Mittwoch, 10. Februar 2016

Der Exodus aus Ägypten und die Fastenzeit

Passend zum Aschermittwoch betrachte ich gerade das Kapitel 12 im Buch Exodus. Es geht um den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Als Christen lesen wir das alte Testament immer mit dem Blick auf die Heilsgeschichte,  die uns im neuen Testament verkündet wird. Christus, das Lamm Gottes,  gibt sich hin, zur Sühne unserer Schuld, damit wir das ewige Leben erlangen. Er steigt hinab in das Reich des Todes, aber er überwindet den Tod, den wir verdient haben, durch seine Auferstehung. Das 12. Kapitel im Buch Exodus erzählt uns die Befreiung des Gottesvolkes Israel aus dem Sklavenhaus Ägypten. Auch hier spielt das Paschalamm die zentrale Rolle.

Gott befiehlt Mose, dass in jedem Haus des Volkes ein Lamm geschlachtet werden soll. Mit dem Blut sollen die Türpfosten und der Türsturz aller Häuser bestrichen werden. Bei allen Häusern, deren Türen nicht mit dem Blut des Opferlammes bestrichen wurden, wird die Erstgeburt von jeder Familie und ihrs Viehs getötet. Anschließend soll nach genauen Vorschriften das Lamm mit ungesäuertem Brot komplett verzehrt werden. Damit wird der Damm der Unterdrückung des Gottesvolkes durchbrochen und Ägypten entlässt Israel in die Freiheit. Das Paschamahl findet im Neuen Bund seine Parallele in der Eucharistie. 

In dieser Geschichte entdecke ich die Analogie zur Fastenzeit, in der wir jetzt eintreten. Auch wir sollen umkehren. Das heißt, wir sollen uns von Gott heilen lassen, damit wir vom ewigen Tod (verursacht durch unsere Sünden) befreit werden. Statt das Schlachten des Opferlammes sind wir allerdings berufen, das Böse in uns, unsere schlechten Gewohnheiten, die uns von Gott trennen, zu schlachten. Wie schon im Alten Testament sind auch wir aufgefordert, uns ganz an Gottes Geboten auszurichten. Wir sollen bestimmte Handlungen dazu vornehmen. Dazu zählen Almosen, Gebet und Buße. 

Das Heilsgeschehen gipfelt im Paschafest. Heute ist es das Osterfest, in welchem wir die Eucharistiefeier des Jahres feiern, das Fest der Auferstehung des Herrn, der Tag, an dem das Lumen Christi (Licht Christi) alle Finsternis endgültig besiegt. Somit verweist schon das 12. Kapitel im Buch Exodus die Barmherzigkeit Gottes an allen, die an ihn glauben. Die Barmherzigkeit Gottes, die durch den Kreuzestod des göttlichen Paschalammes und die Auferstehung Christi seine Vollendung findet.

Jeden Sonntag erinnern wir uns noch heute an das Paschafest, so wie uns der Herr es im Alten Testament bereits vorschreibt, und es im Neuen Testament uns dessen Geheimnis voll entfaltet wird.

Zusatzbemerkung: dies sind keine Gedanken mit theologischem Anspruch sondern sie sind nur das Ergebnis meiner heutigen Bibelbetrachtung. In diesem Jahr verfolge ich das Projekt, die Bibel von vorne bis hinten komplett zu betrachten.

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