Sonntag, 4. Oktober 2015

Lifelong loving!

Heute hat die Familiensynode begonnen. Und auch die Schrifttexte dieses 27. Sonntags im Jahreskreis passen genau zum Thema Ehe und Familie. Es geht darum, dass wir aufeinander bezogen sind. Als Mann und Frau gleichermaßen. So heißt es gleich in der ersten Lesung aus der Genesis: "Gott, der Herr, sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein bleibt. Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht."  Nun bin ich als Unverheirateter kein Fachmann in Fragen zur Familie oder Ehe, genauso wenig wie Priester oder Ordensangehörige, die das Gelübde der Keuschheit abgegeben haben. Aber dennoch gilt diese "Binsenweisheit" auch für ehelose Menschen.

Ja, gerade als Single, oder als Witwer muss man sich mindestens genauso um seine Beziehungen zu anderen Menschen bemühen, wenn nicht noch mehr als Menschen, die in einer Familie eingebunden sind! Man braucht gute Freunde. Menschen, die da sind, weil man nicht alles alleine schaffen kann. Die zuhören und auch helfen. Vieles kann man sich kaufen. Aber Menschen, die einem wohlgesonnen sind, die einen so nehmen, wie man ist, kann man nicht mit Geld bezahlen. Umgekehrt ist es gerade als Alleinlebender besonders wichtig, dass man sich mit seinen Fähigkeiten im Verein, seiner Nachbarschaft oder Gemeinde einbringt. Denn sonst verkümmert man wie eine Pflanze, die kein Sonnenlicht erhält. Im Evangelium wir das Thema Ehe und Scheidung sehr intensiv behandelt.

Ein weiteres Ereignis an diesem Wochenende verdeutlichtete das Thema Familie auf ihre ganz besondere Weise. Zum Tag der Deutschen Einheit besuchten 90 Leute aus dem Eichsfeld unser Dorf, um mit uns gleichzeitig das Jubiläum einer 25jährigen Freundschaft zu feiern. Dabei gab es viele Gespräche, neue und alte Beziehungen wuchsen und wurden vertieft. Mein Beitrag war, dass ich das alles in Wort und Bild in meinem anderen Blog festgehalten habe. Auf diese Weise können die Bakumer und Beurener noch einmal alles im Internet sehen. Ich werde auch weiterhin immer mal über Beurener Ereignisse auch bei mir im Blog berichten.  Somit werden beide Dörfer noch weiter miteinander vernetzt.

Den ersten Tag der Deutschen Einheit feierten unser Orchester und Mitglieder unseres Gemeinderates im thüringischen Beuren am 3. Oktober 1990. Seitdem ist die Freundschaft zwischen ehemals Ost und West auf vielfältige Weise gewachsen. Es sind enge Freundschaften entstanden. Einige Bakumer fahren zum Karneval ins Eichsfeld und auch die Beuerschen kommen regelmäßig zu uns nach Bakum.

Unvergessen ist nicht nur der denkwürdige Nationalfeiertag im Jahr 1990, an dem Menschen aus West und Ost zum ersten Mal gemeinsam die Nationalflagge hissten und die Hymne sangen. Auch der Papstbesuch im Jahr 2011 mit Marienvesper in der Wallfahrtskapelle Etzelsbach, die ganz in der Nähe von Beuren liegt, war ebenso ergreifend. Beurener hatten Plätze für unseren Musikverein und Vertreter aus Politik und Vereinen besorgt. Unser Orchester trat im Rahmenprogramm des Papstbesuchs gemeinsam mit Beuerschen Musikern auf.

An diesem Wochenende feierten Freunde aus beiden Orten wieder gemeinsam den Nationalfeiertag. Ich habe dies ausführlich in meinem anderen Blog in Wort und Bild festgehalten. Beziehungen müssen gepflegt werden, damit sie halten. Diese Herausforderung hat jeder Mensch, jede Familie, jede Gemeinschaft und letztendlich auch jedes Land. Nur gemeinsam können wir mehr Lebensqualität erreichen, wenn wir einander lieben. Für einander einstehen und ein Ganzes schaffen.

Egoismus und der uneingeschränkte Wahn der Selbstverwirklichung ist der Tod jeder Beziehung. Dazu gehört auch, Unvollkommendes mit zu tragen, mit zu erleiden. Dazu gehört, einander zu vergeben, wo Wunden entstanden sind. Damit nicht das getrennt wird, was zusammen gehört. Die Verwurzelung im Glauben war einmal der Quellgrund beider Regionen, sowohl im katholischen Eichsfeld als auch im Oldenburger Münsterland. Die Eichsfelder haben mit ihrer Lebensweise sogar in der Diktatur des Kommunismus überlebt und ihre Traditionen bewahrt. Das Oldenburger Münsterland südlich von Oldenburg hat vielfach von der aus dem Glauben und der damit verbundenen Kultur profitiert. Über Familien und Beziehungen wurde einander geholfen und eine ursprünglich ärmliche Gegend zu Wohlstand gebracht.

Alle unsere gemeinsamen Erlebnisse und Erinnerungen haben uns Beurenern und Bakumern auch an diesem Wochenende wieder gezeigt, wie wichtig es ist, sich an die Wurzeln zu erinnern, auf die es ankommt. Wir brauchen einander und auch unseren Glauben an Gott, der unserem Leben die Richtung weist. Damit wir auch die Herausforderungen gemeinsam bestehen können. Erwartungsfroh schauen wir auf unsere Zukunft und auch auf die Bischofssynode. die jetzt tagt. Letztendlich bleibt es unser ganzes Leben unsere wichtigste Aufgabe, einander zu lieben. Das können wir nur aus dem Glauben an einem Gott, der uns seit Ewigkeit geliebt und gewollt hat. Lifelong loving ist der Kitt, der die Welt zusammen hält. In Ehe, Familie und letztendlich auch in allen Bereichen von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft.

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