Dienstag, 23. Februar 2016

Funky Fish fischt nach christlichen Singles

Seitdem ich mich bei Twitter als katholischer und gläubiger Christ geoutet habe, habe ich in diesem sozialen Netzwerk einen ständigen Begleiter. Eine christliche Singlebörse "umwirbt" mich regelmäßig, ich finde ziemlich aufdringlich. Ein wenig merkwürdig finde ich es schon, zumal ich nirgendwo meinen Familienstand bekanntgegeben habe. Funkyfish kann also gar nicht wissen, ob ich verlobt, oder gar bereits vereiratet bin oder ob ich notorischer Einsiedler oder gar in einer Ordensgemeinschaft bin.

Ich  hatte Funky Fish schon einmal blockiert. Doch genützt hat es wenig. Die Singlebörse betreibt nämlich nicht einen sondern mindestens fünf deutschsprachige Twitterprofile. Nämlich diesen und diesen und diesen und diesen und diesen. Wozu braucht eine Singlebörse so viele Twitteraccounts? Sie folgt, besser fischt, mit ihnen abwechselnd Usern, die sie nach kurzer Zeit wieder entfolgt, um ihnen wieder zu folgen. Und zwar solange, bis sie sie an der Angel haben. Damit wollen sie auf die Singlebörse aufmerksam machen und die User motivieren, zurückzufolgen und letztendlich sich anzumelden. Wer den ersten Account blockiert, dem folgt in Kürze ein andererTwitteraccount von Funky Fish, der das gleiche Spiel von vorne beginnt.

Viel gibt die Singlebörse auf ihrer eigenen Homepage nicht über sich selbst preis. Man erfährt nicht, wer genau hinter diesem Angebot steckt. Laut einer anderen Quelle soll Funky Fish einen niederländischen Ursprung haben. Es werden Christen aller Strömungen und Konfessionen angesprochen. Inwieweit dies sinnvoll ist, darüber läßt sich streiten. Die Glaubensvorstellungen von gläubigen, vielleicht sogar besonders der Tradition der Kirche verbundenen Katholiken, und streng gläubigen Baptisten oder Freikirchlern unterscheiden sich doch erheblich. Daher muss jeder selbst entscheiden, ob er die Dienste von Funky Fisch nutzen möchte.

Allerdings ist für mich schon der Name Funky Fish für eine christliche Partnerschaftsbörse gewöhnungsbedürftig. Wie christlich ist Funky Fisch wirklich? Wie die oben verlinkte Quelle berichtet, sollen viele Funktionen auf der Website dieser Börse mit Namen verbunden sein, die im Zusammenhang mit "Fischen" stehen. Zum Beispiel soll das Profil angeblich "Angelschein" heißen, mit dem man "angeln gehen", das heißt auf Partnersuche gehen soll. Für ein christliches Angebot wäre dies meiner Meinung nach unpassend würdelos, falls dies stimmen sollte. Man angelt sich nun einmal nicht eben einen neuen Partner. Sondern ist auf der Suche nach einem Menschen, der ebenfalls der Berufung folgt, eine Ehe für ein ganzes Leben einzugehen.

Auch die Blogbeiträge auf ihrer Homepage, die sie auf ihren Twitteraccounts verlinkt, stoßen mich eher ab, als das sie mich für diese Singlebörse begeistern. Am schlimmsten empfinde ich aber die penetrante Werbung von funkyfisch auf Twitter, ja fast als Stalking,  mit ihren Angelaccounts wie wild christliche "Neumitglieder" zu ver-folgen.

1 Kommentar:

  1. Eine offensichtlich seriöse katholische Partnerbörse ist die von der Wienerin Gudrun Kugler initiierte Börse "kathtreff.org".

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