Donnerstag, 31. Dezember 2015

Gedanken zum Jahreswechsel: Wer ist Jesus für mich?

Heute wurde in unserer Pfarrei die Gedenkmesse zum hl. Sylvester I. gefeiert. Er war Papst zur Zeit des Kaisers Konstantin (314-335). In dieser Zeit fand ein grundlegender Wandel des Verhältnisses des Christentums zum römischen Staat statt. Im Evangelium (Mt 16,13-19) stellt uns Jesus die entscheidende Frage: "Als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn?" Unser Pfarrer ging in seiner kurzen Predigt zum Jahreswechsel auf dieses Schriftwort intensiv ein, und auch in mir hallt dieses nach.

Fabers Anweisungen für das Apostolat unter den Glaubensfernen

Derzeit lese ich das Memoriale von dem hl. Petrus Faber, den "ersten Jesuiten in Deutschland". Die Jesuiten traten der Reformation und den damit verbundenen Abfall vieler Menschen vom katholischen Glauben an. In dem geistlichen Tagebuch von Faber sind auch Briefe enthalten. In einem Brief am 7. März 1546 gibt der große Seelsorger und Exerzitiengeber nach seiner Rückkehr nach Spanien Ratschläge an seine Mitbrüder, wie man die "Seelen der Irrgläubigen" retten möge.

Montag, 28. Dezember 2015

Eine Inflation der Krippen, aber Deflation der Messbesucher

Zu Weihnachten beobachtete ich zwei Entwicklungen. Selbst an den hohen Feiertagen (Weihnachten) ist nach Ostern das bedeutendste Fest unseres Glaubens, waren weitaus weniger Gläubige in unserer Pfarrkirche als noch vor wenigen Jahren.

Die vier katholischen Kirchspiele in unserer politischen Gemeinde wurden zu einer Großpfarrei fusioniert. Trotzdem gibt es in jeder der vier katholischen Kirchen eine große Krippe. Und auch die evangelische Gemeinde hat eine Krippe aufgebaut. In unserer politischen Gemeinde gibt es nur ca. 6.000 Einwohner, aber fünf große Kirchenkrippen.

Sonntag, 27. Dezember 2015

Auf der Suche nach der "Heiligen Pforte der Barmherzigkeit"


Forumskirche St. Peter in Oldenburg
Barmherzigkeit kann man nicht kaufen. Sie wird einem geschenkt. Von Gott oder von anderen Menschen, die von Liebe durchdrungen sind. Papst Franziskus hat am 8. Dezember 2015 das "Heilige Jahr der Barmherzigkeit" ausgerufen.

Doch die besondere Gnade der Barmherzigkeit soll nicht nur in Rom, die Kapitale der römisch-katholischen Kirche erreichbar sein, sondern für alle Menschen auf der ganzen Welt. Dazu wurden in allen Teilen der Welt "Heilige Pforten" errichtet, auf dass Barmherzigkeit für jedermann erfahrbar werde. Im Bistum Münster gibt es vier "heilige Pforten", eine davon ist in Oldenburg in der Forumskirche St. Peter. Oldenburg ist nur eine Stunde Autofahrt von meinem Dorf entfernt, außerdem ist es meine alte Heimatstadt. So war für mich klar, dass ich meine Wallfahrt am 2. Weihnachtstag zur "Heiligen Pforte" nach Oldenburg machen würde.

In Oldenburg angekommen, umschritt ich die St. Peter-Kirche, um die "Heilige Pforte" zu entdecken. Aber äußerlich war nichts zu finden.

Im Innenraum der St. Peter Kirche
Auch im Innenraum war nichts Ungewöhnliches zu entdecken. Kein Hinweis auf die "Heilige Pforte". Ein stiller heiliger Ort inmitten der Großstadt Oldenburg. Die St. Peter Kirche hat für mich zweifach eine große Bedeutung. Sie ist der Ort, am dem ich wieder in die Kirche zurückkehrte und von dem damaligen Dechant Ratzke aufgenommen wurde.

Später habe ich mich stundenlang hier aufgehalten, als ich einer schwierigen Lebensphase nach einer zerbrochenen Liebe geraten war. Ich klagte damals Gott in Psalmen und mit vielen Tränen mein Leid und fand Ruhe und Kraft. Mein Leben fügte sich wieder in geordnete Bahnen. Erst viele Jahre später, eigentlich erst jetzt, wird mir klar, dass die St. Peter Kirche für mich ein Ort der Barmherzigkeit war. Hier fand ich ein offenes Ohr desjenigen, der uns immer zuhört: der barmherzige Gott. So schloss sich auch heute wieder ein Kreis mit dem Besuch der "Heiligen Pforte" in der Peterkirche.

War dies die "Heilige Pforte" in der St. Peter Kirche?
Doch wo war nun die Heilige Pforte? Ich konnte in der ganzen Kirche nichts davon entdecken! Kein Hinweis war darauf zu finden. Die einzige Pforte, die ich fand, war diese häßliche Holztür die den Zugang zum Hauptausgang versperrte. Vorne befand sich eine sehr einfach gestaltete Weihnachtskrippe.

Ein Ehepaar betrat die Kirche und bekreuzigte sich. Ich schloss daraus, dass es sich um Katholiken handeln müsse und fragte sie, ob sie wüssten, wo ich die Pforte finden könnte. "Heilige Pforte? - Die gibt es hier nicht. Die ist in Rom," beantwortete der Mann. Ratlos setzte ich mich in eine Kirchenbank und beschloss, erst einmal zur Ruhe zu kommen und zu beten.

Und wo ist hier die Pforte, die zu
durchschreiten ist?
Irgendwann kehrte das Paar wieder zurück und der Mann flüsterte mir zu: "Da vorne rechts ist was mit der Pforte der Barmherzigkeit, schauen sie mal!" - Ich ging darauf dorthin. Unter einem Rundbogen stand eine Pietá. Im Boden war die Schrift war eingraviert "Pforte der Barmherzigkeit". Ganz hinten rechts war eine schmucklose Stahltür.

War dies die Pforte der Barmherzigkeit? Ich versuchte, die Tür zu öffnen, aber sie war verschlossen. Oder hatte ich die Pforte der Barmherzigkeit bereits mit dem Betreten dieses Ortes durschritten? Irgendwie bin ich nicht ganz schlau daraus geworden, wo nun die Pforte wirklich war. Ich hatte mir eine große Tür vorgestellt, die man zu öffnen hatte. Wie so oft im Leben war es anders, als man sich es ursprünglich gedacht hatte. Ich bedachte, dass es eigentlich unwichtig war. Viel wichtiger ist der Wille, diesen Akt des Betens zu tun, die Sehnsucht nach der Barmherzigkeit und der Liebe Gottes.

Die Bitte darum, dass Gott uns ganz durchdringt, so dass wir ganz von seiner Liebe durchglüht werden. Ich blieb noch ein Moment in der Kirche, um auch in den Anliegen unseres Heiligen Vaters und einigen persönlichen Anliegen zu beten. Und um Gott dafür zu danken, wieviel Barmherzigkeit ich bereits an diesem Ort, die St. Peter Kirche in Oldenburg, erfahren habe.

Samstag, 26. Dezember 2015

Messe in Telugu am 2. Weihnachtstag

In unserem Bistum Münster ist der 2. Weihnachtstag ein Feiertag. In unserer Kirche wird jedes Jahr ein feierliches Hochamt gefeiert. Mit unserer Chorgemeinschaft Cäcilia gestalten wir diese feierliche Eucharistiefeier mit. Eine Predigt gibt es allerdings an diesem Tag nicht. In diesem Jahr zelebrierte unser indischer Pfarrer das Hochamt zum Fest des heiligen Stephanus, des ersten Märtyrers der Kirche. Das hat einen gewissen Reiz, weil in Indien auch heute noch Christen verfolgt werden und die Kirche am heutigen Tag ganz besonders auch der verfolgten Christen gedenkt.

Unser Pfarrer, der aus Indien zu uns gekommen ist, weil es in unserem Land nicht mehr genügend Berufungen zum Priesteramt gibt, begrüßte uns vor der Messe in plattdeutscher Sprache. Nach dem Wortgottesdienst (Kyrie, Gloria, Lesungen, Evangelium, Credo und Fürbitten eröffnete er die Eucharistiefeier mit den Worten, dass er an diesem Tag die Präfation in seiner Muttersprache Telugu halten wolle.

Sowohl die Präfation als auch das Hochgebet sang er in seiner Sprache in einem sehr würdigen und melodischen Gesang, der allerdings für uns alle völlig unverständlich war. Dennoch spürte jeder die Heiligkeit des Momentes, Es geschah genau das gleiche, was weltweit in jeder Messe geschieht: Die Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers Christi und seine Gegenwart im allerheiligsten Sakrament durch das Wunder der Wandlung. Die Messdiener(innen) waren nicht ganz sicher, wann sie wohl die Altarklingeln schwingen sollten. Aber als unser Priester die Hostie erhob, wussten wir, dass dies der vergegenwärtigte Christus in der Gestalt der Hostie war, den wir sah.

Die Gegenwart Christi erkennt man beim Brechen des Brotes, fiel  mir analog zur Emmaus-Geschichte ein, als die traurigen Jünger Christus erst beim Brotbrechen erkannten. Ich erinnerte mich an einer sehr feierlichen heiligen Messe in der Londoner Westminster Cathedral und auch an eine Messe in englischer Sprache in einer katholischen Kirche im Bremer Schnoorviertel. Die Universalität unserer Kirche ist in solchen Momenten überdeutlich spürbar. Das Evangelium richtet sich an alle Menschen in der ganzen Welt. Ein Bekannter sagte mir einmal: "Egal, wo du dich auf der Welt befindest, in der Kirche bist du immer zuhause!"

Nach der Messe am zweiten Weihnachtsfest trifft sich unser Chor immer noch kurz zu einem kleinen Frühschoppen, um gemeinsam miteinander noch ein wenig sich zu treffen und ein paar Weihnachtslieder zu singen. Der Priester kam auch dazu und wir unterhielten uns noch ein wenig über die Situation in seinem Land. Er selbst stammt aus Südindien. In Indien gibt es 2 Prozent Katholiken, das sind immerhin ca. 2 Millionen Menschen. Außerdem gibt es Protestanten und freikirchliche Christen. In Südindien sei es relativ ruhig und sicher für Christen, erklärte der Priester. Anders sei dies allerdings im Norden. Besonders gefährlich für die Christen hält er die derzeitige Regierung, die den Spalt zwischen den Religionen eher verschlimmere.

Die Ursache der Religionskonflikte läge nicht in der einfachen Bevölkerung. Sie resultiere aus Machtinteressen politischer Kräfte. Wenige Extremisten würden Gift verbreiten und Hass und Streit schüren.

Predigt am ersten Weihnachtstag: Wer Jesus wirklich ist

In seiner Predigt am 1. Weihnachtstag ging unser Pfarrer sehr intensiv auf den Johannesprolog (Joh. 1, 1-18) ein, welcher im Evangelium verlesen worden war. Jesus, das fleischgewordene Wort, vor aller Zeit bis in Ewigkeit, aus dem alles geworden ist, das Licht der Welt. Ich bekam von seiner hoch theologischen Rede wenig mit - bis zu dem Punkt, als er über die Entscheidung sprach, an das Wort zu glauben oder nicht zu glauben. Er wies mit einer Geste in  Richtung Altar und sagte, das hier das Wort im Allerheiligsten gegenwärtig ist. Ich nahm mir daraufhin vor, diesmal im Gebet vor der Kommunion dem HERRN meinen Glauben an seine Gegenwart zu bekunden, und spürte beim Empfang des Sakramentes einen ganz besonderen Segen.

Freitag, 25. Dezember 2015

Was mir an den Weihnachtsbotschaften oft fehlt

Zwei Themen beherrschen die Weihnachtsbotschaften dieser Tage. Die Barmherzigkeit und die Flüchtlingskrise. Die Menschen werden darauf hingewiesen, dass auch die Heilige Familie auf der Flucht gewesen sei. Deshalb sollten auch sie barmherzig gegenüber Flüchtlingen sein, die aus den Kriegs- und Armutsregionen dieser Welt kommen. Um von vornherein Missverständnisse auszuschließen, dieser Aufforderung stimme ich voll und ganz zu!

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Weihbischof Timmerevers: Die Botschaft des Weihnachtsfestes neu entdecken

Weihbischof Timmerevers rief alle Gläubigen in seinem "Wort zur Weihnacht" auf, die Botschaft dieses Festes neu zu entdecken. Er kritisierte die "ökonomische Vermarktung" des Weihnachtsfestes und seine Reduzierung auf Konsum und Schenken". Er stellte an alle Christen die Frage, ob sie nicht die Souveränität aufbringen müssten, sich der "kommerziellen Verflachung des Festes" zu entziehen und Zeugnis von der "friedensstiftenden Botschaft des Weihnachtsfestes" zu bringen. Für den von Radikalen kritisierten "Untergang des Abendlandes" sei nicht der Islam verantwortlich, führte er weiterhin aus. Vielmehr sei die "Christenheit" selbst für das "Schwinden des Christentums" verantwortlich. Weihbischof Timmerevers lud ein, die "Feier des Gottesdienst neu als Chance zu begreifen, uns in Gott zu verankern". Zur kompletten Pressemitteilung des Offizialates Vechta ...

Dienstag, 22. Dezember 2015

Vorsicht: Weihnachten naht! Wenn ich kein Christ wär, würd ich esausfallen lassen

Das Weihnachtsfest steht vor der Tür. Und das fordert uns heraus. Was bedeutet uns eigentlich das Fest? Mehr oder weniger beschäftigt es jeden, gleichgültig, ob er (noch) glaubt oder nicht. Beim Training im Fitnesscenter bekam ich ein paar Gesprächsfetzen mit. Eine Frau sagte, sie könne mit Weihnachten wenig anfangen. In ihrer Kindheit habe sie das Fest meistens bei ihren Nachbarn verbringen müssen. Ihre Eltern hätten gearbeitet. Auch heute sei es dabei geblieben. Ich konnte nur sagen, dass ich dies verstehen kann.

Sonntag, 20. Dezember 2015

Eine besondere Eucharistiefeier! Zwei Männer wurden heute getauft.

Blick auf unsere Pfarrkirche am heutigen frühen Morgen
Am heutigen 4. Adventssonntag wurde die Eucharistiefeier in mehrfacher Weise zu einer Feier der Gemeinschaft. Zum ersten Mal wurden zwei erwachsene Männer in die Gemeinschaft der Heiligen Kirche aufgenommen. Und vier neue Messdiener wurden in die Messdienergemeinschaft aufgenommen.


Freitag, 18. Dezember 2015

Bischof Genn: Wie man sich auf den Besuch der Heiligen Pforte vorbereitet

Im Bistum Münster gibt es vier Heilige Pforten. Das Durschreiten der Heiligen Pforte soll uns die Gnade der Barmherzigkeit zuteil werden lassen und sollen unsere Seelenwunden heilen. Aus ihrem Gnadenschatz gewährt uns die Kirche den Nachlass zeitlicher Sündenstrafen, die aus den von uns begangenen Sünden resultieren. Bischof Genn erklärt in einem Video, wie man sich am besten auf den Besuch der Heiligen Pforte vorberietet. Der Bischof empfiehlt die innere Besinnung, was uns Barmherzigkeit bedeutet. Dazu gehört auch die Beschäftigung mit den sieben leiblichen und geistlichen Werken der Bamherzigkeit. Außerdem rät der Bischof, in Meinung des Papstes, das heißt für und mit ihm zu beten, die Heilige Messe mitzufeiern, das Bußsakrament zu empfangen und beim Gang durch die Heilige Pforte zu beten, dass die negativen Spuren unseres Tuns mehr und mehr ausgeheilt werden.

Unsere letzte Chorprobe vor Weihnachten

Zur Adventszeit gehöreren für mich auch die Proben mit unserer Chorgemeinschaft Cäcilia für das Weihnachtshochamt. Wie unserer Pfarrer völlig zu Recht erklärte, leistet die gehaltvolle Musik einen ganz wichtigen Beitrag zur Lebensqualität. Sie erhebt unsere Seele, sie weist unseren Blick über die Endlichkeit unseres irdischen Daseins hinaus. Sie bewirkt wahre Freude. Unter anderem entsteht sie bei den alten traditionellen Chorälen und Liedern, wie zum Beispiel bei Transeamus usque Bethlehem. welches auch unserer Chor singt und damit Teil der Weihnachtsliturgie wird.


Donnerstag, 17. Dezember 2015

O Sapientia

Mit dem heuten 17. Dezember beginnt die Zeit der O-Antiphonen im Advent. Sie werden im Stundengebet zur Vesper vor dem Magnificat gesungen oder gebetet. Es sind Verse aus dem Alten Testament, in denen die Juden ihre Hoffung auf den zu erwartenden Messias ausdrücken. Nach alter Tradition wurden sie im gregorianischen Chorälen auf lateinisch gesungen. Auch uns laden die wunderschönen Antiphonen zur vorbereitenden Betrachtung zum Weihnachtsfest ein

 Die heutige Antiphon lautet:

 O Weisheit, Du bist aus dem Munde des Allerhöchsten hervorgegangen, umfassest alles von einem Ende zum andern und ordnest es machtvoll und sanft. Komm, uns den Weg der Klugheit zu lehren.

O Sapientia, quae ex ore Altissimi prodiisti, attingens a fine usque ad finem, fortiter suaviterque disponens omnia: veni ad docendum nos viam prudentiae.

Montag, 14. Dezember 2015

Die Weihnachtsgeschichte beginnt: Ein junges Paar auf Wohnungssuche

So langsam wird die Zeit knapp bis Weihnachten. Es sind nur noch zehn Tage, und dann ist Heiligabend. Die ersten Figuren stehen bereits im meiner Krippe. Der hl. Josef und die mit dem Christkind schwangere Gottesmutter Maria sind bereits in aller Stille unterwegs. Sie haben nur das, was sie mit sich tragen können und suchen verzweifelt nach einer Wohnung. Unterwegs treffen sie ein paar wilde Tiere und ein paar Hirten und fragen -2Wo können wir unterkommen?" Darum kümmern sich in Moment wenig Leute. Andere Themen sind wichtiger. Die Klimakatastrophe, Kriege und Parteitage. Und der Rummel um das Weihnachtsfest. Bei einigen steht der Baum schon geschmückt im Wohnzimmer. Geschenke, Kommerz, das große Fressen müssen aber noch besorgt werden, für die Party. Dabei spielt eigentlich ein kleines göttliches Kind die Hauptrolle. Sein Auftritt ist sehr bald! Lasst uns darauf vorbereiten. Dann wird es wirklich Weihnachten.

Aus meiner Familienkrippe fotografiert

Sonntag, 13. Dezember 2015

So feiert unsere Pfarrei das Heilige Jahr der Barmherzigkeit

In den aktuellen Pfarrachrichten unserer Kirchengemeinde wurde bekanntgegeben, wie unsere Pfarrei das Heilige Jahr der Barmherzigkeit feiern wird. Eine "Ikone der Freundschaft" wird jeden Monat in einer unserer vier Kirchen stehen und zum persönlichen Gebet einladen. Außerdem wird in der jeweiligen Kirche in den Werktagsmessen das "Gemeindegebet zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit" gebetet werden uns die Feier der heiligen Messe mit dem eucharistischen Segen beschlossen.

Freut euch und jubelt!?

Geistlicher Impuls zum 3. Advent
Die liturgischen Texte heute sind schon schwere Kost, finde ich, gerade in dieser Zeit. Gaudete! – „Freu dich und frohlocke aus ganzem Herzen“ (Zef 3,14) und „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit!“ (Phil 4,4) aus den Lesungen des Tages kommen mir schwer über die Lippen im Angesicht von Terroranschlägen, kriegerischen Auseinandersetzung, Flüchtlingsströmen, Klimagipfel oder auch „Vatileaks 2“ und so mancher innerkirchlicher Diskussion und Situation. Da ist mir die Frage aus dem Evangelium sehr viel näher: „Was sollen wir also tun?“ (Lk 3,10) ...
Zum ganzen Beitrag von Michael Raab auf gerne-katholisch.de ... 

Samstag, 12. Dezember 2015

Zur Adventszeit gehört auch der Krippenbau

Heute habe ich unsere alte Familienkrippe vom
Dachboden herunter geholt.
Während woanders bereits jetzt schon der Weihnachtsbaum fertig dekoriert im Wohnzimmer steht, gehört für mich zur Adventszeit, zuerst langsam mit dem Aufbau unserer alten Familienkrippe zu beginnen.

Sie eignet sich hervorragend zur Vorbereitung auf das Weihnachtsfest, denn man kann mit ihr die biblischen Szenen darstellen. Zum Beispiel die Herbergssuche, die Geburt Christi mit Anbetung der Hirten oder die heiligen drei Könige. Während der Advents- und vor allem während der Weihnachtszeit eignet sich die Krippe hervorragend als Gebetsort.

Zum Gedenktag Unserer Lieben Frau von Guadalupe

Bild unserer lieben Frau von
Guadalupe in meiner Gebetsecke

Heute gedenkt die Kirche Unserer Lieben Frau von Guadalupe. Sie ist unter anderem auch die Patronin der Gebetsgemeinschaft "Lebendiger Rosenkranz", der ich angehöre.

Tagesgebet

Gott, du Vater des Erbarmen, du hast dein Volk unter den besonderen Schutz der heiligen Mutter deines Sohnes gestellt. Gewähre allen, die unsere Liebe Frau von Guadalupe anrufen, dass sie im festen Glauben den Fortschritt der Völker auf Wegen der Gerechtigkeit und des Friedens suchen.  Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN

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Dieses Gebetsanliegen ist gerade in unserer Zeit wichtig, in der so viele Menschen wegen Krieg und Terror ihre Heimat verloren haben. Und in der auch wir jederzeit durch den Terror bedroht werden können.

 Ohne Gottes Hilfe und die Fürsprache der allerseligsten Mutter unseres Herrn wird es keine Lösung der aktuellen Krisen geben. Friede und Gerechtigkeit können nur wachsen, wenn die Herzen der Menschen bekehrt werden. Als Christen sind wir berufen, im festen Glauben alles für Frieden und Gerechtigkeit im Rahmen unserer Möglichkeiten zu tun. Das fängt damit an, selber Frieden und Gerechtigkeit zu üben.

Donnerstag, 10. Dezember 2015

Der Wert menschlicher Barmherzigkeit

Gestern begann ich, anlässlich des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit, ein wenig in das Geheimnis der Barmherzigkeit einzudringen und erwähnte, dass es dabei viel mehr als um Frömmelei handelt.   Barmherzigkeit drückt sich in einer Haltung gegenüber den Mitmenschen aus, die um die Liebe Gottes für alle Geschöpfe weiß. Dies kann nur gelingen, wenn man selbst sich mit Gott verbunden weiß. Eine Schatzquelle christlicher Spiritualität ist das "Memoriale", das Tagebuch des ersten Jesuiten in Deutschland Petrus Faber. In diesem Buch fand ich eine sehr schöne Betrachtung des Wertes menschlicher Barmherzigkeit. Interessant ist, dass diese Übersetzung nach den Texten des hl. Petrus Faber im Jahr 1963 veröffentlicht wurde, also zum Ende des 2. Vatikanischen Konzils.

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Bistum Münster: Heiliges Jahr der Barmherzigkeit

Das Heilige Jahr der Barmherzigkeit wurde gestern feierlich eingeweiht. Es lädt uns ein, uns tiefer auf das Geheimnis der Barmherzigkeit einzugehen. Auch das Bistum Münster bietet viele Angebote, sich mit dem Thema Barmherzigkeit auseinanderzusetzen. Barmherzigkeit begegnet uns in vielen Bereichen unseres täglichen Lebens. Schnell geraten wir in Situationen, in denen wir oder andere unbarmherzig mit Menschen umgehen. Schnelle Urteile fällen anstatt abzuwarten und das ganze Bild zu sehen. Streit beginnen anstatt zu versöhnen. Alles haben wollen anstatt mit anderen zu teilen. Es gibt unzählige Beispiele.

Kardinal Woelki öffnet Heilige Pforte in Köln

"Öffnet die Tore der Gerechtigkeit, lasst uns eintreten, um dem Herrn zu danken." Mit diesen Worten öffnete Kardinal Rainer Maria Woelki die Heilige Pforte am Kölner Dom. Er ist Metropolit der Kirchenprovinz Köln, zu der auch das Bistum Münster und damit auch das Offizialat Oldenburg, in dem die Region Südoldenburg einbezogen ist.

Zum Teil wurde etwas missverständlich in den Öffentlich-Rechtlichen Medien über dieses Ereignis berichtet, mit dem das Heilige Jahr der Barmherzigkeit eröffnet wurde. So sagte eine Moderatorin im TV-Sender Tagesschau24, mit dem Gang durch die Heilige Pforte könnten sich die Gläubigen von ihren Sünden befreien. Ganz so funktioniert das allerdings nicht. Sünden können nur durch Gott vergeben werden. Für uns Gläubige es bedarf es dazu der Umkehr. Schwere Sünden müssen können nur durch das Sakrament der Versöhnung getilgt werden. Wir alle sind berufen, den Weg der Barmherzigkeit und Umkehr zu gehen und uns von Ihm, den barmherzigen Gott, versöhnen zu lassen. Das Video stammt von domradio.de

Montag, 7. Dezember 2015

Ein Weihnachtspfarrbrief wird zum Spiegel des Zustands unserer Pfarrei

Cover des Weihnachtsbriefes
unserer Pfarrei
Eigentlich hat ein Pfarrbrief eine ganz besonders wichtige Bedeutung. Gerade in Zeiten, in denen nur noch ein Bruchteil der Gemeindemitglieder regelmäßig zur Kirche geht, ist er oft nur der einzige Kanal, über den man fern stehende Angehörige einer Kirchengemeinde erreicht. Umso wichtiger ist es, diesen Kanal auch so zu nutzen, den Menschen eine christliche Botschaft zu vermitteln.

Ich erhielt in den letzten Tagen den diesjährigen Weihnachtspfarrbrief, blätterte ihn durch, und fragte mich danach: was ist hier eigentlich noch daran katholisch? Welche Botschaft sendet er aus? Christlich, und damit natürlich auch katholisch, ist schon mal das Cover mit dem Bild einer Krippenszene.

Möglicherweise ist es ein Foto aus einer der vier wunderschönen Krippen, die in Kürze wieder in allen vier Kirchen unserer Pfarrgemeinde aufgebaut werden. Ein Hinweis darauf fehlt leider im Brief.

Sonntag, 6. Dezember 2015

Ein Leser fordert "lebenslanges Bloggerverbot" für mich

Ich erhielt gestern einen freundlichen anonymen Kommentar zu einem meiner Beiträge:
"Wenn in Kriegszeiten eine Mutter ihre Kinder vor Soldaten schützen kann, indem sie die Soldaten unschädlich macht,ist es schlecht. Aha!
Dem frommen Katholiken ist es lieber, wenn die Mutter ihre Kinder begraben muss, weil sie sie nicht schützen konnte.
Wo die Perversität in Wahrheit sitzt, ist klar.
Ein Alptraum, für einen Tod verantwortlich zu sein.
Der Alptraum ist aber erträglicher, wenn eine Frau für den Tod ihrer Kinder verantwortlich ist, die sie, obwohl sie es hätte lernen können, nicht verteidigt hat?
Hauptsache, die Rollenverteilung ist klar: Notwehr für die, die man liebt, ist bäh, wenn es sich um eine Frau handelt.
Dir sollte man lebenslanges Bloggerverbot erteilen, für geistige Brandstiftung!"
Aus Versehen hatte ich diesen Kommentar gelöscht, andererseits finde ich schon, dass man solche Kommentare, die den Sinn eines Blogtextes völlig verdrehen, durchaus veröffentlicht und nicht unkommentiert lässt. Abgesehen davon, dass der oder die Kommentator(in)  nicht einmal den Mut hat, ihr lebenslanges Bloggerverbot und den Vorwurf der geistigen Brandstiftung mit ihrem eigenen Namen zu vertreten.

Er / Sie bringt vieles durcheinander. Zum Beispiel, dass ein Soldat im Einsatzfall das Leben seiner eigenen Kinder schützen würde, ist völlig absurd. Auch mir zu unterstellen, dass eine Mutter im Notfalle nicht ihr Kind beschützen dürfe. Von Notwehr war in meinem Blog gar nicht die Rede. Sondern vom Soldatenhandwerk. Es ist schon grenzwertig, welche Kommentare man als (katholischer) Blogger manchmal so erhält.

Entchristliches "Weihnachten" im Konsumrausch

In der "weihnachtlichen" Glitzerwelt:
der Oldenburger Innenstadt.
Am gestrigen Samstag war ich seit längerem mal wieder in einer größeren Stadt auf einem "Weihnachtsmarkt". In Oldenburg, meiner alten Heimatstadt. Ich ging zuvor durch die Fußgängerzone, die rappelvoll war. Schließlich ist die "Weihnachtszeit" die Zeit des Konsums.

Für viele ist jetzt schon "Weihnachten". Durch die Stadt gehen, ein rotes Zipfelmützchen auf. Geschenke kaufen. Ich ging durch das Kaufhaus "Galeria". Eine Riesenauswahl an Waren, In so einem Konsumtempel sieht man, wie groß der Wohlstand in unserer Gesellschaft ist. Was man nicht sieht, wie viele daran nicht partizipieren. Eine Nachricht, die ich vor ein paar Tagen las, verdeutlichtet dies: 8 Millionen Menschen brauchen in unserem reichen Deutschland staatliche Unterstützung, weil sie ihren Lebensunterhalt nicht selber verdienen können.

2. Adventssonntag: Bereitet dem Herrn den Weg!

Da erging in der Wüste das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharías. Und er zog in die Gegend am Jordan und verkündigte dort überall Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden. So erfüllte sich, was im Buch der Reden des Propheten Jesája steht:

Eine Stimme ruft in der Wüste: 
Bereitet dem Herrn den Weg! 
Ebnet ihm die Straßen!

Krippenszene aus der Pfarrkirche meines Dorfes
Der heilige Johannes der Täufer, Patron unseserer Pfarrei, empfängt das "Wort Gottes" in der Wüste.

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Adventszeit, die Zeit der Spendenaufrufe, und ein besonderer Brief

Es gibt wohl keine Zeit, in der man die Herzen öffnen kann, wie in der vorweihnachtlichen Adventszeit. Seit jeher ist es bei den Menschen gute Tradition, nicht nur an die Lieben zu denken und für sie Geschenke zu Weihnachten zu besorgen. Sondern auch an Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Und so flattern jede Menge Spendenaufrufe auf den Schreibtisch. Missio, Adveniat, Caritas und viele bekannte und unbekannte Einrichtungen bitten um Unterstützung. Ein ganz persönlicher Brief landete heute in meinem Briefkasten, vom örtlichen Arbeitskreis Indien.

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Anna-Lena | laut&deutlich | Erster Preacherslam in Vechta

Der erste Vechtaer Preacher Slam! Schade, dass ich ihn verpasst habe. Die Idee ist natürlich nicht neu, aber durchaus interessant. Einen Poetry Slam, einem modernen Dichterwettbewerb, habe ich erst vor kurzer Zeit selber einmal erlebt. Ich berichtete für unsere Lokalzeitung von einer Feier der Absolventen landwirtschaftlicher Berufe, auf der der Gastredner einen Agrarslam vortrug. Also ein Gedicht, mit dem etwas Werbung für den Beruf des Landwirtes gemacht werden sollte, dessen Ruf ja so lädiert ist.

Und ein Preacherslam dient eben dazu, das Gebet für junge Leute interessant zu machen. Gebet muss man natürlich einüben. Es ist ein lebenslanger Prozess. mit Gott ins "Gespräch" zu kommen und zu bleiben. Dies gelingt uns allen mal mehr oder weniger. Ein Gebet, besonders, das christliche Gebet, richtet sich immer an eine Person, nie an eine Idee. Es ist auch keine (politische) Ansprache, so habe ich den Beitrag von Jonathan empfunden. Das ist etwas anderes. Ein Gebet, welches sich nicht an Gott richtet, ist kein Gebet. Unten ist das Video von Anna-Lena, die bei diesem Wettbewerb den Publikumspreis gewann. In ihrem Beitrag, den ich durchaus gelungen finde, richtet Anna-Lena ihre Fragen und Bitten an Gott.

Kleiner Nachtrag: bei dem Wettbewerb ging es "erst mal um Predigt im weiteren Sinne", teilte mir das "Offi" in Vechta via Twitter mit. Da habe ich im Wörterbuch doch noch mal nachgeschlagen:  Preach heißt auf deutsch Predigt. Also lag ich ein wenig falsch: selbst eine politische Ansprache kann durchaus zur Gardinenpredigt werden. Danke, liebe Leute vom Offizialat, ich habe etwas dazu gelernt. Auch wenn es "nur" ums Predigen ging, war der Preacherslam dennoch ganz bestimmt eine starke Veranstaltung.

Gemischte Gefühle: Bremer Kirche wird zur Flüchtlingsunterkunft

Die katholische Kirche St. Benedikt in Bremen-Woltmershausen ist die erste aktive katholische Kirche, die übergangsweise als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden soll. Dies gab der katholische Gemeindeverband Bremen heute in einer Pressemitteilung bekannt. Tabernakel, Altar und Taufbecken sollen aber an ihrem Standort bleiben und "umgebaut" werden, heißt es etwas missverständlich in der Meldung. Es bleibt für den Außenstehenden unklar, was das bedeutet.

Die kleine Kirche wird 40 Flüchtlingen eine Unterkunft bieten. Die Gottesdienste sollen im Pfarrzentrum gefeiert werden. Der Pfarrer der Bremer Kirchengemeinde bezeichnet es als Gebot der Nächstenliebe, den Menschen in Not eine Unterkunft zu bieten, heißt es in einem Bericht im Weser-Kurier. Die 20 bis 60 Gottesdienstbesucher könnten alternativ auch eine andere Kirche in Bremen aufsuchen. Obwohl der Kirchenvorstand einstimmig dafür gestimmt hätte, hätten Anwohner und Gemeindemitglieder gemischte Gefühle, berichtet Radio Bremen. Aus den Meldungen geht nicht hervor, wie lange die Bremer Kirche als Herberge für Flüchtlinge genutzt werden soll.

Auch ich habe dabei durchaus gemischte Gefühle. Zum einen ist es richtig, Flüchtlingen eine Unterkunft zu bieten. Ob dies nun eine Kirche sein muss, ist die andere Frage. Ein Argument in einem Bericht, dass man Gemeindesäle nicht nutzen könne, weil es keine Duschen gäbe, überzeugt mich wenig, weil es bekanntlich in keiner Kirche eine solche gibt.

Gleichzeitig wirft die Umnutzung den Blick darauf, dass so eine Kirche sowieso kaum noch genutzt wird. Praktisch könnte man also auch in meiner Heimatpfarrei problemlos drei von vier Kirchengebäuden als Flüchtlingsunterkünfte umnutzen, mangels Besuch. Diese Meldung symbolisiert auf vielschichtiger Weise, wie klein die Bedeutung im eines Kirchengebäudes noch zu sein scheint, weil die fehlenden Beter die Kirche verwaisen lassen. Dabei ist im Tabernakel einer jeden katholischen Kirche das Allerheiligste unser Kirche gegenwärtig. Allein dadurch ist eine Kirche ein heiliger Raum. Die Schließung einer jeden Kirche ist somit immer auch ein großer Verlust.