Sonntag, 6. Dezember 2015

Entchristliches "Weihnachten" im Konsumrausch

In der "weihnachtlichen" Glitzerwelt:
der Oldenburger Innenstadt.
Am gestrigen Samstag war ich seit längerem mal wieder in einer größeren Stadt auf einem "Weihnachtsmarkt". In Oldenburg, meiner alten Heimatstadt. Ich ging zuvor durch die Fußgängerzone, die rappelvoll war. Schließlich ist die "Weihnachtszeit" die Zeit des Konsums.

Für viele ist jetzt schon "Weihnachten". Durch die Stadt gehen, ein rotes Zipfelmützchen auf. Geschenke kaufen. Ich ging durch das Kaufhaus "Galeria". Eine Riesenauswahl an Waren, In so einem Konsumtempel sieht man, wie groß der Wohlstand in unserer Gesellschaft ist. Was man nicht sieht, wie viele daran nicht partizipieren. Eine Nachricht, die ich vor ein paar Tagen las, verdeutlichtet dies: 8 Millionen Menschen brauchen in unserem reichen Deutschland staatliche Unterstützung, weil sie ihren Lebensunterhalt nicht selber verdienen können.

Als nächstes besuchte ich die "Schlösshöfe", ein Einkaufszentrum am Rande der Innenstadt, welches es dort einige Jahre gibt. Ein riesiger steriler Weihnachtsbaum ist in der Mitte aufgebaut, drum zu ein paar Figuren und Möbel. Auf einem Podest spielt eine Jazzkapelle. Die Leute drängeln sich durch die Etagen. Um Untergeschoss ist der Mediamarkt "Saturn". Dort ist der "Bär" los. Alle stehen um die Spielkonsolen, Tablets, Handys und und und ...

Auf dem Adventsmarkt an der benachbarten Lambertikirche gab es allerlei zu futtern und zu trinken. Von Oldenburger Grünkohl über Oldenburger Lachs im Brot, Flammkuchen, Pizza, Bratwurst und so weiter. Und dann natürlich die Glühweinstände. Die Leute wälzten sich durch den Markt. Außerdem gibt es allerhand Verkaufsstände. Für Kunst- und Weihnachtsschmuck, Mützen und Handschule, Lederwaren und und und ... Verkauf und Kommerz steht an erster Stelle. Man hätte den Markt besser Fress- und Saufmarkt nennen sollen. Auf dem Markt hörte ich, wie eine Mutter passend ihrer kleinen Tochter erklärte, was ein "Weihnachtsmarkt" sei: "Hier geht es darum, Essen, Getränke und Geschenke zu verkaufen".

Von der Botschaft des Weihnachtsfestes war in der gesamten Oldenburger Innenstadt wenig zu spüren. Ein paar Blasmusiker spielten zur musikalischen Untermalung noch ein paar Weihnachtslieder. Die evangelische Lambertikirche läutete stündlich kaum hörbar feierlich. An ihrer Tür hing ein Schild, welches zur täglichen Andacht um 18 Uhr einlud. An ihm liefen die Leute achtlos vorbei.

Im Tagesgebet des heutigen zweiten Adventssonntags heißt es treffender Weise folgendermaßen:
Allmächtiger und barmherziger Gott, deine Weisheit allein zeigt uns den rechten Weg. Lass nicht zu, dass irdische Aufgaben und Sorgen uns hindern, deinem Sohn entgegenzugehen. Führe uns durch dein Wort und deine Gnade zur Gemeinschaft mit ihm, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

AMEN

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