Donnerstag, 5. November 2015

Der Totenmonat November - Zeit der Besinnung und des Gedenkens

Mit Allerseelen und Allerheiligen ist das Gedenken an unsere lieben Verstorbenen nicht vorbei. Der ganze Monat November lädt uns ein, die Endlichkeit zu betrachten. Die eigene Endlichkeit. Letztendlich können wir nicht restlos über unser irdisches Ende bestimmen, wenngleich die Diskussion um "Sterbehilfe" dies oft vermuten lässt.

Wie sehr die Angewiesenheit eines jeden Menschen am Lebensende ist, wird mir beim täglichen Besuch einer Angehörigen im Altenheim vor Augen geführt. Niemand kann ohne die Fürsorge Anderer, seiner Pfleger und  Familie auskommen. In einem anderen Fall liegt ein Bekannter seit Monaten im Koma. Ihn einfach verhungern lassen oder ein Giftmittel geben? Wenn man als Mutter oder als Freund ihn im Bett liegen sieht, denkt man anders, als wenn man darüber in Streitgesprächen fabuliert. Auch ein Komapatient hat seine Würde, die von Gott geschenkt ist.

Als Christ glaube ich, dass nur Gott letztendlich Herr über Leben und Tod ist - und das ist gut so. Ich möchte niemanden meinen Tod anvertrauen, mich aus der Hand eines anderen töten lassen. Wie wäre es, wenn irgendwelche Gesetze unser zeitliches Ende regeln würden? Den schönen Tod - Euthanasie? Gott bewahre uns davor. Der Christ lebt im Bewußtsein seiner irdischen Endlichkeit und in der Hoffnung auf das irdische Leben. Er weiß um die letzten Dinge im Leben. Tod, persönliches Gericht, Fegefeuer, Hölle, Himmel.

Als Christ bereitet man sich auf den wichtigsten Moment des Lebens vor. In jedem "Ave Maria" bitten wir die Gottesmutter um ihre Fürbitte für eine gute Sterbestunde: "Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes." Der November lenkt unseren Blick auf unsere wichtigste Aufgabe, die "Ars moriendi", die Kunst des Sterbens, zu erlernen. Dies ist ein lebenslanger Prozess. Pater Deneke fasste in seinem Artikel Ars moriendi im aktuellen Infoblatt der Priesterbruderschaft St. Petrus das Phänomen des Verdrängens des Todes in einem Satz eindrucksvoll zusammen:

"Fleisch, Welt und Teufel haben sich verschworen. uns vom Gedanken an den Tod abzuhalten und uns ein unbegrenztes Leben vorzugaukeln"

Nur mit dem Memento Mori, der Betrachtung der Realität, dass wir alle irgendwann sterben müssen, bewahren wir uns davor, unser Leben in falsche Hände zu geben, vor einem vorgeblich "selbst gewählten" Tod, den es nie geben wird. Gute Gedanken zur Ars moriendi (Kunst, eine gute Sterbestunde zu haben) gibt es bei meinem Bloggerkollegen Peter Winnemöller hier und hier

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