Mittwoch, 18. November 2015

Darf ein Katholik am Bet- und Bußtag NICHT zur Beichte?

Heute ist Bet- und Bußtag. Na gut, könnte man als Katholik dazu sagen, geht mich nichts an. Es ist schließlich "nur" ein Feiertag für die evangelische Kirche. Und darauf verweisen, dass heute der (nichtgebotene) Gedenktag der Weihe der Basiliken St. Peter und St. Paul ist.

Als in der Diaspora in Oldenburg aufgewachsener Junge hatte dieser Feiertag für mich dennoch eine gewisse Rolle. An diesem Feiertag war nämlich damals schulfrei. Das habe ich natürlich gerne mitgenommen. Als Katholik hatte ich im protestantischen Oldenburg noch zusätzlich den Vorteil, dass z. B. auch an Fronleichnam ich als Katholik an der Prozession teilnehmen durfte. Dadurch hatte ich noch zusätzliche Feiertage. Der Reformationstag war jetzt verständlich auch frei.

Eigentlich ist aber der Monat November sowieso für Katholiken die Zeit des Totengedenkens und der Stille. Auch heute ist für mich der Bet- und Bußtag durchaus ein Tag, den ich besonders zum Anlass nehme, mich daran zu erinnern, dass auch ich das ein oder andere Mal etwas falsch gemacht habe. Auch an diesem Tag mache ich mir bewusst, dass ich nicht heilig bin, sondern ein sündiger Mensch bin. Wenn man Mystikern wie die Heiligen Thomas von Kempen und Franz von Saales folgt, sollte jeder Tag ein Biet- und Bußtag sein. Die katholische Kirche fordert uns geradezu auf, jeden Tag einen Moment für die Gewissensprüfung zu nutzen und unseren Herrn und Gott zu bitten, dass er uns unsere Sünden vergibt.

Auf der Facebookseite des Bistums Münster erinnerten die Öffentlichkeitsarbeiter unseres Bistums heute an diesen sehr sinnreichen evangelischen Feiertag. Leider trafen die Administratoren der Bistumsfanpage  bei einem Ultra-Katholiken ins Fettnäpfchen. Zugegeben, manchmal habe auch ich etwas zu meckern. Die Münsteraner posten manchmal Beträge, die wirklich nicht in Verbindung mit dem katholischen Glauben zu bringen sind. Aber diesmal fand ich den Vorwurf des Kommentators ungerechtfertigt. 

Er schrieb, dass er nicht verstehe, ist das in der Kirche los sei, warum sie ihn mit Gewalt protestantisieren wolle. Er verlinkte eine Website, die auf die Protestantismen in der "deutschen" Kirche verwies. Diesem Herrn habe ich geantwortet, dass er vielleicht lieber "Nachfolge Christi" von hl. Thomas von Kempen und "Philothea" von Franz von Sales lesen solle. Dann würde er wissen, dass eigentlich jeder Tag ein Bet- und Bußtag sein sollte.

Außerdem fügte ich noch einen weiteren Kommentar hinzu, in dem ich dafür warb, den Bet- und Bußtag zum Anlass zu nehmen mal wieder das Sakrament der Versöhnung zu empfangen und gab dabei ein Zeugnis meiner guten Erfahrungen mit diesem wunderschönen einzigartig katholischen Sakrament.

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