleichermaßen barmherzig wie auch gerecht. Dank Gottes unendlicher Liebe umfasse die Barmherzigkeit die Gerechtigkeit. Gott liebt uns mit allen unseren Schwächen und ist bereit, uns die Sünden zu vergeben.

Papst Franziskus habe in diesem Jahr die Betrachtung der Werke der Barmherzigkeit in den Mittelpunkt gestellt. Sie standen im Blickpunkt der Beichtbetrachtung


  1. Hungernde speisen - Durstigen zu trinken geben Nackte bekleiden
    Wie gelingt es mir, Not wahrzunehmen?
    Auf welche Weise unterstütze ich Bedürftige?
    Was tue ich, das diese nicht beschämt werden?
  2. Fremde beherbergen - Kranke besuchen - Sich um Gefangene sorgen
    Wie verhalte ich mich zu Menschen, die auf der Suche nach Sicherheit und Heimat sind?
    Wer sind die Menschen, die auf mich warten?
    Nehme ich mir Zeit für andere?
  3. Unwissende lehren - Zweiflern raten - Sünder zurechtweisen
    Wann spreche ich von meinem Glauben?
    Wo ermutige ich Menschen, die meinen Zuspruch brauchen?
    Wo bin ich bereit, notwendige Kritik zu üben? Verletzt meine Kritik?
  4. Lästige geduldig ertragen - jenen, die uns Leid zufügen, verzeichen
    Wie gehe ich mit Menschen um, die mir auf die Nerven gehen?
    Wo verletze ich andere?
    Welchen Platz hat Vergebung in meinem Leben?
    Kann ich leicht verzeihen, wo fällt es mir schwer?
    Kann ich auch selbst um Vergebung bitten?
  5. Tote begraben - Trauernde trösten - Für alle beten
    Was ist mein Beitrag, die Würde der Menschen über den Tod hinaus zu schützen?
    Wo stehe ich denen bei, die trauern und sich verlassen fühlen?
    Bete ich für andere, besonders für jene, denen ich nicht helfen kann?
    Denke ich an die Verstorbenen und bete für sie?
Vor der Bußandacht fielen mir diesmal eigentlich wenig an "schweren Sünden" ein, die ich beichten zu müssen glaubte. Ich war mir natürlich bewusst, dass ich nicht besonders heilig war. Aber es kostete mir doch Überwindung, den Schritt in den Beichtstuhl zu wählen. Aber das ist bei mir jedes Mal so und daher bekannt. Wir neigen dazu, unsere Fehler und Schwächen zu verdrängen.

Nach der Betrachtung dieser Fragen fand ich doch das eine oder andere Feld, in dem bei mir immer wieder etwas schief läuft, so sehr ich mich auch bemühe, mich zu bessern. Umso mehr befreit kehrte ich aus dem Beichtstuhl wieder zurück und fühlte eine gewisse Freude der Erleichterung. Wie gut ist es doch, dass Gott uns Barmherzigkeit schenkt. Wir müssen nur den Schritt in den Beichtstuhl wagen.

Samstag, 19. März 2016

Blog in den Karwochenmodus umgestellt

Mit dem Palmsonntag wird die heiligste Woche im Kirchenjahr, die Karwoche eröffnet. Die Kreuze in den Kirchen werden verhüllt. Christus, der König, der Palmsonntag nach Jerusalem einzieht, wird bejubelt. Doch gleich danach schlägt der Jubel in Erschrecken und Leid um. Das Leiden und Sterben des Herrn Jesus Christus wird in Karwoche in das Zentrum unserer Betrachtung gerückt. Christus hat zur Sühne unserer Sünden sein Leben hingegeben. Mit der Auferstehung hat er den Sieg über Tod und Sünde errungen. Das feiern wir Christen während des Osterfestes.

Für die Karwoche habe ich auch das Aussehen dieses Blogs verändert. Das Kopfbild dieses Blogs zeigt mich auf der Orgelempore unserer Kirche. Als Sänger der Chorgemeinschaft werde ich auch dieses Jahr am Gründonnerstag und am Karfreitag mit anderen Sängerbrudern im Rahmen der Liturgie singen, wenn die Orgel verstummt ist. Am Ostersonntag gestaltet dann unsere ganze Chorgemeinschaft das Osterhochamt mit. Die Farben dieser Website sind in ein trauriges Grau verwandelt. Ostern kehrt dann die alte Farbenherrlichkeit auch in dieses Blog zurück. Gebe es Gott, dass wir eine segensreiche Karwoche erleben und dann zum Osterfest die wahre Freude der Neugeburt durch die Auferstehung verspüren. Dies wünsche ich allen Lesern.

Freitag, 18. März 2016

Ein CDU Politiker und seine "politische Annäherung" an das Kreuz

Der berühmteste Sohn Südoldenburgs, Kardinal Graf von Galen, starb vor 70 Jahren. Der streitbare Bischof von Münster widersetzte sich dem Unrechtsstaat und der Willkür der Nationalsozialisten. Unvergessen ist in unserer Region der Oldenburger Kreuzkampf. Südoldenburger Katholiken widersetzten sich den Nazis, die das Kreuz aus dem öffentlichen Leben verbannen wollten. Ihren Mut schöpften die Südoldenburger nicht zuletzt aus der eindeutigen christlichen Haltung des Kardinals, der sich gegen die menschenverachtende Ideologie der Herrschenden stellte.

Die Kardinal von Galen Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt Projekte zu initiieren, die Mut für den Einsatz für ethische Grundsätze in Politik und Gesellschaft machen und an das Vermächtnis des Kardinal von Galen erinnern sollen. Aus Anlass des Jahrestages startet die Stiftung jetzt das Projekt "Mut zum Kreuz". Hierzu wurden Personen des öffentlichen Lebens von der Stiftung und den Benediktinerinnen des Klosters Dinklage eingeladen, berichtete die Oldenburgische Volkszeitung. Neben einer Unternehmerin sprach auch der langjährige Präsident des Niedersächsischen Landtags Bernd Busemann (CDU) auf der Veranstaltung. Die Oldenburgische Volkszeitung zitiert ihn in ihrer heutigen Ausgabe wie folgt:

"Politik aus christlicher Verantwortung kann nicht der Versuch sein, kirchliche Lehren, christliche Lebensführung oder gar den Inhalt der Katechismen eins zu eins auf die Gesetzgebung und die politische Willensbildung zu übertragen." Nur in einem pluralistischen, weltanschaulich neutralen Staat könne sich Kirche frei entfalten. Als ich dieses Zitat aus dem Munde eines CDU-Politikers las, musste ich ein wenig schlucken. Ich hätte Herrn Busemann gerne die Gegenfrage gestellt: "Warum nicht?"

 Ist es nicht gerade das Ziel eines jeden gläubigen und praktizierenden Christen, die Lehre der Kirche und das Evangelium in seinem privaten und öffentlichen Wirkungskreis möglichst umfassend umzusetzen? Sind die Lehren der Katechismen nicht auch Richtschnur für die Arbeit eines christlichen Politikers? Ist der Katechismus gar ein gefährliches Gift, welches man aus dem gesellschaftlichen Diskurs verbannen muss? Diese Ansicht ist ja unausgesprochen oder sogar ausgesprochen häufig anzutreffen. Meistens von Leuten, die ihn nie studiert haben. Leider gibt es selbst unter katholischen CDU-Mitgliedern nicht wenige davon.

Nein, ich möchte jetzt auf keinen Fall die Neutralität des Staates infrage stellen oder gar einen Religionsstaat errichten. Mir ist bewusst, dass wir schon lange nicht in einer christlichen Gesellschaft mehr leben. Dass es neben anderen Religionen auch andere nichtchristliche Weltanschauungen gibt, die ebenfalls das Recht auf freie Entfaltung haben.  Aber als Christ darf, nein, muss man sich doch einsetzen, dass die Lehre des christlichen Glaubens und ihrer Kirche  hohe Berücksichtigung finden.

Die Haltung von Herrn Busemann erscheint mir ziemlich das Gegenteil zu sein, von dem Kreuzkampf der Südoldenburgern, die sich eben gegen die Verdrängung des Kreuzes und christlicher Lebensgrundsätze aus dem öffentlihen Leben ohne Wenn und Aber einsetzten. Denn mit dem Neutralitätsgebotes des Staates lässt sich vortrefflich argumentieren, wie zum Beispiel jüngst bei der Begründung, die Kruzifixe aus den Stuttgarter Gerichtssälen zu entfernen. Der - wenn  überhaupt - nur schwache Einsatz für christliche Grundsätze ist ein wesentliches Markenproblem der CDU, die immer mehr an Profil verliert.

Ebenfalls lesenswert Kardinal v. Galens kleiner Katechismus:
Der ganze Glauben auf nur 55 Seiten erklärt

Donnerstag, 17. März 2016

Gehört der Pfarrer an die Theke?

Mir fällt gerade dieses Video auf, welches von verschiedenen Kirchenorganisationen im Netz geteilt wird. Der Dominikanerpater Manfred Entrich unterhält sich mit dem katholischen Youtuber Martin Jetschke ("Lingualpfeife") darüber, dass die Theologie in die Kneipe gehöre. (unterm Video geht's weiter ,,,)



Schließlich habe schon Paulus nichts anderes gemacht, als Seeleuten in der Kneipe das Evangelium zu verkünden. Und die Kneipe sei ein idealer Ort für die Verkündigung, da man dort alle Generationen treffe. Aha, denke ich mir. Und sinniere, dass Kirche in unserer Gegenwart genau das Gegenteil tut.

In meiner Pfarrei beschweren sich nicht wenige, dass der Pfarrer sich zu sehr aus dem dörflichen Leben zurückziehe. Auf Festen sieht man ihn zum Beispiel nie, geschweige denn in der Kneipe. Ob es ihm dort gelingen würde, das Evangelium zu verbreiten, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Aber auch auf der übergeordneten Ebene geschieht nichts anderes: Das Bistum Würzburg, berichtet katholisch.de, verringert die Zahl seiner Pfarreien von 600 auf 160. Führt dies nicht gerade dazu, dass die Kirche aus dem Dorf zunehmend verschwindet, Pastoral vor Ort ausgedünnt wird?

Nicht wenige Menschen in meiner Pfarrei, die aus ehemals vier Pfarreien zu einer "Groß"-Pfarrei entstand, haben dieses Gefühl, dass der Pfarrer längst nicht mehr "vor Ort" ist. Dabei handelte es sich, im Verhältnis zur geplanten Struktur-Reform in Würzburg in meiner Pfarrei ja nur um eine Mini-Fusion. Von Nähe zu den Menschen, geschweige beim Bier in der Dorfkneipe, spüren die Leute nicht viel. Und die Kneipen schließen sowieso im Dorf. Mangels Besuch, wie in den Kirchen. Aber das ist ein anderes Problem.

Montag, 14. März 2016

Zu Gast bei der Messe in der Berliner Rosenkranz Basilika

Rosenkranz Basilika in Berlin-Steglitz
Es ist für mich immer wieder ein Erlebnis, in einer anderen Stadt oder Gegend an einer hl. Messe teil zu nehmen. Etwas ganz besonderes für mich ist es, wenn ich in Berlin bin. Schließlich lebte ich dort vor 30 Jahren als Student, noch zu einer Zeit, als Berlin geteilt war. Mit Kirche hatte ich damals gar nichts am Hut. Berlin verband ich früher in keiner Weise mit dem Glauben. Eher als Kultur- und Weltmetropole, und als Mekka für Partybegeisterte.

Wenn ich meine Schwester oder Bruder, die beide in Berlin leben, besuche, bin ich ich daher besonders auf den Sonntagsgottesdienst gespannt. Es hat für mich einen gewissen Kick für mich, ist auch ein Zeugnis meines Glaubens, daran teilzunehmen. Diesmal war ich in Steglitz auf ein Fest eingeladen, nicht weit weg von der Rosenkranz Basilika. Ich hatte bereits erkundet, wo sich die Rosenkranz Basilika befand und wann das Sonntagshochamt beginnt. Eine Frau mit Krücken in der Nähe gab mir bereitwillig Auskunft und wünschte mir eine gesegnete Andacht.

Am Sonntagvormittag war ich rechtzeitig in der Basilika. Die Messe begann mit feierlicher und sehr guter Orgelmusik. Der Priester inzensierte den Altar. Weihrauch in der Messe, das gibt es bei uns - wenn überhaupt - nur an ganz hohen Feiertagen. Eigentlich schade. Aber es unterstreicht das Heilige an der Liturgie. Die wurde in der Rosenkranz Basilika an diesem Sonntag ganz sorgfältig eingehalten. Es folgte das Schuldbekenntnis und Kyrie, sowie das Gloria unterbrochen durch Lieder, die für mich als Angehöriger des Bistums Münster ungewohnt anders erklangen.  Die Lesungen und Fürbitten trugen jeweils andere Gemeindemitglieder vor. 

Vor der Messe in der Rosenkranz Basilika
Nach der ersten Lesung wurde der Antwortpsalm gemeinsam abwechseld vom Kantor und der Gemeinde gesungen. Nach dem Evangelium betrat der Pfarrer eine Kanzel zur Predigt. Auch dies hatte was. In unserer Gemeinde stand früher auch eine solche Kanzel, die aber im Zuge der Liturgiereform entfernt wurde. Ich hörte das Gerücht, dass unser Pfarrer den Wiederaufbau angeregt habe, dies aber am Widerstand von Gemeindemitgliedern gescheitert sei.

Die Homilie des Priesters war anspruchsvoll, sie erfüllte ihre eigentliche Aufgabe, das gerade gehörte Wort Gottes auszulegen. Auch dies ist heute keinesfalls selbstverständlich. Sehr oft fehlt in den "Vorträgen" so mancher Prediger jeder Zusammenhang mit den Schrifttexten. Das fehlt mir sehr oft und finde ich schade. Auch die Fürbitten wurden im Anschluss daran von unterschiedlichen Frauen und Männern vorgetragen. Die Eucharistiefeier war sehr würdig und schön. Bevor der Priester zum Abschied den Segen spendete, verkündete er noch allerhand interessante Verlautmeldungen aus dem Gemeindeleben. 

Die ganze heilige Messe hatte mehr als eine Stunde gedauert. Bei uns ist sie meistens viel kürzer. Sicher hängt dies auch damit zusammen, dass unser Pfarrer in unserer Gemeinde an verschiedenen Filialkirchen nacheinander die Messe lesen muss.  Auf jeden Fall hat es sich für mich gelohnt, die Messfeier in der Rosenkranz Basilika mitzufeiern.

Donnerstag, 10. März 2016

Fastenvorsatz: Bischof Overbeck betet 'ne Stunde länger

Mit der Fastenzeit habe ich so meine Schwierigkeiten. Das gebe ich unumwunden zu. Mit den guten Vorsätzen ist dies so eine Sache. Auch hierauf passt ein Satz, den ich heute aus der Lesung des Tages  (Exodus 32 7-14) mitnehme, wie ein Deckel auf dem Topf: "Schnell sind sie von dem Weg abgewichen, den ich ihnen vorgeschrieben habe. Sie haben sich ein Kalb aus Metall gegossen und werfen sich vor ihm zu Boden." Umso mehr bereiten mir die vielen Fastenvorsätze "wichtiger" und "nicht so wichtiger Leute" Bauchschmerzen, die zu Zeit inflationär in den offiziellen Medien der Kirche verbreitet werden. Mit ihnen soll den Leuten die Bedeutung des Fastens nahe gebracht werden.

Auf katholisch.de lese ich zum Beispiel, wie dies der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck Schülern erklärt. Seine Antworten auf Fragen der Schüler wirken auf mich genauso wenig überzeugend, wie meine eigenen Begründungen, warum ich auf dies oder jenes nicht verzichten könne. Der Bischof könne auf sein Luxusgefährt, einen Phaeton, nicht verzichten, da er viel Zeit darin verbringe und Platz zum Arbeiten brauche, lese ich. Aha, denke ich mir, unserem Papst reicht für seinen Komfort ein Renault aus, erinnere ich mich an ebenso inflationären Berichten früherer Zeiten.

Und kein Bier und Fleisch in der Fastenzeit sei in unserer Konsumgesellschaft seiner Ansicht nach kein wirklicher Verzicht. Ja, lieber Bischof, was ist denn dann in unserer Konsumgesellschaft wirklicher Verzicht?! Auch auf das Handy verzichte er nicht, da er dann nicht erreichbar sei. Sein Fastenvorsatz bestehe darin, dass er täglich eine Stunde länger beten wolle. Das sei ihm wichtig, damit er wisse, warum er seine viele Arbeit mache, dass er nicht einfach nur ein Manager sei. Schön, dass er sich in der Fastenzeit auf seine wichtigste Aufgabe besinnt, ein Mann des Gebetes zu sein.

Mir liegen die Worte unseres Pfarrers in seiner Predigt zu Beginn der Fastenzeit allerdings noch im Magen. In der Fastenzeit gehe es vor allem darum, auf Gutes und Entbehrliches zu verzichten. Das ist weit schwieriger, als an seinen schlechten Angewohnheiten zu arbeiten. Letzteres sollte man sowieso das ganze Jahr tun.

Mittwoch, 9. März 2016

Widersprüchliches zum Thema "Gleichgeschlechtliche Partnerschaft"

Wenn die Begriffe "Freundschaft", "Liebe", "Ehe" und "gleichgeschlechtliche Partnerschaft" durcheinander gewürfelt werden, herrscht Chaos. Dies dachte ich, als ich eine Kolumne zum Thema "gleichgeschlechtliche Partnerschaft" eines evangelischen Geistlichen in der heutigen Ausgabe meiner Heimatzeitung las.

Er würde am liebsten den Begriff "Homosexualität" aus unserem Sprachgebrauch streichen, weil es die "gleichgeschlechtliche Liebe" auf die Sexualität reduziere, schrieb der evangelische Pfarrer im Ruhestand. Während die evangelische Kirche Deutschlands (EKD) grundsätzlich die gleichgeschlechtliche Beziehung bejahe, verneine die katholische Kirche diese. Die EKD sei allerdings allein auf Deutschland begrenzt, jedoch nicht legislativ, nur repräsentativ. Die katholische Kirche sei dagegen weltweit für jeden katholischen Gläubigen "legislative Gewalt". Die "legislative Gewalt" bei den evangelischen Christen liege in den jeweiligen Gliedkirchen.

Anders sei die Haltung zu gleichgeschlechtlichen Partnerschaften bei den evangelischen Freikirchen. Dort würde man der katholischen Linie folgen: Die nicht ausgelebte gleichgeschlechtliche Neigung sei keine Sünde, jedoch die gelebte. Ist die evangelische Kirche nun nicht bibeltreu, stellte der evangelische Pfarrer die entscheidende Frage und verwies hierzu auf die Heilige Schrift im Alten Testament, nach der praktizierter Beischlaf Gleichgeschlechtlicher Gott ein Gräuel ist.

Mitnichten, lautete seine Antwort. Schließlich handele es sich nur um die sexuelle Handlung, die verurteilt werde. Und dies sei in der Tat etwas anderes. Wenn die "sexuelle Befriedigung, nicht aber nicht die Beziehung auf dem Speiseplan des Lebens" stehe, lehne er dies wie die Bibel ab. Aber die gleichgeschlechtliche Beziehung zweier Menschen, die ihr Leben in guten und schlechten Tagen miteinander teilen und für einander da sein wollten, könne er nicht als Sünde bezeichnen.

Als Katholik füge ich allerdings hinzu, dass dies auch die katholische Kirche nicht tut. Der katholische Glaube verbietet keineswegs die lebenslange Freundschaft zwischen zwei Menschen gleichen Geschlechtes. In vielen Ordensgemeinschaften leben übrigens Menschen gleichen Geschlechtes in einer zölibatären auf Dauer und Gemeinschaft ausgerichteten Lebensweise.  Auch als weltlicher Christ, gleich ob alleinstehend oder in ehelicher Partnerschaft verbunden, sind wir aufgerufen, Freundschaften zu pflegen und unsere Gemeinschaften zu fördern. Wir sollen sogar unsere Feinde lieben. Das Gebot der Nächsten-Liebe gilt natürlich für jeden Menschen.

Unter "gleichgeschlechtlicher Partnerschaft", neumodisch Homoehe genannt, versteht man gemeinhin allerdings etwas anderes, nämlich einer Beziehung im ehelichen Verhältnis, welches die miteinander praktizierte Sexualität ausdrücklich mit einbezieht. Insofern ist die Ausklammerung des Themas Homosexualität bei "gleichgeschlechtlichen Partnerschaften" zumindest sehr fragwürdig. Die katholische Position, nur die eheliche Liebe (einschließlich des Beischlafes) für Mann und Frau als zulässig zu erklären und eine Homoehe abzulehnen, ist daher klar und eindeutig biblisch begründet. Der evangelische Priester scheint die Begrifflichkeiten etwas durcheinander bekommen haben.

Donnerstag, 3. März 2016

Portale, #twomplet, #twaudes: Gebetsgemeinschaften im Netz

Schon vor meiner Twitterzeit war es mir nach meiner Rückkehr zur Kirche und Glauben ein Anliegen, mit anderen "Überzeugungstätern" im Christentum mich zu vernetzen. Ich suchte im Internet und landete bei gloria.tv. Dort gibt es viele Filmchen und Inhalte, die mich zunächst wirklich begeisterten. Schnell stießen mich aber auch andere Beiträge ab, die auf mich sektiererisch und ausgrenzend (im Grunde ist beides das Gleiche) wirkten. Mit einem Rosenkranz in der Hand andere auf einer Demo zu nötigen finde ich, bei allem Respekt, grenzwertig. Auf gloria.tv konnten nationalistische Kommentare und Beiträge im Sinne der Piusbruderschaft ungehemmt verbreitet werden. Kritische Töne dazu wurden hingegen gnadenlos niederkommentiert oder wegzensiert. Mein Account besteht bei gloria.tv noch heute. Nutzer können dort weder ihre eingestellten Inhalte noch ihren eigenen Account entfernen.

Davon abgesehen lernte ich aber auch einige sehr nette Leute auf gloria.tv kennen. Dort gab es Gebetsgemeinschaften, in denen abwechselnd Novenen oder Andachten von den teilnehmenden Nutzern gestaltet wurden. Diese Gebetsgemeinschaften bereicherten mich sehr. Leider wurde der Ton auf gloria.tv immer rüder. Ich geriet mit Hardlinern des Traditionalismus immer mehr in die Haare. Da ich selber zu Streit neige, verließ ich am Ende dieses Portal.

Die Gebetsgemeinschaften und Kontakte mit anderen gläubigen Christen vermisste ich anfangs sehr. Andererseits meldet man sich als gebranntes Kind nicht wieder auf ähnlichen Portalen an. Eine viel bessere Alternative bieten soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter, auf denen man seine "Freunde" selbst auswählen und seine eigenen Inhalte komplett verwalten, das heißt auch wieder entfernen kann. Jeder kann - ganz ohne Anmeldung - jeden Abend um 21.00 Uhr an der #twomplet auf Twitter beteiligen. Das gemeinsame Abendgebet gibt es seit Anfang 2014.  1.200 Nutzer haben dieses Gebetsangebot abonniert. An der #twomplet habe ich mich schon öfters beteiligt. Oft passt es mir allerdings nicht in meinen Tagesablauf. Lieber lese ich vor dem Einschlafen noch ein Buch, wenn ich nicht aus dem Haus bin.

Da ist für mich schon eher die #twaudes eine bessere Alternative. Sie beginnt jeden Morgen um 6.00 Uhr früh. Ich bete jeden Morgen sowieso die Laudes. Kurz danach frühstücke ich und werfe dann gerne einmal einen Blick in die #twaudes hinein. Heute durfte ich sie sogar zum ersten Mal selber gestalten. Die Vorbereitung und das Gebet braucht doch etwas Zeit. Insofern bewundere ich die Leute, die sich hierfür Tag für Tag dazu bereit erklären. Das ist Nutzung im besten christlichen Sinne.

#twomplet und #twaudes sind offen für alle christlichen Gemeinschaft und Konfessionen. Das einzige, worum es geht, ist die gemeinsame Anbetung des Herrn.  Damit sind diese Gebetsgruppen wahrhaft ökumenisch. Wer gerne möchte, kann auch eine eigene #twomplet oder #twaudes gestalten. Und dabei viele Mitbeter finden.

Mittwoch, 2. März 2016

ALDI und der Osterhase

Stellen wir uns vor, es wäre Ostern oder Weihnachten und niemand würde es mehr feiern. Das wäre nicht nur im religiösen Sinne sondern auch wirschaftlich katastrophal. Angesichts der Verdunstung des christlichen Glaubens ist dies gar nicht so abwegig. Viele wissen gar nicht mehr, was eigentlich an Ostern und Weihnachten gefeiert wird. Dennoch haben Handelsketten ein riesiges Interesse, dass diese Feste weiterhin bekannt bleiben. Nur dann werden diese Feste auch weiterhin Konsumschlachten sein. Die Konzerne investieren dazu erheblich in die Werbung.

Die Einzelhandelskette EDEKA nahm Weihnachten in Beschlag. Mit riesigem Werbeerfolg. Das kleine Filmchen mit dem Opa, der seine Familie Weihnachten nach Hause holte, verbreitete sich im Netz viral. Jetzt greift die Kette ALDI Süd das Fest Ostern für ihre Werbung auf. In ALDIs Osterkatalog  werden der Ursprung des Festes und Osterbräuche erklärt. Natürlich mit allerlei Leckereien, für die man Zutaten von dem Discounter braucht. Natürlich wurde auch der Osterhase nicht ganz vor der Tür gelassen. Zumindest als Deko, wenn auch nur beim Werbeprospekt, darf er ja nicht ganz fehlen. Sicher werden wir in Kürze jede Menge Schokohasen im ALDI-Regal finden, da mache ich mir keine Sorgen.

Mal ehrlich! Eine treffsichere Werbung konnte ALDI wohl nicht hinlegen.

Dienstag, 1. März 2016

Meine eigene Kreuzwegandacht auf Soundcloud

In der Fastenzeit im Jahr 2016 ist mir die Idee gekommen, eine eigene Betrachtung des Kreuzweges zu beten. Das Gebet des Kreuzweges, die Betrachtung der vierzehn Stationen des Leidens und Sterbens unseres Herrn ist ein ganz wesentlicher Bet- und Bußakt in der Fastenzeit. Es gibt eine Vielzahl von Andachten und Angeboten, den Kreuzweg betend des Herrn zu vergegenwärtigen. In vielen Kirchengemeinden wird der Kreuzweg gemeinsam gebetet.

Es ist gut, diese Angebote wahrzunehmen. Aber noch intensiver ist die Formulierung eigener Gedanken und Gebete zum Kreuzweg. Dadurch können wir uns noch gründlicher mit den österlichen Geheimnissen verbinden, uns auf das größte Fest der Christenheit, dem Osterfest, vorbereiten. Was hat die Folter und der grausame Tod von Jesus Christus mit meinem Leben gemein? In einer Welt, in der Fehler anderer kritisiert, aber eigene Schwächen gerne unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit versteckt werden, lädt uns der persönlich betrachtete Kreuzweg zu einer Änderung unserer Lebensweise ein.

Mein öffentlich auf Soundcloud gesprochenes und geteiltes Gebet soll gar nicht perfekt sein. Ich arbeite mit einfachsten Mitteln. Die Gebete spreche ich spontan in meinen Sprachrekorder auf den Computer und lade sie danach auf Soundcloud hoch.. Tag für Tag füge ich eine Station mit meinen persönlichen Gedanken und Gebeten hinzu. Vielleicht wird es - neben einem Glaubensbekenntnis - auch zu einer Anregung für den einen und anderen, selbst eine eigene Kreuzwegbetrachtung zu entwerfen. Im Jahr 2016 habe ich nur sechs Stationen aufgenommen, Im Jahr 2017 werde ich das Projekt weiter führen.