Mittwoch, 11. November 2015

Die Geschichte von St. Martin. Und was man nicht über ihn erzählt ...

Heute ist der Gedenktag des heiligen Martin von Tours. Schon viele Tage vorher wurden Geschichten und Tweets über den wirklich guten Mann im Internet verbreitet, damit die Leute erfahren, warum die Laternenumzüge zu Ehren des Heiligen auch heutzutage einen guten Grund haben. Nur mit romantischen Laternenumzügen für die Kleinen, vielleicht mit Ross und Reiter, die erzählen, wie gut Sankt Martin zu armen Menschen war, ist es nicht getan. Man sollte sich mit der Person des heiligen Martin schon intensiver auseinandersetzen.

Ja, er war wirklich ein echter Wohltäter. Aber war er ein Gutmensch?! Jemand, der einfach nur jedermann gegenüber so hilfsbereit war? War er eine vorbildliche Figur, ja gar der Prototyp des christlichen Abendlandes, wie ich es heute morgen in einer Kolumne meiner Heimatzeitung las? Ist er nur jemand, den man den Leuten von der PEGIDA und AFD entgegenstellen kann,  die Flüchtlinge  im Namen eines "christlichen Abendlandes", welches längst Vergangenheit ist, abweisen wollen?

Wir erfahren nur selten, und wenn - wie auch im Video unten - nur am Rande, warum Sankt Martin so gutherzig und freigebig war: sein Antrieb war seine tiefe Verbundenheit mit Gott, der alle Menschen liebt. Diese Liebe wollte er mit den Menschen teilen. So zerriss er sogar seinen eigenen Mantel, getrieben von dem zentralen Gebot der Nächstenliebe: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" (Lukas 10.27).

Die Kirche ehrt in ihrer Liturgie die wahre Natur des heiligen Martin. "Martin verharrte unermüdlich im Gebet, Augen und Hände zum Himmel erhoben. Halleluja", so lautet eine Antiphon in der Laudes, dem Morgengebet der Kirche. Und im Tagesgebet preist sie den Heiligen: "Allmächtiger Gott, der heilige Bischof Martin hat dich in seinem Leben und in seinem Sterben verherrlicht ...".  Wer sich wirklich von Gott geliebt, getragen und gesandt weiß, der hat auch die Kraft, wirklich gut zu sein. Er weiß, dass letztendlich alles  Gute von Gott selbst geschenkt wird. So weiß er, dass er nur Werkzeug des Einzigen sein darf, der wirklich gut ist. Gott!

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