Dienstag, 15. September 2015

Offizialat Vechta schafft Wohnraum für 10 Flüchtlinge

Ich lese heute unserer Lokalzeitung, dass das Offzialat Vechta der Aufforderung von Papst Franziskus folgt, Flüchtlinge aufzunehmen. Der Papst hatte jede Pfarrei dazu aufgefordert, für die Unterbringung einer Familie zu sorgen. In der Kreisstadt Vechta soll nun in Holzbauweise ein Gebäude mit fünf Zimmern für jeweils zwei Personen errichtet werden. Somit hätte dort eine Großfamilie Platz. Das Offizialat Vechta investiert hierfür die stattliche Summe von 250.000 Euro. Der Vechtaer Bürgermeister freute sich über diese Maßnahme, sagte aber, dass sie bei weitem nicht ausreichen werde. Allein in der Kreisstadt Vechta müssen bis 2016 200 weitere Flüchtlinge untergebracht werden, lese ich in der Zeitung.

Wenn ich dies so lese, dann klingt mir so einiges nach, was ich so in den letzten Tagen der Berichterstattung in den Zeitungen, Fernsehen und Internet so entnahm. Etwa die Stimme eines arabischstämmischen Anrufers bei einer TV-Sendung. Der bedauerte, dass jetzt soviel Geld hier in Deutschland investiert würde, welches viel effektiver verwandt hätte werden können, Menschen in ihrer Heimat oder in Nachbarländern ihres Kulturkreises eine Perspektive zu ermöglichen. Mit 250.000 Euro könnte man in Jordanien oder auch Ländern wie Marokko ein Dorf errichten.

Nun könnte man einwenden, die Flüchtlinge sind da, nun müssen wir auch für vernünftigen Wohnraum sorgen. Das ist richtig. aber Wohnraum für 10 Personen ist angesichts der Flüchtlingszahlen von 1 Million nicht gerade viel. Und eine Viertelmillion Euro viel Geld. Würden alle Pfarreien auf diese Weise "Wohnraum" beschaffen wollen, wäre das gar nicht realisierbar. Insofern riecht das Holzhaus in Vechta nach einem Prestigeprojekt einer Bistumsverwaltung einer reichen Kirche. Ich denke einmal, so hat der Papst dies nicht gedacht. 

Katholiken in der einen oder anderen Pfarrei bekommen sicherlich Bauchschmerzen, wenn sie erfahren, wie großzügig das Vechtaer "Offi" hier mit dem Geld umgeht, welches für vieles in unserer Kirche nicht mehr reicht. Kirchen und Gebäude werden geschlossen, Gemeinden fusioniert. Gemeindemitglieder müssen für die Erhaltung ihrer Kirchen zusätzlich zu ihrer "Kirchensteuer" spenden. Wie zuletzt auch unsere Pfarrei bei der Reparatur unserer defekten Orgel.

Mir ist klar, dass unsere Kirche sich ihrer Pflicht zu helfen nicht entziehen darf. Aber das muss anders gehen und es geht auch anders. Dies beweisen zahlreiche Initiativen auf Pfarreiebene vor Ort, die sich um Fremde kümmern. Auch Ordensgemeinschaften nehmen Leute auf. Immobilien besitzt unsere Kirchen bereits genug. Wir brauchen mehr kreative Ideen, wie man effektiv helfen kann. Sozialen Wohnraum kurzfristig zu schaffen ist eine gesellschaftliche Aufgabe, die von privaten Investoren und dem Staat übernommen werden muss. Als Katholiken sind wir natürlich auf allen Ebenen gefordert, diese Prozesse zur Integration Fremder zu unterstützen.

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