Donnerstag, 13. August 2015

Das Geheimnis der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel

Bild Mariä Himmelfahrt
(C) gemeinfrei 
Am 15. August feiert die Kirche das Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel. In diesem Zeitraum feiert unsere Region, das Oldenburger Münsterland, das größte Volksfest, den Stoppelmarkt. Es geht heute los. Darum habe ich zu Beginn des Stoppelmarktes auch schon mein Blogbeitrag zu diesem großen Fest fertig. Die fusionierte Großpfarrei unserer Kreisstadt Vechta trägt übrigens auch den Namen "Mariä Himmelfahrt und feiert heute ebenfalls ihr Pfarrfest.

Das Fest Mariä Himmelfahrt geht auf den uralten Glauben zurück, dass die Gottesgebärerin Maria ohne Makel mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde. Dieses Festgeheimnis bleibt dem aufgeklärten Menschen verschlossen und ist nur durch den Glauben zugänglich. Der betende Christ betrachtet es auch im Rosenkranzgeheimnis "... Jesus, der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat". Mit der Überlieferung der Visionen der seligen Mystikerin des Münsterlandes und Seherin Anna Katharina Emmerick wurde uns dieses Ereignis auf wunderbare Weise nahe gebracht. Nachfolgend dazu ein paar Textauszüge aus dem Buch "Betrachtungen zum Rosenkranz - Nach den Visionen der seligen Katharina von Emmerick", welches im FE-Medienverlag für nur fünf Euro erhältlich ist:
"Als das Sterben  Gottesmutter Maria nahte, wurden die Apostel und einige Jünger, meist Verwandte, aus der ganzen Welt an ihr Sterbebett gerufen durch innere Stimmen, öfter auch durch einen Engel. ...

... Als Maria erkannte, dass ihr Ende herannahte, wollte sie nach dem Willen Jesu die anwesenden Apostel, Jünger und Frauen segnen und von ihnen Abschied nehmen. Ihre Schlafzelle wurde nach allen Seiten hin geöffnet; sie saß aufgerichtet auf ihrem Lager. - Sie betete und segnete einen jeden Apostel mit kreuzweise gelegten Händen, indem sie seine Stirn berührte. Sie redete dann noch zu allen. Nach den Aposteln näherten sich auch die anwesenden Jünger und empfingen den
Segen gleich diesen. - Die Männer begaben sich hierauf wieder in den vorderen Raum des Hauses und bereiteten sich zum Gottesdienst, während die anwesenden Frauen dem Lager der Heiligen Jungfrau nahten, niederknieten und ihren Segen empfingen. ...

... Die Heilige Jungfrau ruhte still und bleich auf dem Rücken. Sie schaute mit unverwandtem Blick aufwärts, sie schimmerte von Sehnsucht. Beim Empfang des heiligen Sakramentes ging ein Glanz in Maria ein, worauf sie wie entzückt niedersank und nicht mehr sprach. Ihr Angesicht war nun blühend und lächelnd wie in ihrer Jugend. Sie hatte die Augen in heiliger Freude gen Himmel gerichtet. Die Decke war verschwunden, sie sah durch den offenen Himmel in das himmlische Jerusalem hinein. Es senkten sich zwei Engelchöre herab. Zwischen diesen goss sich eine Lichtbahn zu Maria nieder. Sie streckte die Arme mit unendlicher Sehnsucht nach oben, und ihre Seele ging wie eine kleine, unendlich reine Lichtgestalt aus ihrem Leibe und schwebte auf der Lichtbahn hinauf, die wie ein glänzender Berg himmelan stieg.

Die Arme über der Brust gekreuzt, sank ihr Leib auf das Lager nieder. Ihre Seele ging auf der leuchtenden Straße in das himmlische Jerusalem hinein bis zum Throne der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Viele Seelen, viele Patriarchen, Joachim, Anna, Josef, Elisabeth, Zacharias und Johannes der Täufer zogen ihr mit freudiger Ehrfurcht entgegen. Sie aber schwebte durch alle hindurch zum Throne Gottes. Ihr Sohn, der mit dem Licht seiner Wunden das Licht seiner ganzen Erscheinung überstrahlte, empfing sie mit göttlicher Liebe. Er überreichte ihr ein Zepter und zeigte damit rings über die Erde nieder. - Petrus und Johannes hatten ihr Angesicht empor-
gerichtet. Die anderen Apostel, Jünger und Frauen lagen rings auf den Knien und beteten. Alles war voll Licht und Glanz.

Später breiteten die Frauen eine Decke über den heiligen Leib. Das Feuer des Herdes wurde zugedeckt, alles Gerät beiseite geräumt. Die Frauen verhüllten und verschleierten sich und hielten eine Totenklage. Die Männer feierten einen Trauergottesdienst. Zwei Apostel knieten abwechselnd betend zu Häupten und Füßen des heiligen Leibes. - Matthias und Andreas gingen den Kreuzweg entlang bis zu jener Höhle, die das Grab Christi vorstellte, und bereiteten das Grablager, denn hier sollte der Leib der Heiligen Jungfrau ruhen. ...

So ging der Zug auf dem Kreuzweg bis zur letzten Station in die Grabeshöhle. Hier setzten sie den Sarg nieder in das ausgetiefte Totenlager. Alle Anwesenden gingen noch einmal hinein, legten Gewürze und Blumen umher, knieten und opferten Tränen und Gebet. - Schmerz und Liebe machten sie verweilen. Es war schon Nacht, als die Apostel den Grabeingang verschlossen. Die Heimkehrenden sahen aus der Ferne ein wunderbares Leuchten über dem Grabe, ohne zu wissen, was es bedeute. Vom Himmel senkte sich eine Lichtbahn gegen das Grab nieder; in ihr bewegte sich eine Glorie von Engeln und Geistern in drei Kreisen, welche unseren Herrn und die leuchtende Seele Marias umgaben. - In dem Felsen schwebte die Seele der Heiligen Jungfrau an Jesus vorüber in das Grab und bald darauf stieg sie, mit ihrem verklärten Leibe vereinigt, viel deutlicher und leuchtender aus dem Grab heraus und zog mit dem Herrn und der ganzen Glorie in das himmlische Jerusalem empor, worauf aller Glanz wieder einsank und der stille Sternenhimmel die Gegend bedeckte. ...."

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