Sonntag, 6. Dezember 2015

Ein Leser fordert "lebenslanges Bloggerverbot" für mich

Ich erhielt gestern einen freundlichen anonymen Kommentar zu einem meiner Beiträge:
"Wenn in Kriegszeiten eine Mutter ihre Kinder vor Soldaten schützen kann, indem sie die Soldaten unschädlich macht,ist es schlecht. Aha!
Dem frommen Katholiken ist es lieber, wenn die Mutter ihre Kinder begraben muss, weil sie sie nicht schützen konnte.
Wo die Perversität in Wahrheit sitzt, ist klar.
Ein Alptraum, für einen Tod verantwortlich zu sein.
Der Alptraum ist aber erträglicher, wenn eine Frau für den Tod ihrer Kinder verantwortlich ist, die sie, obwohl sie es hätte lernen können, nicht verteidigt hat?
Hauptsache, die Rollenverteilung ist klar: Notwehr für die, die man liebt, ist bäh, wenn es sich um eine Frau handelt.
Dir sollte man lebenslanges Bloggerverbot erteilen, für geistige Brandstiftung!"
Aus Versehen hatte ich diesen Kommentar gelöscht, andererseits finde ich schon, dass man solche Kommentare, die den Sinn eines Blogtextes völlig verdrehen, durchaus veröffentlicht und nicht unkommentiert lässt. Abgesehen davon, dass der oder die Kommentator(in)  nicht einmal den Mut hat, ihr lebenslanges Bloggerverbot und den Vorwurf der geistigen Brandstiftung mit ihrem eigenen Namen zu vertreten.

Er / Sie bringt vieles durcheinander. Zum Beispiel, dass ein Soldat im Einsatzfall das Leben seiner eigenen Kinder schützen würde, ist völlig absurd. Auch mir zu unterstellen, dass eine Mutter im Notfalle nicht ihr Kind beschützen dürfe. Von Notwehr war in meinem Blog gar nicht die Rede. Sondern vom Soldatenhandwerk. Es ist schon grenzwertig, welche Kommentare man als (katholischer) Blogger manchmal so erhält.

Kommentare:

  1. Ich würde mich mal gerne auf dieses Zitat beziehen: "Ich habe sowieso schon damit Probleme, dass Frauen überhaupt im Militär eingesetzt werden." Tatsache ist nun mal dass in weiten Bereichen der kurdischen und jesidischen Gebiete in Nordsyrien Soldatinnen ganz wesentlich dazu beigetragen haben, ihre Heimat vor dem IS zu verteidigen. Sie konnten das deshalb tun, weil sie monate- und jahrlang intensiv im Dienst an der Waffe und im Nahkampf geschult wurden. Hätte man diesen Frauen - wie im Grundgesetz vorgesehen - den Dienst an der Waffe verweigert, dann könnten sie sich heute bereits als Sexsklavinnen für den IS verdingen. Diese Frauen haben ihre Ausbildung an der Waffe deshalb absolviert weil sie klug genug waren zu wissen, dass ihnen im Ernstfall niemand helfen würde - am allerwenigsten die feigen Europäer. Gerade das Thema "Wehrpflicht für Frauen" zeigt für mich exemplarisch wie sehr Vorschriften die zum "Schutz" von Frauen gedacht sind in Wirklichkeit das ganz genaue Gegenteil bewirken können und sollen - nämlich ihre absolute Hilflosigkeit und Ausgeliefertheit.

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    1. In diesem Falle handelte es sich um Notwehr. Die Frauen mussten ihr Leben retten, in diesem Falle mit der Waffe. Dies ist doch kein wünschenswerter Zustand. Im Krieg gibt es andere Gesetze. Im zweiten Weltkrieg mussten selbst Krüppel an die Waffen. Als Volkssturm. Ist dies die Gesellschaft, die wir wollen? Ich nicht. Es gibt genügend Männer UND Frauen, die weder wehrwillig noch wehrfähig sind. Nicht wenige aus den Nahen Osten landen zur Zeit als Flüchtlinge bei uns. Die meisten Menschen können sich nicht selber mit einer Waffe schützen. Soll das Soldatenhandwerk die menschliche Kultur auf den Kopf stellen? Ich finde nicht.

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  2. Sie haben recht in diesem Fall war es Notwehr. Voraussetzungen für die erfolgreiche Notwehr war aber eine konsequente monatelange militärische Ausbildung der betroffenen Frauen. Ohne diese wären diese Frauen heute allesamt entweder getötet oder vergewaltigt oder beides. Es geht in diesem Fall auch nicht darum welche Gesellschaft wir wollen, sie wird uns ganz einfach aufgedrängt. Im Übrigen ist es lt. Grundgesetz Deutschland nur möglich Krieg zu führen wenn ein Fall von Notwehr oder Nothilfe vorliegt.

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    1. Da bin ich nicht ihrer Meinung. Niemand drängt uns auf, uns dem Terrorismus zu beugen. Es gibt genügend Potential, um die Terrorgruppen wirksam zu bekämpfen, nicht nur militärische Möglichkeiten. Es braucht allerdings den politischen Willen dazu. Niemand muss sich eine Gesellschaft aufdrängen lassen, wir sind geboten, sie mitzugestalten. Als Christ, indem ich ein Bote des Friedens bin.

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