Sonntag, 7. Februar 2016

Die Sache mit dem Karneval

Wie viele andere Südoldenburger kann ich mit Karneval nur wenig anfangen. Es gibt wohl ein paar Orte, wo Karneval gefeiert wird. Die wirkliche Karnevalshochburg ist bei uns im katholischen Oldenburger Münsterland nur in Damme. In meinem Dorf wird kein Karneval gefeiert.

Daher betrachte ich das lustige Treiben mit ein wenig Distanz. Gegen Feierei ist nichts einzuwenden, solange der gute Geschmack nicht verletzt, die Würde anderer bewahrt wird und das ganze nicht ausartet. Der eigentliche Sinn des Karnevals scheint gewesen zu sein, vor der Fastenzeit noch mal so richtig ausgelassen zu sein, bevor man sich in Verzicht und Buße übt. Da aber viele Menschen im religiösen Sinne nicht mehr fasten, aber auf die ausgiebige Karnevalsfeierei nicht verzichten wollen, verliert dieser Brauch seine eigentlichen Wurzeln.

Umso mehr irritiert es mich, wenn auf den Fanpages von Bistümern mit Beiträgen wie diesen ordentlich am Karnevalstrubel mitgestrickt wird. Das war einmal ganz anders. Die Kirche erlaubte früher zwar das Feiern des Karnevals, aber beäugte es etwas misstrauisch, damit die Leute es nicht zu extrem trieben. Dagegen scheint heute die einzige Sorge der Bistumsverwaltungen zu sein, dass niemand an den Dom pinkelt. Was man sonst so auf Karneval so macht, überlässt man den Leuten und meidet es, mit dem moralischen Finger die Feierlaune zu vermiesen. 

Den einzigen Strich durch die Rechnung der Karnevalisten machen die Terrordrohung (wie im letzten Jahr in Braunschweig) oder das Wetter, wie jetzt in diesem Jahr. Aber letzteres hindert die Leute nicht daran, ihren Karneval zu feiern. Er fällt deshalb möglicherweise gar nicht aus, sondern wird dann eben kurzerhand in die Fastenzeit verlegt.

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