Samstag, 14. November 2015

Bischof Genn: Das Wir-Gefühl im Bistum stärken


Interview in Kirche+Leben
Der Münsteraner Bischof Dr. Felix Genn gab anlässlich des "Ad-limina-Besuchs" der deutschen Bischöfe in Rom der Bistumszeitung Kirche+Leben ein großes Interview, welches auf einer Doppelseite gedruckt wurde.

Im Interview nahm Bischof Genn Stellung zu den wichtigsten Themen der Gegenwart, der Sterbehilfe, der Familiensynode, zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit und wie es im Bistum Münster weiter gehen soll. Das letzte Thema hat mich am meisten interessiert.

Bischof Genn betonte, dass es ganz wichtig sei, dass die Kirche ihre Glaubwürdigkeit stärkt. Es käme dabei auf die "Echtheit des Zeugnisses jedes Christen und jeder Christin" an, bei der man spüre: Sie sind davon überzeugt, was sie glauben. Sie leben es. Kirche werde einladend, wenn überzeugte Christen andere einladen mitzukommen, um dieselbe Erfahrung zu machen, dass Gott bei uns ist. Auf diese Weise entstehe ein Wir-Gefühl, sagte der Bischof gegenüber der Bistumszeitung.

Bischof Genn erläuterte auch noch einmal das Ziel des Pastoralplans als eine an den Charismen (Gaben, Fähigkeiten) der Gläubigen orientierte Seelsorge. Damit sei gemeint, dass man den Menschen vertraue und ermögliche, ihre Gaben zu entfalten. Das Priestertum und die Laien würden zu sehr in Konkurrenz gesehen. Das "Priestertum des Dienstes" solle den Schwestern und Brüdern im Glauben durch das Wort und Sakrament Nahrung für ihre Sendung geben. Die Priester würden "gebraucht", weil mit ihrem Dienst in Wort und Sakrament die Gegenwart des Auferstandenen erfahren werden könne. Bischof Genn drückte damit aus, dass es keine Kirche ohne geweihte Priester geben kann. Aber auch die Laien würden "gebraucht", weil sie das Zeugnis von der Hoffnung und dem Glauben in die Welt trügen.   Das ganze Interview kann in der aktuellen Ausgabe von Kirche+Leben gelesen werden. 

Ich bin gespannt, welche konkreten Ergebnisse in den Pastoralplänen erarbeitet werden, um ein Wir-Gefühl in unseren Gemeinschaften zu fördern. Bischof Genn drückte seinen Wunsch aus, dass "wir noch tiefer erfassen, was heißt, in der Gemeinschaft der Kirche zu stehen, in der jeder und jede die unmittelbare Sendung von Gott her ernst nimmt." Der Münsteraner Bischof war noch vor wenigen Wochen in der Pfarrei unseres Dorfes gewesen, um das Sakrament der Firmung zu spenden. Auch unser Regionalbischof Weihbischof Timmerevers war in unserer Pfarrei anlässlich einer Visitation und wird dabei Impulse für den Pastoralplan gegeben haben.

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