Sonntag, 8. November 2015

"Über andere Priesterformen nachdenken"

Ich schlage die aktuelle Bistumszeitung Kirche+Leben auf und lande genau auf einen Beitrag mit dem Titel "Über andere Priesterformen nachdenken." Ein Viertel der Priester würde sich nicht wieder für den Zölibat entscheiden, zitiert "Kirche+Leben" eine Umfrage der Deutschen Bistumskonferenz. Der Vorsitzende der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, der Osnabrücker Bischof Bode, habe Konsequenzen angemahnt.  Ein Drittel der Priester würden den Zölbat als belastend empfinden. Priester seien überdurchschnittlich hoch psychisch belastet und von Burnout betroffen.

Was bedeutet dies konkret, frage ich mich. Priesterformen ohne Zölibat? Wenn es nach der psychischen Belastung geht, könnte man natürlich auch gleichzeitig fragen, ob die Ehe, wie sie heute von der Kirche gedacht ist, noch zeitgemäß sei. Dies ist aber ja auch schon lang und breit in der vergangenen Familiensynode diskutiert worden. 

Und auch in anderen Lebensformen laufen Menschen Gefahr psychische Belastungen zu erleiden und auf diese Weise einen Burnout zu bekommen. Nach katholischem Glauben sind zum Beispiel neben Ordensleuten auch Singles zu einer keuschen Lebensweise verpflichtet. Hieße das, dass man auch dieses Gebot abschaffen müsste, um die daraus resultierende Belastung für Ordensleute und Singles zu mindern?

Das Sägen an den Fundamenten des Priestertums und der Ehe ist auch ein Sägen an den Fundamenten der Kirche. Ich bin also gespannt über die Ergebnisse der intensiven Untersuchung der Deutschen Bischofskonferenz, welche durch Bischof Bode und unseren Münsteraner Bischof Felix Genn in die Öffentlichkeit kommuniziert werden sollen.

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