Dienstag, 9. Februar 2016

Bin ich ein "guter Katholik"? Eine Antwort auf eine unglückliche Satire

Auf katholisch.de, dem offiziellen Internetportal der Deutschen Bischofskonferenz, wurde pünktlich zum Rosenmontag ein "humoristischer" Beitrag über "gute" und "schlechte" Katholiken ins Netz gestellt. Nun kann man geteilter Meinung sein, ob offizielle Kirchenmedien sich überhaupt am Karnevalstreiben beteiligen sollten. Und man kann wirklich geteilter Meinung sein, ob man es unter Humor fassen darf, wenn man sich über Leute lustig macht.

Im Beitrag wurde der "gute" Katholik als jemand beschrieben, der überpünktlich zur Messe kommt, auf beste Kleidung Wert legt und sich gut sichtbar in der Kirche platziert. Er praktiziert Mundkommunion, und dies ausschließlich vom Priester. Natürlich schüttelt er über alle anderen den Kopf, die seine "frommen" Verhaltens- und Glaubensweisen nicht teilen. Der "schlechte" Katholik kommt hingegen auf die letzte Minute, in Jeans, praktiziert Handkommunion usw ...

Ich habe mal überlegt, zu welcher Fraktion ich zähle. Ja, ich komme zum Sonntagshochamt in der Regel immer eine Viertelstunde früher, um noch mein Rosenkranzgesätz zu beten, dass ich jeden Tag bete. Wenn ich mal zur Werktagsmesse gehe, bin ich ebenfalls gerne etwas früher da. Auch lege ich Wert, meinen besten Anzug beim Sonntagshochamt zu tragen, werktags komme ich aber auch in Jeans. Mundkommunion empfange ich nur in besonderen Fällen, sonst Handkommunion. Im Regelfalle sitze ich auf der "falschen" Seite und empfange sie immer von Kommunionhelfern. Meistens sieht man mich allerdings an meinem Stammplatz im Seitenschiff und ich kümmere mich wenig um andere, sondern bemühe mich um Andacht.

Übrigens spendete mir unser Bischof letztens die Kommunion - als Handkommunion (!) - beim Firmgottesdienst in unserer Pfarrei. Summa in Summarum: ich bin also wohl nicht so ein besonders "guter"  Katholik. Aber das hätte ich auch ohne den Beitrag von Katholisch.de gewusst.

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