Montag, 23. November 2015

Akkomodation: Den Chinesen ein Chinese werden

Pater Manuel Perreira: Matteo Ricci
Bild (C): Gemeinfrei
Zur Zeit lese ich ein Buch über die Geschichte der Jesuiten. Dabei erfahre ich, dass sie viele Beiträge zu Wissenschaft und Bildung beigetragen haben. Sie verbanden die Treue zum Papst, zur Lehre der Kirche mit der Bereitschaft, sich anderen Menschen zu öffnen. Sie versuchten, den Glauben zu den Menschen zu bringen, indem sie selbst ein Teil ihrer Gesellschaft wurden.

Als Beispiel wurde die Geschichte des Jesuiten Matteo Ricci geschildert, dem es auf diese Weise gelang, in das hermetisch abgeschlosssene Reich der Mitte zu dringen. Er wurde zum Berater des Kaisers. indem er sich in einen konfuzianischen Gelehrten verwandelte. Die Kunst ist dabei, nicht das Fundament des Glaubens zu verlieren, für den man diese Mission begann.

Die China-Mission scheiterte schließlich später, weil der Papst gewisse heidnische Gebräuche chinesischer Gläubigen unterband. Die wahrhafte Inkulturation christlicher Werte christlichen Glaubens ist ja gerade aktuell eine riesige Herausforderung für unsere Kirche, besonders bei uns in Europa. Häufig wird dies mit Politik verwechselt. Es geht aber nicht um Standpunkte, sondern um die Vermittlung einer Beziehung, einer Gotteserfahrung. Nur wenn man wirklich die Menschen überzeugen kann, das Gott wirklich da ist, dass das Christentum keine Philosophie sondern praktischer Glaube ist, dann kann man das Christentum hier noch retten.

Gerade Blogger sollten sich ein Beispiel an Missionaren nehmen, die dies als vorrangiges Ziel hatten. Den Menschen vorzuleben, wie man Jesus Christus finden kann, wie man ein Gefährte und ein Jünger von ihn wird.

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