Freitag, 11. September 2015

Der Mut zur Selbstanklage

Im heutigen Tagesevangelium (Lk 6, 39geht es um die weltbekannte Stelle mit dem Splitter, dem man im Auge des Anderen entdeckt. Und gleichzeitig den Balken im eigenen Auge nicht erkennt.
Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht? Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Bruder, lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen!, während du den Balken in deinem eigenen Auge nicht siehst? (Lukas 6,41f)
Schnell sind wir mit Urteilen über andere zur Stelle. Auch mir passiert dies jeden Tag, dass ich andere beurteile oder gar aburteile. Obwohl ich genau weiß, dass ich nicht besser bin. Wer das nicht wahr haben will, erweist sich als Heuchler, heißt dies im Evangelium. Eigentlich sind wir in unserem Kreislauf gefangen. Papst Franziskus betrachtete die heutigen Lesungen in seiner Morgenmesse und gab einen Rat, wie man aus diesem Kreislauf der Anklage und des Unfriedens ausbrechen kann. Bevor man anderen etwas vorwirft, solle man sich selbst anklagen. Ständig an sich selber zu arbeiten, ist Pflicht eines jeden Christen. Der erste Schritt sei die Selbstanklage und die Bitte an den Herrn, die Gnade der Umkehr zu gewähren, gab der Papst den Gläubigen auf den Weg.

Dies erfordert eine Änderung der Lebensweise, die nicht von heute auf morgen geht. Immer wieder umkehren, die eigenen Fehler erkennen, bevor man den Bruder beschimpft. Dies ist in der kleinen Alltagswelt genauso wichtig wie bei den epochalen Entscheidungen, die in der Bischofssynode diskutiert werden sollen. Gebe es Gott, dass unser Ego klein und der heilige Geist Gottes groß sein möge. Dann werden die Dinge in geordneter und guter Weise gerichtet werden.

Lesetipp: Der Mut zur Selbstanklage – der erste Schritt von Armin Schwibach

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