Donnerstag, 3. September 2015

Christliche Gedanken zu einem Besuch in Bergen-Belsen

Merkwürdiges Gefühl:
Gedenkstein für ein KZ-Opfer meines Namens
Ich bin gestern mit unserem CDU-Gemeindeverband in der Gedenkstätte Bergen-Belsen gewesen.

In Bergen-Belsen sind 50.000 bis 70.000 Menschen getötet worden oder ums Leben gekommen. Ein solcher Ort stellt an uns Fragen. Wie kann es sein, dass Menschen so böse, ja direkt teuflisch handeln?

Wir wurden von einer Dame durch die Gedenkstätte geführt. Von den Gebäuden ist nichts mehr außer den Fundamenten zu sehen. Vereinzelnd sieht man Grabsteine und einige Denkmäler sowie ein Gebäude, in welchen man den Opfern gedenken kann.

Im Gebäude der Gedenkstätte gibt es viele Dokumente, Videos und Gegenstände, die Zeugnis von den grausamen Lagerleben gaben. Unsere Führerin berichtete von einer "blonden Schönheit", die besonders diabolisch gewesen sein soll. Die Frau habe nicht arbeitsfähige Insassen, die auf dem Boden lagen, solange mit eiren ner Peitsche geschlagen, bis sie gestorben seien.

Die Ideologie, die den Weg für ein so unmenschliches Handeln frei machte, war die Herrenideologie. Den Aufsehern war eingebläut worden, dass es sich bei den Häftlingen um "Untermenschen" handele, die "unter dem Wert eines Tieres ständen". Diese gottlose Ideologie des "Herrenmenschen" führte zu dieser Verblendung, bei der sich Menschen an die Stelle von Gott stellen. Alternativ missbrauchen Menschen den Namen Gottes für ihr unseliges Treiben. Sie zwingen andere, ihren "Glauben" anzunehmen, um über sie Macht ausüben zu können. Auch in diesem Falle stellen sie sich an die Stelle Gottes und verfügen über Leben und Tod anderer. Dies erfahren wir aktuell in den Medien Tag für Tag.

Hass und Gewalt fängt im Kleinen an. Das Böse kommt aus dem Inneren, dem Denken und wird durch unser Handeln manifest. Zum Beispiel in Fremdenfeindlichkeit. Jeder Mensch ist berufen, Gutes zu tun und Böses zu vermeiden. Jeder Einzelne muss seinen Beitrag leisten, damit Egoismus, Gewalt und Hass keinen Raum bekommen. Als Christen glauben wir, dass Christus der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Dass durch sein Kreuz alles Leid, alle Boshaftigkeit überwunden werden kann. Dass Christus der wahre Friedensfürst ist. Am Ende bleibt mir das Gebet für viele unschuldige Opfer von Gewalt, Hass und Verblendung:

V: O Herr, gib allen Opfern von Krieg und Gewalt die ewige Ruhe.
A: Und das ewige Licht leuchte ihnen.
V: Lass sie ruhen in Frieden.
A: Amen.

Meine weiteren Gedanken in meinem anderen Blog ...


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