Montag, 30. November 2015

Rosenkranz im Frauenknast

Mit großem Interesse habe ich einen Bericht in der Münsteraner Bistumszeitung "Kirche+Leben" mit der Überschrift "Gesätze gegen die Einsamkeit hinter Gittern" gelesen. Eine Seelsorgerin habe in der Vechtaer Justizanstalt für Frauen die Erfahrung gemacht, dass Rosenkränze bei den gefangenen Frauen hoch im Kurs stünden, heißt es im Zeitungsartikel.

Sonntag, 29. November 2015

Die Adventszeit beginnt. In froher Erwartung auf den Retter und Herrn Jesus Christus

Die erste Kerze brennt. Die Adventszeit
hat begonnen. Foto: glaubenserfahrung.blogspot.com
Mit dem heutigen Sonntag beginnt die Adventszeit. Wir erwarten die Ankunft des Erlösers und Retters, unser Heiland Jesus Christus. Wir betrachten den Advent (= die Ankunft des Herrn) auf dreifache Weise.

Zum einen feiern wir die geschichtliche Realität der Geburt des menschgewordenen Gottes in Jesus Christus vor 2016 Jahren. Zum zweiten erwarten und erbitten wir die Ankunft Christi auch in unserer Gegenwart, in unserem persönlichen Leben. Und drittens erwarten wir seine Wiederkehr am Ende der Zeit. Sehr schön wird uns das im Hymnus des Morgenlobes (Laudes) verdeutlicht, den die Kirche während der Adventszeit täglich betet:

HYMNUS
Hört, eine helle Stimme ruft
und dringt durch Nacht und Finsternis:
Wacht auf und lasset Traum und Schlaf -
am Himmel leuchtet Christus auf. 
Dies ist der Hoffnung lichte Zeit;
der Morgen kommt, der Tag bricht an:
Ein neuer Stern geht strahlend auf,
vor dessen Schein das Dunkel flieht. 
Vom Himmel wird als Lamm gesandt,
der alle Sünde auf sich nimmt.
Wir blicken gläubig zu ihm auf
und bitten ihn um sein Verzeihn, 
dass, wenn im Licht er wiederkommt,
sein Glanz die Welt mit Schrecken schlägt,
er nicht die Sünde strafend rächt,
uns liebend vielmehr bei sich birgt. 
Ruhm, Ehre und Macht und Herrlichkeit
sei Gott dem Vater und dem Sohn,
dem Geiste, der uns Beistand ist,
durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen.

Freitag, 27. November 2015

Christliche Chormusik muss der ars vivendi dienen

Am gestrigen Donnerstag fand die Generalversammlung unserer Chorgemeinschaft Cäcilia statt, der ich seit mehreren Jahren angehöre. Das macht mir viel Spaß und hat meinen Horizont durchaus erweitert. Als ehemaliger Bluesgitarrist hätte ich es nie geglaubt, dass mir es einmal gefallen könnte, in einem klassischen Kirchenchor mitzusingen. Wobei letzteres jedoch bei unserem Chor nicht ganz der Fall ist, weil wir neben kirchlichen Chorälen und Gesängen auch weltliche Lieder singen. Aber was es eigentlich wertvoll macht, Sänger in einem kirchlichen Chor zu sein, brachte unserer Pfarrer in einer bemerkenswerten Predigt in der vorangehenden Abendmesse auf den Punkt.

Donnerstag, 26. November 2015

Erste Vorbereitungen für den Advent

Adventskranz binden gehört für mich
zur Vorbereitung der Weihnachtszeit
In meiner virtuellen Facebook- und Twitterbekanntschaft ist schon die Weihnachtsmanie voll im Gange, bevor erst einmal überhaupt die Adventszeit begonnen hat. Es wird geposted, dass man bereits gewaltig am Schmücken, Backen und sogar Kochen sei. Das alles schon für die Weihnachtszeit.

Mich erschreckt das. Bei einigen steht schon zwei Wochen vor dem wirklichen Weihnachtsfest bereits der geschmückte Baum im Wohnzimmer. Natürlich wird der auch auf Facebook präsentiert. So nach dem Motto: Seht mal, wie schnieke es bei uns ist.

Dienstag, 24. November 2015

Wenn er schon nicht in den Kinos laufen soll, dann hier: #Justpray

Einen gelungenen Werbefilm für das Gebet, den die anglikanische Kirche vor den Filmen laufen lassen wollten, lehnten die großen Kinoketten in Großbrittannien ab. Wenn er dort nicht laufen darf, dann eben hier. Ich bete das "Vater Unser" (oder ein anderes Gebet) genau so: Zuhause, am Grab oder beim gleich beim Krafttraining in den Pausen.


Montag, 23. November 2015

Akkomodation: Den Chinesen ein Chinese werden

Pater Manuel Perreira: Matteo Ricci
Bild (C): Gemeinfrei
Zur Zeit lese ich ein Buch über die Geschichte der Jesuiten. Dabei erfahre ich, dass sie viele Beiträge zu Wissenschaft und Bildung beigetragen haben. Sie verbanden die Treue zum Papst, zur Lehre der Kirche mit der Bereitschaft, sich anderen Menschen zu öffnen. Sie versuchten, den Glauben zu den Menschen zu bringen, indem sie selbst ein Teil ihrer Gesellschaft wurden.

Als Beispiel wurde die Geschichte des Jesuiten Matteo Ricci geschildert, dem es auf diese Weise gelang, in das hermetisch abgeschlosssene Reich der Mitte zu dringen. Er wurde zum Berater des Kaisers. indem er sich in einen konfuzianischen Gelehrten verwandelte. Die Kunst ist dabei, nicht das Fundament des Glaubens zu verlieren, für den man diese Mission begann.

Bistum Münster will mit 5 Mio Euro Pfarreien die "Angst vor Überforderung" in der Flüchtlingshilfe nehmen

Heute las ich folgenden Tweet vom Bistum Münster mit großem Interesse: "Bistum Münster stellt fast fünf Millionen Euro für bereit: "
Fünf Millionen Euro, dass ist schon eine ordentliche Summe, die das Bistum für einen guten Zweck in die Hand nimmt, welche eigentlich eine gesamtgesellschaftliche, keine rein kirchliche Aufgabe ist. Oder doch?

Sonntag, 22. November 2015

Christkönigsfest: Besuch beim eucharistischen Herrn

Basilika St, Marien und benachbarte Antoniuskapelle
in Bethen
Wenn ich innerlich merke, dass ich mich ausgesaugt und müde fühle, etwa nach viel Feierei mit vielen Menschen oder nach anstrengenden Tagen, dann genieße ich es, mal an einem Ort der Stille und des Gebetes ein wenig Kraft zu schöpfen. Ein idealer Ort dafür ist ein Wallfahrtsort wie Bethen in der Nähe von Cloppenburg.

Dorthin pilgern die Katholiken aus dem Oldenburger Land seit vielen Jahrhunderten. In Bethen wird die schmerzhafte Muttergottes, die Mutter der sieben Schmerzen verehrt. In einer kleinen Gebetskapelle ist das Gnadenbild aufgestellt. Besonders Sonntags wird sie ständig besucht. Viele junge und alte Menschen kommen mit ihren Sorgen, Krankheiten und Anliegen vor allem nach Bethen, um die Muttergottes zu verehren. Sie treten mit ihren Anliegen vor ihr Gnadenbild, zünden eine Opferkerze an oder statten ihr einfach nur einen Besuch ab, um bei ihr zu verweilen und sich geborgen zu fühlen. Maria breitet über allen ihren Mantel aus.

Christkönig, das Licht, was unsere Schritte auf den Weg des Friedens lenkt

... Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe, um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes, und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens. ... (Lukas 1,78f)

Benediktus Antiphon am Christkönigssonntag: Christus, der Erstgeborene von den Toten und Herrscher über die Könige der Erde, hat uns zu einem Königreich gemacht für seinen Gott und Vater. 


Samstag, 21. November 2015

Ein "katholischer Drache" im Internet droht mir mit seinem Anwalt

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Mein Vorbild und Namenspatron
hl. Georg, der Drachentöter
Bild: (C) Gemeinfrei
Genauso lange, wie ich diesen Blog betreibe, habe ich auch einen eigenen Twitter Account, auf dem ich zu speziell zu Glaubensthemen Tweets poste und mich mit Anderen gleichen Interesses vernetze. Gleich zu Anfang lernte ich dadurch einen Nutzer kennen, der nach eigener Aussage einen der "erfolgreichsten katholischen Twitter-Accounts" betreibt. Er hat ca 17.000 Follower und folgt seinerseits ebenso vielen Usern.

In seinen öffentlichen Tweets präsentiert er sich gerne als "traditionalistischer", "rom-treuer" Gläubiger der "heiligen römisch-katholischen Kirche" und als glühender Anhänger der Päpste Benedikt XVI.  und Papst Pius XII, welcher  sich strikt an den Lehren der katholischen Kirche ausrichtet, insbesonders am Katechismus.

Twitter-User, die er für "rechtgläubig" hält, umwirbt er, er retweetet unendlich viele Tweets von ihnen und empfiehlt sie seinen zahlreichen Followern weiter. Selbst durchaus bekannte konservative Publizisten lassen gerne  ihre Tweets von ihm in seiner großen Leserschaft verbreiten. Somit erhält sein Twitter-Account über einen privaten Rahmen hinaus eine öffentliche Relevanz.

Hingegen begegnet er anderen Nutzern, die seinen Glaubensansichten nicht folgen, des öfteren in einem sehr brüsken Ton. Nicht selten beschimpft er seine "Gegner" als "inkompetent" und "dumm" und fordert sie mit harschen Worten zur "Umkehr" und zur Beichte auf. Vor allem jene, dies wagen, seinen Äußerungen zu widerprechen, droht er mit agressiven Worten. Dies alles geschieht öffentlich sichtbar im sozialen Netzwerk Twitter. Zeitweise kommentierte er besonders intensiv Tweets des Grünen-Politikers Volker Beck und dessen Leser. Auch Beck hatte er schon mindestens einmal als jemand, der "keine Ahnung vom Christentum habe", beschimpft.

Auch ich musste des öfteren mit ihm schon unangenehme Erfahrungen sammeln. Zuerst hielt er mich für "rechtgläubig" und umwarb mich, ihn doch zu folgen. Als ich mich dann irgendwann dazu entschloss, stellte ich immer mehr seine kompromisslose Art fest, wie er mit Andersdenkenden umgeht. Er toleriert nicht andere Meinungen und Haltungen zum Glauben. Seine Art des Glaubens ist nach seiner Ansicht Gesetz.

Ich geriet mit ihm darüber immer öfters in einen Streit, bis wir uns gegenseitig blockten. Periodisch hoben beide die Blockade auf, um sich gegenseitig zu beäugen. Twitter ermöglicht jedem Nutzer, sogar blockierte Tweets zu lesen. Jeder Tweet ist öffentlich, solange man einen Account nicht schützt. Erst dann ist er nur für genehmigte Follower zugänglich.

Um Tweets eines Nutzers lesen zu können, der einen blockiert hat, reicht es aus, sich einfach aus Twitter auszuloggen und auf die Profilseite des jeweiligen Nutzers zu gehen. Jeder Tweet wird dann von ihm angezeigt. Egal, wen ein User geblockt hat, jeder Tweet bleibt immer für jeden öffentlich und darf auch kritisiert werden. Selbstverständlich kann man jeden öffentlichen Tweet, insbesondere, wenn andere Nutzer beleidigt oder angegriffen werden, kommentieren oder zumindest an andere Twitter-User weiter verbreiten. Das Recht auf Meinungsfreiheit wird auch nicht beschnitten, nur weil man von einem Nutzer blockiert wurde. Dieses gefällt dem besagten User gar nicht.

Usern, die seine Beleidigungen nicht akzeptieren, hat er schon oft mit einer Meldung bei Twitter oder mit dem Anwalt gedroht. Jeder, der ihn kritisiert, wird sofort geblockt. Er postet, dass er nicht diskutiere sondern blocke. Da ich ihn weiterhin aufgefordert habe, Beleidigungen anderer Nutzer zu unterlassen und entsprechende Tweets geteilt hatte, drohte er mir zuletzt ebenfalls mit seinem Anwalt. "Beim nächsten Kommentar gegen meine Person beauftrage ich meinen Anwalt."

Dies ist insofern pikant, weil er als Lebensrechtler sich immer wieder gegen die staatliche Duldung der Abtreibung ausgesprochen hat. In diesem Fall beruft er sich auf das staatliche Recht und seine Institutionen, die er im Fall der Abtreibung heftig kritisiert.

Sein bisweilen diffamierendes Verhalten ähnelt der Vorgehensweise der früheren "katholischen" Plattform "Kreuz.net", die glücklicherweise nicht mehr im Internet ist. Niemand, dessen Meinung ihm nicht passt, kann davor sicher sein. Besonders bedauerlich finde ich, dass einige katholischen Blogger und Twitter-User seine Beleidigungen und respektloses Verhalten geflissentlich übersehen und zum Teil ihn sogar ihren eigenen Followern weiter empfehlen. Andere katholische Twitteruser, die ihn erfolglos kritisierten, nehmen seine Verhaltensweise fataler Weise hin, ohne sich dagegen zu wenden. Sie haben schlichtweg kapituliert. Niemand konnte unseren "Drachen" bislang dazu bewegen, sein Verhalten zu ändern. Nur ein Watchblog, welches ein Tag lang im Internet online war, hat offensichtlich erreicht, dass er zwischenzeitlich ruhiger wurde. In den letzten Tagen begann er aber wieder damit, harsche und angreifende Tweets gegen andere zu feuern.

Aus meinem Glauben heraus fühle ich mich verpflichtet, einem solchen Treiben entschieden entgegenzutreten. Meinungs- und Glaubensfreiheit haben dort ihre Grenzen, wo andere verletzt und diffamiert werden. Zwar gilt auch für mich grundsätzlich, Twitter-User, die mich blockiert haben, in Ruhe zu lassen. Wenn diese allerdings mich oder Dritte diffamieren, muss man eine Ausnahme machen. Dies ist nicht nur im Rahmen der Meinungsfreiheit das gute Recht eines jeden. Als Christ meine ich zudem, dass man sich dagegen wenden muss, wenn das Gebot der Nächstenliebe und die christliche Botschaft derart mit Füssen getreten und verdreht werden. In einem solchen Fall nehme ich mir meinen Namenspatron, den heiligen Georg, zum Vorbild.

Freitag, 20. November 2015

Gebet für den Frieden in Vechta

Vor dem Friedensgebet in der Propsteikirche in Vechta
Das bischöfliche Münstersche Offizialat Oldenburg hatte zum Friedensgebet in die Vechtaer Propsteikirche St. Georg geladen. Unter dem Eindruck der letzten Tage beschloss auch ich, in der Mittagspause am Gebet teilzunehmen. Ich betrat gegen 11:45 Uhr die Vechtaer Kirche, die sich bereits langsam füllte. 

Ein paar Leute verteilten Liederzettel. Die Kirche wurde mit der Zeit immer voller. Unter den Besuchern waren ältere Menschen, einige Nonnen und ganze Heerscharen an Schülern und Schülerinnen, letztere aus der Liebfrauenschule, wie ich auf Nachfrage erfuhr. Zuletzt war die Kirche bis auf den letzten Platz besetzt. Es war ein seltenes Erlebnis, dass auch  so viele junge Leute an einem Gottesdienst teilnehmen. Denn bei der üblichen hl. Messe sitzt man ja häufig in einer recht spärlich meist überwiegend mit älteren Menschen besuchten Kirche. Umso erfreulicher, dass in diesem Fall 400 Menschen an diesem Gebet teilnahmen und ein Zeichen für den Frieden setzten. Das zeigt auch, dass das Interesse der Menschen am Gebet durchaus geweckt werden kann, auch wenn sie sonst nicht so regelmäßig am Gottesdienst teilnehmen.

Donnerstag, 19. November 2015

Wahlen: Das ZdK legitimiert sich selbst

Beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) wird morgen gewählt. Das Komitee beansprucht, die Vertretung aller deutschen Katholiken zu sein. Gewählt wird der Nachfolger von Aloys Glück. Wenn man lästern wollte, könnte man fragen, ob das der Papst der deutschen katholischen Laien sei. Denn seit Wochen wird über seine Person und Funktion in den kirchlichen Medien allerhand geschrieben. Und über diejenigen, die seine Nachfolger werden sollen. Dabei wird suggeriert, dass alles beim ZdK streng demokratisch ablaufe. Und dass die Kirche im Grunde demokratisch verfasst sei, den Laien eigentliches ein "Mitspracherecht" zukomme.

Mittwoch, 18. November 2015

Darf ein Katholik am Bet- und Bußtag NICHT zur Beichte?

Heute ist Bet- und Bußtag. Na gut, könnte man als Katholik dazu sagen, geht mich nichts an. Es ist schließlich "nur" ein Feiertag für die evangelische Kirche. Und darauf verweisen, dass heute der (nichtgebotene) Gedenktag der Weihe der Basiliken St. Peter und St. Paul ist.

Als in der Diaspora in Oldenburg aufgewachsener Junge hatte dieser Feiertag für mich dennoch eine gewisse Rolle. An diesem Feiertag war nämlich damals schulfrei. Das habe ich natürlich gerne mitgenommen. Als Katholik hatte ich im protestantischen Oldenburg noch zusätzlich den Vorteil, dass z. B. auch an Fronleichnam ich als Katholik an der Prozession teilnehmen durfte. Dadurch hatte ich noch zusätzliche Feiertage. Der Reformationstag war jetzt verständlich auch frei.

Eigentlich ist aber der Monat November sowieso für Katholiken die Zeit des Totengedenkens und der Stille. Auch heute ist für mich der Bet- und Bußtag durchaus ein Tag, den ich besonders zum Anlass nehme, mich daran zu erinnern, dass auch ich das ein oder andere Mal etwas falsch gemacht habe. Auch an diesem Tag mache ich mir bewusst, dass ich nicht heilig bin, sondern ein sündiger Mensch bin. Wenn man Mystikern wie die Heiligen Thomas von Kempen und Franz von Saales folgt, sollte jeder Tag ein Biet- und Bußtag sein. Die katholische Kirche fordert uns geradezu auf, jeden Tag einen Moment für die Gewissensprüfung zu nutzen und unseren Herrn und Gott zu bitten, dass er uns unsere Sünden vergibt.

Auf der Facebookseite des Bistums Münster erinnerten die Öffentlichkeitsarbeiter unseres Bistums heute an diesen sehr sinnreichen evangelischen Feiertag. Leider trafen die Administratoren der Bistumsfanpage  bei einem Ultra-Katholiken ins Fettnäpfchen. Zugegeben, manchmal habe auch ich etwas zu meckern. Die Münsteraner posten manchmal Beträge, die wirklich nicht in Verbindung mit dem katholischen Glauben zu bringen sind. Aber diesmal fand ich den Vorwurf des Kommentators ungerechtfertigt. 

Er schrieb, dass er nicht verstehe, ist das in der Kirche los sei, warum sie ihn mit Gewalt protestantisieren wolle. Er verlinkte eine Website, die auf die Protestantismen in der "deutschen" Kirche verwies. Diesem Herrn habe ich geantwortet, dass er vielleicht lieber "Nachfolge Christi" von hl. Thomas von Kempen und "Philothea" von Franz von Sales lesen solle. Dann würde er wissen, dass eigentlich jeder Tag ein Bet- und Bußtag sein sollte.

Außerdem fügte ich noch einen weiteren Kommentar hinzu, in dem ich dafür warb, den Bet- und Bußtag zum Anlass zu nehmen mal wieder das Sakrament der Versöhnung zu empfangen und gab dabei ein Zeugnis meiner guten Erfahrungen mit diesem wunderschönen einzigartig katholischen Sakrament.

Beauftragte Laien dürfen in Zukunft Begräbnisfeiern leiten

Wenige Tage zuvor hatte ich noch darüber gebloggt: "Beerdigungen ohne Priester". Jetzt wurde es amtlich bekanntgegeben. "Geeignete Freiwillige" können nach einer Ausbildung Trauergespräche führen und Begräbnisse durchführen. Die Bekanntgabe dieser Regelung im kirchlichen Amtsblatt wurde laut kirchensite.de kürzlich von Bischof Felix Genn in Kraft gesetzt.

Dienstag, 17. November 2015

Mein Glaubensblog "feiert" heute seinen ersten Geburtstag

Screnshot: Mein erster Blogbeitrag vom 17.11.2014
Auf den Tag genau betreibe ich nun dieses Blog "Im Glauben er-leben" seit einem Jahr. Am 17.11.2014 startete ich mit meinem ersten Blogbeitrag. Das ist ein guter Anlass für mich, darüber nachzudenken, was dieses Blog anderen und mir gebracht hat. Und ob ich den mir gesetzten Zielen gerecht geworden bin.

Mehr als 250 Beiträge habe ich im vergangenen Jahr hier veröffentlicht. Darunter waren Beiträge mit Gebeten, Kommentaren zum Zeitgeschehen in unserer Kirche und zu unserem Glauben sowie Beiträge, mit denen ich meine Erfahrungen in meinem Glaubensleben mit anderen teilen wollte.

Montag, 16. November 2015

Schweigeminute angesichts des Terroraktes in Paris vorm Tabernakel

Am heutigen Montag hatten die Staats- und Regierungschefs der EU um 12 Uhr alle Europäer zu einer Schweigeminute aufgerufen. Ich hatte heute vormittags allerhand zu tun, dennoch gelang es mir, rechtzeitig kurz vor 12 Uhr wieder in meinem Heimatdorf zurück zu sein.

Ich steuerte mit meinem Auto gleich unsere Pfarrkirche an. Was eignet sich für eine Schweigeminute besser ein Gebet in der Kirche vorm Tabernakel?

Wir Katholiken glauben, dass Christus im Allerheiligsten gegenwertig ist und wir ihm alle unsere Ängste, Sorgen und Gebete vortragen können. Das stille Gebet vor dem Tabernakel schenkt Kraft und Frieden. Einen Frieden, den die Welt so dringend benötigt.

Großer Wirbel am grauen Sonntag

Es war ein grauenhafter Sonntag. Draußen war es wolkenverhangen, es wurde gar nicht richtig hell, und es regnete in Strömen. Im Fernsehen lief die Dauersendung über die Hintergründe zu den Terroranschlägen in Paris. Das Ausmaß und die Dimension des Terrornetzwerkes ist erschreckend. Kann der Terrorismus unsere freiheitliche Gesellschaft bedrohen? Steht auch unsere Religionsfreiheit vielleicht in mittlerer Zukunft zur Disposition?

Sonntag, 15. November 2015

Dreimal wunderbare Mutter, bitte für uns ...

Schönstatt Heiligtum in
Visbek-Endel. Foto: Rosenbaum
Dreimal wunderbare Mutter,
Wir bitten dich um Fürsprache vor deinem 
göttlichen Sohn, unserem Herrn 
Jesus Christus,
um Frieden für diese Welt,
Für die Seelen aller Verstorbenen
des Attentates in Paris
und aller Opfer von Terror und Krieg
Auf der ganzen Welt.
Für die Verwundeten, für die Angehörigen
Für die Verletzten, für die Heimatlosen
Für die Traumatisierten und 

Für uns alle, die wir Angst vor Terror, 
Unfreiheit und Krieg haben. AMEN.

Terror! Volkstrauertag. Das Ende der Welt ...

Zum Ende des Kirchenjahres gedenkt auch die Kirche am Volkstrauertag der Opfer und der Toten von Krieg und Terror. Dieses Jahr erhält der Volkstrauertag einen ganz eigenen Charakter. Paris liegt nur sechs Autostunden von Südoldenburg, meiner Heimat entfernt. Es ist die Hauptstadt des Landes, dessen Präsident uns verkündet hat, dass es sich im Krieg mit dem so genannten "Islamischen Staat" befindet. Diese Tatsache führt uns (eindeutig vor Augen, dass der Krieg nicht ein Thema der Vergangenheit ist, dass der Krieg nicht weit entfernt von uns ist. Krieg und Terror können jeden von uns jederzeit treffen.

Gedanken zum zweiten Tag nach dem Anschlag in Paris

Nein, der Terroranschlag in Paris durch Islamisten beschäftigt mich noch weiter. Ich kann nicht so einfach zur Tagesordnung über gehen. Die Geschichte kam mir heute Nacht noch einmal aufs Bett. Diesmal beschäftigte mich das Schicksal der Täter. Was motiviert jemanden, andere zu töten, und selbst danach den Freitod zu wählen. Ist es der Hass? Ist es der Wahn den "wahren Glauben" zu haben? Und die daraus resultierende Vorstellung, "Ungläubige" töten zu dürfen? Und: was geschieht mit solchen "Märtyrern", die keine sind, wirklich nach dem Tode?

Samstag, 14. November 2015

Gedanken zum Anschlag in Paris am Tag danach

Da begehen Terroristen angeblich im Namen einer Religion einen Massenmord in Paris. Schon kurz danach entbrennt in den sozialen Netzwerken eine wilde politische Diskussion. Sogar einige Brüder und Schwestern in meinem Glauben, Menschen, die sich als Katholiken bezeichnen, machen eine ganze Weltreligion, den Islam, dafür mitverantwortlich. Das tut mir weh.

Auf der anderen Seite können Muslime es nicht zulassen, dass im Namen ihrer Religion unschuldige Menschen ermordet werden. Es fehlt ein eindeutiges Bekenntnis der führenden Autoritäten im Islam, etwa eine Fatwa gegen jeden Terrorismus im Namen des Islams. Außerdem gibt es mächtige Staaten, in denen der Islam sogar Staatsreligion ist. Es ist die erste und die vornehmste der Pflicht aller Muslime, dem Terrotismus im Namen ihrer Religion ein Ende zu bereiten. Daran kommen die Muslime nicht vorbei. Es gibt keine Argumente, dass die Moslems dies nicht tun könnten. Geld und militärische Voraussetzungen sind in ihren Nationen ausreichend vorhanden, um den Terroristen, die aus ihren Ländern kommen, das Handwerk zu legen.

Die Glaubwürdigkeit des Islams steht auf dem Spiel. Aber auch die Glaubwürdigkeit der Religion an sich steht auf dem Spiel, so lange in Namen irgendeiner Religion Menschen getötet werden.

Bischof Genn: Das Wir-Gefühl im Bistum stärken


Interview in Kirche+Leben
Der Münsteraner Bischof Dr. Felix Genn gab anlässlich des "Ad-limina-Besuchs" der deutschen Bischöfe in Rom der Bistumszeitung Kirche+Leben ein großes Interview, welches auf einer Doppelseite gedruckt wurde.

Im Interview nahm Bischof Genn Stellung zu den wichtigsten Themen der Gegenwart, der Sterbehilfe, der Familiensynode, zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit und wie es im Bistum Münster weiter gehen soll. Das letzte Thema hat mich am meisten interessiert.

Bischof Genn betonte, dass es ganz wichtig sei, dass die Kirche ihre Glaubwürdigkeit stärkt. Es käme dabei auf die "Echtheit des Zeugnisses jedes Christen und jeder Christin" an, bei der man spüre: Sie sind davon überzeugt, was sie glauben. Sie leben es. Kirche werde einladend, wenn überzeugte Christen andere einladen mitzukommen, um dieselbe Erfahrung zu machen, dass Gott bei uns ist. Auf diese Weise entstehe ein Wir-Gefühl, sagte der Bischof gegenüber der Bistumszeitung.

Bischof Genn erläuterte auch noch einmal das Ziel des Pastoralplans als eine an den Charismen (Gaben, Fähigkeiten) der Gläubigen orientierte Seelsorge. Damit sei gemeint, dass man den Menschen vertraue und ermögliche, ihre Gaben zu entfalten. Das Priestertum und die Laien würden zu sehr in Konkurrenz gesehen. Das "Priestertum des Dienstes" solle den Schwestern und Brüdern im Glauben durch das Wort und Sakrament Nahrung für ihre Sendung geben. Die Priester würden "gebraucht", weil mit ihrem Dienst in Wort und Sakrament die Gegenwart des Auferstandenen erfahren werden könne. Bischof Genn drückte damit aus, dass es keine Kirche ohne geweihte Priester geben kann. Aber auch die Laien würden "gebraucht", weil sie das Zeugnis von der Hoffnung und dem Glauben in die Welt trügen.   Das ganze Interview kann in der aktuellen Ausgabe von Kirche+Leben gelesen werden. 

Ich bin gespannt, welche konkreten Ergebnisse in den Pastoralplänen erarbeitet werden, um ein Wir-Gefühl in unseren Gemeinschaften zu fördern. Bischof Genn drückte seinen Wunsch aus, dass "wir noch tiefer erfassen, was heißt, in der Gemeinschaft der Kirche zu stehen, in der jeder und jede die unmittelbare Sendung von Gott her ernst nimmt." Der Münsteraner Bischof war noch vor wenigen Wochen in der Pfarrei unseres Dorfes gewesen, um das Sakrament der Firmung zu spenden. Auch unser Regionalbischof Weihbischof Timmerevers war in unserer Pfarrei anlässlich einer Visitation und wird dabei Impulse für den Pastoralplan gegeben haben.

Beten für die Opfer von Paris

Erst heute Morgen lese ich, was gestern Abend in Paris geschehen ist und ich bin sehr geschockt. Wie viele andere bete ich um Frieden und für die Opfer dieses Terroranschlags. Möge Gott die Verblendeten auf den rechten Weg zurückführen, die möglicherweise im Glauben an eine Religion andere Menschen töten wollen, die ihre Religion mit Gewalt verbreiten wollen. Dies ist eine Verdrehung jeder Religion. Ganz besonders bete ich für alle Opfer und ihre Angehörigen.

„Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt!
Herr, lass mich trachten, nicht dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.
Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwachet zum ewigen Leben.“ (JPII)

Freitag, 13. November 2015

Lektüre zur Gegenreformation: Memoriale von Petrus Faber

Meine neue Lektüre: Memorial von Peter Faber
Im Jahr 2017 wird über all das 500-jährige Jubiläum der Reformation gefeiert. Selbst die katholische Kirche "feiert" mit. Wir dürfen uns auf Gedenkfeiern und gemeinsamen ökumenischen Gottesdiensten katholischer und evangelischer Gläubigen freuen, in denen die Einheit der Christenheit beschworen wird.

Wenn es auf der einen Seite vieles gibt, was uns mit unseren evangelischen Schwestern und Brüdern verbindet, so gibt es dennoch auch Unterschiede, die man aus Anlass dieses gravierenden Einschnitts unserer Kirche unter die Lupe nehmen sollte.

Ich war fremd und ihr habt mich nicht aufgenommen ...

Es gibt wohl keinen Menschen, der nicht einmal etwas falsch macht. Aber nur selten ist jemand bereit, dieses zu bekennen. Die Gewissensprüfung ist aber ein Teil des Lebens eines jeden Christen.  Die tägliche Übung, mit den Augen unseres Gewissens all das zu betrachten, was uns gelungen ist und wo wir versagt haben. Leider wird dieses Thema von vielen Leuten verdrängt. Haben wir nicht alle die Neigung dazu? Nicht selten kommt dies in Äußerungen zum Ausdruck wie: "Ich sündige nicht, daher habe ich auch nichts zu beichten." 

Donnerstag, 12. November 2015

Katholische Beerdigung ohne Priester

Bislang ist es in unserer Region Südoldenburg noch die Regel, das Beerdigungen bei uns von einem katholischen Geistlichen geleitet werden. Sehr häufig läutet bei uns um kurz nach 12 Uhr mittags, nach dem Erstummen des Angelus-Geläutes, die monotone Totenglocke weiter. Dies ist die Nachricht, dass wieder eine Beerdigung bevorsteht. In unserer Pfarrgemeinde sterben fast in jeder Woche ein oder mehrere Gläubige, die häufig ihr ganzes Leben treu zu ihrem Glauben und ihrer Kirche standen. Die haben ein würdiges Begräbnis verdient. Daher gibt es bei uns (noch) eine Begräbniskultur, die in Großstädten zunehmend verloren geht.

Mittwoch, 11. November 2015

Die Geschichte von St. Martin. Und was man nicht über ihn erzählt ...

Heute ist der Gedenktag des heiligen Martin von Tours. Schon viele Tage vorher wurden Geschichten und Tweets über den wirklich guten Mann im Internet verbreitet, damit die Leute erfahren, warum die Laternenumzüge zu Ehren des Heiligen auch heutzutage einen guten Grund haben. Nur mit romantischen Laternenumzügen für die Kleinen, vielleicht mit Ross und Reiter, die erzählen, wie gut Sankt Martin zu armen Menschen war, ist es nicht getan. Man sollte sich mit der Person des heiligen Martin schon intensiver auseinandersetzen.

Ja, er war wirklich ein echter Wohltäter. Aber war er ein Gutmensch?! Jemand, der einfach nur jedermann gegenüber so hilfsbereit war? War er eine vorbildliche Figur, ja gar der Prototyp des christlichen Abendlandes, wie ich es heute morgen in einer Kolumne meiner Heimatzeitung las? Ist er nur jemand, den man den Leuten von der PEGIDA und AFD entgegenstellen kann,  die Flüchtlinge  im Namen eines "christlichen Abendlandes", welches längst Vergangenheit ist, abweisen wollen?

Wir erfahren nur selten, und wenn - wie auch im Video unten - nur am Rande, warum Sankt Martin so gutherzig und freigebig war: sein Antrieb war seine tiefe Verbundenheit mit Gott, der alle Menschen liebt. Diese Liebe wollte er mit den Menschen teilen. So zerriss er sogar seinen eigenen Mantel, getrieben von dem zentralen Gebot der Nächstenliebe: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" (Lukas 10.27).

Die Kirche ehrt in ihrer Liturgie die wahre Natur des heiligen Martin. "Martin verharrte unermüdlich im Gebet, Augen und Hände zum Himmel erhoben. Halleluja", so lautet eine Antiphon in der Laudes, dem Morgengebet der Kirche. Und im Tagesgebet preist sie den Heiligen: "Allmächtiger Gott, der heilige Bischof Martin hat dich in seinem Leben und in seinem Sterben verherrlicht ...".  Wer sich wirklich von Gott geliebt, getragen und gesandt weiß, der hat auch die Kraft, wirklich gut zu sein. Er weiß, dass letztendlich alles  Gute von Gott selbst geschenkt wird. So weiß er, dass er nur Werkzeug des Einzigen sein darf, der wirklich gut ist. Gott!

Montag, 9. November 2015

Die katholische Reform besteht im Wiederaufbau der Seelsorge und der Erneuerung des Glaubens

Zur Zeit lese ich das Buch "Die Geschichte der Jesuiten" von Rita Haub. Das Buch ist insofern spannend zu lesen, weil die Jesuiten  in der Zeit der Reformation eine sehr wichtige Aufgabe für die katholische Kirche übernahmen. Es war eine Zeit, in der - wie auch heute - viele vom katholischen Glauben abfielen. Peter Faber war der erste Jesuit, der deutschen Boden betrat. Gemeinsam mit Petrus Canisius gründete er in Köln die erste Jesuitenkongregation. Haub skizzierte in ihrem Buch die Rolle eines Reformpriesters, wie sie Peter Faber verstand. Genau diese Haltung benötigen wir auch heute in unserer Zeit, in der es einen so immensen Glaubensverlust gibt.

Sonntag, 8. November 2015

"Über andere Priesterformen nachdenken"

Ich schlage die aktuelle Bistumszeitung Kirche+Leben auf und lande genau auf einen Beitrag mit dem Titel "Über andere Priesterformen nachdenken." Ein Viertel der Priester würde sich nicht wieder für den Zölibat entscheiden, zitiert "Kirche+Leben" eine Umfrage der Deutschen Bistumskonferenz. Der Vorsitzende der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, der Osnabrücker Bischof Bode, habe Konsequenzen angemahnt.  Ein Drittel der Priester würden den Zölbat als belastend empfinden. Priester seien überdurchschnittlich hoch psychisch belastet und von Burnout betroffen.

Was bedeutet dies konkret, frage ich mich. Priesterformen ohne Zölibat? Wenn es nach der psychischen Belastung geht, könnte man natürlich auch gleichzeitig fragen, ob die Ehe, wie sie heute von der Kirche gedacht ist, noch zeitgemäß sei. Dies ist aber ja auch schon lang und breit in der vergangenen Familiensynode diskutiert worden. 

Und auch in anderen Lebensformen laufen Menschen Gefahr psychische Belastungen zu erleiden und auf diese Weise einen Burnout zu bekommen. Nach katholischem Glauben sind zum Beispiel neben Ordensleuten auch Singles zu einer keuschen Lebensweise verpflichtet. Hieße das, dass man auch dieses Gebot abschaffen müsste, um die daraus resultierende Belastung für Ordensleute und Singles zu mindern?

Das Sägen an den Fundamenten des Priestertums und der Ehe ist auch ein Sägen an den Fundamenten der Kirche. Ich bin also gespannt über die Ergebnisse der intensiven Untersuchung der Deutschen Bischofskonferenz, welche durch Bischof Bode und unseren Münsteraner Bischof Felix Genn in die Öffentlichkeit kommuniziert werden sollen.

An Gott glauben zu können ist reine Gnade

Heute kam ich mit einer Frau über den Glauben in ein Gespräch. Wir unterhielten uns über die Segnungen und den Fluch der modernen Medizin und diskutierten über die Sterbehilfe. Beide haben erlebt, wie die heutigen Möglichkeiten zur Lebensverlängerung auch zur Verschlimmerung des Leides für Menschen werden können, die sonst früher verstorben wären.

Totenmonat November: das Kirchenjahr nährt sich dem Ende

Auch wenn es derzeit mit 15 Grad Celsius noch frühlingshaft warm ist, geht mit dem Totenmonat November das Kirchenjahr zu Ende. Die Schrifttexte in diesen Tagen weisen uns darauf hin, dass auch unser Ende unvermeidlich ist. Nur einer hat den Tod besiegt, Jesus Christus. Er wird wieder kommen, um die zu retten, die ihn erwarten. Darauf weist uns schon die 2. Lesung aus dem Hebräerbrief des vorletzten (32. Sonntag im Jahreskreis) hin. Die Auslegung ist mehrdeutig. Zum einem wird Christus zum Jüngsten Tag wiederkehren, aber auch mit dem Beginn neuen Kirchenjahres kündigt er uns seine Ankunft (Advent) an. Am Weihnachtsfest wird er als kleines Kind auf die Erde kommen. Sind wir bereit zur Umkehr, uns darauf vorzubereiten? Leben wir in Erwartung des Herrn?

Hebräerbrief 9, 27f




Donnerstag, 5. November 2015

Der Totenmonat November - Zeit der Besinnung und des Gedenkens

Mit Allerseelen und Allerheiligen ist das Gedenken an unsere lieben Verstorbenen nicht vorbei. Der ganze Monat November lädt uns ein, die Endlichkeit zu betrachten. Die eigene Endlichkeit. Letztendlich können wir nicht restlos über unser irdisches Ende bestimmen, wenngleich die Diskussion um "Sterbehilfe" dies oft vermuten lässt.

Wie sehr die Angewiesenheit eines jeden Menschen am Lebensende ist, wird mir beim täglichen Besuch einer Angehörigen im Altenheim vor Augen geführt. Niemand kann ohne die Fürsorge Anderer, seiner Pfleger und  Familie auskommen. In einem anderen Fall liegt ein Bekannter seit Monaten im Koma. Ihn einfach verhungern lassen oder ein Giftmittel geben? Wenn man als Mutter oder als Freund ihn im Bett liegen sieht, denkt man anders, als wenn man darüber in Streitgesprächen fabuliert. Auch ein Komapatient hat seine Würde, die von Gott geschenkt ist.

Als Christ glaube ich, dass nur Gott letztendlich Herr über Leben und Tod ist - und das ist gut so. Ich möchte niemanden meinen Tod anvertrauen, mich aus der Hand eines anderen töten lassen. Wie wäre es, wenn irgendwelche Gesetze unser zeitliches Ende regeln würden? Den schönen Tod - Euthanasie? Gott bewahre uns davor. Der Christ lebt im Bewußtsein seiner irdischen Endlichkeit und in der Hoffnung auf das irdische Leben. Er weiß um die letzten Dinge im Leben. Tod, persönliches Gericht, Fegefeuer, Hölle, Himmel.

Als Christ bereitet man sich auf den wichtigsten Moment des Lebens vor. In jedem "Ave Maria" bitten wir die Gottesmutter um ihre Fürbitte für eine gute Sterbestunde: "Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes." Der November lenkt unseren Blick auf unsere wichtigste Aufgabe, die "Ars moriendi", die Kunst des Sterbens, zu erlernen. Dies ist ein lebenslanger Prozess. Pater Deneke fasste in seinem Artikel Ars moriendi im aktuellen Infoblatt der Priesterbruderschaft St. Petrus das Phänomen des Verdrängens des Todes in einem Satz eindrucksvoll zusammen:

"Fleisch, Welt und Teufel haben sich verschworen. uns vom Gedanken an den Tod abzuhalten und uns ein unbegrenztes Leben vorzugaukeln"

Nur mit dem Memento Mori, der Betrachtung der Realität, dass wir alle irgendwann sterben müssen, bewahren wir uns davor, unser Leben in falsche Hände zu geben, vor einem vorgeblich "selbst gewählten" Tod, den es nie geben wird. Gute Gedanken zur Ars moriendi (Kunst, eine gute Sterbestunde zu haben) gibt es bei meinem Bloggerkollegen Peter Winnemöller hier und hier

Mittwoch, 4. November 2015

Im persönlichen Gespräch mit einem Moslem

In unserer Gemeindeverwaltung arbeitet ein agyptischstämmiger Deutscher. Mit ihm hatte ich in den letzten Tagen zu tun, da direkt in meiner Nachbarschaft Syrer untergebracht sind, die aus ihrem Land nach Deutschland geflohen sind. Die Ausländer sprechen kein Wort deutsch, ich verstehe kein Wort arabisch. Arif (deutsch="Gebildeter"), so nenne ich mal unseren Gemeindeangestellten (Name geändert), spricht perfekt Deutsch und fließend Arabisch. Seine Familie kommt Agypten, er selbst aber ist in Deutschland aufgewachsen. Arif war sofort bereit, bei Missverständnissen zwischen den Syrern und mir zu vermitteln. Dabei kam ich mit dem freundlichen und sehr angenehmen Menschen auch ein wenig persönlich ins Gespräch.

Dienstag, 3. November 2015

Wenn Ernährungsfanatismus zur (Anti)-Religion wird ...

Ursprünglich war er "Feind der Agrarindustrie" beschreibt die FAZ den heutigen "Veganerfresser" Udo Pollmer, heute ist er warnt er vor Veganismus und macht sich damit Grüne und Ernährungsberater zu seinen erbitterten Feinden. Damit wurde er zum idealen Gastredner für den traditionellen Herbstmarkt-Frühschoppen in unserem Dorf in Südoldenburg, welches die Region mit der intensivsten Massentierhaltung in Deutschland ist.

Gleich zu Beginn hob er in seiner markigen Rede heraus, dass sich der Veganismus wie der Nebel einer Religion über unser Land gelegt habe, die er nicht nur mit einer rhetorisch gelungenen Rede sondern vor allem mit aufklärenden Fakten widerlegen könne. Mit Zahlen und Fakten "klärte" er uns auf, dass möglichst viel Fleisch höchst gesund, hingegen Salat oder Spargel im Grunde keinen Nährwert hätten sondern nur aus Fasern und Wasser bestünden.