Donnerstag, 15. Oktober 2015

Pastoralfragen über Fragen

Heute kommt unser S. E. Weihbischof und Offizial Heinrich Timmerevers zur Visitation unserer kath, Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist nach Bakum. Heute Abend ist eine Eucharistiefeier mit ihm, wozu unsere Pfarrgemeinde eingeladen ist. Danach trifft er sich mit den Vertretern des Pfarreirates, Kirchenausschusses und der Ortsausschüsse unserer drei Filialgemeinden und vier Kirchorte unserer 6.000 Seelen - Gemeinde.

Das wirft natürlich Fragen auf, wie bei uns die Zukunft unserer vier Kirchen und Filialgemeinden aussieht. Es kann niemand die Augen vor der Realität verschließen. Auch bei uns ist der Messbesuch bei weitem nicht mehr so stark, wie er früher einmal war. Können wir uns auf Dauer noch vier Pfarrkirchen leisten?

Antworten soll der Pastoralplan des Bistums Münster finden. In der Kreisstadt Vechta ist man mit der Arbeit des lokalen Pastoralplans schon an die Öffentlichkeit getreten und hat eine Befragung unter allen Gemeindemitgliedern durchgeführt. 500 Personen nahmen daran teil. Dass es hierbei sich mehrheitlich um die wenigen Gemeindeangehörigen handelte, die noch relativ regelmäßig Angebote der Kirche "in Anspruch" nehmen, sieht man an den Antworten. So gaben 77% an, dass sie Gottesdienste und Prozessionen besuchen. 41% der Befragten gaben an, sich stark mit der katholischen Kirche verbunden zu fühlen und "aus innerer Überzeugung katholischer Christ" zu sein. Allerdings glauben laut Umfrage nur 11% der Befragten, dass die Aussagen des Glaubensbekenntnisses und der Bibel wahr und gültig seien. Wie man katholischer Christ sein will, ohne an die Gültigkeit des Glaubensbekenntnisses und der Bibel zu glauben, bleibt mir allerdings schleierhaft.

Die Antworten in Bakum dürften nicht weniger widersprüchlich als in der Kreisstadt Vechta lauten. Damit wird offenbar, woran es fehlt. Nach der organisatorischen Neustrukturierung der Kirche ist vor allem eine Neuevangelisierung notwendig,  eine Erneuerung des Glaubens in unserer Pfarrgemeinde. Was heißt Christ sein? Warum ist das persönliche Gebet und der regelmäßige, ehrürchtige Empfang der Sakramente (einschließlich der Beichte!) notwendig für unser Glaubensleben und unser Seelenheil? Wie können wir unseren Glauben in einer immer mehr glaubensfeindlichen Umgebung überzeugend praktizieren und somit für andere ein Zeuge des Evangeliums werden? Die Pastoral muss dazu Antworten anbieten.

Heute morgen erzählte mir ein Bekannter aus der Nachbarpfarrei St. Laurentius Langförden, dass auch dort die Umfrage unter den Gemeindemitgliedern gestartet worden sei. Bei uns in Bakum ist von einem Pastoralplan öffentlich noch gar nicht geredet worden. Wird es auch bei uns nach der Visitation unseres Offizials damit los gehen? Ich bin gespannt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen