Montag, 16. November 2015

Großer Wirbel am grauen Sonntag

Es war ein grauenhafter Sonntag. Draußen war es wolkenverhangen, es wurde gar nicht richtig hell, und es regnete in Strömen. Im Fernsehen lief die Dauersendung über die Hintergründe zu den Terroranschlägen in Paris. Das Ausmaß und die Dimension des Terrornetzwerkes ist erschreckend. Kann der Terrorismus unsere freiheitliche Gesellschaft bedrohen? Steht auch unsere Religionsfreiheit vielleicht in mittlerer Zukunft zur Disposition?

Schließlich werden Christen ja durchaus in vielen Ländern verfolgt oder bedroht. Und auch in unserer säkularen Gesellschaft nimmt ja die Feindlichkeit gegenüber dem Religiösem mit dem Verfall der Volkskirchen schon zu. Und das auch ohne die meistens viel religiöseren Ausländer, die bei uns wohnen. Menschen, die sich dazu bekennen, gläubige Christen, vor allen gläubige Katholiken zu sein, ernten bei vielen Zeitgenossen Unverständnis, manchmal sogar deutliche Ablehnung. Und dies vor allem bei Leuten die mit dem Islam gar nichts am Hut haben.

In den sozialen Netzwerken entbrannte, auch von Katholiken verursacht, ein Streit darüber, ob der Islam und damit alle Moslems unter Generalverdacht für den islamistischen Terrorismus zu stellen seien. Eine unsinnige Diskussion, die nicht zwischen friedliebenden und gewalttätigen Menschen unterscheidet, die den Spalt zwischen den Religionen sowie den Hass und die Fremdenfeindlichkeit vertieft.

Am späten Abend verbreitete sich über das Internet schließlich eine weitere Hiobsbotschaften: Papst Franziskus sollte angeblich bei einer Ansprache in einer evangelisch-lutherischen Kirche in Rom die Interkommunion von Protestanten und Katholiken erlaubt oder zumindest nicht mehr ausgeschlossen haben. Wackelten nun auch die Fundamente der katholischen Kirche? Genaue Zitate und korrekte und umfassende Berichterstattungen fehlten allerdings. Es gab nur Halbwahrheiten und wilde Spekulationen.

Gottseidank sieht die Welt am heutigen Montag schon wieder etwas anders aus. Die Freiheit unserer Gesellschaft in Europa ist sicherlich nicht in Gefahr, auch falls es weitere Terrorakte geben sollte. Auch die wilden Spekulationen um die Interkommunion haben sich erledigt: Letzte Klarheit darüber erhält man durch den Bericht über den Besuch des Papstes bei den römischen Lutheranern auf Radio Vatikan. Und wenigstens der Regen macht am heutigen Montag auch ein wenig Pause.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen