Mittwoch, 5. August 2015

Ein ""W" für Willkommen - die neue Aktion gegen Fremdenhass

Ein "W" für Willkommen für Fremde
in unserem Land. Ein Selfie von mir.
Das Bistum Essen hat "die Schnauze voll" von "besorgten Bürgern", die bei Facebook rechtes und fremdenfeindliches Gedankengut verbreiten. Das Bistum fordert alle auf, gemeinsam ein Zeichen gegen "rechtes und fremdenfeindliches Gedankengut" zusetzen und damit deutlich zu machen: Bei uns sind Fremde willkommen.

Diese Willkommens-Aktion wird von allen Bistumsseiten weiterverbreitet und unterstützt. Darunter zählen auch das Bistum Münster und das Vechtaer "Offi". Wohl alle MitarbeiterInnen in den Offizialaten lassen von sich jetzt ein schönes Foto mit einem handmade W knipsen. So weit so gut.

Außerhalb der Offizialate beteiligt sich kaum jemand an dieser eigentlich guten Aktion.

Welche Gründe es auch geben mag, eine noch so gut gemeinte Akton ist nicht immer erfolgreich. Wie schon zuletzt der Aufruf anlässlich der dramatischen Zahlen an Kirchenaustritten, ein Videostatement abzugeben, warum man in der Kirche bleiben will. Auch die verlief nach kurzer Zeit still und heimlich im Sande. Dennoch unterstütze ich als treuer Katholik gerne auch diese Aktion mit den Selfie und dem "W" wie Willkommen. Fremde sind bei mir willkommen. Ich wohne direkt neben einem Haus, in welchem Fremde unterbracht sind. Meine neuen Nachbarn grüße ich, habe aber ansonsten kaum Kontakt.

Die Gemeindeverwaltung unterrichtete mich leider nicht, um welche Menschen sich es meiner Nachbarschaft handelt. Bei einer Kirmesveranstaltung traf ich aber unseren Bürgermeister, den ich direkt darauf ansprach. Ich erfuhr, dass diese Menschen wahrscheinlich nicht in Deutschland bleiben können, aber mehrere Monate in meinem Nachbarhaus wohnen werden. Sie dürfen weder Deutsch erlernen noch arbeiten. Die Probleme werden nun einmal mit einer freundlichen Selfie-Aktion nicht gelöst.

Hier ist handfeste Politik gefragt, die den betroffenen Ausländern eine klare Perspektive (Bleiberecht oder Ausreise) aufzeigt. Die Gemeindeverwaltungen müssen die Einwohner mit einbeziehen und ihnen erklären, warum die Fremden in ihrer Nachbarschaft wohnen und welche Perspektive sie erwartet. Viele Christen kümmern sich aktiv um die Fremden. Es gibt bereits viele Initiativen, das finde ich gut. Aber es liegt nicht jedem, engeren Kontakt zu den Ausländern zu suchen. Es ist traurig, wenn diese Leute monatelang irgendwo untergebracht werden, um danach irgendwo anders verfrachtet zu werden. Eine Aktion, die zu einem menschenwürdigen Umgang mit Immigranten aufruft wäre noch wichtiger als ein Selfie mit dem W.

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