Sonntag, 25. Oktober 2015

Und was ist nun bei der Familiensynode herausgekommen?!

Wochenlang wurde in Rom debattiert, auf der sogenannten Familiensynode. Nicht nur Bischöfe und zur Synode eingeladene Laien diskutierten miteinander, wie heute und in Zukunft in unserer Kirche Ehe und Familie gelebt werden sollen. Ebenfalls beteiligten sich die Medien an dieser Diskussion. Vielfach wurde offensichtlich nur sehr einseitig aus der Synodenversammlung berichtet. Was wurde nun wirklich dort besprochen? Und vor allem, welche Ergebnisse sind bei der Synode nun wirklich erarbeitet worden?

Der Streit darüber wird nun medial fortgesetzt werden. Nein, die Synode ist noch längst nicht zu Ende. Innerhalb und außerhalb wird weiter darum gestritten werden, ob wiederverheiratete Geschiedene die heilige Kommunion empfangen dürfen und ob auch gleichgeschlechtliche Paare heiraten dürfen. Diejenigen, die dies fordern, werden keine Ruhe geben, bis sie ihre Ziele erreicht haben.

Von den großen Medien wurde - wenn überhaupt - nur sehr punktuell über die Synode berichtet. Otto Normalverbraucher erfuhr nicht viel mehr, als dass die Bischöfe sich fürchterlich dabei gestritten hätten. Die deutschprachigen Bischöfe seien für "Reformen", aber erzkonservative Kardinäle wollten diese nicht zulassen. Wer sich über das Geschehen in Rom wirklich ins Bild setzen wollten, wurde von ARD und ZDF oder seiner Tageszeitung enttäuscht. Umfassender wurde er zum Beispiel von dem privaten katholischen Fernsehsender EWTN Deutschland informiert.

Täglich um 20.00 Uhr übertrug EWTN eine Liveübertragung, in der über das Tagesgeschehen informiert und ein Synodenteilnehmer zum Interview eingeladen wurde. Wer diese Sendung verfolgte, für den ergab sich ein viel detaillierteres Bild. Auf dem You Tube Channel von EWTN kann sich jeder diese Sendungen noch einmal anschauen. Afrikanische, amerikanische und europäische Bischöfe  stellten ihre Sicht vor, die sich zu einem Mosaik der Weltkirche zusammenfügt, die ernsthaft darum ringt, die Familie als Keimzelle unserer Gesellschaft zu stärken.

Am gestrigen Abend gab die deutschsprachige Gruppe zum Ende der Familiensynode eine Pressekonferenz, die von der Redaktion von katholisch.de live via Periscope übertragen wurde. Diese Sendung kann man sich auch nachträglich auf Periscope ansehen. Die Kardinäle, Bischöfe und ein Ehepaar gaben noch mal ihr Resümee über die letzten Wochen in Rom. Dabei wurde eindeutig klar, dass kein endültiges Ja oder Nein zur Frage der Zulassung von Wiederverheirateten zu den Sakramenten beschlossen wurde. Es bleibt vorerst also alles wie bisher beim Alten. Allerdings müsse jeder Einzelfall differenzierter betrachtet werden, erklärten die Synodenväter. Ein betroffener Ehepartner, der schuldlos und gegen seinen Willen von seinem Partner geschieden wurde, müsse anders beurteilt werden als ein Partner, der die Ehe durch sein Verhalten zerstört habe.

Was der "Unterschied", den unsere Hirten genauer unter die Lupe nehmen wollen, in der pastoralen Praxis nun verändern wird, versuchten die deutschsprachigen Synodenteilnehmer deutlich zu machen. Die Seelsorge soll sich verstärkt um alle in der Ehe Gescheiterten kümmern. Gleichzeitig soll die Vorbereitung auf die Ehe verbessert werden. Das hört sich für mich ganz gut an. Allerdings frage ich mich, wie das gelingen kann, wo doch immer weniger Seelsorger zur Verfügung stehen, um diesen Menschen zu helfen. Wer übernimmt die Pastoral, wenn immer mehr Großpfarreien entstehen und die Kirche aus dem Dorf zunehmend verschwindet?

Wie wollen die Seelsorger Betroffene erreichen, die zwar die Zulassung zu den Sakramenten fordern, aber gar nicht diese Art der Seelsorge in Anspruch nehmen wollen, die ihnen den "Weg" (O-Ton Pressekonferenz) dazu eröffnen soll. Überhaupt, die "Wege", von denen die deutschsprachigen Kardinäle sprechen, erscheinen mir noch recht unergründlich.

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