Donnerstag, 31. Dezember 2015

Fabers Anweisungen für das Apostolat unter den Glaubensfernen

Derzeit lese ich das Memoriale von dem hl. Petrus Faber, den "ersten Jesuiten in Deutschland". Die Jesuiten traten der Reformation und den damit verbundenen Abfall vieler Menschen vom katholischen Glauben an. In dem geistlichen Tagebuch von Faber sind auch Briefe enthalten. In einem Brief am 7. März 1546 gibt der große Seelsorger und Exerzitiengeber nach seiner Rückkehr nach Spanien Ratschläge an seine Mitbrüder, wie man die "Seelen der Irrgläubigen" retten möge.

Auch in heutiger Zeit, in der die Lehre der katholischen Kirche so stark unter Angriffen steht, behalten seine Ratschläge durchaus an Aktualität. Wer zur Lehre der katholischen Kirche (Zölibat, Sexualmoral etc.) steht, weiß wie schwer es ist, im glaubensfeindlichen Umfeld sich richtig zu verhalten. Dies beziehe ich gar nicht allein auf unsere christlichen Brüder und Schwestern in den anderen Konfessionen sondern vielmehr auf die Katholiken, die die Lehre ihrer eigenen Kirche zur Disposition stellen und von jeglichem christlichen Glauben abfallen. Leider erreicht man wegen seines falschen Verhaltens oft das Gegenteil dessen, was man beabsichtigte, nämlich die Leute FÜR die Lehre der katholischen Kirche zu gewinnen.

Ich versuche, einige Ratschläge des hl. Petrus Faber in unsere Zeit zu übersetzen.

  1. Wer den "Irrgläubigen" dieser Zeit helfen will, muss sich bemühen, ihnen viel Liebe entegenzubringen und seinen eigenen Geist von allen "Überlegungen" freimachen, die der Achtung vor ihnen abträglich sein können. - Wer jemanden wegen seiner Meinung missachtet, kann niemand zum Guten bewegen.
  2. Wir müssen ihre Zuneigung gewinnen, damit wir Einfluss auf sie gewinnen können. Dazu gehört, Streit zu vermeiden, wo einer den anderen herabzusetzen versucht und Gemeinsamkeiten zu betonen. Hierzu zählt auch die Zusammenarbeit mit ihnen in Angelegenheiten, in denen wir das gleiche Ziel verfolgen.
  3. Wenn man sich eines Menschen annimmt, der nicht nur einem Irrglauben anhängt sondern auch eine schlechte Lebensweise hat, muss man über Umwege ihn zuerst helfen, sich von seinen Lastern  zu lösen, bevor man über seine Irrtümer spricht. Häufig stehen Lebensgewohnheiten und Abhängigkeiten dem christlichen Glauben entgegen.
  4. Bezüglich der weit verbreiteten Irrtümer über die katholischen Kirche müssen wir den Fernstehenden helfen andere Erfahrungen zu sammeln, indem wir sie in Liebe dazu bewegen versuchen, wieder mit dem Gebet und dem Messbesuch / Beichte zu beginnen. Die Menschen haben nämlich zuerst die Andacht zum Gebet und zu den Sakramenten verloren und danach ihren Glauben. 
  5. Viele Fernstehende glauben, sie könnten die Gebote und Lehren der Kirche nicht einhalten, weil sie nicht mehr "zeitgemäß" seien. Wir müssen ihnen Mut machen, es neu zu versuchen und damit ihrem Leben eine neue Richtung zu geben. Dazu benötigt man allerdings sehr viel Feuer und Überzeugungskraft im Glauben. 
Petrus Faber fasst seine Ratschläge in einem Satz zusammen: "Diese Leute brauchen Ermahnungen, gutes Zureden, usf. über die rechte Lebensführung, die Furcht und die Liebe Gottes und die Liebe zu guten Werken, als Gegenmittel gegen ihre Schwächen, ihre Andachtslosigkeit, ihre Zerstreuungen ... und anderen Übel, die nicht vor allem und zuerst in ihrem Verstand sitzen, sondern in den Füßen und Händen der Seele und des Leibes." 

Quelle: Petrus Faber Memoriale Tagebuch des ersten Deutschen Jesuiten, Johannesverlag 1963, St. 373 ff.

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